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24./25.10.2003 - Letzte Aktualisierung: 25.10.2003 Bundesliga

HSV will beim THW "etwas ganz Großes leisten" - Lövgren wieder dabei?

THW-Kapitän will gegen HSV Comeback - Jacobsen angeschlagen

Update #2 Am 25.10. aktualisiert und Vorbericht der KN ergänzt...

Der Kader des HSV Hamburg.
Klicken Sie für weitere Infos! Der Kader des HSV Hamburg.
Am Sonntag kommt es zum ersten Nordderby für den THW, wenn der HSV in der Ostseehalle antritt (Anpfiff 15 Uhr, live ab 14.45 Uhr im DSF). Die Hamburger (14:2 Punkte, 4. Platz) sind ebenso wie der THW (14:4, 5.) gut in die Saison gestartet und wollen in der Ostseehalle "etwas ganz Großes leisten", so HSV-Trainer Bob Hanning im Interview mit den Kieler Nachrichten.

Die Hamburger starteten mit Siegen gegen Wallau und in Eisenach in die Saison, kassierten dann aber bei der 29:32 (14:12)-Heimniederlage gegen Magdeburg einen Dämpfer, der das Team aus der Hansestadt aber nicht verunsicherte. Es folgten Siege in Stralsund und zu Hause gegen Gummersbach, Kronau/Östringen und Göppingen. Für Aufsehen sorgte dann die letzte Partie der Hamburger, als man beim TUSEM mit 27:25 (10:13) gewann. "In Essen haben wir Großes geleistet, in Kiel wollen wir etwas ganz Großes leisten", sagt HSV-Trainer Bob Hanning im Interview mit den Kieler Nachrichten.

Der HSV schlug vor Saisonbeginn auf dem Transfermarkt zu: Der deutsche Nationalspieler Pascal Hens wechselte nach einem Transfer-Hick-Hack von Wallau an die Elbe, vom THW kam Morten Bjerre und aus Nordhorn stieß der Linksaußen Torsten Jansen zum Team. Dass der HSV (Etat 4,5 Millionen Euro) nach diesen Verstärkungen vom Potenzial oben mitmischen könnte, war klar. Dass er aber tatsächlich in der Spitzengruppe dabei ist, ist für Hanning ein Beleg dafür, dass die "Neuen" schnell integriert wurden.

Kein Wunder, dass bei diesen Verstärkungen der momentan noch 20 Mann starke HSV-Kader ausgedünnt werden soll. Rückraumspieler Simen Muffetangen und Rechtaußen Moustapha Taj - nach Kritik am Verein in Ungnade gefallen - werden den Verein verlassen, Kreisläufer Peter Möller und Rückraumspieler Tormod Moldestad sind in Verhandlungen über eine Vertragsauflösung.

Aufgelöst wurde auch der Vertrag mit Geschäftsführer Olaf Knüppel. Ihn soll der ehemalige Flensburg-Manager Dierk Schmäschke beerben, der nach seiner SG-Zeit in seinen alten Beruf als Lehrer zurückkehrte und dort derzeit noch gebunden ist, jetzt aber bereits den HSV berät.

Hamburg ist personell stark besetzt: Im Tor stehen die Routiniers Goran Stojanovic und Tomas Svensson. Im Rückraum kann Hanning mit Guillaume Gille, Pascal Hens, Morten Bjerre und Jon Belaustegui auf beeindruckende Kaliber zurückgreifen, die Außen Torsten Jansen und Jonas Ernelind sind ebenfalls von hoher Qualität und Welthandballer Bertrand Gille sorgt am Kreis stets für Gefahr (siehe auch Vorbericht zum Testspiel des THW gegen den HSV, das der THW mit 30:29 gewann).

Wie gut die Neuen beim HSV eingeschlagen haben, belegt auch die Torschützenliste der Hamburger, die Pascal Hens mit 41 Toren vor Torsten Jansen (40/10) anführt. Dahinter belegen Jonas Ernelind (35/10), Guillaume Gille (33) und Bertrand Gille (32) die Plätze.

Sport macht hungrig. Und Spitzenhandball sowieso.  "Hein Daddel" jedenfalls knurrt schon kräftig der Magen, wenn er an das bevorstehende Heimspiel gegen den HSV denkt. Das THW-Maskottchen freut sich nämlich tierisch auf die
Klicken Sie zum Vergrößern! Sport macht hungrig. Und Spitzenhandball sowieso. "Hein Daddel" jedenfalls knurrt schon kräftig der Magen, wenn er an das bevorstehende Heimspiel gegen den HSV denkt. Das THW-Maskottchen freut sich nämlich tierisch auf die Partie am Sonntag, schließlich möchte "Hein Daddel" mal wieder den ein oder anderen Hamburger vernaschen...
Der HSV hat sich für die Ostseehalle viel vorgenommen. Hanning studierte - mit Unterstützung des ehemaligen Zebras Morten Bjerre - viele Videos vom THW. Bjerre freut sich in der Hamburger Morgenpost schon auf das Aufeinandertreffen mit seinem ehemaligen Team: "Das wird lustig." Der Druck auf den THW sei viel größer als auf sein Team. Und wenn man die Leistung aus der zweiten Halbzeit in Essen wiederhole, gewänne man auch. Der Unterschied für den Dänen zwischen dem HSV und dem THW laut MoPo: "Kiel war jahrelang top, der HSV ist erst anderthalb Jahre da. Aber Hamburg hat mehr Potenzial als Kiel." Egal ob Sieg oder Niederlage - eines ist jetzt schon fest eingeplant: Ein großes Bier mit Nikolaj Jacobsen.

Dass der Druck auf den THW größer ist, glaubt auch Bob Hanning: "Für uns ist die Begegnung nach dem guten Saisonstart ein absolutes Bonusspiel. Wir sind auf dem Weg Richtung Europa voll im Soll", sagt der Coach gegenüber der HSV-Homepage. Sorgen bereitet ihm nur Morten Bjerre, der an einer Virusinfektion leidet, Donnerstag nicht trainieren konnte und über dessen Einsatz erst am Freitag nach einem Abschlusstraining entschieden wird. Dennoch glaubt Hanning gegenüber der HSV-Homepage an einen Sieg, weil sein Team top vorbereitet sei. Man fahre mit breiter Brust nach Kiel. Hannings Marschroute: Gegenstöße verhindern, vorne mit Disziplin spielen.

In der vergangenen Saison spielte der THW gegen die Hamburger in der Ostseehalle nur 28:28 (15:12)-Unentschieden und der damalige Coach Anders Fältnäs gratulierte den Zebras nach Spielende zum Punktgewinn (siehe Spielbericht). Und weil der THW in der Colorline-Arena mit 29:30 verlor (siehe Spielbericht), kann der HSV gegenüber dem THW mit 3:1 Punkten eine positive Bundesliga-Statistik vorweisen (siehe Gegnerdaten).

Schiedsrichter der Partie sind Dang (Kriftel) / Zacharias (Mainz).

Aktualisierung vom 25.10.

HSV-Trainer Bob Hanning weiß, dass man in einer Medien-Metropole wie Hamburg die lauteren Töne anschlagen muss, um Beachtung zu finden. Kein Wunder, dass die Boulevardpresse in der Hansestadt die Sprüche Hannings vor dem Nordderby genüsslich aufnimmt. Der HSV habe innerhalb von sechs Monaten überregionale Großsponsoren geholt, das habe Kiel in 15 Jahren nicht geschafft, so der HSV-Coach gegenüber der Morgenpost. Deshalb sei THW-Manager Schwenker nervös: "Ihn ärgert, dass der HSV einen Supermarkt an der Hauptstraße hat, er aber nur eine kleine Filiale an der Ostsee", so Hanning in der MoPo, der aber gleich relativiert: Von der Vereinsstruktur und der Professionalität habe der THW dem THW 15 Jahre voraus.

In der Ostseehalle setzt Hanning auf seinen Keeper Goran Stojanovic, da habe der Serbe immer herausragend gespielt. "Und vielleicht gelingt es uns durch Goran, von den 10000 Fans in der Halle 7000 auf unsere Seite zu ziehen", sagt Hanning der Hamburger Morgenpost.

Hanning fährt mit seinem Team ohne Druck nach Kiel, denn der ehemalige Co-Trainer der Nationalmannschaft glaubt, dass der Druck aus den Zebras lastet: Für den THW wäre eine Niederlage eine sportliche Zurückstufung, die man sich nicht erlauben kann, sagt Hanning. Kein Wunder, dass er mit breiter Brust in die Ostseehalle fährt - und seinen Oddset-Wettschein mit einem eingeplanten HSV-Sieg präsentiert. "Ein todsicherer Tipp", erklärt Hanning gegenüber der Morgenpost.

Sein Rezept zum Erfolg: Keine einfachen Tore fangen und sehr diszipliniert spielen. Erfreulich für den HSV-Trainer, der mit einer 5:1-Deckung in der Ostseehalle antreten will: Morten Bjerre (Grippe) wird am Sonntag spielen können. Erstmals wieder dabei nach seiner Reha ist Joakim Agren.

Dieser Vorbericht wird am laufend aktualisiert...

 

 

Neue Siegermentalität

Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports:
Bisher kein Waterloo für Hamburgs "Napoleon"
Die junge Geschichte des HSV Hamburg in der Handball-Bundesliga beinhaltet eine Fülle von schwerwiegenden Entscheidungen und Veränderungen. Allem voran geht die Abgabe der Bundesligalizenz des VfL Bad Schwartau, über den Umzug nach Hamburg und den Trainerwechsel durch Bob Hanning, bis hin zur bislang letzten Personalentwicklung, der überraschenden Trennung von Geschäftsführer Olaf Knüppel. Viel los also beim HSV, dem Erfolg von Bob "Napoleon" Hanning scheint dies jedoch keinen Abbruch zu tun: Mit 14:2 Zählern steht der HSV nach Saisonbeginn so gut wie noch nie da und stellt für den THW eine "harte Nuss" dar, die erst einmal geknackt werden muss.

Als Tabellenletzter hatte Bob Hanning, der - in Anlehnung an seine Körpergröße von 1,68 m - in Hamburgs Presse längst als Hamburgs "Napoleon" von sich Reden macht, die Handballer des HSV im Dezember des vergangenen Jahres übernommen. Neben der Körpergröße vereint Hanning noch einige andere Eigenschaften des alten französischen Feldherrn in sich: Seine Konsequenz, seine Emotion und Leidenschaft trugen wesentlich dazu bei, dass in der Weltstadt Hamburg quasi aus dem "Nichts" eine Top-Handballmannschaft mit Titelambitionen entstand und hat gegenüber dem Fußball und Eishockey in der Hansestadt gehörigen Boden gut gemacht. Auch Hannings persönliche Popularität steigt in Hamburg stetig und so ließ der geborene Herner (bei Essen) auch die letzten seiner Kritiker schweigen: Erfolg gibt eben Recht.

