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17./18.02.2013 - Letzte Aktualisierung: 18.02.2013 Champions League

VELUX EHF Champions League: Starker THW erteilt Veszprem eine Lehrstunde

Thierry Omeyer überragend

CL, Gruppe B, 9. Spieltag: 17.02.2013, So., 19.00: THW Kiel - MKB Veszprem KC: 32:21 (17:13)
Update #3 KN-Spielbericht, Stimmen PK-Video, Fotos und Spielbericht ergänzt ...

Thierry Omeyer überragte gegen Veszprem mit vielen Paraden und leitete mit weiten Pässen die Gegenstöße ein.
Klicken Sie zum Vergrößern! Thierry Omeyer überragte gegen Veszprem mit vielen Paraden und leitete mit weiten Pässen die Gegenstöße ein.
Mit einem deutlichen Kantersieg hat der THW Kiel die Chancen auf den Gruppensieg in der "VELUX EHF Champions League" am Leben gehalten. Am Sonntagabend besiegten berauscht aufspielende "Zebras" in der ausverkauften Sparkassen-Arena den zuvor verlustpunktfreien Tabellenführer MKB Veszprem mit 32:21 (17:13) und verkürzten den Rückstand auf die Ungarn vor dem letzten Spieltag auf zwei Punkte. Aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung ragte Thierry Omeyer heraus, der insgesamt zwanzig Würfe der Gäste entschärfen konnte. Erfolgreichster Torschütze war Gudjon Valur Sigurdsson mit sieben Treffern.
Ganz Handball-Europa schaute an diesem Abend auf die seit Wochen ausverkaufte Kieler Sparkassen-Arena, die EHF hatte die Partie zudem als das Spiel der Woche angepriesen. Keine Frage: Mit Veszprem und dem THW traten zwei der Favoriten auf den Champions-League-Titel aufeinander. Und die Kieler Fans machten von Beginn an ordentlich Lärm, um ihre Mannschaft auf dem Weg zur Revanche für die knappe 30:31-Hinspielniederlage in Veszprem zu unterstützen.
THW mit Traumstart in die Partie
Die "Zebras" erwischten in der Tat gleich einen Start nach Maß: Alfred Gislason, der auf Kapitän Marcus Ahlm wegen einer im Sävehof-Spiel zugezogenen Augenverletzung verzichten musste, setzte gegen die in der Königsklasse noch ungeschlagenen Ungarn auf eine 6:0-Deckung und vertraute dort Kreisläufer Rene Toft Hansen und Momir Ilic im Mittelblock. Spielmacher Aron Palmarsson, der aus Veszprem gekommene Marko Vujin, Gudjon Valur Sigurdsson und Christian Sprenger auf den Außenpositionen sowie Thierry Omeyer im Tor komplettierten die Kieler Startaufstellung, die von Beginn an eine ungeheure Körpersprache an den Tag legte.

Marko Vujin durfte gegen seinen ehemaligen Verein von Beginn an ran und erzielte drei Treffer in der ersten Halbzeit.
Klicken Sie zum Vergrößern! Marko Vujin durfte gegen seinen ehemaligen Verein von Beginn an ran und erzielte drei Treffer in der ersten Halbzeit.
Zwar gelang Veszprem im ersten Angriff durch einen Rückraumkracher von Superstar Laszlo Nagy die erste (und einzige!) Führung, doch Momir Ilic glich postwendend aus, Omeyer parierte einen Wurf von Rechtsaußen Tamas Ivancsik, und Toft Hansen verwertete ein Traumanspiel von Palmarsson zum 2:1. Spielmacher Gabor Csaszar gelang zwar nach feiner Einzelleistung noch der 2:2-Ausgleich, aber dann spielte nur noch der THW: Palmarsson traf zum 3:2, Omeyer parierte gegen Nagy, und der von Ilic in Szene gesetzte Sigurdsson besorgte mit einem sehenswerten Heber das 4:2. Kiels isländischer Linksaußen hätte mit einem Gegenstoß bereits nachlegen können, doch er donnerte diesen an die Latte. Da auf der Gegenseite aber Omeyer einen Ivancsik-Konter vereitelte, konnte der in den ersten 25 Minuten überragende Momir Ilic per Sprungwurf doch noch auf 5:2 erhöhen. Nagys Anschlusstreffer konterte Vujin gleich im Gegenzug zum 6:3, und nachdem Omeyer den nächsten Versuch des omnipräsenten Nagy entschärfte, sorgte Sprenger - erneut von Ilic bedient - sogar für das 7:3.
Gudjon Valur Sigurdsson bejubelt einen seiner sieben Treffer.
Klicken Sie zum Vergrößern! Gudjon Valur Sigurdsson bejubelt einen seiner sieben Treffer.

Veszprem gleicht binnen vier Minuten aus
Doch nach dem 8:4 durch Palmarsson war der THW-Zauber zunächst vorbei. Gästecoach Antonio Carlos Ortega hatte mittlerweile Nandor Fazekas für den glücklosen Mirko Alilovic zwischen die Pfosten beordert, zudem rückte Marco Oneto für Sulic an den Kreis. In der Abwehr bildete der Chilene nun mit Schuch den Mittelblock, während Nagy auf der Halbposition die Wege von Ilic einengen sollte. Und tatsächlich: Binnen vier Minuten konnten die Gäste gegen den kurzzeitig wankenden THW egalisieren, weil Terzic zweimal erfolgreich war, während Vujin mit seinen beiden Versuchen an Fazekas scheiterte und Sigurdsson ein Ilic-Anspiel nicht unter Kontrolle bekam. So stand es nach einem von Tamas Ivancsik verwandelten Strafwurf nach 14 Minuten plötzlich 8:8 unentschieden.
Momir Ilic und Thierry Omeyer Garanten für die Pausenführung
Aber der THW ließ sich von dieser Phase nicht aus dem Konzept bringen, spielte vorne weiterhin schnörkellos, mit Spielwitz und einem überragenden Ilic und stellte den Rückraum Veszprems mit einer starken 6:0-Deckung immer wieder vor schwierige Aufgaben. Momir Ilic traf zunächst zum erlösenden 9:8, ehe Omeyer gegen Oneto parierte und Sigurdsson im Gegenzug für das 10:8 und wieder beruhigtere Mienen auf der Kieler Bank und den Tribünen sorgte. Zwar gelang Csaszar bei angezeigtem Zeitspiel per Durchbruch der Anschluss, doch einmal mehr Momir Ilic aus dem Rückraum, Thierry Omeyer mit einem sensationellen Reflex beim Ivancsik-Siebenmeter und Sigurdsson mit einem Heber von Linksaußen erhöhten auf 12:9. Auch die Auszeit Ortegas sowie die Hereinnahme von Chema Rodriguez und Iman Jamali konnte den THW-Express nicht stoppen: Zwei weitere Omeyer-Paraden, ein fulminanter Hüftwurf Vujins, zwei Steals des mittlerweile in der Abwehr eingesetzten Christian Zeitz sowie der fünfte Treffer von Momir Ilic schraubten das Ergebnis sogar auf 14:9 (25.) - obwohl die "Zebras" besonders aus ihren Tempo-Gegenstößen mehrfach kein Kapital schlagen konnten. Veszprem konnte zwar nach einigen Kieler Unkonzentriertheiten durch schnelle Konter von Ugalde und Rodriguez zwischenzeitlich auf 12:15 verkürzen, doch nach dem dritten Vujin-Treffer und der elften Omeyer-Parade kurz vor der Pausensirene ging es mit einer 17:13-Führung und Ovationen der Kieler Fans in die Kabinen.
Fazekas lässt THW kurzzeitig verzweifeln
Im Abschluss hatte er ein paar Mal im Pech, aber in der Abwehr angelte sich Christian Zeitz mehrfach den Ball.
Klicken Sie zum Vergrößern! Im Abschluss hatte er ein paar Mal im Pech, aber in der Abwehr angelte sich Christian Zeitz mehrfach den Ball.
Es war über weite Strecken ein wahres Feuerwerk, das die "Zebras" in der ersten Halbzeit abgebrannt hatten - und das, obwohl Kapitän Marcus Ahlm verletzt fehlte und mit Filip Jicha und Daniel Narcisse zwei Schlüsselspieler des THW noch gar nicht eingesetzt wurden. Die beiden durften aber zum Wiederanpfiff ran, denn Gislason wechselte seinen gesamten Rückraum und brachte auch Christian Zeitz. Die Anfangsphase des zweiten Durchgangs gehörte aber zweifelsohne den Gästen, und dies vor allem dank Nandor Fazekas. Der 36-jährige ehemalige Gummersbacher Schlussmann wuchs nun über sich hinaus, parierte nicht nur einen Wurf des bedrängten Toft Hansen, sondern auch zwei Gegenstöße von Zeitz und Sprenger und sorgte dafür, dass seine Mannschaft durch zwei Nagy-Geschosse und einen Stemmwurf Csaszars auf 16:18 verkürzen konnte. Mehrfach hatte Veszprem nun die Chance zum Anschlusstreffer, doch Omeyer entschärfte einen weiteren Nagy-Wurf, und auch Terzic verzog. Im Gegenzug gelang der Ball dann über die Stationen Zeitz und Jicha zu Sigurdsson, der den kurzzeitigen Torbann mit seinem Treffer zum 19:16 beendete. Dann schnappte sich Daniel Narcisse den Ball bei einem versuchten Kreisanspiel Nagys, und mit seinem bereits siebten Treffer sorgte Sigurdsson per Gegenstoß beim 20:16 wieder für etwas klarere Verhältnisse.
Berauschter THW mit 12:2-Lauf
So hatten sich Iman Jamali, Gabor Csaszar und Laszlo Nagy die Reise an die Kieler Förde gewiss nicht vorgestellt.
Klicken Sie zum Vergrößern! So hatten sich Iman Jamali, Gabor Csaszar und Laszlo Nagy die Reise an die Kieler Förde gewiss nicht vorgestellt.
Unterstützt von den lautstarken Fans im Hexenkessel Sparkassen-Arena spielten sich die Kieler nun langsam in einen Rausch, während sich auf der anderen Seite allmählich bemerkbar machte, dass Laszlo Nagy bislang ohne eine Sekunde Pause auf dem Parkett stand. Dem Linkshänder unterlief ein technischer Fehler im Angriff, und als Zeitz dann einen seiner gefürchteten Schlagwürfe andeutete, stattdessen aber den für einen Bruchteil einer Sekunde aus den Augen gelassenen Toft Hansen zum 21:16 in Szene setzte, schwammen den Gästen so langsam die Felle und die blütenweiße Weste davon. Zumal nun auch Thierry Omeyer hinter der sattelfesten 6:0-Deckung nicht nur an die Galaform aus dem ersten Durchgang anknüpfte, sondern sie sogar noch toppte. So entschärfte der Franzose einen Wurf von Terzic sowie den Siebenmeter Csaszars, während auf der Gegenseite Zeitz bei angezeigtem Zeitspiel und der mittlerweile für Sprenger ins Spiel gekommene Ekberg nach weitem Omeyer-Pass auf 23:16 erhöhten.

Veszprem war völlig von der Rolle, zwischen der 35. und 55. Spielminute sollten den Magyaren lediglich zwei Treffer vom Kreis gelingen. Alle anderen Versuche - sofern der ungarische Serienmeister überhaupt noch zum Abschluss kam - waren ein gefundenes Fressen für Thierry Omeyer, der sich mittlerweile an die 50-Prozent-Quote parierter Bälle annäherte. Und die Kieler kannten auch im Angriff kein Pardon mit den Gästen, durch einen fantastischen Sprungwurf von "Air France" Daniel Narcisse, einen Jicha-Treffer, zwei sicher verwandelte Siebenmeter, ein unnachahmliches Zeitz-Geschoss und eine von Sprenger abgeschlossene Ballstafette stand es mittlerweile 29:18 für den THW. Die Kieler Fans feierten die Demontage der Ungarn, die nach einem Jicha-Steal, zwei Doppelpässen mit Vujin und Klein sowie dem erfolgreichen Abschluss des Tschechen zum 30:18 (53.) einen neuen Höhepunkt erreichte.

Standing Ovations für bärenstarke Kieler
Niclas Ekberg kehrte nach einer Platzwunde nur acht Spielminuten später aufs Parkett zurück.
Klicken Sie zum Vergrößern! Niclas Ekberg kehrte nach einer Platzwunde nur acht Spielminuten später aufs Parkett zurück.
Erst in den letzten sechs Minuten durfte Veszprem wieder ein bisschen mitspielen, als die "Zebras" in den Zaubermodus gestellt hatten und sich unter anderem an einem Kempa von Jicha auf Klein versuchten - doch Fazekas, mit 13 Paraden bester Spieler der Gäste, blieb hier der Spielverderber. Einen Sonderapplaus holte sich auch Niclas Ekberg ab, der in der 47. Spielminute unliebsame Bekanntschaft mit dem Wurfarm Jamalis machte und mit einer Platzwunde vom Parkett ging, mit Kopfverband aber in der 55. Minute noch einmal zurückkehrte. Eine schöne Fußnote unter einem Spiel, in dem der THW mit einer geschlossenen und beeindruckenden Mannschaftsleistung seine Ambitionen auf die Titelverteidigung in der "VELUX EHF Champions League" eindrucksvoll untermauern konnte. 32:21 gegen Veszprem - mit so einem deutlichen Ergebnis hatten wohl nur die wenigsten gerechnet.
Letztes Gruppenspiel am Mittwoch bei HCM Constanta
Alle Informationen zur "VELUX EHF Champions League" finden Sie hier.
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Trotz der bitteren und deutlichen Niederlage aber hat MKB Veszprem mit nun 16:2 Punkten in der Gruppe B immer noch alle Trümpfe in der Hand. Der THW (14:4 Punkte) kann die Ungarn aus eigener Kraft nicht mehr abfangen und muss auf einen Ausrutscher Veszprems am kommenden Samstag gegen Atletico Madrid hoffen. Vorher aber müssen die Kieler am Mittwochabend in Bukarest beim rumänischen Meister HCM Constanta siegen. Die Mannschaft um Ex-"Zebra" Milutin Dragicevic hofft allerdings ihrerseits, mit einem Sieg gegen den THW und ein für sie passendes Ergebnis zwischen Sävehof und Celje am Donnerstag ins Achtelfinale einzuziehen.

(Sascha Krokowski)

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Lesen Sie bitte auch


Stimmen zum Spiel:

THW-Torhüter Thierry Omeyer gegenüber Eurosport:
Ich probiere immer auf dem Feld Spaß zu haben und die Spiele hier zu genießen. Es war sehr wichtig, dass wir ein gutes Spiel gegen solch eine starke Mannschaft wie Veszprem abliefern - und das haben wir heute gemacht. Im Achtelfinale müssen wir genau solch eine Leistung zeigen. Um in der Champions League erfolgreich zu sein, muss man zunächst in der Abwehr gut stehen. Das haben wir heute überragend gemacht. Wir wussten um die Qualität der Schützen von Veszprem. Gegen sie zu spielen mit einer 6:0-Deckung ist nicht so einfach, aber wir haben sehr gut geblockt.
THW-Linksaußen Gudjon Valur Sigurdsson gegenüber Eurosport:
Wenn man in so einer Mannschaft spielt, ist es egal, wer die Tore wirft und wer einen guten Tag hat, Hauptsache man gewinnt zusammen. Ich werde einfach weiter versuchen, meinen Job so gut wie möglich zu machen. Hoffentlich geht das auch so weiter. Zuletzt war ich nicht ganz so mit mir zufrieden, heute war das wieder besser.

Jetzt müssen wir schauen, ob Atletico Madrid in Veszprem gewinnt...

THW-Trainer Alfred Gislason gegenüber den KN:
Wir wollten kein weiteres Spiel in der Champions League mehr verlieren, und die Jungs wollten Gas geben, weil sie sich im Hinspiel in Vezprem ungerecht behandelt gefühlt haben. Wir haben diese Motivation gut umgesetzt, waren sofort präsent. Wir werden von Spiel zu Spiel spritziger.
Veszprems Trainer Antonio Carlos Ortega gegenüber den KN:
Kiel war in allen Aspekten besser. Wir haben versucht, in der Abwehr zu variieren, aber es hat nichts bewirkt. Geärgert hat mich, dass Kiel trotz der harten Abwehr nur eine Zwei-Minuten-Strafe bekommen hat.
THW-Rückraumspieler Momir Ilic gegenüber den KN:
Wir haben in der Abwehr sehr gut gestanden, die zweite Halbzeit war top. Zum Publikum: Es ist immer eine super Stimmung, aber heute war sie besonders. Wenn man so ein Spiel abliefert, dann haben auch die Fans ihren Anteil daran.
THW-Linksaußen Gudjon Valur Sigurdsson gegenüber den KN:
Bei meinen ersten Angriffen hat es noch nicht gepasst, aber nachher lief es rund. Es ist wichtig, in solchen Situationen ein Gedächtnis wie ein Goldfisch zu haben und das schnell abzuhaken. Wir wollten zeigen, dass wir zu Hause eine Macht sind.
THW-Torhüter Thierry Omeyer gegenüber den KN:
Alle Spieler lieben solche Spiele, ich vielleicht besonders. Dann muss man einfach eine starke Leistung bringen. Auch das Publikum hat mehr gegeben als sonst auch schon.
Veszprems Rückraumspieler Moorchegani Iman Jamali gegenüber den KN:
Das war enttäuschend. Wir können viel mehr. Das Publikum war kein Problem, das sind wir aus Veszprem gewohnt. Aber wir haben in unserer Liga zu wenige Spiele von solcher Intensität.
Video: Die Pressekonferenz

 


Champions League, Gruppe B, 9. Spieltag: 17.02.13, So., 19.00: THW Kiel - MKB Veszprem KC (HUN): 32:21 (17:13)

Logo THW Kiel:
Omeyer (1.-60., 20/2 Paraden), Palicka (n.e.); Toft Hansen (3), Sigurdsson (7), Sprenger (2), Wiencek, Ekberg (2/1), Zeitz (2), Palmarsson (2), Narcisse (1), Ilic (5), Klein (1), Jicha (4/1), Vujin (3); Trainer: Gislason
Logo MKB Veszprem KC (HUN Flagge HUN):
Fazekas (10.-60., 13/1 Paraden), Alilovic (1.-10., keine Parade); Gulyas (2), G. Ivancsik (1), Schuch, Csaszar (4), T. Ivancsik (3/2), Laluska, Nagy (5), Jamali, Ugalde (1), Rodriguez (1), Oneto (1), Terzic (2), Sulic (1), Pesic (n.e.); Trainer: Ortega
Schiedsrichter:
Thierry Dentz / Denis Reibel (Frankreich)
Zeitstrafen:
THW: 1 (Klein (56.));
Veszprem: 2 (2x Rodriguez (29., 45.))
Siebenmeter:
THW: 3/2 (Fazekas hält Ilic (29.));
Veszprem: 4/2 (Omeyer hält T. Ivancsik (20.) und Csaczar (42.))
Spielfilm:
1. Hz.: 0:1, 2:1, 2:2 (4.), 5:2, 5:3, 7:3 (9.), 7:4, 8:4, 8:8 (14.), 10:8, 10:9 (17.), 14:9 (25.), 14:10, 15:10, 15:12, 16:12, 16:13, 17:13;
2. Hz.: 17:15, 18:15, 18:16 (34.), 23:16 (40.), 23:17, 26:17 (45.), 26:18, 30:18 (53.), 30:20, 32:20, 32:21.
Zuschauer:
10.285 (ausverkauft) (Sparkassen-Arena, Kiel)
Spielgrafik:
Spielgrafik

Kurzumfragen:

Wie schneidet der THW in der CL ab?
CL-Sieger 65.9%
Finale 22.3%
Halbfinale 8.6%
Viertelfinale 2.8%
Achtelfinale 0.5%
Anzahl Stimmen: 3154

 

Die anderen deutschen Europapokal-Teilnehmer

Für die drei Bundesliga-Vertreter im EHF-Pokal steht an diesem Wochenende der zweite Vorrundengruppen-Spieltag auf dem Programm.

Den Auftakt des deutschen EHF-Cup-Trios machte der SC Magdeburg, der am Sonnabend um 15 Uhr in der Getec-Arena den rumänischen Vertreter Stiinta Municipal Dedeman Bacau mit 33:25 (16:13) schlug. Auch die Rhein-Neckar Löwen feierten am Samstag ihren zweiten Sieg: Nach dem knappen 34:33-Auftaktsieg beim slowakischen Serienmeister Tatran Presov hatte der Bundesliga-Spitzenreiter beim 35:22 (18:11)-Heimsieg über HC Motor Zaporozhye (UKR) keine Probleme. Frisch Auf Göppingen hingegen musste am Samstagabend in der Gruppe A die erste Niederlage hinnehmen. Die ersatzgeschwächten Baden-Württemberger unterlagen in Spanien bei Naturhouse La Rioja mit 23:25 (13:12).

In der Königsklasse hat die SG Flensburg-Handewitt in der Gruppe A mit einem 27:22 (14:10)-Heimerfolg gegen Ademar Leon bereits am Mittwoch den Druck auf die Mitbewerber um den Gruppensieg erhöht. Der HSV Hamburg zog aber am Samstag nach und eroberte durch einen 42:21 (24:10)-Kantersieg bei Partizan Belgrad die Tabellenspitze.

Die Füchse Berlin haben unterdessen in der Gruppe D vorzeitig den zweiten Platz fixiert. Nachdem die Hauptstädter am Donnerstag mit 40:35 (21:16) bei den Kadetten Schaffhausen in der Schweiz siegten, sorgten am Samstag der Erfolg Barcelonas gegen Zagreb (35:25) sowie die Niederlage Minsks in Szeged (21:26) für klare Verhältnisse auf den ersten drei Plätzen der Gruppe.

Alle Ergebnisse des CL-Spieltages finden Sie hier.

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 18.02.2013:

Ein Tag wie kein zweiter

THW führt Veszprem beim 32:21 vor
Kiel. An Tagen wie diesen - der Ohrwurm der "Toten Hosen", der stets nach dem Abpfiff der Fußballspiele der Düsseldorfer Fortuna abgespielt wird, hätte gestern Abend auch gut in die Arena des THW Kiel gepasst. Der 17. Februar 2013 war einer jener Tage, an dem die "Zebras" ihren Sport, den Handball, nahezu in Vollendung präsentierten. Weil sie in der Chancenverwertung ein großes Herz offenbarten, unterlag MKB Veszprem in der Champions League nur mit 21:32 (13:17). Es hätte den Spitzenreiter der Gruppe B an diesem besonderen Tag noch härter treffen können.

Die Kieler hatten das Hinspiel mit 30:31 verloren. Um nun noch eine kleine Chance zu haben, die Gruppenphase als Erster abzuschließen, mussten sie den ungarischen Serienmeister mit zwei Toren Differenz besiegen. Ein schweres Unterfangen, hatte das Team von Carlos Ortega sich in der Königsklasse in dieser Saison noch keine Blöße gegeben, alle acht Spiele gewonnen. Nach diesem Gala-Auftritt steht Veszprem aber im abschließenden Heimspiel gegen Atletico Madrid am Sonnabend (17.15 Uhr) unter Druck. Sollten die Kieler am Mittwoch (19 Uhr) beim rumänischen Meister HCM Constanta gewinnen, darf Veszprem nicht verlieren. Wenn doch, hätte der dann punktgleiche Titelverteidiger (16:4) die Nase vorne, weil er den direkten Vergleich für sich entscheiden konnte. Und wie.

