THW-Logo
08./10.01.2011 - Letzte Aktualisierung: 10.01.2011 WM 2011

Deutschland verliert auch zweiten Test gegen Island

Update #1 KN-Bericht ergänzt ...

Die Weltmeisterschaft 2011 findet vom 13. bis 30. Januar in Schweden statt.
Klicken Sie für weitere Infos! Die Weltmeisterschaft 2011 findet vom 13. bis 30. Januar in Schweden statt.
Auch das letzte Testspiel der deutschen Handball-Nationalmannschaft vor der am kommenden Donnerstag beginnenden Weltmeisterschaft in Schweden ging verloren. Keine 24 Stunden nach dem 23:27 gegen Island unterlag die Mannschaft von Heiner Brand dem EM-Dritten erneut in Reykjavik mit 27:31 (13:16). Eine Schwächephase Mitte der ersten Halbzeit brachte Deutschland dabei auf die Verliererstraße. Die Top-Torschützen waren die selben wie am Vortag: Michael Kraus (9/3) für Deutschland sowie Olafur Stefansson (7/3) und THW-Spielmacher Aron Palmarsson (6) für Island.
Auch der Spielverlauf ähnelte dem der Niederlage vom Vortag: Dank einer guten Defensivleistung erarbeitete sich das DHB-Team erneut Vorteile in der Anfangsphase, nach acht Minuten führte der Gast mit 4:2. Doch Island brachte durch eine Taktikumstellung in der Abwehr die Deutschen aus dem Tritt, Michael Kraus gelang es nicht, das Spiel an sich zu reißen. Viermal in Folge liefen isländische Spieler, davon dreimal der Berliner Alexander Petersson, allein auf das Tor von Johannes Bitter zu. Plötzlich hatten die Gastgeber eine 12:8-Führung inne, die sie bis zum Seitenwechsel und dem 16:13 nahezu verteidigen konnten.

In der zweiten Halbzeit kam Dominik Klein für den vor allem in der Anfangsphase offensivstarken Uwe Gensheimer in die Partie, ins Tor rückte Carsten Lichtlein. Und Deutschland kämpfte sich ein wenig heran: Zwar zeigte das DHB-Team spielerische Mängel, doch Michael Kraus trumpfte mit Einzelaktionen immer häufiger groß auf. Als Groetzki einen Gegenstoß zum 17:18 verwandelte, fing die Partie fast wieder von vorne an. Doch wie am Vortag wollte den Deutschen partout der Ausgleich nicht gelingen, Island legte - auch dank eines bärenstarken Aron Palmarsson, der nicht nur sechs Tore warf, sondern immer wieder starke Kreisanspiele einstreute - weiter vor. Als Michael Kraus kurz vor Schluss mit einem Siebenmeter am starken Hreidar Gudmunsson scheiterte und Gudjonsson im Gegenzug ein Palmarsson-Zuspiel zum 29:25 nutzte, stand die zweite Niederlage gegen Island binnen 24 Stunden endgültig fest.

"Es war ein Spiel von zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Eine Schwächephase zwischen der 15. und 20. Minute, als wir vier Gegenstoßtore kassieren mussten, hat die Partie gegen uns entschieden. Diesem Rückstand sind wir die ganze Zeit vergeblich hinterher gelaufen", sagte Bundestrainer Heiner Brand. Dieser muss sich in den kommenden Tagen entscheiden, welche drei Spieler aus seinem 19er-Kader die Reise nach Schweden nicht mit antreten dürfen.

(Sascha Krokowski)

08.01.11, Sa., 18.00: Island - Deutschland: 31:27 (16:13)

Island:
Gustavsson (1.-30. und bei einem Siebenmeter), H. Gudmundsson (31.-60.); Svavarsson (1), Palmarsson (6), Ingimundarson, Hallgrimsson, Atlason (1), Olafsson, Sigurdsson (2), Gudjonsson (4), Stefansson (7/3), Asgeirsson, Petersson (4), Jakobsson (1), Gunnarsson (1), Gretarsson (1), Krisjansson (3), Sveinsson; Trainer: G. Gudmundsson
Deutschland:
Bitter (1.-30.), Heinevetter (n.e.), Lichtlein (31.-60.); Hens (1), Gensheimer (4), Roggisch, Klein, Pfahl (3), Preiß (1), Heinl (1), Glandorf (2), Christophersen (1), Groetzki (2), Kraus (9/3), Sprenger (1), Kaufmann, Haaß (2); Trainer: Brand
Schiedsrichter:
Kenneth Abrahamsen / Arne M. Kristiansen (Norwegen)
Zeitstrafen:
Island: 5 (3x Jakobsson, Svavarsson, Gunnarsson);
Deutschland: 3 (Heinl, Groetzki, Haaß)
Rote Karte:
Island: Jakobsson (51., dritte Zeitstrafe)
Siebenmeter:
Island: 4/3 (Stefansson ans Lattenkreuz);
Deutschland: 4/3 (H. Gudmundsson hält Kraus)
Spielfilm:
1. Hz.: 0:2, 3:5, 6:7, 9:7, 12:8, 16:13;
2. Hz.: 18:14, 19:18, 23:21, 24:21 (45.), 28:24, 31:27.
Zuschauer:
3.200 (ausverkauft) (Laugardalshöll, Reykjavik (ISL))