Das heutige Selbstvertrauen war damals noch undenkbar, von Siegermentalität keine Spur. Nur einen Amtstag hatte der Trainer Zeit, um die Mannschaft auf einen Erfolg gegen den damaligen Champions League-Gewinner SG Magdeburg einzustellen. Der Anfang eines langen Siegeszuges mit bis heute unbekanntem Ende: Dem sensationellen 32:31-Erfolg über Magdeburg folgte eine Serie von sechs Spielen ohne Niederlage, am Ende der Spielzeit landeten die Hamburger sogar noch auf dem achten Platz. In dieser Saison wird Hamburg nach seinem exzellenten Saisonauftakt gar in einem Atemzug mit Titelanwärtern wie Magdeburg, Flensburg oder Lemgo genannt und zumindest finanziell gesehen spielen die Hamburger mit einem Etat von 4,5 Mio Euro und kontinuierlich steigenden Zuschauerzahlen in der Color Line Arena (Fassungsvermögen 12.978 Zuschauer) schon ganz oben mit.

Knapp zehn Monate nach Hannings erstem Auftritt am Spielfeldrand müssen sich die Wahl-Hamburger nun mit dem wiedererwachten THW Kiel messen, der trotz bisherigen Fehlens ihres Kapitäns Stefan Lövgren stetig an alter Spielstärke zunimmt. Aber nicht nur dem Kader des THW, sondern auch dem des HSV wurde ein komplett neues Gesicht verpasst, die Zielvorgabe ist mit der des vergangenen Jahres nicht zu vergleichen. Die Personalpolitik Hannings gilt als hart. Dem Erfolg mit dem Verein ordnet Hanning eigene und fremde persönliche Interessen konsequent unter. So ließ er Adrian Wagner nach Kiel ziehen und stattete Tilo Strauch sowie Roman Judicky nicht mit einem neuen Vertrag aus. In der Saisonvorbereitung strich Hanning auch Peter Möller und Tormod Moldestad aus dem Kader. "Wir hatten zu viele Leute mit Schwartau-Mentalität in unseren Reihen. Was wir benötigen, ist ein Hamburg-Denken. In Bad Schwartau hat es gereicht, am Ende auf dem zwölften Platz zu landen, hier sind die Ansprüche weitaus größer. In einer Stadt wie Hamburg ist Mittelmaß nicht genug. Inzwischen haben wir uns aber professionalisiert", erklärt Hanning gegenüber "Die Welt".

Um das tief gestapelte Minimalziel, den sechsten Platz, zu erreichen, hat der HSV auf dem Transfermarkt ordentlich zugeschlagen. Mit Torsten Jansen, der künftig auf der linken Außenbahn für Furore sorgen soll, Rückraumspieler Morten Bjerre vom THW Kiel und Shooting-Star Pascal Hens ist nach Meinung vieler so genannter Handball-Experten sogar der ganz große Wurf möglich. Dazu kommt die Verpflichtung von dem Talent Jörn Kammler, der ein Zweitspielrecht für die SG Sasel DuWo besitzt. Dem Kieler Zuschauer dürfte aus der Mannschaft des HSV übrigens so mach ein gut Bekannter über den Weg laufen - so spielen mit Stojanovic, Knorr, Bjerre und Ernelind doch gleich vier Ex-THWer in den Reihen des HSV! Der erst 35-jährige Bob Hanning wisse zwar von einer gewissen Mit-Favoritenstellung innerhalb der Liga, die von außen an die Mannschaft herangetragen werde, einen ernsthaften Kampf um den Meistertitel hält er allerdings erst ab 2005 für realistisch. Neben der Punktrunde legt der Trainer großen Wert auf ein gutes Abschneiden im Pokalwettbewerb, er will beim Final Four in der eigenen Stadt auf keinen Fall fehlen. Unter dem Strich solle aber mindestens ein Europapokalplatz herausspringen.

Nicht nur im personellen Bereich, auch taktisch hat der HSV sich verbessert. Bislang agierten die Hanseaten fast ausschließlich mit einer defensiven 6-0-Deckung. Diese wurde durch eine offensivere 5:1-Variante mit Bertrand Gille als vorgezogenem Mann ergänzt, wodurch die Mannschaft noch schwieriger auszurechnen ist. "So können wir schneller nach einem abgefangenen Ball auf Angriff umschalten. In der vergangenen Saison haben wir durchschnittlich nur drei bis vier Treffer nach Tempogegenstößen erzielt. Jetzt sollen es deutlich mehr werden", sagt Hanning ("Die Welt").

Neben der aktuellen Tabellensituation läßt auch die Bilanz der bisherigen Begegnungen zwischen dem THW und dem HSV Hamburg auf ein absolutes Spitzenspiel schließen. So konnten die Kieler in eigener Halle noch nicht gewinnen (28:28, Bl., Saison 02/03), in der Color Line Arena setzte es in der Rückrunde gar eine knappe 29:30-Niederlage. Doch wie wir schon aus dem Geschichtsunterricht wissen, war selbst der echte Napoleon ja nicht unbesiegbar.

(Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports)

 

 

Mehr als nur zwei Brüder!

Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports:
Gemeinsam stark: Die beiden französischen Weltklasse-Handballer Guillaume und Bertrand Gille
Verletzte sich schwer im September 2002 in der Ostseehalle schwer: Guillaume Gille.
Klicken Sie zum Vergrößern! Verletzte sich schwer im September 2002 in der Ostseehalle schwer: Guillaume Gille.
"Wir können jetzt unsere gesamte Vorbereitung in den Müll schmeißen", haderte der ehemalige HSV-Coach Anders Fältnäs im letzten September. "Jetzt fangen wir wieder bei Null an." Der Schock saß tief. Beim ersten Saison-Auswärtsspiel hier in der Kieler Ostseehalle rutschte der neue Star Guillaume Gille (27) ohne Einwirkung eines Gegenspielers in der 40. Minute weg. Riss der rechten Achillessehne lautete die erschütternde Prognose. Sieben Monate Pause. Erst im April feierte der Neuzugang sein Comeback. Damit war das neue Hamburger Traumduo auf der Platte lange Zeit nicht existent. Bruder Bertrand Gille (25), der ebenfalls an die Elbe gewechselt war, laborierte am Saisonende zudem noch an den Folgen eines Bänderrisses. Doch jetzt sind die beiden Franzosen wieder da - und der HSV ist oben auf.

Die Vorgeschichte, die hinter diesem spektakulären Transfer steckt, lässt sich mit dem Prädikat "gut, aber teuer" umschreiben. Denn die Gille-Brüder unterzeichneten erst nach langem Hickhack bei den Norddeutschen. Zuvor war die Präsentation des Duos bereits mehrfach angekündigt worden, musste aber bis in den Mai des letzten Jahres verschoben werden. 130000 Euro forderte der französische Spitzenklub US Chambery letztendlich als Ablösesumme für die beiden Weltmeister vom HSV, der andere Konkurrenten wie den VfL Gummersbach ausstach.

Das Duo hat sich in Hamburg schnell integriert, in Quickborn haben sich die Gilles häuslich niedergelassen. Bertrand wohnt mit seiner Frau Raphaelle und dem sieben Wochen alten Tao am Anfang, Guillaume mit Frau Karine und Tochter Noemie am Ende der Straße. "Es liegen nur 300 Meter zwischen uns", bemerkt Bertrand. Zum abschließenden Glück fehlt nur noch der dritte Bruder, Bergament. Der 21-jährige spielt noch in Frankreich, vielleicht ja schon bald beim HSV. "Man sollte es nicht ausschließen. Er dürfte dann bei mir einziehen", sagt Guillaume gegenüber der "Welt". Jetzt muss er nur noch seinen Trainer Bob Hanning überzeugen. Noch besteht nur reger telefonischer Kontakt. "Wir drei haben ein freundschaftliches Verhältnis. Uns war es immer wichtig, vom anderen zu lernen. Das war wichtig für unsere Entwicklung", so Guillaume weiter. Und Bertrand ergänzt: "Gino ist immer mein Vorbild gewesen."

Schon in der Jugend, aber auch später im Herrenbereich. Vor ihrem Engagement beim HSV standen die beiden Gilles, wie jetzt Bergament, in der ersten französischen Liga bei O.S. Chambery unter Vertrag - gemeinsam, denn getrennt waren sie in ihrem Leben noch nie. Konsequent verfolgten sie ihren Weg. Ihre Willensstärke brachte ihnen im Jahr 2001 den Weltmeister-Titel, den größten sportlichen Erfolg des Brüderpaares. Bertrand holt tief Luft: "Bisher, denn eigentlich haben wir noch gar nichts erreicht." Dabei erarbeitete er sich den Titel: Welthandballer des Jahres 2002.

Bob Hanning über Guillaume Gille:
"Gino ist ein durch und durch guter und lieber Mensch", sagt Trainer Bob Hanning. Leider auch auf dem Spielfeld. Zu brav, zu leise, zu freundlich sei er während der 60 Minuten auf dem Parkett, sagt Hanning. Nicht in der Defensive. Da packt der 1,92 Meter große und 92 Kilo schwere Modellathlet im Abwehrzentrum gnadenlos zu, rangiert sogar in den "Zeitstrafen-Top- Ten" der Liga. "Aber im Angriff, als Regisseur und damit mein verlängerter Arm auf dem Spielfeld, ist Gino zu lieb. Er will halt keinem weh tun", erklärt sein Trainer. Unlängst forderte Hanning deshalb von dem französischen Charmeur: "Er muss auch mal ein Schwein sein, auf dem Feld eine Sau werden." Vor allem verbal. Gegenüber den Kollegen. "Gino muss seine Nebenleute mal zusammenstauchen, wenn die Mist bauen. Es muss auch mal krachen."

(Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports)

 

 

"Wenn schon Elba, dann nicht ohne Handball!"

Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports:
Bob Hanning, Trainer des HSV Hamburg, im Gespräch
Sie nennen ihn "Napoleon". Er ist mit 35 Jahren der jüngste Erfolgstrainer der Bundesliga, er lebt Handball wie kaum ein anderer und er ist auf dem besten Weg, in der Fußball-Stadt Hamburg eine Handballmannschaft von echter Klasse zu etablieren. Thomas Fischer (living sports) unterhielt sich mit Bob "Napoleon" Hanning über den erfolgreichen Umbruch von Bad Schwartau in die Weltstadt, vom Abstiegskandidaten zum Titelaspiranten.
Zebra:
Sie haben den HSV letztes Jahr auf dem letzten Tabellenplatz liegend übernommen und die Saison anschließend mit dem 8. Platz beendet. Was hat der Mannschaft zuvor gefehlt?
Bob Hanning:
Bob Hanning löste den HSV-Knoten.
Bob Hanning löste den HSV-Knoten.
Ich denke, die Tatsache, dass das Team auf dem letzten Tabellenplatz stand, war eher eine Aneinanderreihung von unglücklichen Ereignissen als das wahre Spiegelbild über das Leistungsvermögen der Mannschaft. Sie hatten viele Auswärtsspiele, Verletzungspech und letztendlich fehlte den Spielern der Glaube an sich selbst, an ihre eigene Stärke. Diesen Knoten galt es für mich zu lösen, was uns mit dem Heimsieg gegen Magdeburg glücklicherweise auch gelang. Von da an lief vieles von alleine.
Zebra:
Es heißt, Sie hätten Ihren vorigen Verein, Willstätt/Schutterwald, quasi in einer Nacht- und Nebelaktion verlassen. Was hat Sie so an Hamburg gereizt?
Bob Hanning:
Diese Aktion entspricht tatsächlich der Wahrheit. Für mich stellte es sich nun mal so dar, dass nach dem vorherigen Jahr, in dem wir mit Schutterwald sensationell die Klasse gehalten hatten, der Überlebenswille, sich in der Bundesliga zu festigen, stark abgenommen hatte. Der Verein hatte kein Geld für neue Spieler und man zog es vielleicht eher vor, sich in der 2. Bundesliga zu konsolidieren. Diese Meinung konnte und wollte ich nicht mittragen, von daher kam für mich das Angebot aus Hamburg sehr gelegen. Auf der anderen Seite ist Hamburg für mich persönlich meine absolute Traumstadt! Es ist eine Weltstadt, die im Prinzip alles hat, was mir gefällt. Man hat das Wasser, Kunst, Kultur, Sport und für mich mit der Color Line Arena die schönste Halle Europas. Diese Faktoren haben in meine Entscheidung natürlich mit eingewirkt.
Zebra:
Kann man die Hamburger Ihrer Meinung nach dazu motivieren, diese "schönste Halle Europas" auch bei Handballspielen zu füllen?
Bob Hanning (schmunzelt):
Das ist mittlerweile natürlich ein Lieblingsthema der Medien. Wenn aber beispielsweise das Spiel in Lemgo gegen Kiel vor 3800 Zuschauern dort als riesiger Erfolg gewertet wird und wir 4000 Zuschauer gegen Kronau haben, was als totale Blamage gewertet wird, wird diese Aussage natürlich wieder relativ. Fest steht, dass der Verein mit einem bestimmten Zuschauerschnitt kalkuliert hat und dementsprechend noch mehr Leute in der Halle braucht. Wir wollen die Menschen in Hamburg durch sportliche Qualität überzeugen.
Zebra:
Wie sehen Sie die Perspektiven des Handballs allgemein in Hamburg neben den etablierten Sportarten wie Fußball und Eishockey?
Bob Hanning:
Wenn wir die Handball-Marke "HSV" am Markt gut platziert kriegen, sehe ich die Perspektiven in Hamburg eigentlich sehr gut. Wir haben zu diesem Zweck einen Drei-Jahresplan erstellt, welcher für dieses Jahr zunächst vorsieht, dass wir uns im Europacup qualifizieren. Anschließend stehen die Champions League-Plätze auf der Liste und im dritten Jahr wollen wir um die Meisterschaft mitspielen. Wenn uns dies sportlich gesehen gelingen sollte, wird Hamburg das Produkt "Handball" auch sehr gut annehmen.
Zebra:
War es schwer, in Hamburg gute Sponsoren für den Verein zu gewinnen?
Bob Hanning:
Ich bin zwar in erster Linie Trainer, durch meine persönlichen Beziehungen konnte ich aber trotzdem ein paar Sponsoren für uns an Land ziehen. Wir haben es als einer der ganz wenigen Vereine geschafft, mit Unternehmen wie Velux, Rügenwalder oder Faber-Lotto überregional arbeitende Firmen an den Handball heranzubringen. Insgesamt ist die Sponsorenlandschaft aber momentan nicht ganz einfach und ich glaube auch, dass wir in der Vergangenheit nicht alles richtig gemacht haben.
Zebra:
Was ging Ihrer Meinung denn daneben?
Bob Hanning:
Ich denke, dass wir strukturelle Probleme hatten und dass der Umzug von Schwartau nach Hamburg unterschätzt worden ist. Man hat meiner Meinung nach noch zu sehr auf das Schwartauer Gerüst gesetzt und es versäumt, den "Hamburger Geist" in der Mannschaft zu wecken. An diesen Stellen, was das Umfeld und das Team betrifft, sind wir mittlerweile soweit, dass getroffene Maßnahmen Wirkung zeigen, uns zu professionalisieren, was mich sehr positiv stimmt.
Zebra:
Heißt das, dass der "Geist des VfL Bad Schwartau" mittlerweile ad acta gelegt wurde?
Bob Hanning:
Sportlich ja, in diesem Bereich sind wir sicherlich einen Schritt weiter gekommen. Wir haben Spieler mit abgelaufenem Vertrag gehen lassen und Verträge teilweise aufgelöst, was aufgrund der hohen Spieleranzahl und der Tatsache, dass wir europäisch nicht vertreten sind, aber auch notwendig war.
Zebra:
Und wie sieht es mit der Vereinsführung aus?
Bob Hanning:
Das kann man noch schlecht sagen. Ich hoffe, dass wir Dierk Schmäschke [ehemals Manager in Flensburg, Anm. d. Red.] für uns gewinnen können und dass Winfried Klimek als geschäftsführender Gesellschafter jetzt in seiner Entscheidungspolitik ein glückliches Händchen hat.
Zebra:
Wie stehen Sie zu der Beurlaubung Ihres ehemaligen Geschäftführers Olaf Knüppel?
Bob Hanning:
Meine Meinung hierzu ist ein bisschen gespalten. Ich halte es nicht für richtig, alle Kritik an einer Person festzumachen. Er hat sich nie sein Team bilden können, welches vielleicht dazu hätte beitragen können, noch mehr Erfolg zu haben. Auf der anderen Seite muss man einräumen, dass in dem bestehenden Team nur sehr wenig Handball-Sachverstand vorhanden war. Ich denke, wie gesagt, dass Dierk Schmäschke der bessere Mann für uns wäre, dennoch halte ich überzogene Kritik an Olaf Knüppel für ungerecht.
Zebra:
Zurück zum Sportlichen: Es scheint, der HSV habe tatsächlich einen großen Schritt nach vorne gemacht. Wie begründen Sie diesen Erfolg?
Bob Hanning:
Wir sind auf jeden Fall auf dem richtigen Weg. Wir haben viele gestandene Spieler in der Mannschaft, geglückte Neuverpflichtungen getätigt und alle bringen sich positiv ein. Es besteht also eine gesunde Hierarchie im Team. Dennoch sind meiner Meinung nach Rückschläge vorprogrammiert, da es doch länger dauert eine neue Mannschaft aufzubauen, als man es sich vielleicht wünscht, wie man es in der letzten Saison vielleicht auch in Kiel gesehen hat. Diese Rückschläge werden sicherlich kommen, ich bin bisher ehrlich gesagt selber überrascht über das bisher gute Abschneiden des HSV. Wir haben in der gesamten letzten Saison nur zwei Auswärtsspiele gewonnen, in diesem Jahr sind es schon drei. Wir sind auswärts unbesiegt.
Zebra:
Sie haben für diese Saison sehr gut, gezielt, aber sicherlich auch nicht billig auf dem Spielermarkt eingekauft. Der öffentliche Druck auf die Mannschaft ist nun bestimmt viel größer...
Bob Hanning:
Wir nutzen den öffentlichen Druck eigentlich immer als Rückenwind, nicht als Gegenwind und denken nach vorne. Wir haben mit Strauch, Wagner, Judycki und Kurtschew vier Spieler abgegeben und zwei weitere Verträge von Möller und Moldestad aufgelöst. Da diesen Abgängen vier Neuverpflichtungen entgegenstehen, ist unsere wirtschaftliche Belastung eigentlich nicht höher als im letzten Jahr. Nichtsdestotrotz ist die Erwartungshaltung an uns natürlich höher, da wir sehr erfolgreich in die Saison gestartet sind.
Zebra:
Was entgegnen Sie Behauptungen, der Höhenflug sei nach dem Kaufrausch des HSV Pflicht?
Bob Hanning:
Bei uns ist gar nichts Pflicht. Wir befinden uns mitten in einem großen Umbruch, wir haben uns zusammengesetzt und den bereits erwähnten "Drei- Jahresplan" entworfen. Dass die Umsetzung an sich natürlich auch Gefahren birgt, das war uns selbstverständlich bewusst, wir sind daran nicht gebunden, er gilt für uns lediglich als Grobplanung und als Zielvorgabe. Wichtig bei der Zusammensetzung eines funktionierenden Teams ist die Harmonie innerhalb der Mannschaft, wenn ein Spieler sich nicht wohl fühlt, kann er keine guten Spiele abliefern. Die Harmonie stimmt bei uns momentan.
Zebra:
Hätten Sie Adrian Wagner lieber gehalten?
Bob Hanning:
Die ganze Geschichte um "Addi" Wagner hat sich eigentlich vor meiner Zeit abgespielt. Ich meine allerdings, dass es für beide Seiten das beste war. Wenn ich sehe, wie er sich beim THW und in der Nationalmannschaft entwickelt hat, muss man einsehen, dass der Wechsel für ihn das absolut Richtige war. Er musste einfach raus aus dem trägen Umfeld in Hamburg, es war für ihn 100-prozentig der richtige Schritt. Wir haben ein vernünftiges halbes Jahr zusammen gehabt, wo sich "Addi" auch noch mal gut reingehängt hat. Für ihn war der Schritt allerdings längst überfällig. Wir haben uns als Ersatz den Torsten Jansen geholt, mit dem ich schon in der Jugend zusammengearbeitet habe. Er macht sich bei uns wirklich sehr gut und passt zu 100 Prozent in mein taktisches System. Somit haben beide Seiten das, was sie wollten.
Zebra:
Sie werden oft als Hamburgs "Napoleon" bezeichnet. Gefällt Ihnen der Vergleich?
Bob Hanning (schmunzelt):
Man könnte wahrscheinlich schlechtere Vergleiche haben. Hamburg ist eine Medienstadt und braucht natürlich solche Bilder. Ich meine, die Größe ist ähnlich und den einen oder anderen Schlachtplan haben wir hier auch schon ausgeheckt. Ich hoffe nur, dass ich nicht im Exil auf Elba lande. Oder andersherum: Wenn man mich nach Elba schickt, dann möchte ich, dass man mir eine Handballmannschaft zur Verfügung stellt.
Zebra:
Wie gehen Sie mit Ihrer steigenden Popularität um? Werden Sie in Hamburg schon erkannt?
Bob Hanning:
Hamburg ist dank seiner Größe noch relativ anonym, es ist aber tatsächlich so, dass der Wiedererkennungsgrad deutlich gestiegen ist.
Zebra:
Gefällt es Ihnen, sich immer häufiger auch in der Bild-Zeitung wiederzusehen?
Bob Hanning (lacht):
Die Medienkultur in Hamburg ist wohl kaum mit der einer anderen Stadt zu vergleichen. Es braucht halt jeder seine Story, was mitunter auch viel Zeit beansprucht. Sie stehen dem Handball aber insgesamt objektiv und positiv gegenüber, aber natürlich auch mit der nötigen Kritik. Es ist schon eine Art "Haifischbecken", bisher komme ich damit allerdings ganz gut klar.
Zebra:
Wie sehen Sie Ihre Chancen in Kiel zu gewinnen?
Bob Hanning:
Wir sind sicherlich nicht chancenlos. Kiel ist ja in einer ähnlichen Situation wie wir, was die sportliche Umbruchphase anbelangt. Sie haben sich ebenfalls sensationell gut verstärkt und perfekte Personalpolitik betrieben. Aber auch der THW kann noch nicht so eingespielt sein, dass alle Abläufe automatisiert sind. Ich erwarte ein spannendes Spiel, der HSV fährt jedoch nirgendwo hin um zu verlieren. Für uns ist die Partie vielleicht etwas einfacher, da wir nach dem Sieg in Essen wirklich mit Spaß an die Sache rangehen können, eine Niederlage wäre kein Beinbruch. Ich muss dem Noka Serdarusic aber ein großes Kompliment machen. Er leistet in Kiel wirklich großartige Arbeit, und das schon seit Jahren.
Zebra:
Ist es ein Vorteil für Sie, dass mit Stojanovic, Ernelind, Bjerre und Knorr gleich vier Ex-THWer in den Reihen des HSV stehen?
Bob Hanning:
Ich weiß nicht, ob es ein Vorteil ist, aber ich weiß jedenfalls, dass sie sich alle sehr auf das Spiel freuen, weil sie alle eine schöne Zeit in Kiel hatten. Es gibt unter ihnen keinen Spieler, der negativ über diesen Verein redet, aber es gibt auch keinen Spieler, der nicht fest an einen Sieg des HSV glaubt und dazu sein Bestes geben will. Am meisten sticht vielleicht Goran heraus, der in Kiel ja immer noch fast genauso gefeiert wird, wie damals. Er freut sich unglaublich. Das spricht übrigens auch für das tolle Kieler Publikum, das sehr fair ist und es auch nicht vergisst, welche Spieler für den Verein Großes geleistet haben.
(Aus dem THW-Hallenmagazin Zebra - das Interview führte Thomas Fischer (living sports))

