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19.04.2013 Champions League

Sonntag gilt es: Der THW will gegen Veszprem vorlegen

Noch einige Restkarten erhältlich

Das Team von MKB Veszprem, Gegner des THW im Viertelfinale der Champions League.
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Noch zwei Spiele und der ungarische Topclub MKB Veszprem stehen zwischen dem THW Kiel und dem "VELUX EHF Final4" in Köln. 120 Minuten Spannung, 120 Minuten Dramatik, 120 Minuten Kampf und Leidenschaft dominieren den THW-Zeitplan der nächsten Woche. "Unser Ziel ist Köln", sagt Filip Jicha stellvertretend für alle Kieler. Im Viertelfinal-Hinspiel am Sonntag müssen die "Zebras" vorlegen - und bauen ab 17.15 Uhr in der Kieler Sparkassen-Arena auch auf die Unterstützung ihrer Fans: "Ein Hexenkessel wie zuletzt gegen Hamburg und Moskau hilft uns immer", hofft Filip Jicha wieder auf ein "Feuerwerk" der Fans: "Wir wollen heute vorlegen - jedes Tor kann am Ende entscheidend sein. Das müssen unsere Fans immer vor Augen haben."
Kam aus Madrid: Chema Rodriguez.
Kam aus Madrid: Chema Rodriguez.
Für Kurzentschlossene gibt es noch Tickets in allen Kategorien an allen bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse, die am Sonntag um 15.15 Uhr öffnet. Daniel Narcisse freut sich auf den "Hexenkessel" Sparkassen-Arena: "Unsere Fans müssen uns 60 Minuten lang helfen, das werden richtig spannende 120 Viertelfinal-Minuten. Schon unsere Spiele in der Gruppenphase waren heiße Duelle - jetzt wird es noch heißer zugehen."
120 schwere Minuten
Sportlich sieht THW-Trainer Alfred Gislason, der erneut auf den an der rechten Hand operierten Christian Zeitz verzichten muss, ebenfalls spannende 120 Minuten auf die Kieler Handballer zukommen: "Wir benötigen zwei richtig gute Spiele gegen eine unheimlich starke Mannschaft, um uns für Köln zu qualifizieren." Die Teilnahme am "VELUX EHF Final4" müsse man sich gegen MKB "richtig hart erarbeiten", so der Kieler Erfolgstrainer: "Die Chancen auf ein Weiterkommen stehen 50:50 - da müssen wir jetzt durch." Einen Nachteil, zuerst zu Hause antreten zu müssen, sieht Gislason nicht: "Die Entscheidung fällt in Veszprem. Und in einem Viertelfinale der europäischen Königsklasse ist der Heimvorteil nicht entscheidend."
Selbstbewusste Ungarn
Kreisläufer Marco Oneto ist nach seiner in Kiel erlittenen Nierenverletzung wieder einsatzbereit.
Kreisläufer Marco Oneto ist nach seiner in Kiel erlittenen Nierenverletzung wieder einsatzbereit.
In Ungarn gibt man sich kampfeslustig: "Wenn die Kieler kommen, müssen wir sie eben aus dem Wettbewerb werfen." Die Ansage des MKB-Riesen Laszlo Nagy, unbestritten der Star im Weltklasse-Kader des ungarischen Abonnement-Meisters, den wir Ihnen bereits im Vorbericht zum Gruppenphasen-Hinspiel ausführlich vorstellten, ist an Deutlichkeit kaum zu überbieten. Die Ungarn sind heiß auf das "VELUX EHF Final4" in Köln - und gehen mit einer großen Portion Selbstbewusstsein in die Partien gegen den dreifachen Königsklassen-Sieger aus Kiel. "Wenn wir die Champions League gewinnen wollen, müssen wir auch den THW Kiel besiegen", erklärte Kreisläufer Marco Oneto nach der Auslosung. Der Chilene hatte sich in der Gruppenphase beim deutlichen 32:21-Erfolg des THW im Rückspiel durch einen Sturz auf seinen eigenen Ellenbogen schwer an der Niere verletzt und war erst nach einigen Tagen Behandlung in der Kieler Uniklinik zurück nach Ungarn gebracht worden. Nun ist Oneto wieder im Training und möchte seiner Mannschaft helfen, das erklärte Ziel "VELUX EHF Final4" zu erreichen.
MKB will dem THW "ein Bein stellen"
Superstar Laszlo Nagy erzielte bislang 61 Treffer in der Königsklasse.
Superstar Laszlo Nagy erzielte bislang 61 Treffer in der Königsklasse.
Veszprem, am vergangenen Wochenende wie der THW Kiel siegreich im nationalen Pokalfinale, hat sich viel vorgenommen für die beiden Viertelfinal-Spiele gegen den dreifachen Champions-League-Sieger: "Der THW ist nicht unbesiegbar, in dieser Saison schon häufiger gestolpert. Wir müssen ihnen ein Bein stellen", fordert Laszlo Nagy. Bei der 18. Teilnahme an der europäischen Königsklasse liebäugelt man bei MKB mit dem "VELUX EHF Final4" in Köln. Tatsächlich hat der Durchmarsch der Ungarn durch die Hammer-Vorrundengruppe B auch die Mitbewerber beeindruckt: Nach nur einer Niederlage, eben dem 21:32 in Kiel, holte sich MKB Veszprem mit 18:2 Vorrunden-Punkten souverän den Gruppensieg, im Achtelfinale hatte der spanische Vertreter Ademar Leon nicht den Hauch einer Chance gegen die Ungarn: Mit 23:20 gewannen die das Hinspiel, im Rückspiel in Veszprem feierten 5.000 fanatische Fans ohrenbetäubend den 33:25-Sieg ihrer Mannschaft. Im Viertelfinale möchten die Ungarn nun auch den THW Kiel richtig ärgern: "Wir werden den Kielern schon im Hinspiel das Leben richtig schwer machen, um mit Chancen in das entscheidende Rückspiel vor unseren Fans zu gehen", kündigte Trainer Carlos Ortega an.
Fan-Sonderstand
Die Sparkassen-Arena öffnet zwei Stunden vor dem Anpfiff ihre Tore. Die Zeit bis zum ersten Pass um 17.15 Uhr können sich die THW-Fans unter anderem am Fan-Sonderstand vertreiben. Dort bietet die THW-Fanartikel-Crew unter anderem Original-signierte Omeyer-Bücher (je 20 Euro) und Torwart-Sweater (35 Euro) sowie die THW-"Tasche", in der sich zwei Biergläser, ein Feuerzeug und ein Flaschenöffner befinden, zum Sonderpreis von 9 Euro an. An den Fanständen und in den THW-Fanshops im Umlauf startet zudem der Vorverkauf für die Public-Viewing-Karten (siehe Extra-Bericht).
Großes internationales Interesse
Das Interesse an dem Spitzenspiel in der Kieler Sparkassen-Arena am Sonntag ist riesig: Neben dem deutschen Champions-League-Sender Eurosport übertragen auch der französische Sender "belN Sport" und der ungarische Kanal "DigiSport" die Partie live, insgesamt mehr als 50 Journalisten werden aus Kiel berichten. Die Europäische Handball Föderation schickt mit Slave Nikolov und Gjorgji Nachevski ein erfahrenes mazedonisches Gespann nach Kiel, als EHF-Delegierter ist der Tscheche Jiri Konecny vor Ort, um die Schiedsrichter kümmert sich Victor Poladenko aus Russland.