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 10.01.2011:

THW-Linksaußen Klein profitiert von Jansens Zorn

Der Hamburger verzichtet auf das WM-Trainingslager - Zweite Niederlage auf Island
Reykjavik. Die doppelte WM-Generalprobe verloren, aber dank Spielmacher Michael Kraus neue Hoffnung gewonnen: Nach den beiden Niederlagen in Reykjavik gegen den Olympiazweiten Island reisen die deutschen Handballer am Donnerstag mit verhaltenem Optimismus zur WM nach Schweden.

"Wir waren über weite Strecken mit Island auf Augenhöhe. Es ist uns zwar nicht gelungen, über die gesamte Zeit Konstanz zu zeigen. Doch wir hatten immer mal wieder gute Momente", sagte Bundestrainer Heiner Brand nach dem 27:31 (13:16) im zweiten Vergleich. 22 Stunden zuvor hatte der Weltmeister von 2007 beim 23:27 (12:14) ebenfalls mit vier Toren Differenz verloren.

Für Unruhe im Vorfeld könnte jedoch der Fall Torsten Jansen sorgen. Der Weltmeister von 2007 rechnet nicht mehr mit seiner WM-Nominierung, nachdem er erst im Dezember nach zehnmonatiger Abstinenz in die Nationalmannschaft zurückgekehrt war und als gesetzt galt. "Ich gehe davon aus, dass ich bei der WM nicht dabei sein werde", sagte ein enttäuschter Jansen gestern. Nachdem der Flügelspieler vom Bundesliga-Tabellenführer HSV Hamburg überraschenderweise schon bei den Tests in Reykjavik fehlte, wird er nach eigener Aussage auch nicht ins Trainingslager nach Ahrensburg reisen. Dort bestreitet die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) bis morgen ihre letzten vier Trainingseinheiten vor der Abreise nach Schweden am Donnerstag.

Morgen Abend wird Brand sein 16-köpfiges WM-Aufgebot bekannt geben. Bis dahin muss der Erfolgscoach noch drei Spieler streichen. Auf der Linksaußenposition haben sich damit wohl Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) und Dominik Klein (THW Kiel) gegen Jansen durchgesetzt. Für den Fall einer Nicht-Berücksichtigung hatte der Routinier, der 2007 beim WM-Sieg des Brand-Teams einer der Leistungsträger war, seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft angekündigt.

Doch insbesondere die starken Auftritte des einstigen Sorgenkindes Michael Kraus vermitteln vor dem WM-Auftaktspiel der DHB-Equipe am Freitag in Lund gegen Ägypten Zuversicht. "Mimi hat gezeigt, über welche Dynamik er verfügt", lobte Brand den formstarken Rückraumspieler vom HSV Hamburg, der auf der Vulkaninsel mit insgesamt 13 Treffern (davon 4 Siebenmeter) auch bester deutscher Werfer war.

Für einige Schrecksekunden sorgte wenige Tage vor dem WM-Start Kapitän Pascal Hens. Der ohnehin in den letzten Jahren vom Verletzungspech gebeutelte Hamburger zog sich im zweiten Spiel gegen die robusten Isländer eine Knieblessur zu und saß mit dickem Verband auf der Ersatzbank. "Aber ich denke, es ist nichts Schlimmes", meinte Hens, der wie seine Teamkollegen vor der Abreise nach Skandinavien am Donnerstag noch einen Tag Heimaturlaub genießen kann. Dagegen konnte Holger Glandorf bereits Entwarnung geben. Der Linkshänder aus Lemgo bestand den isländischen Härtetest nach seiner Knie-Operation im Dezember und wird im 16-köpfigen Kader stehen, den Brand bis spätestens 14. Januar nominiert haben muss.

(aus den Kieler Nachrichten vom 10.01.2011)


(08./10.01.2011) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite