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01.10.2005 Champions League

Kieler Nachrichten: Vorhang auf für die Beletage

THW Kiel startet heute mit Heimspiel gegen Weißrusslands Meister Brest HC in die Champions League

Aus den Kieler Nachrichten vom 29.09.2005:

Ein großer Traum ist weiter unerfüllt: Der goldene Pokal für den Gewinn der Champions League fehlt in der Sammlung des elffachen deutschen Handballmeisters THW Kiel. Heute starten die Zebras einen erneuten Versuch, den insgesamt neunten. Der Vorhang zum Eintritt in die Beletage des europäischen Handballs hebt sich für den THW mit dem Auftaktspiel der Gruppe E gegen Weißrusslands Meister Brest HC Meschkow. Anpfiff ist um 15 Uhr in der Kieler Ostseehalle, Karten gibt es noch in allen Preisklassen.
Weitere Gruppengegner sind Polens Titelträger Wisla Plock und KIF Kolding aus Dänemark. Nummer eins und zwei der Abschlusstabelle qualifizieren sich für die K.o.-Runde, die am 3./4. Dezember mit dem Achtelfinale beginnt. Der deutsche Meister gilt als Platzhirsch dieser Viererrunde, Brest ist ein eher unbeschriebenes Blatt. Entsprechend übt sich Trainer Wladimir Sawko in Understatement. "Kiel und Kolding werden die ersten Plätze unter sich ausmachen", sagt er. Allerdings: In der Qualifikation gegen die klar favorisierten Norweger von TIF Sandefjord setzte sich Sawkos Team zweimal souverän durch (31:27, 26:21). Rückraumspieler Michael Usatschow, der in Deutschland für Erlangen und Rostock spielte, traf dabei insgesamt 20 Mal. "Auf ihn werden wir achten müssen", spricht THW-Coach Noka Serdarusic voller Respekt über den Linkshänder.

Erste Champions-League-Erfahrungen sammelten die Weißrussen im vergangenen Jahr, das Aus kam früh, als Tabellenletzter nach der Gruppenphase. Brests einziger Sieg glückte ausgerechnet bei Gorenje Velenje, dem Ex-Klub von THW-Neuzugang Vid Kavticnik. In Sachen Reiseplanung agieren die Osteuropäer allerdings immer noch wie unbedarfte CL-Neulinge. Bis gestern wusste THW-Geschäftsstellenleiterin Sabine Holdorf-Schust nicht, wo und wann sie ihre Wochenend-Gäste empfangen sollte. "Katastrophale Kommunikation", schimpfte sie. Ursprünglich habe sie sich auf einen Transfer vom Flughafen Hamburg eingestellt, am Donnerstag traf per Fax die Mitteilung ein, dass der Brest-Tross auf die Schiene umgestiegen sei und gestern um 14.45 Uhr im Kieler Hauptbahnhof einlaufen solle. Die Nachfrage bei der Bahn ergab: nichts. Kein Zug für diese Zeit gemeldet. Die georderte Dolmetscherin musste abbestellt werden, auch weil der nächste Termin (18.02 Uhr) nicht im Fahrplan stand. Klarheit erbrachte erst ein Telefonat mit der Europäischen Handball Föderation (EHF): Ankunft Freitag, 15.36 Uhr. Diesmal stimmte die Zeit, im "Maritim" dürfen sich die Weißrussen von ihren Reisestrapazen erholen.

Kiels "Pokalschlacht" vom Dienstag gegen Flensburg (35:32 n.V.) hatte keine negativen Folgen. THW-Trainer Noka Serdarusic ("Unsere Heimspiele müssen wir allesamt gewinnen") kann auf einen gesunden und kompletten Kader zurückgreifen. Nordrivale SG Flensburg startet morgen mit einem Auswärtsspiel beim tschechischen Vertreter Banik Karvina in die Königsklasse, Deutschlands dritter Vertreter, SC Magdeburg, beginnt heute in Moskau.

(von Reimer Plöhn, aus den Kieler Nachrichten vom 29.09.2005)

Lesen Sie bitte auch den ausführlichen Vorbericht zum Brest - Spiel


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