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09.-11.04.2012 - Letzte Aktualisierung: 11.04.2012 Bundesliga

Es geht wieder los: Der THW Kiel reist am Mittwoch zum TBV Lemgo

Update #2 KN-Vorbericht vom 11.04. ergänzt...

Das Team des TBV Lemgo.
Klicken Sie für weitere Infos! Das Team des TBV Lemgo.
Es geht wieder los: Zwei Wochen nach dem grandiosen 36:28-Erfolg gegen die Füchse Berlin startet der THW Kiel in der TOYOTA Handball-Bundesliga wieder durch. Beim Tabellensiebten TBV Lemgo wollen die Kieler am Mittwoch ihre Bundesliga-Punkte Nummer 53 und 54 einfahren und weiter ihre weiße Weste in der stärksten Liga der Welt wahren. Allerdings: Der Lauf, der die Zebras ungeschlagen an die Tabellenspitze brachte, wurde unlängst durch die Nationalmannschafts-Pause gestoppt. Deshalb wird die Partie im Gerry-Weber-Stadion in Halle mit Spannung erwartet. Anpfiff ist um 19.15 Uhr, Sport1 überträgt das Duell live in die Wohnzimmer. Für THW-Fans in Ostwestfalen gibt es noch Tickets an allen bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse.
Zwei Wochen Pause - was sich nach Urlaub anhört, war alles andere als ein Müßiggang: Die zahlreichen Nationalspieler des THW Kiel weilten bei ihren Auswahlmannschaften, um sich eines der letzten begehrten Tickets für die Olympischen Spiele zu erkämpfen oder sich auf die anstehenden WM-Play-Off-Spiele vorzubereiten. Dabei bestritten die Kieler Nationalspieler gleich mehrere Partien innerhalb weniger Tage (siehe Extra-Bericht) - und THW-Trainer Alfred Gislason begrüßte nur die kleine Rest-Herde seiner Zebras zum Training in der Landeshauptstadt. Die Vorbereitung auf das Duell mit dem TBV Lemgo hätte also schwieriger nicht sein können - trotzdem wollen die Kieler ihre einzigartige Erfolgsserie auch in Halle ausbauen. "Die Vorzeichen sind egal: Wir wollen einfach jedes Spiel gewinnen", setzt Kapitän Marcus Ahlm auch in Ostwestfalen voll auf Sieg.

Schwere Partie
Der neue Trainer: Dirk Beuchler.
Der neue Trainer: Dirk Beuchler.
Im Gerry-Weber-Stadion wird das für die Kieler ein hartes Stück Arbeit werden. Treffen sie am Mittwochabend doch nicht nur auf diejenige Mannschaft, der sie den Bundesliga-Startrekord entrissen haben. Die Kieler müssen nach der langen Pause ausgerechnet bei der Mannschaft antreten, die ihnen in den vergangenen Jahren auswärts das Leben besonders schwer gemacht hat. Zwei der letzten drei Spiele im Gerry-Weber-Stadion gewannen die Gastgeber: In der Rekordsaison 2008/09 brachten die Lipperländer dem THW beim 34:27 die einzige Liga-Niederlage bei. Und auch in der Spielzeit darauf ärgerten sie die Kieler, holten in der Sparkassen-Arena ein 27:27-Unentschieden und siegten im Gerry-Weber-Stadion mit 32:30. Erst in der vergangenen Saison durchbrachen die Kieler ihre Mini-Negativ-Serie beim TBV Lemgo mit einem klaren 33:26-Erfolg. Dies war der 32. Sieg im 56. Bundesliga-Duell mit den Ostwestfalen, dem die Kieler in der Hinserie der aktuellen Saison den 33. Sieg folgen ließen: Mit 35:26 gewannen die Zebras das Hinspiel in der Sparkassen-Arena - ein Erfolg, bei dem die Zebras lange Zeit auf erbitterten Widerstand des TBV getroffen waren. Mit 18 Siegen und sechs Unentschieden gehören die Lemgoer aber auch zu den Mannschaften, die den THW Kiel in den vergangenen Jahren am häufigsten geärgert haben (siehe auch Gegnerdaten Lemgo).

