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14./15.09.2012 - Letzte Aktualisierung: 15.09.2012 Bundesliga

Spitzenspiel am Sonntag in Berlin: Der THW trifft auf den Tabellenführer

Update #1 KN-Vorbericht vom 15.9. ergänzt ...

Das Team der Füchse Berlin.
Klicken Sie für weitere Infos! Das Team der Füchse Berlin.
Ganz Handball-Deutschland blickt am Sonntag auf die Bundeshauptstadt: In der Max-Schmeling-Halle treffen die mit 9:1 Punkten an der Tabellenspitze der DKB Handball-Bundesliga stehenden Füchse Berlin auf den verlustpunktfreien Rekordmeister THW Kiel. Das Duell der beiden Champions-League-Teilnehmer wird um 17.30 Uhr angepfiffen und von Sport1 live im Fernsehen übertragen.
Spätestens seit der vergangenen Spielzeit sind die Füchse in der Spitzengruppe der DKB Handball-Bundesliga angekommen. Die Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson konnte den dritten Platz und die damit verbundene direkte Qualifikation für die Champions League aus der Saison 2010/2011 wiederholen. Sogar international haben sich die Bundeshauptstädter einen Namen gemacht, indem sie in der Königsklasse den HSV Hamburg und Ademar Leon ausschalteten, ehe sie erst im Halbfinale des "VELUX EHF Final4" in der Kölner Lanxess-Arena knapp am THW Kiel scheiterten.
Neuzugänge Igropulo und Lund
Von Barcelona nach Berlin: Konstantin Igropulo.
Von Barcelona nach Berlin: Konstantin Igropulo.
Obwohl mit Linkshänder Alexander Petersson - der Isländer unterschrieb bereits im Januar 2011 einen Anschlussvertrag bei den damals noch finanzstarken Rhein-Neckar Löwen - erstmals seit der Bundesliga-Rückkehr 2007 ein absoluter Stammspieler und Leistungsträger abgegeben werden musste, stehen die Vorzeichen für eine weitere erfolgreiche Füchse-Saison bestens: Die Lücke im rechten Rückraum soll der Russe Konstantin Igropulo schließen. Iker Romero hatte großen Anteil am Wechsel Igropulos, mit dem er von 2009 bis 2011 gemeinsam beim FC Barcelona spielte: "Es ist der erste Transfer, mit dem ich mich nicht schmücken darf. Den hat unser Spieler Iker Romero ganz allein abgewickelt. Ich bin mit ihm erst ins Gespräch gekommen, als sämtliche Details bereits abgesprochen waren. Mein Trainer hat mir gesagt, er wolle ihn unbedingt haben. Und da ja ohnehin schon alles klar war, habe ich ihm den Spieler besorgt", so Manager Bob Hanning. Mit Jonathan Stenbäcken (Melsungen) verließ zwar ein weiterer Spieler den Fuchsbau, der schwedische Rückraumspieler war aber nie über den Status eines Ergänzungsspielers hinaus gekommen. Dafür wurde mit dem ehemaligen "Zebra" Börge Lund ein Spieler verpflichtet, der nicht nur die ohnehin als sattelfest bekannte Berliner Deckung weiter stärken soll, sondern auch im Angriff für neue Impulse sorgen soll. "Ich sehe eine Mannschaft, in der die Rollen klar definiert sind, dadurch ist es auch eine Mannschaft mit Sicherheit", sagte Lund über sein neues Team, "es ist eine Mannschaft mit vielen Weltklassespielern, aber ohne Stars, die sich wichtiger nehmen als die Mannschaft." Nach Torsten Laen, Iker Romero und Konstantin Igropulo ist Lund damit bereits der vierte ehemalige Champions-League-Sieger im Kader der Berliner.
Trotz Problemen mit 9:1 Punkten
Börge Lund feiert am Sonntag ein Wiedersehen mit alten Weggefährten aus Kiel.
Börge Lund feiert am Sonntag ein Wiedersehen mit alten Weggefährten aus Kiel.
