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03./05.05.2010 - Letzte Aktualisierung: 05.05.2010 Bundesliga

THW empfängt Aufsteiger Düsseldorf am Mittwoch

Noch wenige Karten erhältlich

Update #1 KN-Vorbericht ergänzt ...

Das Team der HSG Düsseldorf.
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Der Jubel an der Förde über den Einzug des THW Kiel in das "EHF Final4" ist kaum verhallt, da wartet bereits das nächste Pflichtspiel auf die "Zebras". Nur drei Tage nach dem Kräfte raubenden 31:30-Triumph über die Rhein-Neckar Löwen müssen die Kieler erneut in der Sparkassen-Arena-Kiel zum Bundesligaduell gegen Kellerkind HSG Düsseldorf antreten. Zwei Punkte sind Pflicht für die Mannschaft von Alfred Gislason, um im Kampf um die deutsche Meisterschaft am HSV Hamburg dranzubleiben. Der Anwurf in der Sparkassen-Arena-Kiel erfolgt um 20.15 Uhr, Sport1 überträgt die Partie live und kostenpflichtig im Internet. Wer die Kieler Handballhelden hautnah erleben möchte, hat ebenfalls Glück: Noch sind wenige Karten für die Partie erhältlich (siehe Extra-Bericht).
Absoluter Leistungsträger: Ex-Nationalspieler Michael Hegemann erzielte bislang 124/4 Tore für Düsseldorf.
Absoluter Leistungsträger: Ex-Nationalspieler Michael Hegemann erzielte bislang 124/4 Tore für Düsseldorf.
Dass es Aufsteiger in der TOYOTA Handball-Bundesliga schwer haben, ist allgemein bekannt. Doch wie beschwerlich eine Saison in der Beletage des Handballs sein kann, muss die HSG Düsseldorf in diesem Jahr erfahren. Als Meister der zweiten Liga Süd hatten sich die Rheinländer für die TOYOTA Handball-Bundesliga qualifizieren können - und das mit elf Zählern Vorsprung vor der machtlosen Konkurrenz. Doch der Jubel der Aufstiegsfeiern verklang in Düsseldorf schneller, als ein Altbier schal werden kann: Der Erfolgstrainer Georgi Sviridenko musste trotz des sportlichen Durchmarsches aufgrund von Differenzen mit dem Management, das seine Doppelfunktion im Verein und bei der weißrussischen Nationalmannschaft nicht mehr genehmigen wollte, gehen. Seine Nachfolge trat Goran Suton vom einstigen Konkurrenten HR Ortenau an. Doch dieser musste wie all seine Vorgänger damit leben, dass in Düsseldorf der Handball finanziell nicht auf Rosen gebettet ist. "In einer Etatrangliste wären wir gegenwärtig sicher Tabellenletzter", sagte HSG-Manager Frank Flatten. Deshalb wurde vor der Saison das Ziel "Klassenerhalt" ausgegeben, in den kommenden Jahren möchte man sich dann in der TOYOTA HBL etablieren und die Mittelfeldplätze ansteuern. Da der solide wirtschaftende Verein um Flatten auch weiterhin keine großen finanziellen Sprünge wagen konnte, setzte man bei der HSG auf die Jugend, einige erfahrene Recken als verlängerter Arm des Trainers und Teamgeist.

Andre Kogut debütierte im April in der B-Nationalmannschaft von Martin Heuberger.
Andre Kogut debütierte im April in der B-Nationalmannschaft von Martin Heuberger.
Der Aufstiegskader konnte größtenteils zusammengehalten werden, darunter der erfahrene litauische Torhüter Almantas Savonis, der weißrusische Linkshänder Andrej Kurtschew, der slowakische Shooter Frantisek Sulc und der österreichische Kreisläufer Patrick Fölser. Sie bildeten in der vergangenen Saison das Gerüst der Arrivierten, aufgefüllt wird der Düsseldorfer Kader mit einer Vielzahl vielversprechender Talente. Allein neun A-Jugendliche gehören dem erweiterten HSG-Kader an und schnupperten zumindest regelmäßig im Training Bundesligaluft. Mit Rechtsaußen Florian von Gruchalla und Spielmacher Andrej Kogut liefen bereits in der letzten Saison zwei Junioren-Nationalspieler für Düsseldorf auf, mit dem von Concordia Delitzsch verpflichteten Kreisläufer Max Weiß kam vor der Spielzeit nun noch ein dritter hinzu. In der ersten Liga sollten sie alle Unterstützung vom Ex-Nationalspieler Michael Hegemann bekommen. Der 32-jährige Spielmacher kehrte zurück zu dem Verein, mit dem er seinen bisher größten Erfolg feiern konnte - seine langjährige Bundesligaerfahrung als Abwehrchef und Spielgestalter sollte er einbringen, um die Mannschaft zum Klassenerhalt zu führen. Ein Plan, der aufging - zumindest was Hegemann betraf. Mit 124 Toren erzielte der Spielmacher rund ein Viertel der HSG-Tore. Doch trotz der Hegemann-Tore verlief bereits der Saisonstart wenig hoffnungsfroh für die Düsseldorfer: Gleich zum Auftakt kassierte man eine empfindliche 18:31-Schlappe beim VfL Gummersbach und landete auf dem letzten Tabellenplatz. Zwar gelang im ersten Heimspiel beim 24:24-Unentschieden gegen GWD Minden zumindest der erste Punktgewinn, doch Niederlagen in Lemgo (21:26), gegen Flensburg (24:26), in Göppingen (26:33), gegen Magdeburg (21:29) und in Berlin (27:32) spülten das Team wieder ans Tabellenende.

Bitter: Jan Henrik Behrends - hier noch im Trikot von Amicitia Zürich - verletzte sich in seiner dritten Partie für Düsseldorf.
Klicken Sie zum Vergrößern! Bitter: Jan Henrik Behrends - hier noch im Trikot von Amicitia Zürich - verletzte sich in seiner dritten Partie für Düsseldorf.
Im achten Spiel in der Beletage gelang der HSG dann gegen den Mitaufsteiger aus Hannover der erste doppelte Punktgewinn, dem in Wetzlar gleich der zweite Sieg folgte. Doch dann gab es erneut sieben Niederlagen in Folge - die Hoffnungen der Düsseldorfer Fans auf eine entspannte Saison mit einem frühzeitigen Klassenerhalt erfüllten sich nicht. Schlimmer noch: Eine unglaubliche Verletzungsserie drohte das "Projekt erste Bundesliga" gar frühzeitig aus der Kurve zu werfen. Zunächst verletzte sich Andrej Kurchev im Training der weißrussischen Nationalmannschaft schwer und zog sich einen Kreuzband- und Innenmeniskusriss zu. "Das war ein schwerer Schlag für uns", erinnert sich Frank Flatten. Die Düsseldorfer reagierten auf das Saisonaus des Leistungsträgers und verpflichteten mit Jan Henrik Behrends einen ehemaligen Nationalspieler aus der "Konkursmasse" des schweizer Meisters Amicitia Zürich - Sponsoren halfen mit zusätzlichem Geld, diesen Transfer möglich zu machen. Doch die Hoffnung, mit Behrends den Angriff auf gesichertere Tabellenregionen starten zu können, zerschlug sich nach nicht einmal drei Wochen. Im Spiel beim TV Großwallstadt, seinem dritten Einsatz für die HSG, riss bei Behrends das Kreuzband. "Wir waren froh, dass wir das Geld für Jan Henrik Behrends, dessen Verpflichtung für uns ein Meilenstein war, zusammen bekommen haben - und nun das", war die Enttäuschung bei Flatten nach diesem neuerlichen verletzungsbedingten Nackenschlag spürbar. Außerdem gab es Unruhe um weitere Transfers. Der avisierte Neuzugang Ognjen Kajganic kam aufgrund von verpassten Fristen erst gar nicht, und der junge Rückraumrechte Nikola Kedzo musste nach Differenzen mit der Vereinsführung gehen. Noch einmal musste Flatten im rechten Rückraum nachlegen, von RK Cimos Koper kam Bostjan Hribar. "Ich bin davon überzeugt, dass er uns weiterhelfen wird", hatte Flatten gesagt - und Recht behalten. Hribar erweist sich als die gewünschte Verstärkung, erzielte in seinen bisherigen Spielen im Schnitt über sechs Treffer. Bis zur EM-Pause gelangen den Düsseldorfern dennoch nur noch die zwei wichtigen Erfolge in Minden und gegen Dormagen - gegen den TSV feierte Hribar mit sieben Toren einen glänzenden Einstand, sodass der Aufsteiger sogar auf dem Relegationsplatz 16 "überwintern" konnte.

Ronny Rogawska soll als neuer Trainer den Klassenerhalt schaffen.
Ronny Rogawska soll als neuer Trainer den Klassenerhalt schaffen.
Nach der EM kamen die Rheinländer dann aber erneut überhaupt nicht in Schwung. Nicht ein Spiel haben sie im Jahr 2010 gewinnen können, wodurch sie nicht nur wieder auf den Abstiegsplatz 17 zurück fielen, sondern auch ein wenig den Anschluss an die Konkurrenz verloren. Besonders bitter: das 26:28 in Hannover. "Ich bin enttäuscht und verbittert. Für uns war das ein unglaublich wichtiges Spiel, und wir hatten uns mehr als eine knappe Niederlage vorgenonmmen", war Goran Suton bedient. Durch diese Niederlage und das darauf folgende 28:33 in Wetzlar wurde die Lage für die Rheinländer noch prekärer. "Das Spiel in Wetzlar war eine Wiederholung der Partie in Hannover, nach einem Rückstand sind wir immer wieder rangekommen", so der damalige Coach der HSG Düsseldorf. "Uns ist es wieder nicht gelungen die Partie zu drehen, haben technische Fehler gemacht oder unsere Chancen nicht genutzt." Manager Frank Flatten, der vor diesen beiden Spielen noch recht zuversichtlich in Bezug auf den Klassenerhalt war, richtete den Blick schon einmal tief nach unten: "Wir müssen uns nun auch mit der 2. Bundesliga beschäftigen, auch wenn wir den Klassenerhalt selbst noch realisieren können und dieses Ziel natürlich auch weiterhin verfolgen werden." Als Grund für die sportlich angespannte Situation nannte Flatten unter anderem das Verletzungspech. "Das Potenzial, die Erstklassigkeit zu erhalten, ist da. Es gibt aber auch noch Luft nach oben", wusste Flatten - und zog die Reißleine. Goran Suton wurde kurz vor dem Saison-Endspurt mit Hinweisen auf den "sportlichen Misserfolg" beurlaubt. Im Gegenzug nahmen die HSG-Verantwortlichen die Mannschaft in die Pflicht: "Ich bin seit vierzehn Jahren Präsident des Vereines. Ich habe noch nie einen Trainer entlassen", erklärte Düsseldorfs Präsident Erwin Schierle, "jetzt nehmen wir die Mannschaft in die volle Verantwortung. Sie soll zeigen, worum es in der stärksten Liga der Welt und in Düsseldorf geht." Flatten unterstrich, dass die Entscheidung gegen Suton auch ihm nicht leicht gefallen sei. "Aber wir können keine Störfeuer gebrauchen, die Spieler sollen sich nun voll auf ihre Aufgaben konzentrieren."

