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26./28.03.2011 - Letzte Aktualisierung: 28.03.2011 Champions League

Champions League: THW erkämpft Sieben-Tore-Polster in Kolding

CL, Achtelfinale, Hinspiel: 26.03.2011, Sa., 16.15: KIF Kolding - THW Kiel: 29:36 (16:17)
Update #1 KN-Bericht und weitere Stimmen ergänzt ...

Eine starke Leistung lieferte Marcus Ahlm in Kolding ab - der Kreisläufer erzielte sechs Treffer.
Klicken Sie zum Vergrößern! Eine starke Leistung lieferte Marcus Ahlm in Kolding ab - der Kreisläufer erzielte sechs Treffer.
Der THW Kiel hat sich eine ausgezeichnete Ausgangsposition für das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League am nächsten Wochenende erarbeitet: Beim dänischen Vizemeister KIF Kolding siegten die "Zebras" am Samstagnachmittag verdient mit 36:29 (17:16). In einer hektischen Partie konnten sich die Kieler den Vorsprung allerdings erst in der Schlussphase erkämpfen, als sie von 26:24 (48.) auf 36:27 (57.) davonzogen. Beste Torschützen des THW waren Filip Jicha (9/2), Marcus Ahlm und Aron Palmarsson (je 6), bei den Gastgebern trafen Lukas Karlsson (8) und Kasper Sondergaard (7) am häufigsten.
Besonders in den ersten zwanzig Minuten setzte Aron Palmarsson viele Akzente.
Klicken Sie zum Vergrößern! Besonders in den ersten zwanzig Minuten setzte Aron Palmarsson viele Akzente.
Die Stimmung in der nicht ganz ausverkauften Koldinghallen, die neuerdings auf den Namen "Tre-For Arena" hört, war schon beim Einlaufen der Teams riesig. Dafür sorgten nicht nur die dänischen Fans, sondern auch die rund 500 THW-Anhänger, die die Hinter-Tor-Tribüne in eine schwarz-weiße Wand verwandelten. Bei den "Zebras" war auch Kim Andersson nach seinem bei seiner Heim-WM zugezogenen Daumenbruch erstmals wieder dabei, wurde aber noch nicht eingesetzt. Der THW begann mit seiner angestammten Startformation mit Aron Palmarsson als Spielmacher, Filip Jicha und Christian Zeitz auf den Halbpositionen, Christian Sprenger und Dominik Klein auf Außen, Marcus Ahlm am Kreis, Daniel Kubes für Zeitz neben Jicha im Mittelblock der Abwehr und Thierry Omeyer im Tor.

Lars Christiansen wurde von seinen Mitspielern nur selten in Szene gesetzt. Der ehemalige Flensburger erzielte 4/2 Treffer.
Klicken Sie zum Vergrößern! Lars Christiansen wurde von seinen Mitspielern nur selten in Szene gesetzt. Der ehemalige Flensburger erzielte 4/2 Treffer.
Doch die "Zebras" taten sich erst einmal schwer gegen den aktuellen Tabellensechsten der dänischen "Jack&Jones"-Liga. Ilic mit einem Siebenmeter und Zeitz scheiterten am stark beginnenden Anders Petersen im Koldinger Tor, ehe Rechtsaußen Jensen ein Spellerberg-Anspiel vom Kreis zum 1:0 für die Gastgeber verwertete. Es sollte allerdings die einzige Führung für die Himmelblauen bleiben. Nach einem technischen Fehler von Zeitz und einem abgeblockten Spellerberg-Wurf gelang Dominik Klein per Gegenstoß in der 5. Minute endlich der erste Kieler Treffer, Aron Palmarsson legte wenig später zum 2:1 für den THW nach. Die 6:0-Deckung des Titelverteidigers wirkte zwar weiterhin noch nicht wach, und insbesondere der starke schwedische Mittelmann Lukas Karlsson wusste sich und seine Nebenmänner immer wieder gut in Szene zu setzen. Doch dafür schalteten die "Zebras" stets schnell in den Angriff um und bestraften Koldings benötigte Spezialistenwechsel - Garralda und Oechsler wechselten mit Sondergaard und Karlsson - postwendend. So entwickelte sich eine rasante Partie, der auf Kieler Seiten besonders der bärenstark beginnende Aron Palmarsson den Stempel aufdrückte. Nach seinem bereits dritten Treffer zum 6:5 bediente der Isländer Filip Jicha am Kreis, der zum 7:5 nach gerade einmal elf Spielminuten einnetzte. Nur einem Kieler wollte partout nichts gelingen: Christian Zeitz wurde nach zwei technischen Fehlern und zwei Fehlwürfen durch Jerome Fernandez ersetzt.

Weltmeister Jerome Fernandez erzielte drei Treffer aus dem rechten Rückraum.
Klicken Sie zum Vergrößern! Weltmeister Jerome Fernandez erzielte drei Treffer aus dem rechten Rückraum.
Doch trotz Palmarssons viertem und fünftem Treffer, etlichen tollen Anspielen des Isländers, der frühen zweiten Zeitstrafe gegen Abwehrchef Oechsler und zwei Toren des immer wieder gut in Szene gesetzten Marcus Ahlm zum 9:6 und 10:7 konnten sich die Kieler in der Folgezeit nicht weiter absetzen. Bei KIF Kolding übernahm neben Karlsson nun auch Vize-Weltmeister Kasper Sondergaard Verantwortung, und nachdem dieser auf 10:11 verkürzte und Oechsler gar einen Gegenstoß zum Ausgleich abschloss, nahm Alfred Gislason seine Auszeit. Indes: Es blieb eine zerfahrene Begegnung, bei der der THW durch zwei Treffer der gut funktionierenden Achse Jicha/Ahlm aber weiter vorlegte. Nachdem Aron Palmarsson seinen zweiten Fehlwurf in Folge fabrizierte, kam der junge Mittelmann in der Abwehr bei einem Stealversuch gegen Sondergaard zu spät und handelte sich beim erfolglosen Verhindern des 14:14-Ausgleichs auch noch eine Zeitstrafe ein. Für ihn durfte Daniel Narcisse seine ersten Champions-League-Minuten in dieser Saison genießen. Mit einem Anspiel auf Dominik Klein, der in Unterzahl das wichtige 15:14 markierte, führte sich der Franzose auch gleich stark ein. Die Kieler spielten nun wieder gefälliger, scheiterten in der Schlussphase der ersten Halbzeit aber häufig an Petersen, der das Torhüterduell bis dahin deutlich gegen Omeyer für sich entschied. Da der 28-jährige Däne beste Chancen von Jicha, Ahlm und Sprenger entschärfte, ging es nur mit einer knappen 17:16-Führung für den THW in die Kabinen.

Dominik Klein sprühte vor Einsatzfreude und erzielte fünf Tore.
Klicken Sie zum Vergrößern! Dominik Klein sprühte vor Einsatzfreude und erzielte fünf Tore.
Zum Wiederanpfiff kehrte Christian Zeitz aufs Parkett zurück, auch Momir Ilic durfte endlich ran. Alfred Gislason wollte Kolding nun mit der zuletzt starken 3:2:1-Deckung aus dem Konzept bringen. Doch zunächst glich Sondergaard mit seinem siebten und letzten Treffer zum 17:17 aus, ehe Filip Jicha zwei Strafwürfe in Folge für den THW verwandelte. Die Kieler Abwehr fand sich allerdings auch aufgrund von mehreren Zeitstrafen nicht wie gewohnt zurecht, so dass Kolding sich auch in der Folgezeit nicht abschütteln ließ. Beide Mannschaften produzierten dabei teils haarsträubende Fehler. Bestes Beispiel die 37. Spielminute: Ein Kreisanspiel Jichas fand den Kieler Kapitän nicht, der Ball landete bei Kolding. Dominik Klein aber luchste den Gastgebern den Ball sofort wieder ab, in dem Trubel hatte auch Keeper Anders Petersen seinen Kasten verlassen. Filip Jicha hatte so die Gelegenheit, den Ball ins verwaiste Tor zu werfen, doch sein Aufsetzer aus zehn Metern klatschte an die Latte.

Während nun besonders Ilic und Jicha noch am ehesten den Überblick behielten und wichtige Kieler Treffer markierten, war es bei Kolding ein ums andere Mal Lukas Karlsson, der seine Mannschaft im Spiel hielt. Mittlerweile wurde auch Alfred Gislason klar, dass Christian Zeitz ausnahmsweise einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte und nahm seinen Linkshänder, der sich nach einem weiteren Fehlwurf am gegnerischen Kasten abreagierte, das Tor dabei versehentlich aus den Angeln hob und sich damit den Unmut des Koldinger Publikums zuzog, nach 48 Spielminuten beim Stand von 26:24 für den THW endgültig aus der Partie.

Die "Zebras" bedanken sich nach dem Spiel bei den vielen mitgereisten Fans für die lautstarke Unterstützung.
Klicken Sie zum Vergrößern! Die "Zebras" bedanken sich nach dem Spiel bei den vielen mitgereisten Fans für die lautstarke Unterstützung.
Nachdem dessen Nachfolger im rechten Rückraum, Jerome Fernandez, an Petersen scheiterte und Filip Jicha wegen absichtlichen Fußspiels für zwei Minuten auf die Bank musste, schien Kolding gar die Chance zu bekommen, noch einmal auszugleichen. Doch stattdessen gewann der THW diese Unterzahl-Situation durch einen Gegenstoß von Klein, eine Parade des stärker werdenden Omeyer gegen Sondergaard und einen Treffer von Fernandez mit 2:0. Als Sprenger und Jicha das Ergebnis dann sogar auf 30:25 hochschraubten, nahm KIF-Coach Linnell seine Auszeit. Durch einen Strafwurf des kaum aufgefallenen Ex-Flensburgers Christiansen und einen Treffer von Kreisläufer Toromanovic konnten die Gastgeber den Abwärtstrend allerdings nur kurzzeitig stoppen, denn Fernandez, Jicha, Ahlm, Ilic und zwei Paraden Omeyers gegen den schwachen Spellerberg und Sondergaard bedeuteten kurz vor Schluss gar das 36:27 für die "Zebras". Dass Kolding am Ende noch ein wenig verkürzen konnte, weil Jicha einen Strafwurf nicht verwandelte und im letzten Angriff ein Kempa-Anspiel von Dominik Klein auf Daniel Narcisse eine Sekunde zu spät ausgeführt wurde, war dann nur noch eine Randnotiz eines Achtelfinal-Hinspiels, bei dem sich die Kieler eine glänzende Ausgangsposition erarbeiten konnten.

Am Samstag, den 2. April kann der THW den Viertelfinaleinzug in der Sparkassen-Arena-Kiel dann perfekt machen. Vorher allerdings steht am kommenden Dienstag noch das Bundesligaduell mit Altmeister TV Großwallstadt auf dem Spielplan. Für beide Partien sind noch einige Karten in verschiedenen Kategorien im Vorverkauf erhältlich.

(Sascha Krokowski)

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Stimmen zum Spiel:

THW-Trainer Alfred Gislason:
Es war ein gutes Spiel von uns - nicht von allen, aber insgesamt schon. Wir haben das Spiel in der letzten Viertelstunde gewonnen, weil wir die größere Bank hatten. Ich bin froh, das gesamte Team endlich zusammen zu haben, wir hatten sehr viele Verletzte über die gesamte Saison. Hoffentlich bleibt die Personallage bis zum Saisonende so wie jetzt. Kolding hat eine gute Mannschaft, daher bin ich stolz, dass wir hier gewinnen konnten.

Unser erstes Ziel in der Champions League lautet, das Final Four in Köln zu erreichen. Das wird nicht einfach, da es viele gute Mannschaften gibt. Noch stehen wir nicht im Viertelfinale, wir sehen weiterhin von Spiel zu Spiel.

Koldings Trainer Ingemar Linnell:
Ich gratuliere dem THW Kiel. Wir haben besonders in den letzten zehn Minuten viele falsche Entscheidungen getroffen. Wenn wir den THW schlagen wollen, muss alles passen. Das war heute nicht der Fall, das müssen wir akzeptieren.
THW-Rückraumspieler Daniel Narcisse:
Man kann diese Halle nicht mit der Sparkassen-Arena vergleichen, aber die Fans hier waren auch toll und haben eine Menge Lärm gemacht.
Koldings Kapitän Anders Oechsler gegenüber den KN:
Die Champions League war für uns schon beendet, als uns die Kieler als Gegner zugelost worden sind. In zwei Spielen, das war uns allen klar, haben wir gegen sie keine Chance. Bei denen können drei aus dem linken Rückraum verletzt sein und es spielt immer noch ein Weltklasse-Mann auf dieser Position. Trotzdem freuen wir uns auf Kiel und diese tolle Halle. Bei der WM 2007 habe ich mit Dänemark dort sehr gute Erfahrungen gemacht.
THW-Kapitän Marcus Ahlm gegenüber den KN:
Der Wechsel auf die 3:2:1-Deckung war entscheidend. Kolding hat eine sehr gute Mannschaft, die sehr ballsicher ist. Sie spielen mit vielen Tempowechseln, machen lange Spielzüge und dann explodieren sie plötzlich. Damit haben sie uns in der ersten Halbzeit frustriert. Wir haben unsere Linie verloren und versucht, im Angriff die Fehler, die wir in der Abwehr gemacht haben, sofort wieder auszugleichen.
THW-Torhüter Thierry Omeyer gegenüber den KN:
Ein Sieg mit sieben Toren Vorsprung ist ein gutes Ergebnis, im Viertelfinale stehen wir damit aber noch nicht. Wir müssen auch in Kiel gut spielen. Besser, als wir es hier gemacht haben. Entscheidend war, dass wir in der zweiten Halbzeit effektiver waren und uns im Angriff weniger Fehler unterlaufen sind.

 


Champions League, Achtelfinale, Hinspiel: 26.03.11, Sa., 16.15: KIF Kolding (DEN) - THW Kiel: 29:36 (16:17)

Logo KIF Kolding (DEN Flagge DEN):
Erevik (n.e.), Bols (n.e.), Petersen (1.-60., 14/2 Paraden); Karlsson (8), Toromanovic (3), Garralda, Oechsler (1), Spellerberg (2), Christiansen (4/2), Schnuchel, Forslund (1), Sondergaard (7), Mikkelsen (2/1), Nikolic, Jensen (1); Trainer: Linnell
Logo THW Kiel:
Omeyer (1.-60., 11/1 Paraden), Palicka (n.e.); Andersson (n.e.), Lundström (n.e.), Dragicevic (n.e.), Sprenger (3), Ahlm (6), Kubes, Reichmann (n.e.), Zeitz, Palmarsson (6), Narcisse (1), Ilic (3), Klein (5), Jicha (9/2), Fernandez (3); Trainer: Gislason
Schiedsrichter:
Nordine Lazaar / Laurent Reveret (Frankreich)
Zeitstrafen:
Kolding: 2 (2x Oechsler (6., 13.));
THW: 6 (Kubes (16.), Palmarsson (26.), 2x Ahlm (33., 46.), Zeitz (38.), Jicha (49.))
Siebenmeter:
Kolding: 4/3 (Omeyer hält Mikkelsen (46.));
THW: 4/2 (Petersen hält Ilic (2.) und Jicha (60.))
Spielfilm:
1. Hz.: 1:0, 1:2 (5.), 2:2, 2:3, 3:3, 3:4, 4:4, 4:5, 5:5 (9.), 5:8 (13.), 6:8, 6:9, 7:9, 7:10, 8:10, 8:11 (17.), 11:11 (19.), 11:12, 12:12, 12:14, 14:14 (25.), 14:15, 15:15, 15:16, 16:16, 16:17;
2. Hz.: 17:17, 17:19, 18:19 (35.), 18:21, 19:21, 19:22, 20:22 (41.), 20:23, 21:23, 21:25, 23:25 (47.), 23:26, 24:26, 24:29, 25:29, 25:31 (53.), 26:31, 26:32, 27:32, 27:36, 29:36.
Zuschauer:
2.830 (Tre-For Arena, Kolding (DEN))

Kurzumfragen:

CL: Wer kommt weiter?
THW 96.8%
Kolding 3.2%
Anzahl Stimmen: 1250

 

Die anderen deutschen Europapokal-Teilnehmer

Auch die drei weiteren deutschen Starter in der Champions League gehen als leichte Favoriten in ihre Achtelfinalpartien. Den Auftakt machte bereits am Donnerstagabend der HSV Hamburg, der den spanischen Verein BM Valladolid nach einem katastophalen Start noch standesgemäß mit 28:22 (11:15) besiegte. Das Rückspiel in Valladolid findet am Sonntag, den 3. April um 18.00 Uhr statt. Am Samstagnachmittag (Anwurf 14.30 Uhr) siegte die SG Flensburg-Handewitt mit einem starken Viktor Szilagyi beim ungarischen Vizemeister Pick Szeged mit 27:26 (9:12) erarbeitete sich damit eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in der Campushalle am Sonntag, den 3. April um 19.30 Uhr. Die Rhein-Neckar Löwen beschlossen am Sonntag die Achtelfinal-Hinspiele mit einem 31:28 (15:12)-Auswärtssieg in Kroatien. Das Rückspiel gegen RK Zagreb findet dann bereits am Donnerstag, den 31. März um 19.00 Uhr statt.

Im EHF-Pokal stehen an diesem und dem nächsten Wochenende bereits die Viertelfinalpaarungen an. Den Anfang des HBL-Trios machte am Samstag der TBV Lemgo, der bei Ademar Leon (ESP) mit 31:27 (15:13) siegte. Das Rückspiel in Ostwestfalen findet am Sonntag, den 3. April um 17.00 Uhr statt. Am Samstagabend unterlag der TV Großwallstadt bei Saint Raphael Var Handball (FRA) knapp mit 31:32 (17:15). Die Entscheidung ums Weiterkommen fällt am Sonntag, den 3. April ab 17.30 Uhr in der Sparkassen-Arena Elsenfeld. Frisch Auf Göppingen steht nach einem unerwarteten Kantersieg bereits mit einem Bein im Halbfinale. Der slowenische Tabellenführer Gorenje Velenje wurde im Hinspiel in der EWS-Arena mit 33:20 (18:8) vom Parkett gefegt. Das Rückspiel in Slowenien findet am Sonntag, den 3. April um 17.00 Uhr statt.

Und auch der VfL Gummersbach, Titelverteidiger im Pokal der Pokalsieger, war an diesem Wochenende international im Einsatz. Die Oberbergischen feierten dabei einen 44:25-Kantersieg gegen den norwegischen Vertreter Elverum Handball Herrer. Das Rückspiel in Skandinavien am Sonntag, den 3. April ab 18.00 Uhr dürfte für den Altmeister nur noch reine Formsache sein.

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 28.03.2011:

THW-Express hält nicht an

36:29 in Kolding: Kieler feiern im Champions-League-Achtelfinale den 14. Sieg in Folge
Kolding. In der 50. Minute stimmten die Fans des Titelverteidigers einen Klassiker an: "Steht auf, wenn ihr Kieler seid" sangen sie auf den Rängen der ausverkauften Trefor-Halle von Kolding IF. Rund 500 der 2800 Zuschauer fühlten sich angesprochen, erhoben sich und feierten einen THW Kiel, der nach dem 36:29 (17:16)-Sieg im Achtelfinal-Hinspiel für das Viertelfinale der Champions League planen kann.

Der Sonnabend im Süden Jütlands war für die "Zebras" ein besonderer: Erstmals stand Trainer Alfred Gislason der gesamte Kader zur Verfügung. Beim Aufwärmen stießen 14 Feldspieler und die beiden Torleute mit den Schultern aneinander, eine neue Situation für den Rekordmeister, der auch in dieser Saison schwer vom Verletzungspech getroffen worden war. Mit Kim Andersson kehrte nach seinem Daumenbruch der letzte Patient zurück. Für den Schweden kam ein Einsatz in der hitzigen Atmosphäre von Kolding zwar noch zu früh. Nicht ausgeschlossen, dass der Linkshänder aber morgen sein Comeback feiern wird, wenn der THW in der Bundesliga den TV Großwallstadt (19 Uhr) erwartet.

Der breite Kader sollte in einem zähen Ringen die Entscheidung bringen. So konnte Gislason in der zweiten Halbzeit mit Daniel Narcisse und Momir Ilic zwei Spieler einwechseln, die maßgeblich daran beteiligt waren, dass der THW nach einem unruhigen Start eine entspannte Schlussphase erlebte.

Mann der ersten Viertelstunde war allerdings Aron Palmarsson. In der Deckung rollte er zwar Kasper Sondergaard, der sechs seiner sieben Tore vor der Pause warf, den Teppich aus. Doch im Angriff bot der 20-Jährige eine große Show. Zur 11:8-Führung (16.) trug er fünf Tore und zwei herrliche Anspiele bei. Außerdem brachte er Anders Oechsler frühzeitig mit zwei Zeitstrafen an den Rande eines Platzverweises, was Koldings Abwehrchef zahm werden ließ. Auch den ersten Siebenmeter - Ilic scheiterte an Anders Petersen - holte der Isländer heraus.

In Kolding wurde deutlich, zu welchen Leistungen diese Kieler noch fähig sein werden. Geht bei einem die Leistungskurve nach unten, steht sofort Ersatz parat. So beruhigte Narcisse das Spiel, als der Stern von Palmarsson zu sinken begann. Und Jerome Fernandez erlöste im rechten Rückraum Christian Zeitz. "Als Alfred mich nach einer Viertelstunde ausgewechselt hat, hätte ich auch sitzen bleiben können", sagte der 30-Jährige, dem nichts gelingen wollte. Höhepunkt war die Szene in der 48. Minute, als ein Abpraller bei ihm landete und er auch völlig unbedrängt noch am glänzenden KIF-Torhüter scheiterte. In seinem Frust hämmerte er beide Hände an die Latte des Tores und hob es zum Unmut der Fans aus den Angeln. "Am liebsten hätte ich mich vergraben", sagte Zeitz, der nun bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen wurde. "Zum Glück hatte meine schlechte Leistung heute keine Folgen."

Die Entscheidung fiel in der 50. Minute. Ausgerechnet in Unterzahl und ausgerechnet ohne den starken Filip Jicha, der mit neun Toren bester Werfer war. 26:24 führten die Gäste, die nach der Pause erfolgreich die diesmal zu passive 6:0-Deckung durch die offensive 3:2:1-Variante ersetzt hatten. Hellwach eroberten sie sich dreimal den Ball, um ihn über Klein, Fernandez und Christian Sprenger im dänischen Tor abzuliefern. 29:24 innerhalb von wenigen Sekunden, die Dänen gaben auf.

Auf den Unterschied angesprochen, musste Vizeweltmeister Bo Spellerberg nicht lange überlegen. "Sie sind alle fünf bis zehn Kilogramm schwerer. Außerdem haben sie viel mehr Spieler, die ein hohes Level haben." Um eine realistische Chance zu haben, hätten sie mit zwölf Toren gewinnen müssen. "Die Champions League ist für uns beendet."

An eine dänische Kapitulation vor dem Rückspiel am Sonnabend (17 Uhr) glaubt Jicha nicht. "Im modernen Handball sind sieben Tore nicht viel. Wir müssen vorsichtig bleiben, es ist erst eine Halbzeit gespielt." Die Besiegten erweckten allerdings glaubhaft das Gefühl, an einer zweiten kein großes Interesse mehr zu haben.

(von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 28.03.2011)


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