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02.04.2002 Interview

Interview mit Axel Geerken: Wechsel war der richtige Schritt

Axel zum Zuschauen verdammt

Gerade erst zu Saisonbeginn kehrte Axel Geerken nach drei überaus erfolgreichen Jahren beim THW Kiel ins beschauliche Dutenhofen zurück. Bei der heimischen HSG D/M Wetzlar wollte der Torwart neu durchstarten und als klare Nummer eins zwischen den Pfosten seinen Klub ins gesicherte Mittelfeld der Bundesliga führen. Doch einem tollen Saisonstart folgte am der große Schock: Axel Geerken fällt nach einem Riss der Archillessehne für den Rest der Saison aus. ZEBRA bat den Ex-Kieler zum Gespräch.
Muß in der Ostseehalle zusehen: Axel Geerken.
Klicken Sie zum Vergrößern! Muß in der Ostseehalle zusehen: Axel Geerken.
Es ist eine der schwersten Verletzungen, die sich ein Leistungssportler zuziehen kann. Der Riss der Achillessehne, die zwischen Fersenbein und Wadenmuskel verläuft, stellt eine langwierige Beeinträchtigung dar, die den Geschädigten sicherlich ein gutes halbes Jahr von seinem Sport fern hält. Axel Geerken hat es erwischt. Bei einem Aufwärmspielchen zwar im Zweikampf, jedoch ohne Gegnereinwirkung und ohne vorher erkennbare Anzeichen gesendet zu haben, riss dem Keeper die Achillessehne. Noch am selben Abend wurde Geerken in der Gießener Uniklinik von Dr. Boehringer operiert. Inzwischen ist Axel Geerken längst nicht mehr ans Krankenbett gefesselt und heute Abend in der Ostseehalle auch schon wieder mit von der Partie - noch allerdings als Zuschauer auf der Tribüne.
Zebra:
Axel, die HSG Wetzlar spielt heute Abend in der Kieler Ostseehalle und Du bist zum Zuschauen verdammt. Ist es eine traurige Rückkehr an Deine alte Wirkungsstätte?
Axel Geerken:
Einerseits ist das natürlich schon der Fall, denn ich hätte sehr gern wieder in der Ostseehalle gespielt. Andererseits habe ich diese Verletzung schon länger und mich inzwischen mehr oder weniger mit ihr abgefunden. Trotzdem freue ich mich auf Kiel.
Zebra:
Du fällst insgesamt für mehrere Monate aus und die Saison ist inzwischen für Dich gelaufen. Wie hast Du Dich damit arrangiert?
Axel Geerken:
Ich kann das Geschehene nun eh nicht mehr ändern. Und soweit bin ich schon wieder hergestellt, dass ich inzwischen auch mit der Rehabilitation begonnen habe. Das stimmt mich ganz optimistisch. Den Umständen entsprechend kann ich momentan ganz zufrieden sein, der Heilungsprozess verläuft gut.
Zebra:
Du bist vor wenigen Wochen Vater geworden. Wie geht es Deiner jungen Familie?
Axel Geerken:
Uns geht es hier unten wirklich gut, am 26. Februar wurde unsere kleine Tochter geboren, und jetzt ist alles in bester Ordnung.
Zebra:
Der Wechsel zurück nach Wetzlar war trotz Deines Unfall also der richtige Schritt für Dich?
Axel Geerken:
Ja, dieser Schritt hat sich voll gelohnt. Vor meinem Unfall lief es sportlich schließlich auch sehr gut. Die Verletzung tut dem Ganzen keinen Abbruch.
Zebra:
Du zählst zu den großen Hoffnungsträgern bei der HSG. Wie kommt Deine Mannschaft denn derzeit ohne Dich klar?
Axel Geerken:
Bislang ganz gut. Auch ohne mich haben die Jungs schon einige Punkte geholt und haben mit dem Abstieg wohl nichts mehr zu tun - auch, wenn wir in Kiel verlieren sollten.
Zebra:
Was erwartest Du vom Spiel gegen den THW Kiel?
Axel Geerken:
Ich hoffe, dass wir einigermaßen gut mithalten können. Aber auf einen oder gar zwei Punkte spekulieren wir wohl nicht. Trotzdem wollen wir dem Kieler Publikum zeigen, dass wir in Wetzlar guten Handball spielen können.
Zebra:
Seid Ihr nicht beinahe soetwas wie ein Angstgegner für den THW Kiel? Schließlich konnte der THW in Wetzlar in vier Spielen noch nie gewinnen.
Axel Geerken:
- und Wetzlar noch nie in Kiel. In unseren eigenen Heimspielen haben wir immer recht sicher gespielt und die Kieler kamen bislang nicht über zwei Unentschieden hinaus. Wenn man von Angstgegner sprechen könnte, dann wohl nur in Auswärtsspielen für den THW. In Kiel selbst stehen die Vorzeichen umgekehrt.
Zebra:
An welches Ziel, glaubst Du, wird die Saison den THW noch hinführen?
Axel Geerken:
Ich habe schon vor längerer Zeit zum Saisonstart gesagt, dass der THW Kiel Deutscher Meister wird. Und momentan sieht es ja auch gar nicht so schlecht aus. Ich würde es den Zebras jedenfalls wünschen.


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