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30.04.2012 Bundesliga

THW Kiel will am Dienstag gegen Magdeburg sein Meisterstück ablegen

Sport1 überträgt live

Das Team des SC Magdeburg.
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Am Sonntag zog der THW Kiel durch einen verdienten 33:27-Erfolg über RK Zagreb ins "VELUX EHF Final4" in Köln ein, bereits am Dienstag beginnt für die "Zebras" nun die Erntezeit: Mit einem Heimsieg gegen den SC Magdeburg will der deutsche Rekordchampion nicht nur sein Punktekonto auf unglaubliche 58:0 Punkte schrauben, sondern bereits die 17. deutsche Meisterschaft unter Dach und Fach bringen. Das Traditionsduell der einzigen deutschen Champions-League-Sieger startet in der Sparkassen-Arena um 20.15 Uhr, Sport1 überträgt live.
Während der THW am Sonntagabend feierte, war der Gemütszustand bei den Magdeburgern ein ganz anderer: Als einzige Bundesliga-Mannschaft - mit Ausnahme der Hamburger und Rhein-Neckar Löwen in direkten Duellen - mussten die Bördestädter im Europapokal die Segel streichen. Dabei gewannen sie beim französischen Vertreter US Dunkerque HB Grand Littoral mit 22:18, doch fehlten letztlich zwei Treffer, um die 25:30-Heimpleite aus der Vorwoche wettzumachen. Nichts war es also mit dem Finale im EHF-Pokal fünf Jahre nach dem letzten Europapokalsieg und zehn Jahre nach dem Triumph in der Königsklasse.
Carstens bleibt bis 2015
Trainer Frank Carstens setzt auf Kontinuität.
Trainer Frank Carstens setzt auf Kontinuität.
Insgesamt aber blickt man in Magdeburg mittlerweile wieder nach oben. Das wichtigste Signal in Richtung Zukunft entsandte der SCM vor etwas mehr als zehn Tagen in die Handballwelt: Trainer Frank Carstens, 2010 von der TSV Hannover-Burgdorf gekommen, verlängerte vorzeitig seinen Vertrag bei den Sachsen-Anhaltinern bis zum 30. Juni 2015. Eine Verlängerung, die die Hoffnungen in der Börde auf eine bessere Zukunft nähren. "Die Vertragsverlängerung ist ein wichtiges Signal für Spieler, aber auch für Sponsoren, Zuschauer und Fans, dass wir den eingeschlagenen Weg mit personeller Kontinuität fortsetzen wollen und werden", freute sich Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt über das "Ja" seines Coaches, der es durch seine Arbeit in Magdeburg inzwischen auch zum Co-Trainer von Martin Heuberger geschafft hat. "Frank Carstens ist der Motor und Garant für die positive sportliche Entwicklung des SCM in den vergangenen beiden Jahren", erläuterte Schmedt. "Frank hat eine Mannschaft geformt, die als Einheit auftritt und Magdeburger Handballtugenden verkörpert."

Tatsächlich scheinen die Magdeburger auf einem guten Weg zurück in die Bundesliga-Spitze - und zurück zu alten Erfolgen. 2007 feierte der SC Magdeburg mit dem Gewinn des EHF-Pokals seinen letzten großen Titel. Dem bisher letzten Pokal in der übervollen Titelvitrine der Bördestädter sollen möglichst bald neue folgen. Mit Carstens, ist man sich an der Elbe einig, kehrte der Erfolg zurück nach Magdeburg.

