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24./26.02.2007 - Letzte Aktualisierung: 26.02.2007 Champions League

Champions League: THW verliert Hinspiel mit 36:39 in Veszprem

Karabatic mit 10/6 Treffern

CL, Viertelfinale, Hinspiel: 24.02.2007, Sa., 16.15: MKB Veszprem KC - THW Kiel: 39:36 (19:20)
Update #3 Spielbericht der KN, Stimmen, Fotos und Spielbericht ergänzt...

Kim Andersson war bester Kieler Feldtorschütze.
Klicken Sie zum Vergrößern! Kim Andersson war bester Kieler Feldtorschütze.
Der THW Kiel hat erstmals in dieser Saison eine Partie in der Champions League verloren. Dennoch haben die Zebras nach dem 36:39 (20:19) beim ungarischen Abonnementmeister MKB Veszprem noch alle Chancen, am kommenden Donnerstag in der Ostseehalle ins Halbfinale einzuziehen. In einer lange Zeit ausgeglichenen Partie setzte sich Veszprem erst in den Schlussminuten ab, nachdem die Kieler dank des überragenden Nikola Karabatic (10/6 Treffer) sogar lange Zeit auf einen Auswärtssieg hoffen konnten.
Tolle Stimmung in der kleinen Sporthalle in Veszprem vor dem Anpfiff.
Klicken Sie zum Vergrößern! Tolle Stimmung in der kleinen Sporthalle in Veszprem vor dem Anpfiff.
In der "Hölle" der engen Schulsporthalle ließen sich die Zebras von den lauten ungarischen Schlachtenbummlern nicht einschüchtern und erwischten einen guten Start in die Partie: Ahlm mit einem artistischen Wurf mit dem Rücken zum Tor, Lövgren aus dem Rückraum und Lundström per Strafwurf brachten die Kieler mit 3:1 in Front, während sich die Gastgeber schwer taten gegen die 6:0-Deckung des deutschen Meisters. Gal und Eklemovic konnten sich zumindest Siebenmeter erkämpfen, die Putics verwandelte. Insgesamt war es ein rasanter Schlagabtausch in der Anfangsphase, in der weder Dejan Peric noch Thierry Omeyer stets erst ihre Hand an den Ball bekamen, um ihn aus dem Tornetz zu fischen. Mit leichten Vorteilen für die Gäste stand es nach 8 Minuten 8:6 für den THW.

Thierry Omeyer war in der Anfangsphase chancenlos.
Klicken Sie zum Vergrößern! Thierry Omeyer war in der Anfangsphase chancenlos.
Dann aber brachten leichte Unkonzentriertheiten im Abschluss bei den Kielern die Ungarn ins Spiel: Lapcevic und Perez sorgten aus dem im ersten Durchgang auffälligen linken Rückraum für den Ausgleich, Pasztor per Gegenstoß gar für die erste Führung. Zuvor verwarf Lundström eine klare Torchance, Ahlm scheiterte freistehend an Peric, der nun zu großer Form auflief. Der Serbe parierte nun auch einen Strafwurf von Lundström, der wiederholt werden musste, doch auch den erneuten Versuch von Karabatic konnte Peric entschärfen. Doch die weiterhin gute Deckungsarbeit der Zebras verhinderte, dass Veszprem in dieser Phase sich weiter absetzen konnte. Im Gegenteil: Mit zwei Tempo-Gegenstößen ging der THW wieder in Front, Dominik Klein erhöhte gegen die offensive Deckung der Gastgeber gar auf 11:9 (16.).

Marcus Ahlm im Kampf am Kreis.
Klicken Sie zum Vergrößern! Marcus Ahlm im Kampf am Kreis.
Doch der Weltmeister auf Linksaußen war es auch, der in den Folgeminuten es versäumte, die Führung auszubauen. Zweimal rauschte der Jungnationalspieler per Gegenstoß auf Peric zu, beide Male blieb der 36-jährige Torhüter Sieger. So blieb die Partie eng, aber mit leichten Vorteilen für die Gäste, was auch die langsam ruhiger werdenden Zuschauer bemerkten. Karabatic sorgte bei angezeigtem Zeitspiel mit einem 11-Meter-Kracher für das 16:14 (23.), doch Vujin, der für den bislang enttäuschenden Top-Scorer Lazarov auf Halbrechts wirbelte, und Gal glichen in Überzahl aus. Als Lövgren bei seinem Treffer zum 17:16 auch noch eine Zeitstrafe für Koloss Gyula Gal herausholte, hatten die Kieler doch noch die Chance, sich kurz vor dem Halbzeitpfiff abzusetzen. Doch die Rückraumschützen Veszprems um den auffälligen Ex-Kubaner Perez machten diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung: Der THW führte "nur" mit 20:19, konnte mit den ersten 30 Minuten aber durchaus zufrieden sein.

Carlos Perez spielte eine starke erste Halbzeit.
Klicken Sie zum Vergrößern! Carlos Perez spielte eine starke erste Halbzeit.
An dem Spiel änderte sich auch nach dem Wechsel zunächst nichts: Der THW legte vor, Veszprem verkürzte wieder. Waren es bei den Gastgebern im ersten Durchgang noch die Halblinken, so übernahmen Spielmacher Eklemovic und vor allem Kiril Lazarov auf Halbrechts, mit nunmehr 75 Treffern Top-Scorer der Champions League, die Initiative. Dennoch blieben die Kieler noch knapp vorne, auch weil sich Dejan Peric im Tor der Gastgeber wieder eine Pause gönnte. Thierry Omeyer, der zumeist chancenlos gegen die Rückraumkracher Veszprems war, wurde nun durch Mattias Andersson ersetzt, der aber auch nicht verhindern konnte, dass Veszprem mit nach einem vergebenen Gegenstoß Lundströms durch Gulyas mit 26:25 in Führung gehen konnte.

Die Kieler schienen etwas zu wackeln, doch die Ungarn brachten sich nun selbst aus dem Tritt: Drei Zeitstrafen innerhalb von 105 Sekunden gegen Perez, Vujin und Lushnikov nutzen Kavticnik und Karabatic, um ihre Farben wieder mit 28:27 nach vorn zu bringen (42.), zudem hielt Omeyer einen Siebenmeter von Putics. Als Lundström gar das 31:29 erzielte, waren noch 13 Minuten zu spielen - der THW konnte von einem Auswärtssieg träumen.

Dejan Peric zeigte häufig seine Klasse.
Klicken Sie zum Vergrößern! Dejan Peric zeigte häufig seine Klasse.
Doch es kam anders: Besonders Lazarov, der lange Zeit zu eigensinnig agierte, war nun nicht mehr aufzuhalten, schloss entweder selbst ab oder setzte Gyula Gal am Kreis ein. Man sah den Kieler Rückraumspielern, die alle fast 60 Minuten durchspielen mussten, nun auch die Müdigkeit an, zudem wuchs Dejan Peric in der Schlussphase noch einmal über sich hinaus und entschärfte Würfe von Kavticnik, Lundström und Karabatic. Über 32:34 (54.) und 34:38 (59.) gerieten die Zebras doch noch deutlicher ins Hintertreffen. Mit letzter Kraft erkämpfte sich Lövgren einen Strafwurf, den Karabatic mit seinem zehnten Treffer zum 35:38 verwandelte. Veszprem schaffte 20 Sekunden vor Schluss dennoch den 39. Treffer - erneut durch Lazarov, doch Ahlm verkürzte mit dem Schlusspfiff auf 36:39.

Die Zebras haben sich trotzdem insgesamt eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am Donnerstag (20.00 Uhr) in der Kieler Ostseehalle erarbeitet. Dort gilt es, den starken ungarischen Meister mit mindestens vier Treffern in die Schranken zu weisen.

(Sascha Krokowski)


Stimmen zum Spiel:

THW-Trainer Noka Serdarusic:
Mit dem Spiel bin ich nicht unbedingt zufrieden. 50 Minuten lang haben wir die Partie kontrolliert, am Ende dann nachgelassen. Peric hat heute sehr gut gehalten, unsere Torhüter hingegen nicht. Er hat sein Team mit seinen Paraden im Spiel gehalten - ich hoffe, in vier Tagen ist dies anders. Unsere Außen haben außerdem zu viele Chancen für ihre Tore gebraucht.
Veszprems Trainer Zdravko Zovko:
Wir haben heute ein Spiel erlebt, das man nicht alle Tage sehen kann. 50 Minuten lang hat mein Team sehr viele Fehler gemacht, in der Schlussphase hat der THW dann sehr zurück haltend gespielt und uns zurück gebracht.
THW-Spieler Viktor Szilagyi:
Wir wussten, was uns heute hier erwarten würde. Deshalb müssen wir mit unserem Spiel auch unzufrieden sein. In den letzten zehn Minuten haben wir einen Sieg hergeschenkt. Jetzt brauchen wir am Donnerstag unbedingt die Unterstützung der Fans, damit wir eine Runde weiterkommen können!