Dieser Vorbericht wird wie gewohnt ständig aktualisiert...

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Die anderen deutschen Europapokal-Teilnehmer

Für die drei Bundesliga-Vertreter im EHF-Pokal stehen an diesem Wochenende ebenfalls die Viertelfinal-Hinspiele auf dem Programm.

Am frühen Samstagabend (18.00 Uhr) will Titelverteidiger Frisch Auf Göppingen beim slowenischen Vertreter RK Maribor Branik ein gutes Ergebnis für das Rückspiel am 27. April (19.30 Uhr) in der heimischen EWS-Arena erzielen. Mit den Rhein-Neckar Löwen und dem SC Magdeburg spielen im zweiten von nur drei Viertelfinals - HBC Nantes qualifizierte sich als Gastgeber automatisch für das neu eingeführte Finalturnier - gegeneinander. Das Hinspiel findet diesen Sonntag (17.00 Uhr) in der Magdeburger GETEC-Arena statt, das Rückspiel steigt am 27. April (19.00 Uhr) in der Mannheimer MWS-Halle am Herzogenried.

Und auch in der Königsklasse steht ein Bundesligaduell an. Nachdem sich die SG Flensburg-Handewitt und der HSV Hamburg in der Liga zweimal unentschieden trennten, in der Gruppenphase jeweils der Gastgeber mit drei Toren Unterschied gewann und sich Flensburg am vergangenen Wochenende im Pokal-Halbfinale nach 70 dramatischen Minuten mit 26:25 nach Verlängerung durchsetzen konnte, sind dies also bereits die Saisonduelle sechs und sieben der Nordclubs. Das Hinspiel findet am Sonntag (18.45 Uhr) in der Flens-Arena statt, das entscheidende Rückspiel wird am 28. April (18.30 Uhr) in der Hamburger O2-World ausgetragen.

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 19.04.2013:

Volle Kraft gegen die aggressive Defensive

Im CL-Viertelfinale gegen Veszprem muss der THW Sonntag vorlegen
Kiel. Direkt im Anschluss an den 33:29 (20:14)-Erfolg beim TuS N-Lübbecke reiste der THW Kiel in neuer Mission im Mannschaftsbus aus Ostwestfalen ab: Die "Zebras" wollen als erster Titelverteidiger das "Final4" in Köln erreichen, doch im Viertelfinale der Champions League steht ihnen das Weltklasse-Team von MKB Veszprem im Weg.

