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28.08.2012 Super Globe

Kieler Nachrichten: Uni-Team Sydney: "Wir sind das Kiel Australiens"

Aus den Kieler Nachrichten vom 28.08.2012:

Doha. Handball ist ihr Hobby, der heutige Gegner der Traum der Uni-Mannschaft aus Sydney: Der THW Kiel. "Von uns erwartet keiner, dass das ein offenes Spiel wird", sagt Pascal Winkler, Torhüter und Vizepräsident.
Die Australier gewannen auf Tahiti die Ozeanien-Meisterschaft und qualifizierten sich erstmals für den Super Globe. Damit haben sie ihre Ziele schon erreicht. Die Medien entdeckten den Randsport, Zeitungen widmeten dem Team, das mit Philipp Enders (ehemals AMTV Hamburg) einen deutschen Trainer hat, ausführliche Geschichten. Zwei Sponsoren meldeten sich, die Bälle, Schuhe und Trikots spendierten. "Wir sind die erste Vereinsmannschaft Australiens, die einen Sponsor hat", sagt Enders, der hauptberuflich als Therapeut für jugendliche Strafgefangene arbeitet.

Eine eigene Liga gibt es in Australien nicht, die Entfernungen sind zu groß. Deshalb spielt die Uni Sydney, dessen Trikot fünf Nationalspieler tragen, in der "NSW League" um die Landesmeisterschaft von New South Wales. "Wir haben in der vergangenen Saison kein Spiel verloren", sagt Winkler. "Wir sind das Kiel Australiens." Gestern verloren sie gegen Mudhar (Saudi-Arabien) ihr erstes Gruppenspiel mit 27:32. "Wir wollten 26 Tore werfen und bis zur totalen Erschöpfung kämpfen", sagt Enders. "Beides haben wir erreicht."

Auch in den anderen vier Spielen werden sie klarer Außenseiter sein. Winkler, ein gebürtiger Schweizer, stört das nicht. "Wir müssen sonst acht Stunden fliegen, um für ein Testspiel einen Gegner zu finden." Hier reisten sie zwar 14 Stunden, fanden aber fünf. Mit Kapitän Christoph Niebel (ehemals TSG Groß Bieberau) und Oliver Juncker (HSG Konstanz) stehen zwei weitere Deutsche im Kader der Australier, die sich zwischen April und August immer sonnabends treffen, um ab 8.30 Uhr mit sieben anderen Mannschaften aus Sydney um Punkte zu spielen. "Wir bauen das Feld auf und ab, pfeifen selbst", sagt Niebel. Zuschauer? "Mehr als 20 waren es nie." Sie sehen sich als Pioniere, die auch gegen Kiel Werbung für ihren Sport machen wollen. "Wir wollen 17 Tore werfen", sagt Enders. "Und weniger als 40 kassieren."

(von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 28.08.2012)


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