[gegenüber den KN:]
Wir können nicht zufrieden sein, weil wir das Spiel in den letzten fünf Minuten weggeschenkt haben. Bis dahin hatten wir uns gut gegen den Gegner und diese lautstarke Halle gestemmt.

Veszprems Spieler Istvan Pasztor gegenüber den KN:
Es ist eingetreten, was wir erwartet hatten: Kiel war in der Abwehr nicht überragend, dafür im Angriff sehr schnell und stark. Ich hoffe, dass wir in Kiel lange dran bleiben, dann ist alles möglich.
THW-Spieler Nikola Karabatic gegenüber den KN:
Es macht riesigen Spaß, in solch einer aufgeheizten Atmosphäre zu spielen. Die Zuschauer haben in den letzten Minuten bei Veszprems Spielern die allerletzten Kräfte frei gemacht. Ich hoffe, dass unsere Fans am Donnerstag unser achter Mann sein werden.
THW-Spieler Thierry Omeyer gegenüber den KN:
Diese Zuschauer waren natürlich unglaublich, ich habe das schon im letzten Jahr mit Montpellier hier erlebt. Zu Hause haben wir im Viertelfinale mit zwei Toren gewonnen, sind aber mit fünf Toren in Veszprem ausgeschieden.
THW-Spieler Dominik Klein gegenüber den KN:
Wir haben im Prinzip gut gespielt, sind dann aber in diesem Hexenkessel untergegangen.
THW-Spieler Vid Kavticnik gegenüber den KN:
Ich bin sauer, dass ich ein paar Mal von außen an Peric gescheitert bin, das war eine unglaubliche Stimmung. In Kiel werden wir mit einer guten Abwehr und Kampf hundertprozentig das Halbfinale erreichen.
THW-Kapitän Stefan Lövgren gegenüber den KN:
Peric hat einfach zu viel gehalten. Die Stimmung war unglaublich, so etwas habe ich noch nie erlebt. Es war sinnlos, im Spiel etwas zu besprechen, man konnte nichts verstehen. Alles lief nur über Gesten und Zeichensprache.
Rainer Möller, THW-Fan aus Itzehoe, gegenüber den KN:
Es war extrem spannend und aufregend, am Ende fiel das Ergebnis gerecht aus. Die Stimmung war sensationell, einfach nur laut.
Horst Witte, THW-Fan aus Kiel, gegenüber den KN:
Ein wirklich beeindruckendes und freundliches Publikum. Auf der einen Seite sehr laut, auf der anderen Seite sehr andächtig bei der Hymne. Bedenklich sind die 39 Gegentore, da hat was in der Abwehr nicht gestimmt.
Nicole Breda, Fan-Gruppen-Reiseleiterin, gegenüber den KN:
Schade wegen der letzten Minuten. Aber das Spiel biegen wir in Kiel noch um.

 


Champions League, Viertelfinale, Hinspiel: 24.02.07, Sa., 16.15: MKB Veszprem KC (HUN) - THW Kiel: 39:36 (19:20)

Logo MKB Veszprem KC (HUN Flagge HUN):
Tatai (bei 1 Siebenmeter, keine Parade), Peric (1.-60. Minute, 22/2 Paraden); Gulyas (3), Gal (6), Cozma (2), Lapcevic (3), Perez (5), Putics (3/3), Tombor (1), Vujin (3), Pasztor (2), Lazarow (7/1), Luschnikow, Eklemovic (4); Trainer: Zovko
Logo THW Kiel:
Omeyer (1.-37., 56.-60. Minute und 1 Siebenmeter, 11/1 Paraden), M. Andersson (37.-56. Minute, 5 Paraden); Linders (n.e.), K. Andersson (6), Lundström (6/1), Kavticnik (3), Lövgren (4), Ahlm (4), Szilagyi, Zeitz (1), Karabatic (10/6), Klein (2); Trainer: Serdarusic
Schiedsrichter:
Henrik la Cour Laursen / Jens Carl Nielsen (DEN)
Zeitstrafen:
MKB: 6 (Gal (27.), Perez (39.), Vujin (41.), Lushnikov (41.), 2x Putics (49.,60.));
THW: 4 (Zeitz (15.), Karabatic (24.), Ahlm (35.), Kavticnik (55.))
Siebenmeter:
MKB: 5/4 (Omeyer hält Putics (43.));
THW: 9/7 (Peric hält Lundström und wiederholten Strafwurf von Karabatic (13.))
Spielfilm:
1. Hz.: 0:1, 1:1, 1:3 (3.), 3:3, 3:4, 4:4, 4:5, 5:5, 5:7, 6:7, 6:8 (8.), 9:8 (12.), 9:11 (16.), 11:11, 11:13, 12:13, 12:14 (21.), 13:14, 13:15, 14:15, 14:16, 16:16 (25.), 16:18, 17:18, 17:19, 18:19, 18:20, 19:20;
2. Hz.: 19:21, 20:21, 20:22 (34.), 22:22, 22:23, 23:23, 23:24, 25:24 (39.), 25:25, 26:25, 26:26, 27:26, 27:28 (42.), 29:28, 29:31 (47.), 31:31, 31:32, 34:32 (54.), 34:33, 36:33, 36:34, 38:34 (59.), 38:35, 39:35, 39:36.
Zuschauer:
2500 (ausverkauft) (Schulsporthalle, Veszprem (HUN))

Kurzumfragen:

CL: Wer kommt weiter?
THW 81.0%
Veszprem 19.0%
Anzahl Stimmen: 1020

Die anderen deutschen Europapokal-Teilnehmer

Die SG Flensburg-Handewitt hat dank eines treffsicheren Lars Christiansen und einem stark haltenden Dan Beutler einen 10-Tore-Vorsprung gegen den FC Barcelona (ESP) herausgeworfen. In der Campushalle gab es am Freitagabend ein deutliches 31:21 (13:10) über die allerdings harmlosen Katalanen - ein beruhigendes Polster für das Rückspiel am kommenden Samstag.

Ebenfalls zu einem deutsch-spanischen Duell kam es am Samstag um 18 Uhr: Der VfL Gummersbach trotzte dabei CBM Valladolid auswärts ein 36:36 ab, nachdem die Spanier zur Halbzeit noch mit 19:16 vorne gelegen hatten.

Im EHF-Pokal hat der SC Magdeburg erst in der Schlussphase gegen den FC Kopenhagen (DEN) mit Martin Boquist und Steinar Ege einen deutlichen 35:27 (17:16)-Sieg herausgeworfen.

Der deutsche Pokalsieger HSV Hamburg hatte im Pokal der Pokalsieger hingegen leichtes Spiel gegen den ukrainischen Meister HC Portovik Yuzhny (UKR). In der Hansehalle Lübeck verpassten die Hanseaten nur knapp die magische 50-Tore-Marke, siegten dennoch haushoch mit 48:22 (22:10) und stehen damit mit mehr als einem Bein im Halbfinale.

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 26.02.2007:

Zebras verloren noch die Kontrolle im Hexenkessel

Champions League in Veszprem: THW mit 36:39-Hypothek ins Rückspiel
Veszprem - Handballmeister THW Kiel bangt um den Einzug ins Halbfinale der Champions League. Im Viertelfinal-Hinspiel kassierten die Zebras beim ungarischen Titelträger MKB Veszprem nach 60 hoch dramatischen Minuten eine 36:39 (20:19)-Niederlage. Jetzt müssen Lövgren und Co. am Donnerstag (20 Uhr) im Rückspiel alle Reserven mobilisieren.

