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17./19.12.2012 - Letzte Aktualisierung: 19.12.2012 Bundesliga

Weiter geht's: Mittwoch ist der TV Großwallstadt zu Gast

Das Team des TV Großwallstadt.
Klicken Sie für weitere Infos! Das Team des TV Großwallstadt.
Weiter geht es im THW-Rhythmus: Nur drei Tage nach dem kraftraubenden 27:26-Krimi bei der HSG Wetzlar müssen die "Zebras" wieder ran: Gegner ist am Mittwoch der abstiegsgefährdete TV Großwallstadt. Anpfiff in der Sparkassen-Arena ist um 20.15 Uhr. Fernsehbilder gibt es von dieser Partie, für die es noch einige Restkarten aus dem Gegnerkontingent im freien Vorverkauf gibt, nicht zu sehen. Zeitnahe Informationen liefert aber der Liveticker der Kieler Nachrichten.
Beim Altmeister TV Großwallstadt schrillen die Alarmglocken vor der Partie am Mittwoch lauter denn je: Das Abstiegsgespenst dreht rund um die Frankenstolz-Arena seine Runden und lässt sich nicht vertreiben. "Wir wollen so schnell wie möglich ins gesicherte Mittelfeld schwimmen", hatte Trainer Peter David vor der Saison als Ziel formuliert. Doch davon können die Mainfranken nach derzeitigem Stand nur träumen.

Existenz-Angst nach Niederlagen-Serie
Kam aus Göppingen: Michael Thiede.
Kam aus Göppingen: Michael Thiede.
"Wir müssen jetzt weiter an uns glauben", erklärte Peter David nach der 24:30-Niederlage seines Teams bei HBW-Balingen-Weilstetten. Doch das verlorene "Vier-Punkte-Spiel" sorgte in Großwallstadt für betretene Mienen. Denn nach den Niederlagen in Gummersbach (24:25), beim Aufsteiger TV Neuhausen (27:32) und in Lemgo (28:32) war die Partie auf der Schwäbischen Alb bereits das vierte "Endspiel" gegen direkte Konkurrenz im Kampf um die für den Nichtabstieg so wichtigen Punkte. Die Existenz-Angst ist indes beim Meister der Jahre 1978, 1979, 1980, 1981, 1984 und 1990 in dieser Spielzeit ein ständiger Begleiter. Nach dem Auftakt-Unentschieden gegen MT Melsungen ließen acht Niederlagen in Folge den TVG tief in den Tabellenkeller stürzen. Erst Ende Oktober gelang den Mainfranken mit dem deutlichen 35:22-Erfolg gegen GWD Minden ein doppelter Punktgewinn, dem kurz darauf beim 28:20 in Essen der zweite Saisonerfolg folgte. Der leichte Aufwärtstrend wurde dann jedoch jäh gestoppt - und die Hoffnung, sich schnell von den Nöten im Abstiegskampf zu befreien, bekam auch am vergangenen Spieltag beim 23:24 gegen den TuS N-Lübbecke einen erneuten Dämpfer (siehe auch Gegnerkurve TV Großwallstadt).

Begrenzte wirtschaftliche Möglichkeiten
Nationalspieler David Graubner wurde für den Rückraum verpflichtet.
Nationalspieler David Graubner wurde für den Rückraum verpflichtet.
Dabei hatte man sich beim heutigen THW-Gegner nach der vergangenen Saison, in der sich der TVG ebenfalls erst spät von der bedrohlichen Nähe zu den Abstiegsplätzen verabschiedete, viel vorgenommen. Aber aufgrund der begrenzten wirtschaftlichen Möglichkeiten setzt man beim TVG wieder auf Nachwuchsspieler, die sich in Großwallstadt weiter entwickeln sollen. "Wir müssen in großen Teilen ein neues Team zusammenbauen, das ist schwierig", hatte David immer auf das Grundproblem der Großwallstädter hingewiesen. "Immer dann, wenn sich Spieler bei uns in den Vordergrund gespielt haben, wechseln sie zu anderen Vereinen. Das ist unser Los", beschrieb Team-Manager Uli Wolf das inzwischen beinahe gängige Prozedere. "Das wird sich leider so schnell auch nicht ändern."

Fünf Neuzugänge
So auch vor dieser Spielzeit. Mit Nationalspieler Steffen Weinhold verloren die Großwallstädter einen absoluten Leistungsträger und Torgaranten an die SG Flensburg-Handewitt. Kreisläufer Jens Tiedtke bekam beim TVG hingegen keinen neuen Vertrag und schloss sich der HSG Wetzlar an. Mit Stefan Kneer und Moritz Schäpsmeier, beide gingen zum SC Magdeburg, verließen zudem zwei weitere Rückraumschützen den Verein. Den vier namhaften Abgängen setzte man mit Linkshänder Michael Thiede von Frisch Auf Göppingen, dem 2,02 Meter großen Nachwuchsmann Jonathan Eisenkrätzer (VfL Gummersbach), dem wurfgewaltigen Runar Karason (Bergischer HC), Kreisläufer Steffen Bühler (TSG Friesenheim) und dem schweizer Nationalspieler David Graubner fünf Neuzugänge entgegen (siehe auch Gegnerkader TV Großwallstadt).

Karason-Verletzung ein früher Schock
Rechtsaußen Michael Spatz ist treffsicherster TVG-Schütze.
Rechtsaußen Michael Spatz ist treffsicherster TVG-Schütze.
Doch der Eingewöhnungsprozess der Neuen wurde bereits in der Vorbereitung durch eine schwere Knieverletzung von Rune Karason gestört, der voraussichtlich erst in der Rückrunde sein Debüt für den Altmeister geben wird. In Großwallstadt musste man deshalb noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden: Kurzfristig wurde im Oktober der israelische Nationalspieler Chen Pomeranz vom Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen verpflichtet. "Wir erhoffen uns dadurch mehr Durchschlagskraft aus dem Rückraum. Als Torschützenkönig der 2. Liga bringt Chen gute Voraussetzungen mit, um für die nötigen Treffer zu sorgen", freute sich Uli Wolf über den Wechsel. Bester Torschütze des TVG ist bisher Michael Spatz, der 74 Mal einnetzte.

Keine weiteren kurzfristigen Verstärkungen
Weitere kurzfristige Verstärkungen dürften für den einzigen bayerischen Vertreter in der DKB Handball-Bundesliga indes schwer zu stemmen sein, bekam der TVG die Lizenz doch vor dieser Spielzeit nur mit Auflagen. "Wir müssen auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen achten", erklärte Geschäftsführer Guido Heerstraß unlängst. Weitere Verstärkungen wird es deshalb nicht geben. "Es kommt nicht in Frage, noch einmal nachzulegen. Mit Rune Karason kommt in der Rückrunde ja auch quasi ein Neuzugang hinzu." Und so müssen es wohl die verbliebenen Spieler und Trainer Peter David richten, den ganz tiefen Fall des TV Großwallstadt zu verhindern. "Wir sind überzeugt davon, den Klassenerhalt zu schaffen", sagt Heerstraß. Deshalb habe man sich noch nicht intensiv mit dem schlimmsten aller Fälle - dem Abstieg aus der Beletage des Handballs - auseinandergesetzt. "Aber wir müssen uns auch über ein solches Szenario Gedanken machen. Eines ist aber sicher: Es geht auf jeden Fall weiter beim TVG, auch in der 2. Liga."
THW in der Favoritenrolle
Der TV Großwallstadt wird am Mittwoch wohl alles geben, um mit einer Überraschung in der Sparkassen-Arena ein Zeichen an die Konkurrenz zu senden. Doch die Favoritenrolle für das Heimspiel liegt natürlich bei den "Zebras": Elf der letzten zwölf Begegnungen beider Mannschaften gewannen die Kieler. Aber: Die letzte Heimniederlage gegen den TV Großwallstadt liegt auch erst anderthalb Jahre zurück: Am 29.3.2011 gewann der TVG sensationell mit 28:25 in der Sparkassen-Arena (siehe auch Gegnerdaten Großwallstadt). THW-Trainer Alfred Gislason muss wahrscheinlich wieder mit Ausfällen innerhalb der "Zebra-Herde" rechnen. So dürfte Daniel Narcisse nach dem schmerzhaften "Pferdekuss" aus dem Wetzlar-Spiel wohl nur im Notfall zum Einsatz kommen, und auch Filip Jichas Verletzung ist noch nicht auskuriert.

Für die Spielleitung am Mittwoch in Kiel ist das neuformierte Unparteiischen-Duo Lars Schaller / Tobias Küsters nominiert.

(Christian Robohm)

Dieser Vorbericht wird wie gewohnt ständig aktualisiert...

Lesen Sie bitte auch

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 19.12.2012:

Gislason: "Wir sind Freiwild geworden"

THW-Trainer vermisst Gleichbehandlung
Kiel. Der THW Kiel geht am Stock, der TV Großwallstadt, heute Abend zu Gast (20.15 Uhr), funkt SOS - die Gründungsmitglieder der Handball-Bundesliga haben derzeit große Sorgen, allerdings sind sie sehr unterschiedlicher Natur. Während bei den Mainfranken die Angst vor dem Abstieg umgeht, hadern die "Zebras" mit dem Terminkalender und der Härte, mit der sie derzeit von den Gegnern behandelt werden.

"Wir sind längst Freiwild geworden", machte THW-Trainer Alfred Gislason seinem Ärger Luft. "Bei der Regelauslegung werden nicht die gleichen Maßstäbe angelegt." Das sei bei der Niederlage gegen Melsungen der Fall gewesen, bei der die Unparteiischen zu Gunsten der Gäste das Zeitspiel mehr oder weniger außer Kraft gesetzt hätten. "Vor zwei, drei Jahren konnten wir in einem Heimspiel mehr als 70 Angriffe machen, heute sind es nur noch knapp 50. So wie gegen Melsungen", sagte Gislason, der auch eine Gleichbehandlung bei der Bewertung der Abwehrarbeit vermisst. "Wer versucht, so wie wir, sauber zu decken, wird bestraft", sagte der Isländer, der sich beim 27:26-Sieg in Wetzlar am Sonntag eine konsequentere Bestrafung der Hessen gewünscht hätte. "Es heißt immer, dass es gut für die Bundesliga sein soll, wenn wir verlieren. Aber ist es auch gut, wenn wir in jedes Mal einen Rückraumspieler verlieren?" Gegen Melsungen traf es Filip Jicha, der auch heute nur in der Deckung aushelfen kann. In Wetzlar Daniel Narcisse, dessen Pferdekuss einen Einsatz ganz ausschließt.

Wäre der TV Großwallstadt zu einem anderen Zeitpunkt zu Gast in Kiel, wäre er wohl chancenlos. Der sechsmalige Meister ist nur noch ein Schatten seiner ruhmreichen Vergangenheit. Das Team von Peter David ist auswärts ohne Punktgewinn, in eigener Halle sammelte es nur fünf ein - Zahlen, die einen vorletzten Tabellenplatz zur logischen Folge haben. "Bis jetzt war die Zweite Liga für uns kein Thema", sagte Manager Uli Wolf gestern gegenüber unserer Zeitung. "Aber in der Winterpause werden wir uns damit beschäftigen müssen."

Spätestens nach der jüngsten 23:24-Heimniederlage gegen den TuS N-Lübbecke ist den Verantwortlichen deutlich geworden, was die Stunde geschlagen hat. Sie hatten im Vorfeld alles versucht, den freien Fall zu stoppen. So wechselte die Mannschaft die Trainingshalle, spielte Floor- statt Handball und wurde eine Woche lang intensiv von einem Mentaltrainer bearbeitet - erfolglos. "Wir drehen an allen Schrauben", sagt Wolf. "Die einfachste Lösung wäre, den Trainer zu entlassen. Aber das ist für uns der falsche Weg." David, so Wolf, würde die Mannschaft taktisch stets sehr gut einstellen, das Problem sei eher "mentaler Natur".

Ein Lichtblick ist der israelische Spielmacher Chen Pomeranz, den der TVG im Oktober kurzfristig beim Zweitligisten ASV Hamm auslöste. Während er gegen Lübbecke als neunfacher Torschütze einmal mehr bester Spieler war, konnten seine Nebenleute wie Oliver Köhrmann, der Schweizer David Graubner oder der aus Göppingen gekommene Linkshänder Michael Thiede bislang nur selten überzeugen. Wenn aber alle einen guten Tag erwischen, ist auch ein starker Auftritt wie der beim 35:22-Erfolg gegen Minden möglich. Der liegt allerdings schon knapp zwei Monate zurück.

Tatsächlich funktioniert die 6:0-Deckung um den isländischen Schrank Sverre Jakobsson und das Torhüterduo Martin Galia/Andreas Wolff sehr gut. Mit 440 Gegentoren bewegt sich der TVG auf Augenhöhe mit Wetzlar (5.) und Melsungen (6.). "Wir erspielen uns oft zehn bis 15 klare Chancen, nutzen sie aber nicht", sagt Wolf, der sich für das Kiel-Spiel einen neuen Schachzug ausgedacht hat. So reist das Team erst heute früh an, 600 Kilometer im Bus. Eine ungewöhnliche Vorbereitung. Dagegen, dass es auch eine unprofessionelle ist, die den Sparzwängen geschuldet ist, verwehrt sich Wolf. "Die Mannschaft soll sich im Vorfeld nicht so viele Gedanken machen. Hinfahren, eine Reaktion zeigen und dann wieder nach Hause." Gislason, der mit seinem Team das 61. Pflichtspiel in diesem Jahr bestreitet, hofft, dass der Gegner rechtzeitig ankommt. "In unserem Terminkalender ist für eine Spielverlegung kein Platz."

(von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 19.12.2012)

 

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