Ständiges Auf und Ab
Andreas Rojewski spielt eine starke Rückrunde und empfiehlt sich auch wieder für die Nationalmannschaft.
Andreas Rojewski spielt eine starke Rückrunde und empfiehlt sich auch wieder für die Nationalmannschaft.
Der bisherige Saisonverlauf glich an der Elbe allerdings einer rasanten Achterbahnfahrt. Mit fünf Siegen aus sechs Spielen stark gestartet, setzte es drei Niederlagen in Folge. Eine Abfolge, die sich wiederholen sollte. Auffällig vor allem die Auswärtsschwäche gegen deutlich schlechter positionierte Mannschaften: Ohne die Niederlagen beim Bergischen HC (31:40), in Großwallstadt (28:32), in Gummersbach (21:25) und das Heim-Remis gegen Balingen (26:26) hätte der SC Magdeburg vielleicht schon in dieser Spielzeit weiter oben angreifen können. Doch dafür hätten die Magdeburger noch mehr Bigpoints gewinnen müssen. So überraschten sie zwar Ende März mit einem klaren 27:23 gegen den HSV Hamburg, ansonsten waren Siege gegen die vor ihnen platzierten fünf Mannschaften aber nicht zu verzeichnen. Die Bördestädter werden so wohl bis zuletzt mit dem TBV Lemgo um Rang sechs rangeln - auch, weil sich Licht und Schatten noch zu häufig abwechselten (siehe auch Tabelle und Gegnerkurve SC Magdeburg).

Ein Grund für die Achterbahnfahrt dürfte die Verletzung von Kapitän Fabian van Olphen im vergangenen Dezember gewesen sein. Nach dem Kreuzbandriss bei dem Niederländer fehlte den Magdeburgern offensiv ein Lenker und defensiv der Abwehrchef - ein Handicap, das sich vor allem in der Rückrunde häufig bemerkbar machte. "Der Kapitän fehlt der Mannschaft sehr", hatte nicht nur SCM-Urgestein Wieland Schmidt beobachtet. Weil sich im März dann auch noch Torjäter Jure Natek mit der gleichen Diagnose abfinden musste, legte der SCM auf dem Transfermarkt noch einmal nach und verpflichtete den isländischen Rückraumspieler Einar Holmgeirsson.

Slowenischer Spielmacher Bezjak kommt spätestens 2013
Linksaußen Yves Grafenhorst ist mit aktuell 120 Treffern bester Magdeburger Saisonschütze.
Linksaußen Yves Grafenhorst ist mit aktuell 120 Treffern bester Magdeburger Saisonschütze.
Aber: Die Warnung von Trainer Frank Carstens vor der Saison, es dürfe auf keinen Fall passieren, nach einem mit Platz sieben erfolgreichen Jahr gleich wieder abzutauchen, scheint auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein. Der SC Magdeburg ist wieder in Schlagdistanz, der SC Magdeburg ist wieder zurück im großen Handball - national wie international. "Bei uns gewinnt kein Einzelner die Spiele, sondern immer das Team auf der Platte und dahinter." Das Motto von Frank Carstens setzt der SCM in die Realität um. Mit Platz sechs in der Liga und der Qualifikation für das Halbfinale im EHF-Pokal. Und auch deshalb ist der SCM auf seinem Weg zurück in die Zukunft schon ein gehöriges Stück vorangekommen. Carstens formuliert es bescheidener: "Wir verfügen über sehr gute Rahmenbedingungen und haben in den vergangenen 20 Monaten eine gute sportliche Entwicklung genommen. Nun gilt es, an den Perspektiven und der Zukunft des SCM zu arbeiten, um die nächsten Schritte zu machen." Eine zukünftige Personalie wurde bereits am vergangenen Donnerstag unter Dach und Fach gebracht: Der slowenische Spielmacher Marko Bezjak wird spätestens 2013 nach Magdeburg wechseln, derzeit wird über einen vorzeitigen Wechsel des 25-jährigen Kapitäns von RK Gorenje Velenje bereits zur kommenden Spielzeit verhandelt. Frank Carstens zeigt sich über seinen Neuzugang begeistert: "Mit Marko Bezjak konnten wir einen der talentiertesten Spielmacher Europas an den SCM binden, der mit seinen 25 Jahren bereits seine internationale Klasse zeigen konnte. Marko verfügt über die hervorragende Kombination Spielmacherqualität und Torgefährlichkeit."
Magdeburg war letzter Kieler Stolperstein in der Liga
Am Dienstag in der Sparkassen-Arena wird Bezjak aber definitiv noch fehlen, wenn der THW Kiel den letzten Schritt auf dem Weg zur 17. Meisterschaft unternehmen will. Die Zeichen stehen gut, denn seit dem 5. April 2003 wartet der SCM auf Zählbares an der Kieler Förde. Bennet Wiegert und Alfred Gislason sind die einzigen, die vom 29:32 von damals auch am Dienstag mit dabei sind. Gewarnt sein sollten die "Zebras" dennoch, waren die Erfolge über den SCM doch selten so souverän wie in dieser Saison in der 3. Runde des DHB-Pokals, als der THW mit neun Ilic-Treffern und 19 Palicka-Paraden deutlich mit 28:19 triumphierte. Und immerhin sind die Magdeburger auch die letzte Mannschaft, die den THW Kiel zuletzt in der TOYOTA Handball-Bundesliga schlagen konnten - an jedem 4. Mai 2011, an dem die "Zebras" in der GETEC-Arena mit 24:30 unter die Räder kamen (siehe auch Gegnerdaten Magdeburg).