Spielern, Stab und 50-köpfigem THW-Anhang vergingen am Sonnabend Nachmittag in der kleinen ungarischen Handball-Hochburg Hören und Sehen. Zwar hatte sich die Begeisterungsfähigkeit der einheimischen Fans herumgesprochen, die Realität übertraf jedoch sämtliche Vorstellungen. Dabei macht die MKB-Heimstätte, eine kleine Schulsporthalle, einen eher harmlosen Eindruck. Sie liegt versteckt in einem Wohngebiet zwischen hohen Plattenbauten und verbreitet das Flair von Kinder-Turnstunden.

Ausgerechnet hier draußen in der ungarischen Provinz wird seit Jahren europäische Handballgeschichte geschrieben. Grau ist nur die Fassade, denn in den Trikots des 15-fachen ungarischen Titelträgers steckt eine von der MKB-Bank gesponserte und mit schillernden Stars gespickte Mannschaft. Perez, Lazarov, Eklemovic, Gal oder Perez: alles Trümpfe, die stechen. Und dann die ganz in Rot gekleideten Fans.

Dabei sind die Ungarn freundliche, zuvorkommende Gastgeber. Vor allem aber sind sie laut. So auch am Sonnabend. Trompeten, Trommeln und die Macht der Stimmbänder aus 2600 Kehlen ruhten nur kurz vor dem Spiel, als Kiels Weltmeister Christian Zeitz und Dominik Klein unter Beifall mit Blumengebinden für ihren WM-Triumph geehrt wurden. Mit dem Anpfiff erhob sich der Fan-Block zum Riesen und zum achten Mann fürs eigene Team. "Unfassbar", staunte Kiels Rückraum-Ass Nikola Karabatic. "So etwas habe ich noch nie erlebt. Genau das macht Champions League aus. Das ist Handball pur." "Unfassbar", wunderte sich auch THW-Fan Matthias Wiese, "das hätte mit einem Tinnitus enden können."

Karabatic und seine Mitspieler ließen sich von der Geräuschkulisse und dem engagiert kämpfenden MKB-Team dennoch nicht beirren, zogen ihr Tempospiel auf und hielten den Gegner zumeist knapp auf Distanz. 8:6 stand es nach neun Minuten, Veszprems Torhüter-Ass Dejan Peric bekam bis dato keine Hand an den Ball. Das änderte sich schlagartig, nachdem der Serbe aus Nahdistanz gegen Ahlm, Lundström, Karabatic und nochmals Lundström irgendeinen Körperteil und Linie zwischen Ball brachte und sein Tor für Minuten zunagelte. Pasztor traf prompt zur ersten Führung für die Gastgeber, die Fans feierten ihr 36-jähriges Torhüter-Denkmal. "Peric, Peric", donnerte es durch die Halle, das bärtige Reflexwunder war wachgeküsst.

Aber der THW demonstrierte seine Klasse und schlug zurück. Stefan Lövgren mit Raffinesse und Führungskraft, Kim Andersson mit atemberaubender Wurfkraft. Sechs Mal jagte der Schwede den Ball urgewaltig in die Maschen und setzte die Kulisse für Sekunden auf null Dezibel. Beeindruckend auch die Mischung aus Genialität, Kampfkraft und Nervenstärke eines Nikola Karabatic. Der Franzose rackerte in der Abwehr, traf vorne insgesamt zehn Mal und behielt auch in ganz wichtigen Phasen die Ruhe, als er am Siebenmeterpunkt "Hexer" Peric gegenüberstand.

Es gäbe wohl keine THW-Sorgen mehr um den Halbfinaleinzug, hätten Kavticnik, Klein, Lundström oder auch Ahlm und Zeitz ihre Chancen besser genutzt. Sie scheiterten an Peric, der insgesamt 22 Bälle hielt - oder am Gebälk. So bauten die Zebras ihren Gegner auf und ließen den guten Gal am Kreis (6 Tore) und den in der zweiten Halbzeit stark auftrumpfenden Linkshänder Lazarov gewähren.

Die unnötig erscheinende Niederlage nahm spätestens nach Veszprems Vier-Tore Führung in der 58. Minute Gestalt an. Jetzt wird die zweite "Halbzeit" des Viertelfinales entscheiden. "Wir müssen im Rückspiel noch mehr kämpfen", fordert Torhüter Thierry Omeyer. Und Manager Uwe Schwenker erwartet, "dass das Dach der Ostseehalle wegfliegt."

(Von Reimer Plöhn, aus den Kieler Nachrichten vom 26.02.2007)


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