Die Kieler standen noch im Vorraum, eine massive Eisentür trennte sie von den mehr als 10 000 Fans in der Halle, als sich auf den Rängen schon die Emotionen überschlugen. Im Alltag sitzt das Publikum, während auf dem Videowürfel die Spieler vorgestellt werden. Die Stimmung ist zumeist gemäßigt, die Fans wollen die Mannschaft sehen. Doch gestern war alles anders. Während die "Zebras" vor der Tür mit den Hufen scharrten, hielt es die Zuschauer nicht mehr auf den Sitzen - als Filip Jicha sie schließlich in Vertretung des verletzten Kapitäns Marcus Ahlm aufs Feld führte, erwartete sie ein außergewöhnlicher Empfang. Anders als in den letzten Spielen gegen Sävehof (40:29) und Hannover (39:29) waren die Schützlinge von Alfred Gislason diesmal von Beginn an hellwach, führten schnell mit 7:3 (10.). Ortega nahm die erste Auszeit und wechselte Mirko Alilovic, der keine Hand an den Ball bekam, gegen Nandor Fazekas aus. Tatsächlich kamen die Gäste nun besser ins Spiel, glichen zum 8:8 (15.) aus, doch eine Trendwende gelang ihnen nicht. An Tagen wie diesen ist der THW Kiel nicht zu stoppen, auch von der Weltklasse nicht. Der Triple-Sieger konnte sich auf eine bärenstarke Deckung verlassen, hinter der Thierry Omeyer an Glanzzeiten anknüpfte. Der 35-jährige Franzose, der Endspiele wie diese liebt, parierte 18 Bälle und fütterte seine flotten Außen mit Pässen aus dem Handball-Bilderbuch - als Omeyer in der 41. Minute einen Siebenmeter von Gabor Csaszar, bis dato der Motor im Veszprem-Spiel, hielt, brachen alle Dämme. Auf den Rängen, aber auch bei den Ungarn, die nun fassungslos miterleben mussten, wie sie nach allen Regeln der Kunst vorgeführt wurden. Vergessen waren zu diesem Zeitpunkt längst die zahlreichen Fehlwürfe der Hausherren, die schon zur Pause mit acht, neun Toren hätten führen können.

Was noch? Auch in der Halbzeit gab es Rührendes. Paare, die von der Kamera eingefangen wurden, sollten sich küssen. Nicht jeder reagierte schnell genug, manchmal zerstörte das Taschentuch den Liebesbeweis, doch an Tagen wie diesen nahmen viele die Aufforderung zum Küssen gerne an. Auch Maskottchen Hein Daddel hatte Spaß. Muss er sich sonst T-Shirts vom Leib reißen, oder Akrobatik auf dem Skateboard zeigen, um die Zuschauer zu erwecken, musste er diesmal nur leicht in seine Vorderhufe schlagen. Ein Umfeld, in dem Niclas Ekberg seinen wohl bewegensten Moment im THW-Trikot erleben durfte. Der Schwede hatte sich nach einem Ellenbogen-Check eine Platzwunde an der Stirn (47.) zugezogen und musste mit drei Stichen genäht werden. Flotten Schrittes war er mit Mannschaftsarzt Dr. Frank Pries in die Kabine gerannt, er wollte keine Zeit verlieren, unbedingt wieder Bestandteil dieses besonderen Spiels werden. Als er schließlich mit Kopfverband zurückkehrte, nickte er nur kurz, als Gislason sich nach seinem Zustand erkundigte, und kehrte auf das Feld zurück - die Zuschauer erhoben sich, um Ekberg zu feiern, dessen Einsatzwille symptomatisch war für alle "Zebras" an diesem Abend. An einem Tag wie diesem.

(von Wolf Paarmann und Ralf Abratis, aus den Kieler Nachrichten vom 18.02.2013)


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