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02./03.05.2013 - Letzte Aktualisierung: 03.05.2013 Champions League

VELUX EHF Final4: THW trifft in Köln zunächst auf Hamburg

Update #2 KN-Bericht und Informationen zu Anwurfzeiten ergänzt ...

Der THW Kiel trifft im Halbfinale der "VELUX EHF Champions League" auf den Bundesliga-Konkurrenten HSV Hamburg. Im anderen Vorschlussrundenspiel stehen sich somit KS Vive Targi Kielce aus Polen und Rekordchampion FC Barcelona gegenüber. Dies ergab die Auslosung am Donnerstagvormittag in Köln. Beide Partien werden am Samstag, den 1. Juni im Rahmen des Finalturniers "VELUX EHF Final4" in der Kölner Lanxess-Arena ausgetragen. Das Endspiel findet einen Tag später an selber Stelle statt.
Dass der THW Kiel ein schwer zu knackendes Los ist, musste auch EHF-Generalsekretär Michael Wiederer anerkennen: Bei der Auslosung, die er zusammen mit Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters vornahm, wollte sich die "Kieler Kugel" partout nicht öffnen lassen. Erst mit Hilfe einer Kaffeekanne und roher Gewalt offenbarte sich schließlich der THW-Schriftzug innerhalb der Kugel.

Welches Halbfinale wann angepfiffen wird, steht derzeit noch nicht fest. Eine der Partien wird am 1. Juni um 15.15 Uhr angepfiffen, die andere um 18.00 Uhr. Dies sind auch die Anwurfzeiten für das Spiel um den dritten Platz und das abschließende Endspiel am Sonntag, den 2. Juni.

Erneut ein Bundesliga-Duell im Halbfinale
Der Kader des HSV Hamburg, Halbfinalgegner des THW Kiel in der VELUX EHF Champions League.
Klicken Sie für weitere Infos! Der Kader des HSV Hamburg, Halbfinalgegner des THW Kiel in der VELUX EHF Champions League.
Wie im Vorjahr steht für die "Zebras" im Halbfinale also ein Bundesliga-Duell an. Nach einigen Patzern in der Hinrunde haben sich die Hansestädter, bei denen der kroatische Mittelmann Domagoj Duvnjak eine überragende Saison spielt, mittlerweile gefangen und kämpfen trotz der überraschenden Heimniederlage am Dienstag gegen den TuS N-Lübbecke mit den Füchsen Berlin um den vierten Platz in der DKB Handball-Bundesliga - der möglicherweise wieder eine Wildcard-Einladung für die Champions League bereit hält.

In der Königsklasse lief es hingegen schon von Beginn an gut für die Mannschaft von Trainer Martin Schwalb, die wir Ihnen im Vorbericht zum Bundesliga-Hinrundenspiel bereits ausführlich vorgestellt hatten: In der Gruppe A setzte man sich mit sieben Siegen und nur einer Niederlage in der Campushalle vor der SG Flensburg-Handewitt und Chehovski Medvedi Moskau durch, im Achtelfinale räumte der HSV Hamburg RK Celje aus Slowenien aus dem Weg. Und auch im Viertelfinale legte man im Hinspiel in der Flensburger Campushalle vor, musste aber trotz des 32:26-Erfolges am Sonntag in der heimischen o2-World bis kurz vor Schluss zittern: Die SG hatte den Rückstand zehn Minuten vor Spielende aufgeholt und stand ihrerseits bei einer 23:16-Führung virtuell im "VELUX EHF Final4", ehe mehrere Unkonzentriertheiten der Gäste sowie fünf Paraden von Johannes Bitter ein Hamburger Happy-End bereiteten. Die MOPO bezeichnete das 23:25 als "geilste Pleite der HSV Handballer in dieser Saison", reichte sie doch für den Halbfinaleinzug.

Für viele Spieler des Hamburger Kaders ist das "VELUX EHF Final4" in Köln die letzte große Titelchance, denn Michael Kraus (Göppingen), Kreisläufer Igor Vori (Paris), Linkshänder Marcin Lijewski und der erst zu Saisonbeginn aus Kopenhagen gekommende Linksaußen Fredrik Petersen (Berlin) werden den Verein verlassen. Mit Petar Djordjic (Flensburg), Rene Toft Hansens Bruder Henrik (Bjerringbro), Torhüter Marcus Cleverly (Lugi Lund) sowie Adrian Pfahl und Kentin Mahe (beide Gummersbach) wurden allerdings schon fünf hochkarätige Neuzugänge vorgestellt.

In der Bundesliga konnten die "Zebras" beide Saisonduelle mit dem HSV Hamburg für sich entscheiden. Denkwürdig war vor allem die Auswärtspartie in der o2-World, als die Kieler durch eine sensationelle Schlussphase aus einem 23:28-Rückstand noch einen 33:30-Sieg zauberten. Das Rückspiel in der Sparkassen-Arena am 30. März gewann der THW nach hart umkämpften 60 Minuten mit 30:27.


Gislason erwartet "richtig heißen Kampf"
"Wir spielen gegen den Titelverteidiger, es konnte also nicht schwieriger kommen", sagte Hamburgs Geschäftsführer Christoph Wendt nach der Auslosung. "Natürlich spielt man in der Champions League lieber gegen internationale Gegner, aber das kennen wir ja schon vom Viertelfinale gegen Flensburg. Wir hatten vor zwei Jahren bereits diese tolle Atmosphäre genossen und wollten unbedingt wiederkommen. Diesmal wollen wir aber nicht nur um den dritten Platz spielen", so Wendt weiter. "Wir werden uns gut vorbereiten, alles geben und dann sehen, was dabei rauskommt."

"Wir sind stolz, wieder am 'VELUX EHF Final4' in Köln teilzunehmen. Natürlich ist es nicht so schön, ein deutsch-deutsches Duell im Halbfinale zu haben, aber das hatten wir bereits im letzten Jahr gegen die Füchse - vielleicht ist dies ja ein gutes Omen", so THW-Geschäftsstellenleiterin Sabine Holdorf-Schust. "Wir haben tolle Viertelfinalspiele gegen Veszprem gesehen. Wir haben erfahrene Spieler, und besonders für die vier, die uns nach dieser Saison verlassen, ist es ein besonderes Ziel, noch einmal das Finale zu erreichen und den Pokal zu gewinnen."

THW-Geschäftsführer Klaus Elwardt unterstrich, es sei dem Verein "von Anfang an egal gewesen, welchen Gegner wir zugelost bekommen. Gegen den HSV zu gewinnen ist genauso schwer, wie es gegen Barcelona oder Kielce geworden wäre. Wer am Sonntag um 18 Uhr im Finale stehen möchte, muss jede Mannschaft schlagen." Und Ttainer Alfred Gislason ergänzte: "Auf diesem Niveau gibt es keine Wunschlose mehr, denn alle vier Mannschaften gehören zu den besten Europas. In unserem Halbfinale treffen sich zwei Teams, die sich natürlich sehr gut kennen. Es wird ein richtig harter Kampf, das Finale zu erreichen."

Opening Party am Freitag
In diesem Jahr wird erstmals bereits am Vorabend der Halbfinals eine "Opening Party" vor der LANXESS-Arena stattfinden. Am 31. Mai zwischen 18.00 Uhr und 22.00 Uhr werden nicht nur die teilnehmenden Mannschaften und der Pokal präsentiert: Ein buntes Handball-, Musik- und Event-Programm stimmt auf typisch kölsche Art auf das Finale der VELUX EHF Champions League ein. Die Kölner Kultband "Bläck Fööss" wird ein 60-minütiges Konzert geben; Robeat, einer der talentiertesten und bekanntesten Beatboxer Deutschlands, präsentiert seine einzigartige Show; der RoboKeeper, der schnellste Torhüter der Welt, wurde erstmals auf die Sportart Handball programmiert, und wird sich den anwesenden Spitzensportlern zum Duell stellen. Und natürlich besteht für Fans die Gelegenheit, sich mit dem Siegerpokal fotografieren zu lassen und sich von den Spielern der vier Mannschaften Autogramme zu besorgen.

Auch das im vergangenen Jahr eingeführte Charity-Golf-Turnier zu Gunsten der Deutschen Krebshilfe steht für den Freitagnachmittag wieder auf dem Plan.

Doch "VELUX EHF Final4"-Manager David Szlezak verspricht, diese Atmosphäre auch an den Turniertagen in die Arena zu bringen. Spektakuläre Auftritte von Teilnehmern der "The Voice Of Germany"-Castingshow stehen unter anderem an, die 19.000 Fans in der - mit Ausnahme der 2.000 reservierten Tickets für die teilnehmenden Vereine - bereits ausverkauften LANXESS-Arena werden sich aber auch über die eine oder andere weitere Überraschung freuen dürfen.

Informationen zum Ticketvorverkauf
Informationen zum Vorverkauf des Kieler Kartenkontingents folgen in den kommenden Tagen. Der THW Kiel hält seine Fans über die Homepage, den Newsletter (Hier können Sie sich für den Newsletter anmelden) und die Tagespresse auf dem Laufenden.
EHF-Pokal: Göppingen und Rhein-Neckar Löwen begegnen sich im Halbfinale
Bereits am Dienstagmittag wurden die letzten Auslosungen im EHF-Pokal sowie im Challenge Cup vorgenommen. Im umgestalteten EHF-Pokal feiert das "Final Four"-Turnier am Wochenende des 18./19. Mai im französischen Nantes seine Premiere. Der Gastgeber, der sich nach Überstehen der Gruppenphase ohne Viertelfinalhürde automatisch qualifizierte, trifft im Halbfinale auf das dänische Team Tvis Holstebro. Im zweiten Vorschlussrundenduell stehen sich die beiden Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen und Frisch Auf Göppingen gegenüber. Im Challenge Cup, der seit jeher ohne deutsche Beteiligung ausgespielt wird und Vereinen aus den kleineren europäischen Ligen eine Chance zur Präsentation geben soll, wird das Finale noch traditionell in Hin- und Rückspiel entschieden. SKA Minsk aus Weißrussland muss am 18./19. Mai zunächst vorlegen, ehe die Entscheidung ein Wochenende später in Luxemburg beim Überraschungsfinalisten Handball Esch fällt.

Aktualisierung vom 03.05.2012:

Die EHF hat die Halbfinals terminiert. Demnach bestreiten der THW Kiel und der HSV Hamburg am Samstag, den 2. Mai das zweite Halbfinale um 18.00 Uhr. Zuvor spielen ab 15.15 Uhr KS Vive Targi Kielce (POL) und der FC Barcelona (ESP) den ersten Finalisten aus.

 

Kurzumfragen:

Wer wird CL-Sieger?
THW 85.2%
Barcelona 10.7%
Kielce 2.1%
Hamburg 2.0%
Anzahl Stimmen: 1466

Wie schneidet der THW in der CL ab?
CL-Sieger 81.7%
Finale 14.3%
Halbfinale 3.9%
Anzahl Stimmen: 1221


 

Aus den Kieler Nachrichten vom 03.05.2013:

THW trifft auf den HSV

"Final4": Deutsches Duell im Halbfinale
Köln. Für den HSV muss die Champions League sich diesmal wie ein internationaler Ableger der Bundesliga anfühlen. Bislang trafen die Hamburger viermal auf die SG Flensburg-Handewitt, am 1. Juni ist der THW Kiel der nächste Gegner. Im zweiten Halbfinale treffen der FC Barcelona und Vive Kielce aufeinander. Unklar ist jetzt nur noch, in welcher Reihenfolge die Spiele in der mit 19 000 Zuschauern ausverkauften Köln-Arena ausgetragen werden (15.15 und 18 Uhr).

Der Titelverteidiger als härteste Nuss - diesen Eindruck machte der THW Kiel bei der gestrigen Auslosung im Deutschen Sportmuseum in Köln in doppelter Hinsicht. Als Michael Wiederer, Generalsekretär der Europäischen Handball-Föderation (EHF) die zweite Kugel öffnen wollte, die Oberbürgermeister Jürgen Roters aus dem Lostopf gefischt hatte, erlebte er Ungewohntes. "Ich habe seit 1992 bestimmt 21 000 Lose gezogen, aber das ist mir noch nie passiert", sagte der Schweizer, der sich minutenlang bemühte, die rote Kugel zu knacken. Schließlich griff er zu einer Kaffeekanne und bahnte dem THW Kiel mit Gewalt den Weg ins Licht. "Wäre das den Fußballern passiert, wären 120 Techniker gekommen", sagte der mitgereiste Pressesprecher Christian Robohm. "Wir lösen das unspektakulär, aber handwerklich sehr präzise."

