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23.-25.02.2004 - Letzte Aktualisierung: 25.02.2004 Bundesliga

Göppingen reist mit neuem Trainer-Duo in die Ostseehalle

Update #2 Aktualisierung vom 25.02...

In akuter Abstiegsgefahr: Das Team von FA Göppingen.
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Am kommenden Mittwoch empfängt der THW um 20 Uhr in der Ostseehalle Frisch Auf Göppingen. Der Altmeister, mit 11:33 Punkten und Platz 16 in akuter Abstiegsgefahr (siehe Tabelle), hat reagiert, und seinen erst im Dezember verpflichteten Feuerwehrmann Milomir Mijatovic wieder entlassen.
Kurt Reusch, der Landestrainer des Handball-Verbandes Württemberg, und Frisch Auf-Spieler Marc Nagel übernehmen als Übergangsgespann zunächst die Verantwortung. Beide sollen gemeinsam versuchen, mit dem stark abstiegsgefährdeten Tabellen-Drittletzten den Klassenerhalt zu schaffen. Wie Frisch Auf mitteilte, wird Nagel die Mannschaft im Spiel beim THW Kiel allein betreuen. Mijatovic war erst am 8. Dezember 2003 Nachfolger von Christian Fitzek geworden. Für die neue Saison steht der Kroate Velimir Petkovic bereits als neuer Trainer in Göppingen fest.

Göppingen legte mit 0:14 Punkten einen absoluten Negativstart hin, zu dem der THW Anfang September mit seinem 26:21-Sieg bei Göppingen nicht unerheblich beitrug. Bis Anfang Dezember sah es bei 6:22 Punkten nicht besser aus, Frisch Auf belegte den letzten Tabellenplatz und zog mit der Entlassung von Trainer Christian Fitzek die Notbremse. Als Feuerwehrmann wurde Milomir Mijatovic verpflichtet, der dann zwar mit zwei Heimsiegen kurzfristig Linderung verschaffte, dann aber auch fünf Niederlagen in Folge hinnehmen musste. Zuletzt trennte sich Göppingen in eigener Halle von der HSG D/M Wetzlar mit 25:25 (11:18) (siehe Kurve Göppingen). Eine pikante Note würzte die Partie: Wetzlars Coach Velimir Petkovic wird in der kommenden Saison Frisch Auf trainieren. Auswärts gelangen Frisch Auf bisher zwei magere Punkte - beim überraschenden 32:22-Kantersieg in Eisenach. Ansonsten war Göppingen in dieser Spielzeit gern gesehener Gast in fremden Hallen.

Gefährlichster Göppinger: Bruno Souza.
Gefährlichster Göppinger: Bruno Souza.
Die Mannschaft von Göppingen stellten wir bereits im Vorbericht zum Hinspiel ausführlich vor. Bester Schütze der Göppinger ist der Brasilianer Bruno Souza (RL, 101 Tore) vor dem Isländer Jasliesky Garcia (80/1) und Aleksandar Knezevic (77/34).

Die Partie wird geleitet von den Unparteiischen Damian (Bingen) / Wenz (Mainz).

Aktualisierung vom 25.02...

Für THW-Trainer Noka Serdarusic hat der Trainer-Wechsel in Göppingen keine Relevanz für das Spiel. Er hat andere Sorgen, denn Demetrio Lozano (Wadenzerrung) und Klaus-Dieter Petersen (Sehnverletzung am Finger) sind nicht fit, werden sich aber dennoch in den Dienst der Mannschaft stellen.

Frisch Auf muss derweil auf Aleksandar Knezevic (Oberschenkelzerrung) und Salvador Puig (Muskelfaserriss im Bereich der Aduktoren) verzichten. Göppingen legte am Dienstag ein Trainingslager beim Regionalligisten Hameln ein, bei dem der ehemalige Frisch Auf-Kapitän Hajo Wulff inzwischen spielt.

Dieser Vorbericht wird wie gewohnt laufend aktualisiert...

 

Der Altmeister auf Achterbahnfahrt

Frisch Auf Göppingen schwebt in akuter Abstiegsgefahr
Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports:

Elf Mal war Frisch Auf Göppingen Deutscher Meister, zweimal Europapokalsieger. Doch die jüngste große Siegesfeier liegt inzwischen über 30 Jahre zurück. 1972 hielten die Kempa-Buben letztmals die Meisterschale in ihren Händen. Sportlich gesehen ist der Traditionsklub heute nur noch ein Schatten seiner Vergangenheit. 1984 folgte der Zwangsabstieg aus der 1. Bundesliga, seitdem fährt der Altmeister Achterbahn: 1985 sofortiger Wiederaufstieg, 1989 erneuter Abstieg in die 2. Liga, 1994 Abstieg in die Regionalliga. Frisch Auf war am Tiefpunkt angekommen. Nur eine Spielgemeinschaft mit Scharnhausen ermöglichte den Verbleib in der 2. Liga. Erst im Jahr 2001 gelang Göppingen die Rückkehr in das deutsche Handball-Oberhaus. Die Ursachen für zwölf Jahre Zweitklassigkeit lagen vor allem im wirtschaftlichen und strukturellen Bereich, obwohl die treuen Fans Frisch Auf stets den Rücken stärkten.

Als die Grün-Weißen im vergangenen Jahr überraschend im Final Four, mag manch einer schon von der Fortsetzung alter Erfolgsserien geträumt haben. Doch im Halbfinale war gegen den späteren Titelträger SG Flensburg-Handewitt Schluss. Heute ist Frisch Auf Göppingen vom vor dieser Saison auserkorenen Saisonziel "den Abstand zu den Spitzenmannschaften zu verkürzen" ebenso weit entfernt wie vom angestrebten Platz neun. Mit nur fünf Siegen aus 21 Partien zieren die Schwaben den vorletzten Tabellenrang. Interimstrainer Milomir Mijatovic, der mit zwei Siegen Mitte Dezember Hoffnung bei den schwer gebeutelten Grün-Weißen aufkeimen ließ, bläst nach nun 0:10 Zählern in Folge der Wind mächtig ins Gesicht.

Der 50-jährige Trainerfuchs dürfte genau erkannt haben, dass seine Feuerwehr-Mission nach einem Fehlstart mit Niederlagen gegen Wilhelmshaven (H) und Pfullingen (A) in die zweite Saisonhälfte um ein Vielfaches schwerer geworden ist. Nach einer turbulenten Woche mit Krisensitzung hätten "die Spieler auf dem Feld Verantwortung übernehmen müssen", kritisierte der Trainer jüngst äußerst scharf das eigene Team. Der erst seit einigen Wochen auf der Frisch-Auf-Kommandobrücke stehende Mijatovic ärgerte sich vor allem darüber, dass sein Ensemble seine Taktik nicht eingehalten habe. Mijatovic: "Sobald wir Angriffe über 15 Sekunden spielten, hatten wir Erfolg. Fast alle Rückraumspieler warfen jedoch bereits nach fünf Sekunden aufs Tor. Ich weiß nicht, wozu wir Taktik trainieren, wenn es im Spiel nicht umgesetzt wird". Nicht nur das Mangement, sondern auch die Spieler auf dem Platz trügen Verantwortung. Göppingen schwebt in akuter Abstiegsgefahr. Das letzte Saisondrittel verspricht allerhöchste Spannung. Denn noch ist nichts endgültg verloren. Die letzten fünf Mannschaften der Tabelle trennen zum jetzigen Zeitpunkt gerade einmal drei Punkte. Die Göppinger Fans müssen sich wohl auf manch weitere Achterbahnfahrt ihres Klubs einstellen.

(Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports)

 

Adios Jaume!

Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports:

Jaume Fort kehrt nach Spanien zurück.
Jaume Fort kehrt nach Spanien zurück.
Ein letztes Mal Ostseehalle. Jaume Fort ist auf Abschiedstournee, eine beeindruckende Karriere geht zuende. Am Saisonende läuft sein Drei-Jahres-Vertrag in Göppingen aus, eine Verlängerung wird es nicht geben. In einem Gespräch teilte der 180-fache spanische Nationaltorhüter Ende Januar den Frisch-Auf-Managern Andreas Schweickert und Gerd Hofele seine Entscheidung mit. Der Verein hatte ihm einen unterschriftsreifen Vertrag für ein weiteres Jahr in Göppingen vorgelegt.

"Ich bin müde und mir fehlt die Kraft für eine neue Saison", so der Vater zweier Söhne. "Einerseits fällt mir die Entscheidung schwer, andererseits bin ich mir sicher, dass sie richtig ist. Damit bin ich ehrlich gegenüber mir selbst und dem Verein", gestand der sympathisch-zurückhaltende Spanier sichtlich erleichtert, der sich im Frisch-Auf-Tor oft als der große Rückhalt des Bundesligisten erwies. Der 37-jährige profitierte dabei von seiner Routine aus seinen Länderspielen und nun fast 20 Erstliga-Jahren. Nach sechs Jahren in seiner Heimat Granollers nahe Barcelona ging Fort in Spanien für vier Jahre nach Valencia und spielte anschließend fünf Jahre in Santander. Von dort erfolgte der Wechsel zum TBV Lemgo in die Bundesliga, bevor er sich 2001 dem damaligen Aufsteiger Frisch Auf anschloss. Der Mann mit der Nummer 66 gewann mit Spanien 1996 in Atlanta bei den Olympischen Spielen Bronze, war zweimal Vize-Europameister und holte mit seinen Vereinen zahlreiche Titel. "Ich habe mich an den Tipp gehalten, spiele, so lange Du kannst und es Dir Spaß macht. Und der Spaß ging eben zuletzt verloren", sinniert der Vater zweier Söhne, der sich nun gemeinsam mit der Familie auf die Rückkehr im Sommer nach Barcelona freut. Dort will er eventuell als Trainer arbeiten.

 

 

FAG-Managment-Sprecher Andreas Schweickert im Interview: "Existenz-Angst"

Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports:

Nur fünf Siege aus 21 Partien. Altmeister Frisch Auf Göppingen schwebt auf Tabellenrang 17 in akuter Abstiegsgefahr. Andreas Schweickert muss sich als Manager in der tiefen Krise des Handball-Bundesligisten viel anhören. In einem Interview auf der Homepage des Traditionsklubs (www.frischauf-gp.de) nimmt er Stellung zur momentanen Situation.

Zebra:
Für viele Beobachter der Krise von Frisch Auf Göppingen trägt das Management einen großen Teil Schuld an der aktuellen Krise - was entgegnen Sie diesen Kritikern?
Andreas Schweickert:
Ich ziehe mir den Schuh an, dass wir als Führung es nicht geschafft haben, in dieser Saison eine Einheit Mannschaft-Trainer-Management zu bilden. Es entwickelte sich nicht genügend Vertrauen. Schließlich schauten zu viele nur noch nach sich selbst. Diese Entwicklung haben wir zu spät erkannt.
Zebra:
Als sie erkannt worden war, wurde Christian Fitzek als Sündenbock beurlaubt. Ist das so?
Andreas Schweickert:
Nicht als Sündenbock, aber die Ergebnisse und interne Vorfälle machten diese Entscheidung notwendig. Es war ein ungünstiger Zeitpunkt, aber zugleich ein Signal an die Mannschaft. Christian Fitzek trug die Verantwortung für den sportlichen Bereich. Dies hat nicht geklappt und daran knabbern wir nach wie vor.
Zebra:
Haben Sie sich außerdem etwas vorzuwerfen?
Andreas Schweickert:
Wir müssen künftig eine klare gemeinsame Linie für Frisch Auf Göppingen finden und konsequent danach handeln. Dabei entstehen Fehler und daraus muss man lernen. Ich stehe hinter allen Entscheidungen, denn sie wurden alle im Interesse des Vereins getroffen.
Zebra:
Zur aktuellen Situation - schlimmer geht es doch nimmer?
Andreas Schweickert:
Ich bin total enttäuscht von dieser Leistung am Samstag (Interview am 12.02.04, Anm. d. Red.). Statt das schlechte Spiel heimzuschaukeln, kam es zum kollektiven Blackout. Da war kein Team auf dem Feld. Das ist die Aufgabe, die es zu lösen gilt.
Zebra:
Nach der langen spielfreien Zeit hofften die Fans auf einen Neuanfang und auf einen Sieg. Warum klappte das nicht?
Andreas Schweickert:
Um die bereits angesprochene fehlende Einheit wieder aufzubauen, bin ich statt zur Europameisterschaft extra mit der Mannschaft ins Trainingslager gefahren - mit guten Spielen und guter Stimmung. Und dann so ein Spiel.
Zebra:
Welche Konsequenzen ziehen Sie daraus? Ans Aufhören gedacht?
Andreas Schweickert:
Im Moment steht die Existenz des Vereins auf dem Spiel. Wir brauchen keine Sündenböcke und keine Ausreden, sondern halten zusammen. Wenn alle davonlaufen, kann der Laden zumachen.
Zebra:
Von Sponsorenseite nimmt der Druck immer mehr zu. Was sagen Sie Ihren Mäzenen?
Andreas Schweickert:
Ich kann dies verstehen, aber wir alle müssen nun gemeinsam da durch. Dies gilt auch für Fans und Sponsoren. Wir sollten gemeinsam aus diesem Loch herauskommen.
Zebra:
Hart kritisiert werden auch die Neuzugänge, speziell die Spanier Marc Amargant und Salvador Puig. Gab es Gespräche mit ihnen?
Andreas Schweickert:
Natürlich, ihre Leistung rechtfertigt nicht unsere Gegenleistung. Das driftet auseinander, aber im Augenblick nicht nur bei diesen beiden.
Zebra:
Sie bezahlen momentan zwei Trainer, sind die Finanzen von Frisch Auf eigentlich noch im Lot?
Andreas Schweickert:
Wir haben in dieser Saison sicher einiges an Kredit verspielt bei Zuschauern und Sponsoren. Da wir zu Saisonbeginn schon über die rote Linie hinaus gegangen sind, müssen wir nun den Kopf hinhalten. Wir werden jedenfalls nicht so gut abschließen wie im Vorjahr.
Zebra:
Was ist jetzt in den wenigen Tagen bis zum Lokalderby gegen den VfL Pfullingen zu tun?
Andreas Schweickert:
Wir sollten nicht zu weit zurück oder nach vorn schauen, sondern uns auf das Jetzt konzentrieren und uns mit dem Verein identifizieren. Also aus der Vergangenheit die Lehren ziehen und die Gegenwart anpacken. Es geht jetzt nur noch ums Überleben.
(Das Interview führte Thomas Fischer für living sports, aus dem THW-Hallenmagazin Zebra)

 

 

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