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22.10.2012 Mannschaft

Kieler Nachrichten: "Zebras" brachten Dortmund kein Glück

Kieler Handballer waren am Sonnabend VIP-Gast beim Revierderby - Nur Schalke-Fan Stenzel jubelte

Aus den Kieler Nachrichten vom 22.10.2012:

Dortmund. Nach der 1:2-Niederlage von Dortmund gegen Schalke 04 vermutete Dominik Klein, dass der Fußballmeister den Handballmeister wohl nicht mehr einladen werde. Der Linksaußen, der ein Kumpel von Borussia-Kapitän Sebastian Kehl ist, sagte es mit einem Lachen. Auch er weiß, dass die Dortmunder die Schuld an der Derby-Niederlage nicht den "Zebras" in die Schuhe schieben werden, die der BVB in eine seiner VIP-Logen eingeladen hatte.
Wäre es nach Klein gegangen, dem Fan des FC Bayern München, hätten die Kieler sich das Gastspiel des Rekordmeisters bei Fortuna Düsseldorf angesehen. "Da hätten wir auch mehr Tore gesehen", sagte Klein, der sich mannschaftsintern aber nicht durchsetzen konnte. Die Kollegen hatten sich auf ihrer Rundreise durch Ungarn und das Ruhrgebiet einen Stopp in Dortmund gewünscht und sich deshalb an Sabine Holdorf-Schust gewandt. "Ich hatte es für ausgeschlossen gehalten, dass wir für ein solches Spiel noch Karten bekommen würden", sagte die THW-Geschäftsführerin. "Wenn mich jemand um 20 VIP-Karten für das Derby gegen Flensburg bitten würde, müsste ich ihn enttäuschen."

Da Holdorf-Schust, eine ehemalige Hochspringerin, einst auch als Leichtathletik-Trainerin arbeitete, erinnerte sie sich an eine Nicole Gehse, eine ehemalige Schülerin, die inzwischen im BVB-Controlling arbeitet. Sie leitete den Wunsch an Carsten Cramer weiter und fand beim Marketing-Chef offene Türen vor. "Ich habe schon einige Spiele des THW in Kiel gesehen", sagte Cramer, dessen Schwägerin in der Hauptstadt Schleswig-Holsteins lebt. "Wenn der Triple-Sieger schon einmal hier ist, dann laden wir ihn selbstverständlich ein." Die Handballer sollten sogar in die Stadionshow eingebunden und auf einer Tribüne präsentiert werden, doch die Krawalle rund um das Derby behinderten auch die Anreise der Handballer, die dann in ihrer Loge Stadionsprecher Norbert Dickel Rede und Antwort standen. Interviews, die im ausverkauften Stadion auf der Leinwand übertragen wurden.

Die meisten Spieler verfolgten das Spiel, ohne ihr Herz an einen der beiden Vereine zu verlieren. So wie Rene Toft Hansen, dessen schwere Rippenprellung mittlerweile abgeklungen ist. "Das war aber eine tolle Stimmung, ganz anderes als bei uns in Dänemark. Da sind die Stadien nur halb voll." So hinterließ die Niederlage nur bei Betreuer Michael Menzel und Patrick Wiencek zwei glühende BVB-Fans, tiefere Spuren. Herzhaft jubeln durfte dagegen Betreuer Harald Stenzel. Ob er der einzige Schalke-Fan in den Reihen des THW sei? "Ja. Noch."

(von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 22.10.2012)


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