Und tatsächlich: Bei der HSG Düsseldorf macht man sich nach dem Trainerwechsel von Goran Suton zu dessen bisherigem Co Ronny Rogawska und dem darauf folgenden Remis gegen den TuS N-Lübbecke wieder Hoffnung auf den Klassenerhalt. "Die Chance dazu ist nach wie vor da. Wir glauben fest an den Klassenerhalt", gibt sich Rogawska selbstbewusst. Die notwendigen Punkte, um nicht direkt wieder in der Zweitklassigkeit zu verschwinden, können die Düsseldorfer wahrscheinlich vor allem auswärts holen: Hier treffen sie noch auf Balingen, Melsungen und am letzten Spieltag auf den TSV Dormagen. Gelingt der HSG, die Auswärtsschwäche mit bisher nur einem gewonnenen Spiel noch rechtzeitig abzustellen, haben die Düsseldorfer eine gute Chance auf eine weitere Saison in der ersten Liga. Zu Hause werden die Punkte allerdings in den Partien gegen Hamburg, Großwallstadt und die Rhein-Neckar Löwen sehr hoch hängen. Und selbstverständlich auch in der Sparkassen-Arena-Kiel: Nur in einer von bislang 14 Bundesliga-Begegnungen an der Förde konnten die Rheinländer punkten, das 18:18-Unentschieden liegt allerdings schon 22 lange Jahre zurück. Beim letzten Auftritt in Kiel im April 2007 geriet Düsseldorf gar böse mit 17:39 unter die Räder. Auch in der Hinrunde dieser Spielzeit lief es nicht viel besser: Im Burg-Wächter Castello war die Partie bereits nach 30 Minuten entschieden, letztlich siegten die "Zebras" souverän mit 33:20 (siehe auch Gegnerdaten Düsseldorf).

Die Schiedsrichter am Mittwoch sind Pawel Fratczak (Issum) und Paulo Ribeiro (Kamp-Lintfort).

(Christian Robohm)

Lesen Sie bitte auch den KN-Vorbericht zum Spiel.

Dieser Vorbericht wird wie gewohnt ständig aktualisiert...

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 05.05.2010:

THW Kiel gegen Düsseldorf - Duell der Kontraste

Kiel/Düsseldorf. Köln in Gedanken, Düsseldorf auf dem Parkett. Gestern drehte sich alles um die Champions-League-Auslosung und Halbfinal-Gegner Ciudad Real. Heute (20.15 Uhr, Sparkassen-Arena) trifft der THW Kiel in der Handball-Bundesliga auf die vom Abstieg bedrohte HSG Düsseldorf. Ein Kontrastprogramm.

Und während sich die "Zebras" im Meisterschaftsrennen mit dem HSV schadlos halten wollen, taumeln die Rheinländer am Tabellenende von Krise zu Krise. Schon vor der Saison wurde der weißrussische Nationaltrainer Georgi Sviridenko wegen Ärgers um seine Doppelfunktion von Goran Suton abgelöst. Den kostete nun vor zehn Tagen der anhaltende Misserfolg - drei Punkte trennen die HSG von Relegationsplatz 16 - seinen Trainerstuhl.

Nachfolger wurde der dänische Co-Coach Ronny Rogawska, der prompt einen Punkt gegen Lübbecke einfuhr und sagt: "Die Chancen auf den Klassenerhalt sind noch immer da." Diese Einschätzung teilt auch Kapitän und Ex-Nationalspieler Michael Hegemann, der im Team eine "Scheiß-egal-Stimmung" festgestellt hat: "Wir stehen mit dem Rücken an der Wand und haben nichts mehr zu verlieren." Immer, wenn die Düsseldorfer dachten, dass es kaum noch schlimmer kommen könne, wurde der 1,3-Millionen-Euro-Etat des Aufsteigers auf eine neue Probe gestellt. Als sich Linkshänder Andrej Kurchev das Kreuzband riss, verpflichtete die HSG mit einem Kraftakt Jan Henrik Behrends von Amicitia Zürich. Dem wiederum riss im dritten Einsatz ebenfalls das Kreuzband. Als Ersatz für den Ersatz wurde der aus Großwallstadt und Wilhelmshaven bekannte Slowene Bostjan Hribar geholt. Kiel gegen Düsseldorf - ein Kontrastprogramm.

(von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 05.05.2010)

 

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