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01.10.2007 Bundesliga

THW reist zum Spitzenspiel nach Köln - Erstarkte Gummersbacher warten

WDR-Fernsehen überträgt ab 15 Uhr live

Das Team des VfL Gummersbach.
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Der Tag der Deutschen Einheit ist ein Feiertag, an dem sich viele von den Strapazen der Arbeit erholen können - nicht so die Handballer des THW Kiel. Denn das Auswärtsspiel beim VfL Gummersbach wird für die angeschlagenen Zebras alles andere als erholsam. Vor voraussichtlich sehr gut gefüllten Rängen in der Köln Arena gilt es, trotz des erneut dezimierten THW-Kaders wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft zu gewinnen. Das Spiel beginnt Mittwoch um 15 Uhr, wegen der Brisanz der Partie hat sich der WDR entschlossen, dieses Spiel live zu übertragen.
Vor einigen Wochen wäre die Ausgangslage vor dem Spiel klar gewesen: Der THW Kiel hoch favorisiert, der VfL Gummersbach von Verletzungssorgen geplagt und deshalb krasser Außenseiter. Doch inzwischen haben sich die Vorzeichen ein wenig geändert, denn der VfL befindet sich nach seinem "Katastrophen-Start" auf dem Weg der Besserung - und wusste zuletzt durch starke Leistungen auf sich aufmerksam zu machen. Vier Mal in Folge verließen die Rheinländer in der TOYOTA Handball-Bundesliga das Parkett als Sieger, zeigten zudem zum Champions-League-Auftakt beim isländischen Vertreter Valur Reykjavik eine ganz starke Leistung: Mit 33:24 (10:19) sicherten sich die Gummersbacher die ersten Punkte auf dem Weg in die zweite Runde der Königsklasse. Wichtiger Faktor für den Aufschwung: die Rückkehr des Halblinken Momir Ilic und des Rechtsaußens Vedran Zrnic in den VfL-Kader. Zehn Tore steuerten die beiden zuletzt verletzten Akteure zur Galavorstellung in Reykjavik bei. "Die Mannschaft hat eine Fortsetzung der positiven Entwicklung der vergangenen Wochen gezeigt", freute sich VfL-Trainer Alfred Gislason über die Galaform kurz vor dem Bundesliga-Topspiel am Mittwoch, "nach den anfänglichen Schwierigkeiten zu Beginn der Saison kommen wir immer besser in Tritt."

Ex-Zebra Roman Pungartnik geht für den VfL auf Torejagd.
Ex-Zebra Roman Pungartnik geht für den VfL auf Torejagd.
In der Tat machten die Gummersbacher zuletzt deutlich, warum sie immer noch zu den Topvereinen der TOYOTA HBL gezählt werden. Fast vergessen ist der Chaos-Start mit dem desaströsen 23:32 gegen die Rhein-Neckar-Löwen, dem äußerst glücklichen 24:23-Sieg bei Absteigskandidat GWD Minden, dem Unentschieden beim bis dato punktlosen Aufsteiger aus Berlin und der phasenweisen Vorführung beim 28:30 (11:17) in eigener Halle gegen die SG Flensburg-Handewitt (siehe auch Gegnerkurve Gummersbach). Doch anders als beim Auftritt des Nordrivalen wird die Köln Arena am Mittwoch nicht nur zu einem Drittel, sondern nahezu vollständig gefüllt sein. "Das Heimspiel gegen den THW Kiel ist für uns das erste große Highlight der Saison", weiß Francois-Xavier Houlet, Sportdirektor VfL Gummersbach, um die Wichtigkeit des Spiels, in das der VfL gestärkt gehen kann. Denn außer Gudjon Valur Sigurdsson, der nach erfolgreicher Rekonvaleszenz sich unlängst erneut schwer an der Schulter verletzte, kann Gummersbach auf seinen kompletten Kader zurück greifen. Das bedeutet auch, dass die Kieler sich auf ein Wiedersehen mit Adrian Wagner und Roman Pungartnik freuen dürfen. "Adrian macht sich gut auf Linksaußen", war Gislason angetan von der Leistung des Ex-Zebras, das erst nach Saisonbeginn zu den Gummersbachern stieß, in den letzten Partien. Und Roman Pungartnik erlebt am Rhein in dieser Spielzeit so etwas wie seinen zweiten oder dritten Frühling: Vom HSV Hamburg vor der Saison aussortiert, drehte der ehemalige Kieler zuletzt regelmäßig auf, sorgte für viel Druck aus dem Rückraum und natürlich auch für viele Tore von der rechten Außenposition - mit immerhin schon 36 Jahren führt er mit 44/2 Toren die interne Trefferrangliste des VfL an.

Als Ersatz für den in die Heimat zurück gewechselten Franzosen Daniel Narcisse holte der VfL vor der Saison gleich zweifachen Ersatz: Spielmacher Oleg Kuleschow fand den Weg vom SC Magdeburg zum VfL, von Montpellier HB kam Geoffroy Krantz. "Krantz wird immer besser", weiß Gislason, dass ihm der Mittelmann im Zuge der langen Saison noch hilfreiche Dienste erweisen wird (siehe auch Gegnerkader Gummersbach).

Kam von Montpellier HB: Geoffroy Krantz.
Kam von Montpellier HB: Geoffroy Krantz.
"Unsere Tendenz geht nach oben, während Kiel momentan wohl nicht ganz so souverän ist wie zu Beginn der Saison", rechnet sich Houlet durchaus Chancen gegen den THW Kiel aus. Klar ist: Durch die Ausfälle von Christian Zeitz, Filip Jicha und den in Montpellier verletzten Nikola Karabatic sind die Wechsel-Möglichkeiten im Kieler Rückraum beschränkt, zumal Viktor Szilagyi noch nicht wieder fit für 60 Minuten ist und zu allem Überfluss auch Kapitän Stefan Lövgren aus dem Champions-League-Auftaktmatch mit einem dicken Pferdekuss nach Hause reiste: Er geht angeschlagen in die Partie am Mittwoch. Doch Jammern gilt nicht an der Kieler Förde - dafür ist das Spiel beim VfL zu wichtig, gilt alle Konzentration dem Gegner, der nach Houlets Angaben "auf das Spiel brennt". Alfred Gislason weiß um die Stärken des THW Kiel. "Dass es gegen den THW Kiel nicht leicht wird, wissen wir. Daran ändert auch die aktuelle personelle Situation nichts." Mit viel Willen wird der THW Kiel seine Personalnot ausgleichen - davon ist man bei den Zebras überzeugt. Schließlich geht es in der Partie beim VfL auch darum, die tolle Köln-Arena-Serie von zuletzt drei gewonnenen Spielen in Folge zu verteidigen - und ganz nebenbei auch die Führung in der Gesamtbilanz in den Bundesliga-Duellen zu erringen. Denn bei insgesamt 66 Aufeinandertreffen konnten beide Teams je 32 Mal gewinnen, zweimal endeten die Spieler des aktuellen Rekordmeisters THW Kiel gegen seinen Vorgänger VfL Gummersbach remis. In der vergangenen Saison siegten die Zebras nach einer ganz starken Leistung mit 42:37 in der Köln Arena - und ebneten mit diesem Erfolg den Weg zum historischen Triple (siehe auch Gegnerdaten Gummersbach). Ein gutes Omen?

Die Schiedsrichter am Mittwoch sind Lars Geipel (Steuden) und Marcus Helbig (Landsberg).

(Christian Robohm)

Dieser Vorbericht wird wie gewohnt ständig aktualisiert...

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Von Thomas Ammermann:

Kontinuität ist das Ziel

Kontinuität ist das Ziel - allerdings kontinuierlich... diesen Eindruck erweckt der VfL Gummersbach im Herbst 2007, wenn er den Deutschen Meister THW Kiel am Tag der Deutschen Einheit in der Kölnarena empfängt.

Wieder einmal sind sich die Verantwortlichen bei den Oberbergischen einig, dass - ganz dem "Vorbild" des Gastes aus der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt nacheifernd - nur geduldiges Arbeiten im sportlichen wie im wirtschaftlichen Bereich den Erfolg zurück nach Gummersbach bringt, das mittlerweile 16 Jahre auf einen Titelgewinn wartet. Allein ein Blick in die jüngere Historie widerlegt die alljährlichen Kontinuitätsversprechen: Der letzte Sieg des VfL in heimischen Gefilden datiert aus der Saison 2003/2004. Vor fast vier Jahren, am 21. November 2003 besiegte die von Sead Hasanefendic betreute VfL-Crew die Kieler Zebras 24:23 - es war nicht nur der letzte, sondern auch der bislang einzige Erfolg der Gummersbacher gegen den THW in der Kölnarena. Während bei Kiel der schon im November 2003 eine ganze Dekade amtierende Zvonimir "Noka" Serdarusic nach wie vor auf der Bank sitzt - er selbst würde wohl fragen: "Wo sonst?" - und aus seiner damaligen Mannschaft mit Stefan Lövgren, Marcus Ahlm, Christian Zeitz und Mattias Andersson nach wie vor vier Akteure im Kader stehen, hat der VfL seitdem nach Richard Ratka, Lajos Mocsai und Velimir Kljaic mit Alfred Gislason inzwischen den vierten Trainer, von der Siegermannschaft aus dem November 2003 trägt gar niemand mehr das blau-weiße Dress. Zwar gelang dem VfL vor Jahresfrist mit einem 37:39 in der Kieler Ostseehalle ein Husarenstreich, als er dem Rekordmeister die erste Heimniederlage nach drei Jahren beibrachte. Während allerdings in Gummersbach noch manche von diesem besonderen Spiel schwärmen, schwärmt man an der Kieler Förde von der besonderen Saison, die besagte Heimniederlage einläutete, und in der der THW bekanntlich alle möglichen Vereinstitel gewann.

Der VfL Gummersbach erlebte in der abgelaufenen Runde eine sportlich durchaus erfolgreiche Saison, in der immerhin das Viertelfinale in der Champions League und Platz 4 in der Meisterschaft erreicht wurden. Gleichwohl trübten Querelen im Umfeld das positive Bild. Bis in die neue Saison hinein lähmte den Verein die ungeklärte vertragliche Situation um seinen Spitzenspieler Daniel Narcisse. Der Franzose hatte sich durch einen langfristigen Vertrag frühzeitig ab Sommer 2007 an seinen ehemaligen Verein SO Chambery gebunden, als sich der VfL Gummersbach auf eine einseitige Verlängerungsklausel berief, die den Spieler bis Sommer 2008 binden sollte. Wolle der Spieler aus diesem Vertrag aussteigen, so das Kalkül, sei wenigstens eine Ablöse fällig. Mittlerweile hat der Europäische Handballverband in zwei Instanzen gegen den VfL Gummersbach entschieden. Der muss nun nicht nur ohne Narcisse auskommen, sondern versäumte es den Eindrücken der ersten Spieltage zufolge auch, adäquaten Ersatz zu verpflichten. Bedingt durch Meinungsverschiedenheiten im Aufsichtsrat zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt - unmittelbar vor der Weltmeisterschaft -, platzte etwa die Verpflichtung des talentierten ungarischen Mittelspielers Gabor Csaszar von Dunaferr SE. Letzten Endes beschied sich Alfred Gislason mit Geoffroy Krantz aus Montpellier und seinem "Spezi" Oleg Kuleschow aus Magdeburg. Auch sonst bestimmte der gegenüber den Vorjahren unveränderte Etat das Transfergeschäft: Kreisläufer Jörg Lützelberger ließ man gegen eine Ablöse vorzeitig nach Lemgo ziehen, Christian Ramota erhielt nicht den erwarteten neuen Vertrag als 3. Torhüter. Richten soll es etwa Kenneth Klev, ein 28jähriger Norweger, der aus dem spanischen Altea nach Gummersbach wechselte und bislang alles schuldig blieb. Mit Roman Pungartnik rechts und Adrian Wagner, der nach der Auftaktpleite gegen die SG Kronau/Östringen kurzfristig aus Dormagen verpflichtet wurde, links, stehen mittlerweile zwei frühere Kieler auf den Außenpositionen zur Verfügung. Der Saisonstart verlief mehr als holprig, nachdem in der Vorbereitung mit Sigurdsson, Gunnarsson, Zrnic, Kuleschow, Zacharow, Stojanovic und zeitweilig Fazekas praktisch eine komplette Mannschaft passen musste. Allerdings vermochten auch einige der Neuzugänge die Ansprüche nicht zu erfüllen. So gingen die Heimspiele gegen Kronau/Östringen und Flensburg verloren, bei Aufsteiger Füchse Berlin rettete man nach deutlicher Führung am Ende ebenso knapp einen Punkt wie kurz zuvor den minimalen Sieg bei GWD Minden. Mit der Rückkehr der Rekonvaleszenten hat sich das Leistungsvermögen der Mannschaft stabilisiert, doch bleiben Prognosen über eine Platzierung am Saisonende schwierig. Vermutlich wird sich der VfL mit Lemgo und Nordhorn um Platz 5 streiten müssen, die drei Nordklubs und die SG Kronau/Östringen scheinen derzeit nicht erreichbar.

Um das zu ändern und - kontinuierlich - den Anschluss an die wirtschaftlich und sportlich enteilte Konkurrenz wiederherzustellen, vergrößerte man den Aufsichtsrat und installierte in Claus Horstmann, Geschäftsführer des Fußballzweitligisten 1. FC Köln, einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden. Francois-Xavier Houlet, langjähriger Kapitän und Publikumsliebling, steht Alfred Gislason als Sportdirektor zur Seite. Bis Anfang nächsten Jahres soll zudem die Nachfolge von Geschäftsführer Stefan Hecker geklärt werden, der sich zukünftig wieder ausschließlich auf die Sponsorenakquise und -betreuung konzentrieren möchte. Man unternimmt also einen neuen Anlauf, Kontinuität zu schaffen, und dem "Vorbild" THW Kiel nachzueifern.

(von Thomas Ammermann)

 


Kurzumfrage:

Gewinnt der THW gegen Gummersbach?
Ja 80.8%
Nein 15.9%
Unentschieden 3.3%
Anzahl Stimmen: 546

 

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TV-, Radio- und Internet-Tips:

  • WDR-Logo TV: WDR, Mi., ab 15.00 Uhr: VfL Gummersbach - THW Kiel live aus der Kölnarena

  • HBL.TV-Logo TV: hbl.tv, Mi. ab 20.50 Uhr: VfL Gummersbach - THW Kiel (zeitversetzte Ausstrahlung in voller Länge)

  • NDR 1 Welle Nord-Logo Radio: NDR 1 Welle Nord:
    Mi., ab 15.00: Liveeinblendungen VfL Gummersbach - THW Kiel
    (geplante Einblendungen um 15.00, 15.30, 16.00 und evtl. in der Schlussphase)
    Tip: Welle Nord kann man auch im Internet live hören!

  • Internet: Eine Übersicht über verschiedene Live-Ticker finden Sie auf unserer Live-Ticker-Seite.


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