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29.04.2013 Champions League

Kieler Nachrichten: HSV zittert sich nach Köln

Trotz 23:25-Niederlage gegen die SG Flensburg-Handewitt im CL-Final4

Aus den Kieler Nachrichten vom 29.04.2013:

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Hamburg. Am Ende des Champions-League-Viertelfinals zwischen dem HSV Hamburg und der SG Flensburg-Handewitt erklang in der mit 7204 Zuschauern gefüllten Hamburger Arena erwartungsgemäß "Viva Colonia". Bis zum Happy-End mussten die Hamburger allerdings eine Zitterstunde durchleiden, in der zeitweise das Sechs-Tore-Polster aus dem Hinspiel aufgebraucht war. Unter dem Strich reichte eine 23:25 (10:13)-Niederlage gegen eine nie aufsteckende SG Flensburg-Handewitt.
"Wir wollten nicht an unseren Vorsprung denken und zu Hause einfach mal gegen Flensburg gewinnen - aber dann hatten wir 50 Minuten einen schweren Tag", atmete nicht nur HSV-Rechtsaußen Hans Lindberg tief durch. Die Trainer hatten sich unter der Woche ergiebig als Psychologen geübt. Martin Schwalb hörte nicht auf vor dem "Engagement und Kampfgeist" der Flensburger zu warnen, sein SG-Kollege Ljubomir Vranjes fühlte sich in der Außenseiterrolle wohl. Akteure wie Thomas Mogensen, Michael Knudsen oder Lasse Svan Hansen konnten gesundheitsbedingt unter der Woche kaum trainieren, Arnor Atlason oder Florian von Gruchalla tauchten urplötzlich in der Startformation auf. Wollte man den HSV mit dieser Aufstellung in Sicherheit wiegen?

Zumindest kamen die Gastgeber nach dem 8:6 (14.) völlig aus dem Takt, gerieten in einen Negativtrend mit Fehlpässen und fatalen Fehlwürfen. 13 Minuten gelang ihnen gar kein Treffer, während Petar Djordjic mit dem Pausenpfiff einen direkten Freiwurf zum 10:13 in die Maschen schoss. "Das war eine sehr ungewöhnliche Halbzeit", rang nicht nur der Hallensprecher mit den Worten.

Flensburg befand sich auf der Überholspur. Nach einem Gegenstoß von Anders Eggert führte der Gast tatsächlich mit 16:23 (50.). Es blieb allerdings das einzige Mal, dass er in der virtuellen Gesamtrechnung das Köln-Ticket in der Hand hatte. Genau zu dem Zeitpunkt, als die Hamburger vor dem Abgrund standen, bekamen sie wieder sicheres Geläuf unter die Füße. "Da haben wir zu sehr an uns geglaubt", analysierte Ljubomir Vranjes später. "In einer solchen Situation ist es für einen Spieler schwer, sich zurückzuhalten." Die SG produzierte einige überhastete Würfe und riskierte zwei gewagte Pässe, die der HSV abfing. Hans Lindberg startete zu zwei Kontern und verkürzte auf 20:23 (55.).

Nachdem sein Team oft an Flensburgs Schlussmann Mattias Andersson verzweifelt war, taute nun Gegenüber Johannes Bitter auf. "Bis dahin war es nicht sein Spiel, letztendlich hat er aber großen Anteil daran, dass wir in Köln dabei sein werden", lobte Martin Schwalb. Während Hamburg mit großer Erleichterung feierte, blieb den unglücklichen Nordlichtern nur der Blick nach vorn. "Wir können zwar stolz auf unsere Leistung sein, sind aber enttäuscht - das wird eine harte Nacht", glaubte Linkshänder Holger Glandorf. "Aber nun müssen wir alles dafür tun, damit wir in der nächsten Saison wieder Champions League spielen." Bereits am Mittwoch gastiert die SG beim SC Magdeburg. (nr)

(aus den Kieler Nachrichten vom 29.04.2013)


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