Lemgo kämpft um Europapokal-Platz
Für den TBV Lemgo geht es am Mittwoch genauso wie für die Zebras um viel: Während der THW Kiel seine weiße Weste wahren und einen weiteren großen Schritt in Richtung 17. Meisterschaft machen möchte, kämpfen die Lipperländer noch um die Qualifikation für den Europapokal im kommenden Jahr. In dieser Spielzeit, ausgerechnet zum 100. Vereins-Jubiläum, spielte der TBV erstmals seit 15 Jahren nicht auf der europäischen Ebene. Nach dem personellen Umbruch vor dieser Spielzeit, den wir wie den Kader des TBV bereits ausführlich im Vorbericht zum Hinspiel beleuchtet hatten, schienen die Lipperländer lange Zeit klar auf Kurs Europapokal-Plätze. Doch immer wieder warfen überraschende Niederlagen, wie das 28:32 in Balingen oder das 29:32 in Wetzlar, die Beuchler-Sieben zurück. Auf der anderen Seite überraschte der TBV in dieser Saison aber auch mit starken Leistungen: Das 31:29 gegen die SG Flensburg-Handewitt und das knappe 25:26 gegen die Rhein-Neckar Löwen zeigten, wie heimstark der TBV auch in dieser Spielzeit ist. Zuletzt aber schwächelten die Ostwestfalen wieder: Von den letzten fünf Ligaspielen gewann der TBV nur eines, die Punktverluste gegen Hüttenberg (27:27), Gummersbach (32:34), in Hannover (28:28) und in Großwallstadt (21:21) waren auf der Jagd nach den Europacup-Plätzen so bestimmt nicht eingeplant. Mit 29:21 Punkten stehen die Lipperländer momentan auf Platz sieben und kämpfen mit dem SC Magdeburg um Platz sechs, der einigermaßen sicher die Teilnahme am EHF-Pokal bedeuten würde. (siehe auch Tabelle und Gegnerkurve Lemgo).

Pekeler wird ein Lemgoer
Mait Patrail ist mit 82/9 Treffern bislang bester Rückraum-Schütze beim TBV.
Mait Patrail ist mit 82/9 Treffern bislang bester Rückraum-Schütze beim TBV.
Bester Torschütze der Ostwestfalen ist Nationalspieler Christoph Theuerkauf, der 34 seiner 90 Tore per Siebenmeter erzielte. Der Este Mait Patrail ist hingegen im Duo mit Martin Strobel die personifizierte Torgefahr aus dem TBV-Rückraum: Patrail erzielte bisher 82, Strobel wie Kapitän Florian Kehrmann 81 Treffer. Das zeigt, wie ausgeglichen der Kader des TBV besetzt ist. Allerdings: Auch in Ostwestfalen muss weiter gespart werden. So verliert der TBV in der kommenden Saison seinen Hauptsponsor Heristo. Deshalb setzt der TBV vornehmlich weiter auf junge Talente - auch bei der Kaderplanung der kommenden Spielzeit: So verpflichteten die Lemgoer unlängst Max Höning. Der 18-Jährige gilt als eine der größten deutschen Nachwuchs-Hoffnungen im rechten Rückraum. "Max Höning ist ein sehr interessanter Spieler, dem wir das Potenzial zutrauen, den Sprung in die Bundesliga zu schaffen. Seine Spielpraxis wird zwar zunächst vorrangig über die Youngsters in der 3. Liga erfolgen, allerdings wird er von Beginn an komplett in das Training und die Maßnahmen der Profi-Mannschaft involviert sein", kommentierte Manager Volker Zerbe die Verpflichtung. Zudem wird Junioren-Nationaltürhüter Dennis Doden ab der kommenden Saison das TBV-Trikot tragen. Ebenfalls neu im Team wird dann ein weiterer Junioren-Nationalspieler sein: Auch Linksaußen Patrick Zieker zieht es zur dann wohl jüngsten Lemgoer Mannschaft aller Zeiten. In der wird auch der ehemalige Kieler Hendrik Pekeler seinen Platz finden, der vom Bergischen HC zum TBV wechselt. Timm Schneider, 23-jähriger Allrounder des TV Hüttenberg, geht ebenso nach Lemgo. Verlassen werden den Meister von 1997 und 2003 hingegen Kreisläufer Theuerkauf (nach Balingen) und Rückraumspieler Sebastian Schneider (geht nach Hamm).

Fan-Stand im Gerry-Weber-Stadion
Doch das ist alles nur Zukunftsmusik. Für den THW Kiel geht es am Mittwoch um wichtige Punkte und einen guten Neustart nach der Nationalmannschaftspause. Unterstützt wird der Rekordmeister dabei bestimmt wieder von vielen hundert THW-Fans, die für Stimmung im Gerry-Weber-Stadion sorgen werden. Diese können sich vor Ort mit schwarz-weißen Fanartikeln für den Saisonendspurt eindecken. Das Fan-Mobil des THW Kiel sorgt für Nachschub.

Schiedsrichter der Partie im Gerry-Weber-Stadion sind Robert Schulze und Tobias Tönnies.

(Christian Robohm)

Lesen Sie bitte auch

Dieser Vorbericht wird wie gewohnt ständig aktualisiert...

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 10.04.2012

TBV Lemgo aktiviert die Selbstheilung

Morgen THW-Gastgeber "auswärts" in Halle
Lemgo. Was den Kindern das Ü-Ei, ist der Handball-Bundesliga der TBV Lemgo. Immer für eine Überraschung gut. Auch am Mittwochabend (19.15 Uhr, Sport1) gegen den THW Kiel? Schließlich findet die Partie gegen den Rekordmeister wieder einmal im eine Autostunde von Lemgo entfernten Halle/Westfalen statt. Ein Auswärtsspiel also. Für den THW sowieso, aber auch für die Heimmannschaft, den TBV.

Und speziell vor Aufgaben in der Fremde ist die Spannung unter dem Lemgoer Anhang neuerdings besonders groß. Mit überraschenden Slogans und kecken Sprüchen weist ein neuer Werbepartner nämlich via Großflächenplakaten im "feindlichen Terrain" auf die bevorstehenden Lemgoer Gastspiele hin. "Wir nehmen euch an die Leine", lautete das von einem mopsigen Vierbeiner begleitete Versprechen vor dem 28:28 in Hannover, während vor dem 21:21 in Großwallstadt Carsten Lichtlein und Sebastian Preiß von der Plakatwand versprachen: "Die besseren Main-Franken sind wir." Für den größten Wirbel sorgten die augenzwinkernd gemeinten Sprüche vor dem Derby beim TuS N-Lübbecke, als für die vollmundige Ergebnisvorhersage von 24:27 der Flascheninhalt aus den Bierkästen der jeweiligen Brauerei-Partner verglichen wurde. Dass TBV-Geschäftsführer Volker Zerbe die Interpretation, ob die Lemgoer auch mehr Flaschen im Kader hätten, nach dem wichtigen 29:25-Prestigesieg deutlich leichter fiel, ist klar.

Ohnehin ist es erstaunlich, dass der Meister von 1997 und 2003 schon wieder zum Sprücheklopfen aufgelegt ist. Seit zwei Jahren wird der Etat kontinuierlich heruntergefahren. Zudem lässt ein neuer Hauptsponsor für die seit 2007 an führender Position fungierende und zum 30. Juni endgültig ausscheidende Heristo AG noch auf sich warten. Dabei kann sich das sportliche Produkt sehen lassen. Obwohl der TBV zuletzt reihenweise Stars wie Kraus, Kaufmann, Glandorf, Ilyes oder Kubes ersetzen musste und sich im Sommer auch von Liniger, Smoler, Schneider und Theuerkauf trennt, ist es dem neuen Trainer Dirk Beuchler (Post-SV Schwerin) auf Anhieb gelungen, der Mannschaft eine klare Kontur zu verpassen. "Dirk Beuchler hat dem TBV wieder ein Gesicht verpasst und Stabilität beigebracht. Kleinere Ausreißer sind in dieser Situation normal. Doch es ist eine authentische Arbeit, die wir abliefern und für die wir Unterstützung von vielen Seiten verspüren. Die Liebe zum TBV ist zurückgekehrt", freut sich Zerbe.

Signifikant für die neue Denke im Lipperland ist die Aktivierung der Selbstheilungskräfte. Zahlreiche Ausfälle wurden durch eigene Nachwuchskräfte aufgefangen. Im Hinspiel in Kiel schenkte Beuchler in der Schlussviertelstunde Julian Possehl und Marcel Niemeyer das Vertrauen. Nils Prüßner bekam gegen den HSV und in Wetzlar Einsatzzeiten. Jüngst klopften Thorben Kirsch und Finn Lemke bei der Bundesliga-Sieben an, während der flinke Flügelflitzer Arjan Haenen dem Team mit couragierten Auftritten in Solingen und Nettelstedt wichtige Punkte sicherte. Die zweite Mannschaft, ebenso wie die Bundesliga-A-Jugend vom ehemaligen Mindener Co-Trainer Niels Pfannenschmidt getrimmt, dominierte wochenlang die 3. Liga West mit bis zu acht Punkten Vorsprung. Trotz Kürzungen im Bundesligaetat will Zerbe an der sechsstelligen Subvention der "Lemgoer Youngsters" festhalten: "Mit unserem Nachwuchskonzept sind wir derzeit sogar dem THW Kiel ein Stück voraus. Da wird nichts reduziert. Das ist unsere Zukunft."

