THW-Logo
22.07.2009 Mannschaft

Kieler Nachrichten: "Air France" steckt in der Warteschleife

Narcisse-Wechsel zum THW unwahrscheinlich

Aus den Kieler Nachrichten vom 22.07.2009:

Kiel - Kommt Daniel Narcisse zum THW Kiel? Das Gerücht, der französische Nationalspieler würde bereits in dieser Saison das Trikot des deutschen Handballmeisters tragen, hält sich hartnäckig. Doch Kiels Trainer Alfred Gislason und Narcisse-Berater Bhakti Ong ("im Moment kocht nichts") halten einen sofortigen Wechsel des 29-Jährigen von Chambery HB an die Förde für sehr unwahrscheinlich.
"Es ist derzeit völlig unklar, ob es eine Möglichkeit gibt, ihn zu verpflichten", sagt Gislason, der den Olympiasieger bereits in Gummersbach trainierte und dort zu einem Weltklasse-Mittelmann formte. "Das sind nur Spekulationen."

Der Handball in Frankreich befindet sich bis Anfang nächster Woche in der Sommerpause, Narcisse erholt sich mit Familie auf seiner Heimatinsel La Reunion im Indischen Ozean und auch das Management des französischen Erstligisten ist im Urlaub. "Im Juli wird sich nichts mehr entscheiden", sagt Ong, dessen Schützling bei Chambery bis 2013 unter Vertrag steht. "Es stimmt zwar, dass der Klub in finanzieller Hinsicht eine schwierige Zeit durchmacht. Aber deshalb werden sie nicht gleich als ersten Schritt Daniel bitten, zu gehen."

Es sei wie immer in der Sommerpause, alle Klubs würden um die Künste von Narcisse buhlen, der wegen seiner Sprungkraft "Air France" genannt wird. Ong: "Für ihn ist nicht jeder Klub interessant, Kiel ist aber eine gute Adresse."

Zerschlagen hat sich offensichtlich auch eine Verpflichtung des Kroaten Domagoj Duvnjak (RK Zagreb), der einen Vertrag beim HSV Hamburg (ab 2011) unterzeichnet hat und wohl vorzeitig zum Vizemeister wechseln wird. "Ich weiß nur, dass mein nächster Verein der HSV sein wird", sagte das 21-jährige Super-Talent. "Ich möchte nur dorthin."

Auf der Spielmacherposition hat der THW nach dem Wechsel von Nikola Karabatic (Montpellier HB) und dem Karriereende von Stefan Lövgren die meisten Sorgen. Doch Gislason hat großes Vertrauen in sein Personal, mit dem er seit Montag in Schönkirchen trainiert. "Die Mitte ohne Lövgren - das ist in Kiel zwar eine ganz neue Situation", sagt der Isländer. "Für viele ist es aber auch eine gute."

Zum Beispiel für Börge Lund, der auf zwei durchwachsene Jahre beim THW zurückblickt. Der Norweger überzeugte zwar als starker Abwehrspieler, im Angriff konnte er sich aufgrund seines Achillessehnenrisses und der großen Konkurrenz aber nicht durchsetzen. "Ich traue ihm diese Rolle zu", sagt Gislason, der Lunds Leistungen in der Saison 2006/2007 nicht vergessen hat, als er als Mittelmann der HSG Nordhorn ein beeindruckendes Bundesliga-Debüt gab. "Da hat er es auch geschafft."

Neben Lund setzt Gislason aber nicht nur auf den jungen Aron Palmarsson (19). "Es werden auch andere ihre taktischen Phasen auf dieser Position bekommen." Spieler wie Christian Zeitz, Filip Jicha und vielleicht auch Neuzugang Momir Ilic ("ich hätte Lust dazu"). Letzterer durfte in Gummersbach unter Gislason bereits auf der Mitte üben, gänzlich überzeugen konnte er ihn damals aber nicht.

Zufrieden ist Gislason nach den ersten Tagen mit der Fitness seiner Spieler, die in den Ferien ihre Hausaufgaben gemacht haben. "Wir haben mit 100 Prozent Belastung angefangen und keiner ist eingebrochen", meint der 49-Jährige, der seinen Schützlingen auch die richtige Einstellung bescheinigte. Beispiel Christian Sprenger. Als ihn der Neuzugang aus Magdeburg fragte, wie er es künftig mit dem Rauchen halten solle, legte ihm Gislason einen sofortigen Nikotinverzicht ans Herz. Und Sprenger verzichtete.

(von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 22.07.2009)


(22.07.2009) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite