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02.05.2012 Bundesliga / Fans

Kieler Nachrichten: "Gislason ist so toll, der macht das schon"

Langweilig oder einzigartig? Egal, die Fans sind sich einig: Der THW spielt eine ganz besondere Saison

Aus den Kieler Nachrichten vom 02.05.2012:

Den Meistertitel so früh erreicht wie noch nie. Der THW spielt außer Konkurrenz. Ob langweilig oder ein einzigartiges Erlebnis, wird bei den Fans heiß diskutiert.
Die Gefühlslage von Olaf Leitgeb, Mitglied im Fanclub Schwarz-Weiß, war erstmalig in einer Saison zwiegespalten. "Bei vielen Spielen war ich schon sehr siegessicher." Zwischen der Plöner Heimat und der Kieler Stadtgrenze wandelte sich Langeweile proportional zu jedem zurückgelegten Kilometer dann aber doch in aufregendes Herzpochen. "Der Rekord war dieses Jahr das Besondere", resümiert Leitgeb und schiebt nach: "Die anderen Teams waren aber auch einfach schlecht." Seine Brille im Zebralook, auf dem Kopf eine Cappy, auf der ein gehäkelter Hein Daddel thront. "Das Zebra ist Marke Eigenbau, das gab es schon vor dem Maskottchen hier in der Halle." Bei der Brille sieht es anders aus: "Die ist nicht selbst gemacht, die kann man tatsächlich so kaufen", erklärt der Fan.

45 Jahre - ein Fanleben lang - besitzt die Kielerin Helga Frey ihre Dauerkarte. Doch diese Saison macht die 83-Jährige sprachlos: "Die Meisterschaft zu Null zu spielen ist einmalig, da kann ich mich nicht zusammenreißen", haucht sie. Denn die Stimme ist nach dem Zagreb-Spiel fast weg. "Ich hab als Fahrlehrerin schon jahrelang gegen den Verkehr angebrüllt, aber jetzt im Fanblock habe ich mich vollkommen heiser geschrien. Lebensabschnittsgefährte Horst Reek, ganze fünf Jahre jünger, freut sich schon trotz vieler personeller Veränderungen beim THW auf die nächste Saison. "Der Gislason ist so toll, der macht das schon", sagt er.

Im Nachbarblock prangt auf der Brust von Barbara Zurek eine große weiße 20. "Christian Zeitz ist mein Liebling", gesteht die 52-Jährige. Der THW habe diese Saison einmalig zusammengespielt, die Kielerin. "Vielleicht hatten die Jungs einfach mehr Spaß - so wie wir beim Zugucken." Das sei der Hauptunterschied zur letzten Saison gewesen.

"Beim Zusehen hat man sich schon öfters an den Kopf gepackt - so schlecht waren die Gegner teilweise", geht der Kieler Hagen Sternbeck (26) sogar noch weiter. "So pauschal kann man das aber nicht sagen, wir haben einfach gut zusammengespielt und hatten das Glück, dass keiner ernsthaft verletzt war", fährt Stehplatznachbarin Maren Janz dazwischen. Statt sich aber nur über die gelungene Saison zu freuen, blickt Sternbeck in die Zukunft: "Die nächste Saison wird härter, viele neue Spieler müssen angelernt werden. Meister werden wir aber trotzdem."

(Von Imke Schröder und Kerstin Börß, aus den Kieler Nachrichten vom 02.05.2012)


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