(von Jörg Hagemann, aus den Kieler Nachrichten vom 10.04.2012)

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 11.04.2012

Den Rhythmus wiederfinden

THW Kiel will seine Rekordjagd heute beim TBV Lemgo fortsetzen - Das Knie: Aron Palmarsson fällt aus
Kiel. Gleich nach der 36:28-Gala vom 28. März gegen die Füchse Berlin verteilten sich die Spieler von Bundesliga-Überflieger THW Kiel auf die Kader ihrer jeweiligen Nationalmannschaften. Ab heute (19.15 Uhr, Sport1) geht's wieder um Bundesligapunkte. Die "Zebras" treffen in Halle/Westfalen auf den Tabellensiebten TBV Lemgo. Zwar wurde der Rhythmus unterbrochen, dennoch wollen die Kieler ihren Punkterekord auf 54:0 ausbauen und die Jagd nach der möglichen "perfekten Saison" fortsetzen.

Beim THW tummelt sich Weltklasse en masse. Auch deswegen spielen die "Zebras" auf extrem hohem Niveau, begeistern die Handball-Fans bundesweit seit Monaten. Der Nachteil: Rufen die Nationaltrainer, wird die Trainingsgruppe von THW-Coach Alfred Gislason stark ausgedünnt. Neun Spieler waren zuletzt bei Test-Länderspielen dabei oder kämpften um die Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele in London. So blieben für Gislason nur noch vier oder fünf Akteure, mit denen er in der heimischen Trainingshalle üben durfte. Die Hauptsorge sei, so der THW-Coach, ob die Mannschaft nach solch einer Pause schnell wieder zusammenfinde. Große Gedanken habe er sich indes nicht gemacht. "Zuletzt hat das immer ganz gut geklappt."

Aron Palmarsson kehrte mit dem Olympiaticket für sein isländisches Team nach Kiel zurück, brachte allerdings auch eine Knieverletzung mit, die seinen Einsatz heute verbietet. Die Patellasehne, die dem 21-Jährigen zuletzt zu schaffen machte, schmerzt erneut. Ansonsten, so Gislason, könne das Team in Bestbesetzung auflaufen. Und mit dem Rückenwind aus erfolgreichen Qualifikationsspielen. Neben Palmarsson lösten auch Momir Ilic (Serbien) und die Schweden Kim Andersson, Henrik Lundström sowie Andreas Palicka London-Tickets. Die Skandinavier nach Siegen über Brasilien, Mazedonien und Ungarn sogar mit einer blütenreinen Weste. "Das hat viel Spaß gemacht", sagt Linksaußen Lundström. Bemerkenswert sei vor allem die Atmosphäre in der heimischen Arena in Göteborg beim Spiel gegen Mazedonien gewesen. 4000 Fans waren vom Balkan angereist, machten mindestens genauso viel Krach wie die 4000 Anhänger auf schwedischer Seite. "Eine großartige Stimmung", schwärmt Lundström, "die Fans haben uns zur besten Turnierleistung angespornt." Herausragend spielte einmal mehr Kim Andersson, der neun Tore zum 27:23-Sieg beisteuerte. "Unser Angriff bestand fast allein aus Kim", lobt Lundström seinen Landsmann.

Nach acht THW-Jahren kehrt Kiels Linksaußen im Sommer zu seinem Stammverein Redbergslids Göteborg zurück, bei seiner Bundesliga-Abschiedstournee trifft Lundström also auch zum letzten Mal auf den TBV Lemgo. Es sei nicht einfach, nach längerer Punktspielpause wieder den Rhythmus aufzunehmen, sagt er. "Aber wir kennen das. Am besten klappt es mit viel Kampf von Beginn an." Den erwartet TBV-Coach Dirk Beuchler auch von seinem jungen Team. Lemgos Trainer musste sechs Spieler für Länderspielmaßnahmen abstellen, hat erstmals nach seiner Schulteroperation Linkshänder Rolf Hermann wieder dabei. Lange Angriffe solle sein Team fahren, sagt Beuchler. "Dabei wollen wir nach Möglichkeit Fehler vermeiden, um Kiels tödliche Konter zu verhindern." Schon seit Ostersonntag stecken die Lemgoer in der THW-Vorbereitung, für die TBV-Nationalspieler ging es praktisch direkt aus dem Bus in die Trainingshalle. "Wir dürfen nicht in Respekt erstarren", sagt Beuchler. "Auch die Kieler werfen nur aufs Tor und laufen." Lediglich ein kesser Spruch oder echtes Selbstvertrauen? Die Antwort gibt heute der THW.

(von Reimer Plöhn, aus den Kieler Nachrichten vom 11.04.2012)

 

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