 

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 24.10.2003:

Interview mit HSV-Trainer Hanning

"Wir wollen ganz Großes leisten": Bob Hanning setzt beim THW auf Sieg
Bob Hanning traut seinem Team einen Sieg in Kiel zu.
Bob Hanning traut seinem Team einen Sieg in Kiel zu.
Im Dezember übernahm Bob Hanning die Nachfolge von Anders Fältnäs und holte den HSV Hamburg damals mit einer Serie von 13:1 Punkten aus dem Keller der Handball-Bundesliga. Vor dem Gastspiel beim THW Kiel (Sonntag, 15 Uhr) ist sein Team nach 14:2 Punkten gar Vierter.
Kieler Nachrichten:
Hat der gute Saisonstart des HSV auch den Trainer überrascht?
Bob Hanning:
Ja. Nach der katastrophalen Vorbereitung, in der viele Stammspieler ausfielen, war damit nicht zu rechnen. Genauso überraschend ist aber auch, dass Kiel da oben steht. Beiden Klubs ist es gelungen, die Neuen schnell zu integrieren.
Kieler Nachrichten:
Sie haben bereits in Eisenach und Essen gewonnen. Trauen Sie sich das auch in Kiel zu?
Bob Hanning:
In Essen haben wir Großes geleistet, in Kiel wollen wir etwas ganz Großes leisten. Ich habe auch schon mit schlechteren Mannschaften gegen Kiel gewonnen (Im März 2002 mit Willstätt 25:23, Anmerk. d. Red.).
Kieler Nachrichten:
Was sagen Sie zu der Entwicklung von Adrian Wagner?
Bob Hanning:
Sehr positiv. Er musste etwas Neues machen, weg von diesem Image als Everybodys Darling, das er in Hamburg hatte.
Kieler Nachrichten:
Sind die chaotischen Zeiten beim HSV vorbei, nachdem nun Dierk Schmäschke die Nachfolge von Geschäftsführer Olaf Knüppel antritt?
Bob Hanning:
Hier sind unglaubliche Fehler passiert. Die Mannschaft ist bundesligareif, das Umfeld nicht. Mit Schmäschke wird sich das ändern. Weil er als noch Lehrer angestellt ist, kann er zwar erst im nächsten Jahr Geschäftsführer werden. Aber er leistet als Berater wichtige Basisarbeit.
Kieler Nachrichten:
Wie sieht die aus?
Bob Hanning:
Er betreibt bei den Hamburger Vereinen intensiv Werbung. Da ist bisher viel vernachlässigt worden. Die Resonanz ist so positiv, dass ich davon ausgehe, dass zum nächsten Heimspiel gegen Wetzlar (9. November, Anmerk. der Red.) schon 7000 Karten verkauft werden.
Kieler Nachrichten:
Bisher hatte der HSV gegen deutlich attraktivere Gegner nur rund 4000 Zuschauer. Kalkuliert wurde mit 7000. Geht bald das Geld aus?
Bob Hanning:
Bange wird mir erst, wenn es so weiter geht. Das wird es nicht.
Kieler Nachrichten:
Nach Möller, Moldestad und Muffetangen muss nun auch Taj vorzeitig gehen. Folgen weitere?
Bob Hanning:
Nein. Einige Spieler hatten die Schwartauer Mentalität. Das heißt, sie waren mit Mittelmäßigkeit zufrieden. Ich brauche aber Sieger. Taj hat das eigene Nest beschmutzt. Das macht man nicht. (Taj beklagte sich öffentlich über die Zahlungsmoral des HSV, Anmerk. der Red.). Ich setzte sowieso auf Matthias Karbowski als zweiten Rechtsaußen.
(Von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 24.10.2003)