Während die Kieler bei ihrer Fahrt durch die Nacht an das Hinspiel in eigener Halle gegen den ungarischen Serienmeister (Sonntag, 17.15 Uhr) dachten, haderten die Besiegten noch mit dem Schicksal. Nach einem Sieben-Tore-Rückstand (13:20/28.) hatten sie Mitte der zweiten Halbzeit auf 23:25 verkürzen können, doch dann legten die Gäste in der Deckung wieder die nötige Ernsthaftigkeit an den Tag und setzten sich zügig ab. Warum? TuS-Rückraumspieler Arne Niemeyer war ratlos: "Das ist eben Kiel."

Der TuS, der zuletzt vor elf Jahren gegen den Rekordmeister gewinnen konnte, wehrte sich wacker, eine realistische Siegchance hatte er nicht. Auch wenn den "Zebras" besonders zu Beginn der zweiten Halbzeit anzumerken war, dass in ihren Beinen eine Pokalendrunde steckte und in denen der Hausherren eine knapp dreiwöchige Pause.

Den Pokal in der Tasche, eine Hand an der Schale und nun das Wiedersehen mit Veszprem - auch Rechtsaußen Christian Sprenger freut sich. "Das wird eine ganz andere Intensität als das Lübbecke-Spiel."

Die Ungarn belegten in der Gruppenphase den ersten Platz vor dem THW, gewannen neun ihrer zehn Spiele und verloren nur einmal, das aber denkwürdig - mit 21:32 in Kiel. Die Höhe der Niederlage hatte, neben einer starken THW-Leistung, auch den Grund, dass der direkte Vergleich in der Vorrunde keine Rolle spielte und die Ungarn wussten, dass sie im abschließenden Heimspiel gegen Madrid den ersten Platz verteidigen konnten. "Es wäre schön, wenn wir uns ein kleines Polster erarbeiten könnten", sagt Sprenger, der noch jetzt glänzende Augen bekommt, wenn er an das Tollhaus "Veszprem-Arena" denkt. "Die Stimmung dort war gigantisch."

Am Plattensee verloren die Kieler nach großem Kampf mit 30:31 (15:14). Alle anderen Gäste gingen in Veszprem bislang mit mindestens sieben Toren Differenz unter, auch Leon im Achtelfinale (20:23/25:33). "Veszprem hat das Format, das Final4 zu erreichen", weiß THW-Trainer Alfred Gislason, der höchsten Respekt vor der Arbeit seines Kollegen Carlos Ortega hat. Der Spanier kam zu Saisonbeginn und brachte mit Laszlo Nagy, Christian Ugalde, Marco Oneto (alle Barcelona) und Chema Rodriguez (Madrid) vier Stars mit. Dazu verpflichtete MKB, ein Verein, der von einer großen Bank üppig gesponsert wird, den iranischen 2,02-Meter-Wurfturm Imam Jamali (21).

Wie die Kieler feierte auch Veszprem am Wochenende den ersten Titel der Saison. MKB besiegte im Pokalfinale Pick Szeged mit 36:30. Der 22. Pokalsieg, der fünfte in Folge. Titel, die einen Verein nicht mehr befriedigen können, der in den vergangenen 16 Jahren nur zweimal nicht Meister wurde. Bei MKB, das hat THW-Neuzugang Marko Vujin sechs Jahre lang am eigenen Leib erlebt, ist längst alles auf die Champions League ausgerichtet. Ein Wettbewerb, in dem Veszprem seit der Saison 2005/2006 nicht mehr im Halbfinale stand. Die kräftigen Investitionen sollen dieses dunkle Kapitel endlich schließen. "Wir spielen 120 Minuten, die letzten 60 davon zu Hause", sagt Ortega selbstbewusst. Er hat seinem Team eine aggressive Verteidigung gelehrt, die in Ungarn längst "spanische Abwehr" genannt wird. An ihr, so der Ortega-Wunsch, soll auch der THW verzweifeln.

(von Wolf Paarmann und Zita Newerla, aus den Kieler Nachrichten vom 19.04.2013)

 

Kurzumfragen:

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TV- und Radio-Tipps:

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    So., ab 17.00 Uhr: THW Kiel - MKB Veszprem (HUN)
    live aus der Sparkassen-Arena-Kiel
  • NDR 1 Welle Nord-Logo Radio: NDR 1 Welle Nord:
    So., ab 17.15 Uhr: Live-Einblendungen THW Kiel - MKB Veszprem (HUN)
    geplante Einblendungen um 17.30 Uhr, 17.50 Uhr, 18.03 Uhr, 18.30 Uhr un in der Schlussphase gegen 18.50 Uhr; nach dem Spiel Bericht um 19.30 Uhr sowie Berichte und Stimmen am nächsten Morgen; Reporter ist Norman Nawe
    Tip: Welle Nord kann man auch im Internet live hören!


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