Das Spiel am Dienstag werden Christoph Immel und Ronald Klein pfeifen.

(Christian Robohm / Sascha Krokowski)

 

Lesen Sie bitte auch

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Aus den Kieler Nachrichten vom 30.04.2012:

Machen die "Zebras" gegen den SC Magdeburg die Meisterschaft perfekt?

Wie einst im Mai: SCM will Siegesserie des THW beenden
Kiel. Gewinnt der THW Kiel morgen Abend sein Heimspiel gegen den SC Magdeburg (20.15 Uhr, Sport1), steht bereits am 29. Spieltag der Handball-Bundesliga fest, wer am Ende Meister sein wird - der THW Kiel, zum 17. Mal. Sollte auch nach dem Abpfiff dort die Null stehen, wo sie in der Regel die Minuspunkte ansammeln, würden zwischen den "Zebras" und dem Tabellenzweiten, der SG Flensburg-Handewitt, elf Punkte liegen. Zu viele, um diesen Rückstand in fünf Spielen aufzuholen. Eine große Feier, so Geschäftsführerin Sabine Holdorf-Schust, werde es im Erfolgsfall allerdings nicht geben. "Meister ist man erst, wenn die Schale überreicht worden ist." Und das wird erst am 2. Juni passieren, dann, wenn die "Zebras" mit ihrem Heimspiel gegen den VfL Gummersbach (16.30 Uhr) die Saison beenden.

Daran, dass der THW die Saison als Erster beenden wird, zweifelt auch im Lager des Rekordmeisters niemand mehr. Daran, dass die Ziellinie bereits morgen Abend überschritten wird, schon. Schließlich reist mit dem SC Magdeburg jener Verein an, der die Kieler am 4. Mai vergangenen Jahres in eigener Halle mit 30:24 besiegen konnte. Seitdem hat das Team von Alfred Gislason alle Spiele gegen deutsche Mannschaften gewonnen. Die Schützlinge von Frank Carstens, der seinen Vertrag beim Champions-League-Sieger 2002 kürzlich bis ins Jahr 2015 verlängert hat, haben auch in dieser Saison schon für den einen oder anderen Paukenschlag gesorgt. So besiegten sie Ende März den Meister HSV Hamburg souverän mit 27:23.

Dem Tabellensechsten fehlen mit Kapitän Fabian van Olphen und Jure Natek (beide Kreuzbandriss) allerdings zwei Schlüsselspieler. Für den Linkshänder Natek verpflichtete der SCM zwar kurzfristig Einar Holmgeirsson, doch der Isländer droht mit einer Mandelentzündung auszufallen. Die Gäste verpassten gestern Abend trotz eines 22:18 (10:9)-Sieges beim französischen Erstligisten US Dunkerque den Einzug ins Endspiel um den EHF-Pokal. Im Hinspiel hatte der zehnmalige DDR-Meister mit 25:30 verloren.

(von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 30.04.2012)

 

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