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25.01.2013 WM 2013

Kieler Nachrichten: Das Ende der Handball-Weltherrschaft

Frankreich, die Übermannschaft der vergangenen Jahre, muss den Verjüngungsprozess einleiten

Aus den Kieler Nachrichten vom 25.01.2013:

Vom 11. bis 27. Januar 2013 findet die WM 2013 in Spanien statt.
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Saragossa. Nikola Karabatic starrte fassungslos ins Leere. Während nur drei Meter entfernt von ihm die Kroaten ausgelassen tanzten, stand dem französischen Superstar der Schreck noch immer ins Gesicht geschrieben. So hatte sich der Ex-Kieler das Ende der goldenen Generation nicht vorgestellt.
Nach dem überraschenden Aus des Titelverteidigers im WM-Viertelfinale gegen Kroatien (23:30) steht im französischen Handball ein Umbruch an. Die Niederlage der selbsternannten "Experten" dürfte wohl das endgültige Ende der französischen Übermacht im Welthandball markieren.

"Danke für alles. Das Ende einer Epoche", titelte die L'Equipe gestern, dem Tag der großen Depression. Und auch Karabatic spürte, dass am späten Mittwochabend etwas Großes zu Ende gegangen war. Zumindest Abwehrchef Didier Dinart (36) und Torhüter Daouda Karaboue (37) werden kein Spiel mehr für die Equipe Tricolore absolvieren. "Es ist traurig zu wissen, dass ich nie wieder ein Spiel mit den beiden bestreiten werde", sagte Karabatic mit dünner Stimme.

Mit einem Durchschnittsalter von fast 30 Jahren hat die Übermannschaft der letzten Jahre ihren Zenit erreicht. "Einige Spieler werden aufhören, einige werden weitermachen. Wir haben auch junge Spieler, die auch schon viel gewonnen haben. Frankreich hat für die Zukunft noch große Ziele", sagte Torhüter Thierry Omeyer. Es klang ein wenig wie das Pfeifen im Walde. Bei der WM in Spanien konnte man das Gefühl gewinnen, das Team sei nach den großen Erfolgen vergangener Jahre einfach satt.

Noch vor 15 Monaten hatten Omeyer und Co. als die "Außerirdischen" gegolten. Seit dem Olympiasieg 2008 war die Mannschaft von Trainer Claude Onesta bei großen Turnieren praktisch unschlagbar, gewann alles, was es im Welthandball zu gewinnen gibt. Doch obwohl Karabatic und Omeyer noch vor dem Turnier in Spanien versichert hatten, noch immer "hungrig auf Erfolge" zu sein, merkte man der Mannschaft eine gewisse Schwere an. Gegen die leichtfüßigen Kroaten waren "Les Bleus" schlicht chancenlos. "Wir wollten natürlich mehr", sagte Omeyer, "wir haben alles gegeben und sind sehr enttäuscht, dass wir verloren haben".

(aus den Kieler Nachrichten vom 25.01.2013)


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