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22./23.03.2004 - Letzte Aktualisierung: 23.03.2004 Bundesliga

Verunsicherte Nordhorner müssen am Mittwoch in der Ostseehalle ran

Update #1 Aktualisierung vom 23.03...

Das Team des HSG Nordhorn.
Klicken Sie für weitere Infos! Das Team des HSG Nordhorn.
Am kommenden Mittwoch empfängt der THW die HSG Nordhorn. Die Niedersachsen, die ohne den langzeitverletzten Spielmacher Ljubomir Vranjes auskommen müssen, sind nach vier Niederlagen in Folge verunsichert und verloren zuletzt in eigener Halle sogar gegen den Abstiegskandidaten Göppingen. Der THW kann dagegen mit einem Sieg gegen Nordhorn weiter die Flensburger vor sich her jagen. Anpfiff in der Ostseehalle ist um 20.00 Uhr.
Als der THW sich im Oktober im Hinspiel im Euregium von der HSG Nordhorn mit 29:29 (13:13) trennte (siehe Spielbericht), waren die Niedersachsen mit 11:3 Punkten auf Platz sechs noch oben dabei. Inzwischen ist in der Grafschaft aber die graue Realität des Mittelfeldes eingekehrt. Zuletzt musste die HSG sogar vier Niederlagen in Folge hinnehmen und belegt mit nun 22:26 Punkten nur noch Platz zehn der Tabelle. Dass Nordhorn bei der SG Wallau und in Essen verlor, überraschte dabei noch nicht so, wie die bitteren Heimniederlagen gegen Großwallstadt (26:28 (10:11)) und zuletzt gegen den Abstiegskandidaten Göppingen (29:30 (17:14)) (siehe Kurve Nordhorn).

Dabei sah die HSG, die ohne die verletzten Ljubomir Vranjes, Andreas Larsson und Frank Schumann angetreten war, gegen Göppingen nach 38 Minuten bei einer 21:15-Führung wie der sichere Sieger aus. Dennoch gaben die nach der Niederlagenserie total verunsicherten Nordhorner die Partie noch aus der Hand. "Es gibt keine Ausreden", sagte der HSG-Kapitän Ian Marko Fog den Grafschafter Nachrichten, "dieses Spiel mussten wir gewinnen, egal, wer da auf dem Feld stand." Einzig die Außen Michael Hoffmann und Jan Filip konnten überzeugen.

Auswärts konnte Nordhorn in dieser Saison nur bei den "Underdogs" punkten, bei den Spitzenteams THW, Lemgo, Hamburg, Magdeburg und Flensburg müssen die Grafschafter noch antreten (siehe Kurve Nordhorn).

Die Mannschaft von Trainer Ola Lindgren stellten wir bereits ausführlich im Vorbericht zum Hinspiel vor. Beste Schützen der Nordhorner sind derzeit Rechtsaußen Jan Filip (170/57 Tore), Rückraumspieler Holger Glandorf (124) und Kreisläufer Fog (81/5). Größten Respekt dürfte aber wohl bei den Zebras der schwedische Weltklassekeeper Peter Gentzel hervorrufen.

Aktualisierung vom 23.03.

Weiteren Vorbericht und Interview mit Ljubomir Pavlovic ergänzt...

Dieser Vorbericht wird wie gewohnt laufend aktualisiert...

 

 

Zurück zu den Basics

HSG Nordhorn will sich auf alte Stärken besinnen und wieder Anschluss an das oberen Tabellendrittel finden
Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports:

Das ersatzgeschwächte Team der HSG Nordhorn ist im Moment das, was 22:24 Punkte und Tabellenrang Zehn aussagen: Bundesliga-Mittelmaß. Auch die neue Mischung der Mannschaft mit einem Verhältnis von acht Zugängen, darunter Ljubomir Pavlovic vom THW Kiel, zu nur drei Abgängen konnte an der bisher enttäuschenden Spielzeit der rot-weißen nichts ändern.

Wie stark die HSG ihr Verletzungspech bereits von Anfang der Saison traf, wird auch anhand der Rückholaktion des 37-jährigen Magnus Andersson aus Schweden deutlich, der seine Handballschuhe eigentlich schon an den berühmten Nagel hängen wollte. Der Routinier führte Regie bei den Nordhornern und hielt das HSG-Schiff einigermaßen auf Kurs. Mittlerweile ist Magnus Andersson wieder in seine Heimat zurückgekehrt, zu HK Drott Halmstad, wo er das Amt des Trainers übernommen hat. Trotz des Blitztransfers konnte die Mannschaft aus Nordhorn vor allem in den Spitzenspielen die Ausfälle nicht kompensieren und kassierte bereits einige schmerzhafte Niederlagen, die Nordhorn vom Meisterschaftsanwärter (2002 noch Vizemeister) zurück in die Grauzone der Liga katapultierten.

Die große Chance, zu den Europacup-Plätzen aufzuschließen und wieder ein Wörtchen in der oberen Tabellenhälfte mitreden zu können, scheint in dieser Saison nicht mehr möglich, auch im DHB-Pokal und im EHF-Cup ist das Team ausgeschieden. "Das Aus im Europapokal hat uns härter getroffen als ich dachte", sagt HSG-Trainer Ola Lindgren. Er sieht sein Team aber nicht nur dadurch verunsichert, dass der Einzug ins Halbfinale des EHF-Pokals nach einem über weite Strecken starken Auftritt in Bukarest doch noch verspielt wurde. "Wir haben einfach nicht optimal gespielt", moniert Lindgren. Allerdings sieht Bernd Rigterink die Abwärtstendenz gestoppt: "Wir sind auf dem aufsteigenden Ast und haben uns in den letzten Spielen schon besser präsentiert als zuletzt", befindet der Nordhorner Manager.

Für Ola Lindgren und Ian Marko Fog ist die Rückkehr zu den einfachen Dingen ein gutes Rezept, um zu alter Sicherheit zurückzufinden. "Wir müssen zurück zu den Basics", sagen der Trainer und sein Teamkapitän einstimmig. Fog will sich mit seinen Mitspielern auf die bekannten Stärken, eine gute Abwehr und das Gegenstoßspiel, besinnen. Positives Denken und die Freude am Handball sind für Ola Lindgren weitere wichtige Voraussetzungen, um zu alter Stärke zurückzufinden. "Wir müssen als Mannschaft da raus und uns alle steigern", sagt Ian Marko Fog.

Und dass die Nordhorner nicht zu unterschätzen sind, haben auch schon andere erkannt: "Die HSG hat eine gute Abwehr und einen tollen Torwart. Mit ihren Gegenstößen können die Nordhorner einem schnell einmal das Genick brechen", sagte Martin Schwalb, Trainer der SG Wallau Massenheim kurz vor dem letzten Auswärtsspiel der Nordhorner bei der SG. Das Genick wurde den Panthern allerdings nicht gebrochen, vielmehr die guten Vorsätze der HSG, sie wirkte bei der 31:36-Niederlage sehr verunsichert. Damit der große Befreiungsschlag der Truppe um Ola Lindgren nicht ausgerechnet in der Ostseehalle stattfindet, muss sich der THW dennoch stark ins Zeug legen, schon im Hinspiel im Oktober letzten Jahres hatten die Zebras beim 29:29-Unentschieden so ihre Probleme mit den flinken Nordhornern. Das heutige Spiel wird auch einen Baustein auf die Antwort der Frage darstellen, ob der THW sich doch noch an den Flensburgern vorbeischleichen kann. Fehler darf sich der THW jedenfalls keine mehr erlauben.

(Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports)

 

 

Ljubomir Pavlovic im Interview

Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports:

In der vergangenen Saison sammelte Ljubomir Pavlovic im Trikot des THW Kiel erste Erfahrungen in der Bundesliga. Im Januar 2003 verpflichteten die Zebras den damals 22-jährigen, der einst als eines der größten Talente Europas gehandelt wurde. Im Sommer wechselte der Serbe zur HSG Nordhorn. Am Mittwoch kehrt er zum ersten mal zurück in die Ostseehalle. ZEBRA sprach mit Ljubomir Pavlovic.

Zebra:
Ljubomir, was ist derzeit los in Nordhorn?
Ljubomir Pavlovic:
Ljubomir Pavlovic: "Wir können derzeit offenbar nicht mehr gewinnen."
Klicken Sie für weitere Infos! Ljubomir Pavlovic: "Wir können derzeit offenbar nicht mehr gewinnen."
Ich kann es mir nicht erklären, wir können derzeit offenbar nicht mehr gewinnen. Wir haben zuletzt schon dreimal einen Vorsprung von fünf oder sechs Toren in den letzten zehn Spielminuten wieder aus der Hand gegeben.
Zebra:
Hat Euch das Ausscheiden im EHF-Pokal einen "Knacks" gegeben?
Ljubomir Pavlovic:
Bis zum Viertelfinale gegen Bukarest haben wir gut gespielt, dann haben wir das Rückspiel in Rumänien jedoch in den letzten zehn Minuten noch verloren. Seitdem können wir einfach nicht mehr gewinnen. Es ist eigenartig...
Zebra:
Ein psychologisches Problem also?
Ljubomir Pavlovic:
Wir denken positiv und machen uns keinen Stress. Wir wissen, dass wir gut spielen können. Das haben wir ja auch schon gezeigt. Also keine Panik, so ist der Sport - manchmal ist man oben, manchmal ganz tief unten.
Zebra:
Wie lautet jetzt die Zielsetzung für den Rest der Saison?
Ljubomir Pavlovic:
Unser primäres Ziel war vor der Saison ein Europapokal-Platz. Den werden wir, das kann man wohl jetzt schon sagen, am Ende der Saison nicht mehr erreichen. Deswegen kann das Ziel jetzt nur sein, sich als Mannschaft zu verbessern und unser Konzept zu überarbeiten. Und ich glaube, da sind wir auf einem guten Weg.
Zebra:
Ist Deine Enttäuschung nach diesem Saisonverlauf dennoch groß?
Ljubomir Pavlovic:
Es ist meine erste richtige Saison in der Bundesliga. Und deswegen bin ich einerseits natürlich zufrieden, dass ich spielen kann, andererseits weiß ich aber auch, dass es noch viel besser geht. Es gibt große Unterschiede zwischen der jugoslawischen und der Bundesliga, das war am Anfang sehr schwer, denn ich muss noch viel lernen. Aber ich denke, ich komme voran.
Zebra:
Du fühlst Dich also wohl in Nordhorn?
Ljubomir Pavlovic:
Ja. Ich stelle keine großen Unterschiede zwischen Kiel und Nordhorn fest. In beiden Mannschaften spielen viele Schweden und deswegen herrscht hier wohl auch eine ähnliche Mentalität, das gefällt mir. Kiel war im übrigen eine sehr gute Vorbereitung für mich. Schade, dass ich nicht beim THW bleiben konnte. Aber das Thema ist vorbei. Jetzt fühle ich mich sehr wohl in Nordhorn.
Zebra:
Woran denkst Du, wenn Du an Kiel zurück denkst?
Ljubomir Pavlovic:
Der THW Kiel ist ein Traum für jeden Handballer. Alles war echt super, ich kann kein schlechtes Wort finden. Kiel ist Kiel, da könnten wir soviel reden, wie ich wollten. Ich habe ganz großen Respekt vor diesem Verein. Aber ich bin nunmal weitergezogen und ich darf nicht mehr viel darüber nachdenken. So ist das Leben.
Zebra:
Macht die Rückkehr in die Ostseehalle dieses Spiel trotzdem zu einem ganz besonderen für Dich?
Ljubomir Pavlovic:
Natürlich, ganz bestimmt. Ich denke immer noch daran. Vielleicht kann man es ungefähr damit vergleichen: In der dritten Runde des Europapokals haben wir in Nis, meiner Heimatstadt gespielt. Kiel ist meine deutsche Heimat, hier habe ich noch Freunde. Alles, was für mich in Deutschland bislang passierte, ist von hier aus gestartet. Deswegen ist es ein besonderes Gefühl, nach Kiel zurückzukommen. Trotzdem muss ich ruhig im Kopf bleiben und mich auf das Spiel konzentrieren, aber das wird nicht einfach.
Zebra:
Wie wird das Spiel ausgehen?
Ljubomir Pavlovic:
Wir werden unser Bestes geben. Wir haben Respekt, denn Kiel war in den vergangenen zehn Jahren eine der besten Mannschaften der Welt. Ich denke, es wird ein gutes Spiel für die Zuschauer, da beide Mannschaften attraktiven Handball spielen.
Zebra:
Wer wird Deutscher Meister?
Ljubomir Pavlovic:
Kiel, Magdeburg oder Flensburg - die Saison dauert noch so lange. Ich drücke jedenfalls nur Kiel die Daumen.
(Das Interview führte Sascha Klahn für living sports, aus dem THW-Hallenmagazin Zebra)

 

 

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