THW-Logo
11.01.2013 WM 2013

Kieler Nachrichten: Die deutsche Wundertüte

WM-Überraschung oder der nächste Flop: Für die Nationalmannschaft ist alles möglich

Aus den Kieler Nachrichten vom 11.01.2013:

Vom 11. bis 27. Januar 2013 findet die WM 2013 in Spanien statt.
Klicken Sie für weitere Infos! Vom 11. bis 27. Januar 2013 findet die WM 2013 in Spanien statt.
Stuttgart/Granollers. Das Abenteuer WM beginnt für die deutschen Handballer mit Rätselraten. Nach dem 35:25 (19:12)-Erfolg am Mittwoch gegen Rumänien zum Abschluss einer Serie von drei unbesiegten Spielen wissen weder Bundestrainer Martin Heuberger noch seine Spieler, wo sie stehen. "Uns fehlt mal eine richtige Standortbestimmung. Wo wir in der Welt genau stehen, das weiß niemand", sagte Spielmacher Michael Haaß.
Und auch für den Bundestrainer ist seine Mannschaft unmittelbar vor dem morgigen WM-Auftakt gegen Brasilien (16 Uhr) wie eine Wundertüte. "Dass wir im Angriff so viele gute Aktionen haben, darauf war ich nicht ganz so vorbereitet", gab Martin Heuberger zu. Rumänien, seit langem nicht mehr in der Top-Liga des internationalen Handballs zu finden, war ein dankbarer Partner für die WM-Generalprobe, aber keinesfalls ein echter Prüfstein. "Der Gegner hat es zugelassen, dass wir mit zehn Toren gewonnen haben. Aber wir dürfen uns mit dem Spiel nicht ganz zufriedengeben", stellte Abwehrchef Oliver Roggisch fest.

Der Kapitän kritisierte sich und die gesamte Defensivleistung. "Ich hätte mir gern in der Abwehr ein bisschen mehr Biss gewünscht, bei mir angefangen", sagte Roggisch und ließ sich auch nicht von seinen ungewohnten zwei Toren in einem Spiel versöhnen: "Wenn ich in der Abwehr besser stehe, kriegen wir hinten vier Tore weniger und damit ist uns mehr geholfen als mit meinen zweien vorne."

Dem Bundestrainer waren die Treffer 37 und 38 im 183. Länderspiel einen Scherz wert. "Mit Olli Roggisch als Goalgetter - was wollen wir mehr?" Doch auch Heuberger weiß, dass es bereits gegen Brasilien auf eine höhere Qualität ankommt als in den Spielen gegen Schweden (26:20, 28:28) und Rumänien. Für übertriebenen Optimismus sieht er daher keinen Grund. "Ich möchte nur acht Wochen zurückerinnern. Da hatten wir eine ganz schmale Brust. Und deshalb werden wir sicherlich nicht Flügel bekommen, weil wir eine ordentliche Vorbereitung gehabt haben", sagte er im Rückblick auf die EM-Qualifikation gegen Montenegro (27:31) und Israel (30:27).

Rumänien war keine ernsthafte Herausforderung. Die erwarten im deutschen Handball-Lager alle zuerst gegen Brasilien und dann gegen die weiteren Vorrundengegner der Gruppe A: Tunesien (Sonntag, 17.20 Uhr), Argentinien (Dienstag, 18.15 Uhr), Montenegro (Mittwoch, 18.30 Uhr) und Olympiasieger Frankreich (Freitag, 18.15 Uhr).

Vor der gestrigen Abreise via Barcelona zum Spielort Granollers stand vormittags noch ein letztes Training auf dem Programm. "Da werden wir sicherlich im taktischen Bereich schon mal etwas vorbereiten", sagte Heuberger und kündigte für den Abend nach der Ankunft intensive Videovorbereitung an.

(aus den Kieler Nachrichten vom 11.01.2013)


(11.01.2013) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite