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20.05.2006 Bundesliga

Zebra: Rivalen des Nordens

Flensburg, Hamburg und der THW kämpfen um die Vorherrschaft

Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports:

Einst lockte die Fernsehserie "Rivalen der Rennbahn" allwöchentlich Millionen von Zuschauern vor die Bildschirme. Die Serie ist Vergangenheit, Handball-Fans interessieren sich schon lange nicht mehr für die Trabrennszene, sondern machen sich vielmehr Gedanken darüber, wer beim Kampf zwischen den "Rivalen des Nordens" die Nase vorn haben wird.
Einst, als der VfL Bad Schwartau das schleswig-holsteinische Trio komplettierte, blickte man unter diesem Gesichtspunkt eigentlich nur nach Kiel und Flensburg. Die Rivalität zwischen diesen beiden nur 80 Kilometer voneinander entfernten Städten überstrahlte bei weitem die Popularität des Klubs aus der Kleinstadt bei Lübeck. Seit der Bundesliga-Handball dieser allerdings den Rücken kehrte, um unter dem Namen "HSV Handball" einen Neuanfang in der Metropole Hamburg zu wagen, ist aus dem "Nordrivalen-Duo" ein echtes "Trio" geworden.

Nunmehr bewegen nicht nur Spielerwechsel von der nördlicheren an die südlichere Förde - oder umgekehrt - die Gemüter. Wenngleich der Wechsel von Roman Pungartnik in die Hansestadt naturgemäß ruhiger ablief, als beispielsweise die Transfers von Morten Bjerre oder Lars Krogh Jeppesen, blickt man in Flensburg und Kiel mittlerweile doch interessierter in den Süden. Nicht zuletzt, weil mit Thomas Knorr ein Spieler dort seinem Handwerk nachgeht, der bereits für den THW und die SG die Schuhe anzog. Als besonders für die Kontakte zwischen Hamburg und Kiel sollte sich auch die zur "Fehde" hochstilisierte Geschichte zwischen Henning Fritz und den Gille-Brüdern herausstellen.

Mittendrin in der Entstehungsphase der "Rivalen des Nordens": Der ehemalige Coach des HSV, Bob Hanning. Auch er trug seinen Teil dazu bei, dass man inzwischen schon von einer gewissen Rivalität zwischen Handball-Kiel und Hamburg sprechen kann. Hanning nutzte oft den THW, um mit markigen Worten seine Medien-Quote im nicht zu unterschätzenden Blätterwald der Elbmetropole zu steigern. Weiteres Öl ins "Rivalen-Feuer" goss Hanning zudem mit der Bemerkung, er gönne den Flensburgern die Deutsche Meisterschaft mehr als dem THW. Eine Aussage, die mit zur Fanfreundschaft zwischen den Hamburger "Störtebekern" und den SG-Anhängern beitrug und das Kieler Fanlager nicht gerade erfreute.

Trotzdem profitiert besonders der Handball in Hamburg von der norddeutschen Rivalität. Spiele des HSV gegen den THW oder die SG stehen ganz oben in der Hitliste der Zuschauer. Oftmals ist die Color Line Arena nur zu diesen beiden Spielen ausverkauft, kann sie nur in den Nordderbys die Emotionalität versprühen, die ihr einen inzwischen legendären Ruf als Final Four-Austragungsstätte eingebracht hat. Und auch für die SG und die Zebras ist es gut, einen starken Partner im Norden zu wissen. Schließlich sind Derbys zwischen benachbarten Städten immer das gewisse Etwas der Saison, sorgen sie doch für das sprichwörtliche "Salz in der Suppe".

Und über eine Tatsache freut man sich an der Kieler Förde besonders: Diese Derbys scheinen auch bei den THW-Spielern zusätzliche Energien freizusetzen, sei es nun gegen Flensburg oder in abgeschwächtem Maße auch gegen den HSV, gegen den die Schwarz-Weißen in den letzten fünf Spielen zudem nicht verloren haben. Gerade weil es in diesen Spielen zumeist knapp zuging: Die "Rivalen des Nordens" sorgen für pure Unterhaltung - ein Ende dieser Serie ist von allen Parteien nicht gewollt und deshalb noch lange nicht in Sicht!

(Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports)


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