Der Eindruck, der Titelverteidiger wollte im "Final4" keinem Gegner zugelost werden, täuschte. Vielmehr wollte die Konkurrenz den dreimaligen Champion vermeiden. Sogar der FC Barcelona. "Wir hatten keinen Wunschgegner", sagte Xavier O'Callaghan, "aber Kiel wollten wir im Halbfinale ganz gerne aus dem Weg gehen." Der "Barca"-Manager warnte aber davor, Kielce, den vermeintlich kleinsten Hecht, zu unterschätzen. "Wer es nach Köln schafft, ist ein Top-Gegner." Die Polen fühlen sich in ihrer Rolle sehr wohl. "Wir waren wahrscheinlich die Mannschaft, die jeder haben wollte", sagte Trainer Bogdan Wenta. "Aber wir kommen nicht als Touristen."

17 000 Kombitickets für beide Tage hat die EHF bereits verkauft, die verbliebenen 2000 wurden nun an die Vereine übergeben. Sabine Holdorf-Schust, Geschäftstellen-Leiterin des THW, konnte gestern noch nicht sagen, wann das Kieler Kontingent in den freien Verkauf gehen wird.

In der Vorbereitung will Alfred Gislason alle drei Gegner intensiv studieren. Auch der Trainer des THW Kiel hält es nicht für ausgeschlossen, dass die Polen, die den einfachsten Weg nach Köln hatten, das Finale am 2. Juni (18 Uhr) erreichen. Die Nachricht, im Halbfinale gegen Hamburg zu spielen, konnte ihm den freien Tag nach dem mühsamen 33:25-Heimsieg gegen Balingen nicht vermiesen. "Ein deutsches Duell ist immer schade, schließlich ist der Wettbewerb ein internationaler", sagte Gislason. "Aber so steht ein Bundesligist im Endspiel."

Gislason glaubt nicht, dass die Hamburger, die am Dienstag überraschend ihr Heimspiel gegen den TuS N-Lübbecke 26:31 verloren, bereits im "Final4"-Modus sind und sich in der Liga in den nächsten Wochen in die Hängematte legen. "Ich bin mir sicher, dass sie diese Niederlage extrem ärgert", sagte er. "Mit einem Sieg wäre noch der zweite Platz möglich gewesen."

Die Frage, wer den ersten Platz belegt, will Gislason nicht beantworten. Er lässt aber durchblicken, dass der Balingen-Erfolg ein Meilenstein auf dem Weg zur 18. Meisterschaft gewesen sein könnte. "Ich habe meinen Spielern in der Pause gesagt, dass auf sie eine der wichtigsten Halbzeiten der Saison wartet." Die Kieler waren mit einem 16:17-Rückstand in die Kabine gegangen, die Müdigkeit nach der anstrengenden Veszprem-Reise war bis in den vierten Rang zu spüren.

Zudem irritierten die wackeren Gäste die "Zebras" mit der konsequenten Auswechslung ihres Torhüter. Der verwaiste Kasten der Balinger ließ sie jedes Konzept vergessen, übermütig ging es minutenlang nur darum, aus großen Entfernungen das leere Tor zu treffen. Was oft misslang. Erst als Gislason ein Wurfverbot aussprach und die Deckung an Stabilität gewann, stellte der Favorit die Weichen auf Sieg. Einer, der den "Zebras", die nicht mit ihren Nationalteams unterwegs sind, einige freie Tage einbrachte. Gislason hatte sie als Lohn für Siege gegen Veszprem und Balingen in Aussicht gestellt. "Als es dann so kam, wollte ich doch lieber trainieren", sagte er und lachte. "Ich habe mich auf Erinnerungslücken berufen, aber leider gab es einige Zeugen."

(von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 03.05.2013)


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