 

 

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 25.10.2003:

Wagner will etwas gut machen

THW empfängt morgen HSV Hamburg
Kiel - Fünf Siege in Folge, auswärts noch ohne Punktverlust - die Visitenkarte des HSV Hamburg ist beeindruckend. Morgen (15 Uhr, live im DSF) will der Vierte der Handball-Bundesliga auch die Kieler Ostseehalle stürmen. "Wir haben in Essen und Eisenach gewonnen. Warum also nicht in Kiel?", gibt sich HSV-Trainer Bob Hanning selbstbewusst.

Die Antwort weiß THW-Linksaußen Adrian Wagner, der vor der Saison vom HSV an die Förde wechselte. "Ich habe Bob versprochen, dass ich wieder das Siegtor werfe." In der letzten Saison traf der gebürtige Hamburger in der Color Line Arena 35 Sekunden vor Schluss zum 30:29-Endstand (siehe Bericht). "Das muss ich jetzt wieder gut machen."

Als der HSV noch als VfL Bad Schwartau durch die Bundesliga tourte, stand er als Gast des THW Kiel auf der Beliebtheitsskala ganz oben. Neun Spiele, neun Siege. Erst als HSV Hamburg hängte der Klub das Schafsfell an den Nagel und stand im September vergangenen Jahres schon vor dem ersten Sieg in Kiel. 28:26 führte das Hanning-Team, als Stefan Lövgren 75 Sekunden vor Schluss noch zweimal traf. Theoretisch möglich, dass der THW-Kapitän noch einmal das Zünglein an der Waage ist. Lövgren will nach dreimonatiger Verletzungspause (Entzündung im Sprunggelenk) gegen Hamburg sein Comeback feiern. "Er brennt", weiß Noka Serdarusic, dem die Konsequenzen aber noch schleierhaft sind. "Ich bin gespannt, wie die anderen Rückraumspieler damit umgehen. Zumindest für sie ist es auch eine neue Situation."

Gewohnt akribisch hat der THW-Trainer auch das HSV-Bild anhand zahlreicher Videos in seine Puzzleteile zerlegt. Fazit: "Eine kompakte, sehr selbstbewusste Truppe." Besonders die Abwehr hat den 53-Jährigen beeindruckt. "Sehr aggressiv und offensiv." Zudem seien die Hamburger besonders stark, wenn sie ihren Gegenspielern direkt auf den Leib rücken können. Kernstück der Defensivabteilung, die bisher nur der SC Magdeburg (32:29) knackte, sind die Torhüter Goran Stojanovic und Tomas Svensson. Im Angriff hat der HSV mit den Neuzugängen Pascal "Pommes" Hens, Torsten Jansen, Morten Bjerre sowie Welthandballer Bertrand Gille und dem spanischen Nationalspieler Jon Belaustegui Einzelkönner der Extraklasse zu bieten. Ob Ex-Zebra Bjerre allerdings in seiner alten Heimat auflaufen wird, ist fraglich. Am Donnerstag hütete er noch mit Grippe das Bett. Nach einer verkorksten Vorbereitung, Leistenbruch und Muskelfaserriss hatte der Däne gerade wieder Tritt gefasst. "Ich freue mich auf dieses Spiel. Ich glaube, wir können eine Überraschung schaffen." <ü> Sein bester Kumpel aus gemeinsamen THW-Zeiten, Nikolaj Jacobsen, wird das wohl nicht verhindern können. Die schmerzhafte Schleimbeutelentzündung im Knie plagt den Linksaußen noch immer. "Ob ich spiele, wird sich wohl erst Sonntag entscheiden." Für Noka Serdarusic ist der Fall bereits entschieden. "Er hat seit Tagen nicht trainiert und kann der Mannschaft nicht helfen. Ich rechne nicht mit ihm."

Dagegen gab der Flügelflitzer auf der rechten Seite, Johan Pettersson, grünes Licht. Seit zwei Wochen plagt sich auch der Schwede mit Schmerzen im linken Knie herum. "Da hatte ich noch nie Probleme. Wahrscheinlich war die Belastung zu groß." Deshalb ließ es der 30-Jährige noch offen, ob er beim Supercup für Schweden (29. Oktober bis 2. November in Riesa und Leipzig) startet. Klar ist aber, dass er gegen Hamburg dabei ist. "Wichtig ist, dass wir schnell ins Spiel finden. Dann gewinnen wir auch."

(Von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 25.10.2003)

 

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