Insgesamt kann Dagur Sigurdsson, der seinen Vertrag in Berlin jüngst bis 2017 verlängert hat, auf einen eingespielten Kader zurückgreifen - zumal mit Linksaußen Ivan Nincevic lediglich ein Spieler zu den Olympischen Spielen nach London reiste. Dementsprechend standesgemäß hatten die Berliner nach den ersten vier Spielen und ebenso vielen Siegen auch die Tabellenführung inne. Während man auswärts bei den Aufsteigern Neuhausen (29:22) und Essen (31:24) zu lockeren doppelten Punktgewinnen kam, taten sich die Füchse in der Max-Schmeling-Halle indes schwer: Sowohl zum Auftakt gegen GWD Minden (29:25) als auch beim 29:26-Erfolg über Frisch Auf Göppingen konnten die Gastgeber erst in den Schlussminuten die Erfolge sichern. "Wir müssen uns auf Melsungen fokussieren und Kiel gedanklich ausschalten", forderte Hanning noch am Montag von seiner Mannschaft, die Generalprobe für das Spitzenspiel am Sonntag aber misslang den Hauptstädtern gründlich: MT Melsungen entführte am Mittwochabend verdientermaßen einen Punkt aus dem Fuchsbau, Hanning sprach nach der Partie angesichts des Spielverlaufs sogar von einem gewonnenen Punkt: "Die Leistung von Melsungen war gut und ist auch nicht durch unsere zu schmälern. Melsungen hat gut gespielt und wir können das Unentschieden für uns heute sogar als Punktgewinn betrachten." "Mit 80 Prozent Leistung gewinnen wir nicht in der Bundesliga", erklärte hingegen Kapitän Torsten Laen zähneknirschend nach dem 27:27-Remis, das vor allem Nationalspieler Sven-Sören Christophersen mit zehn Treffern für seine Mannschaft rettete. Mit 9:1 Zählern aus fünf Partien - zwei mehr als der THW - belegen die Füchse trotz des ersten Punktverlusts aber weiterhin die Spitzenposition in der DKB Handball-Bundesliga (siehe auch Tabelle und Kurve Berlin).
Hanning setzt weiter auf die Jugend
Mit 29 Treffern aus vier Partien ist Sven-Sören Christophersen bislang bester Saison-Torschütze der Berliner.
Mit 29 Treffern aus vier Partien ist Sven-Sören Christophersen bislang bester Saison-Torschütze der Berliner.
Doch trotz der Tabellenführung, der Halbfinal-Teilnahme in der Champions League und zwei dritten Plätzen in der stärksten Handballliga der Welt übt man sich in der Bundeshauptstadt des Sports weiterhin in Understatement: Ein internationaler Startplatz ist das auferlegte Ziel für diese Spielzeit, "ein Platz fünf oder sechs wäre keine Enttäuschung", so Hanning, der sich und seinen Verein noch "eine Galaxie entfernt" von der Meisterschaft sieht. Der Füchse-Macher, der gleichzeitig die A-Jugend des Vereins trainiert, den amtierenden und ungeschlagenen deutschen Meister dieser Altersklasse, will trotz des rasanten Aufstiegs zu einer europäischen Spitzenmannschaft am Jugendkonzept festhalten: "Wir haben mit Jonas Thümmler einen interessanten Mann, der gerade einmal 19 Jahre alt ist. Er wird die komplette Saison über mit der Bundesliga-Mannschaft trainieren, spielen aber wird er in der zweiten Mannschaft, um Praxiserfahrung zu sammeln. In der Saison danach soll er für ein Jahr ausgeliehen werden, um dann als fertiger Kreisläufer zurückzukehren. Und mit Maximilian Kroll haben wir einen jungen Torwart mit in den Kader genommen, der hinter Silvio Heinevetter und Peter Stochl lernen soll", so Hanning, der davon träumt, "mit vier, fünf Leuten aus der eigenen Jugend einmal europäisch zu spielen und einen Titel zu gewinnen".
THW gewann 13 der letzten 14 Duelle
Nationalkeeper Silvio Heinevetter will das Torhüterduell gegen Palicka und Omeyer für sich entscheiden.
Nationalkeeper Silvio Heinevetter will das Torhüterduell gegen Palicka und Omeyer für sich entscheiden.
Auch wenn Trainer Dagur Sigurdsson, der zuletzt auf seine beiden angeschlagenen Neuzugänge verzichten musste, nach dem Spiel gegen Melsungen typisch berlinerisch tiefstapelte, man würde "nicht in der gleichen Liga wie Kiel" spielen, rechnet man sich in Berlin doch etwas aus gegen den seit 40 Spielen und am Sonntag 501 Tagen in der Liga unbesiegten THW Kiel: "Wir müssen das Torhüterduell für uns entscheiden, die Mehrzahl der Abpraller sichern und brauchen mindestens zehn schnelle Tore durch Tempo-Gegenstöße", gibt Bob Hanning die Marschrichtung für das Spitzenspiel vor. Und Torsten Laen ergänzt: "Gegen Kiel brauchen wir einen Tag, an dem alles passt." So wie fast auf den Tag genau vor zwei Jahren, am 19. September 2010, als die Berliner dank 18 Heinevetter-Paraden und sieben Nincevic-Treffern mit 26:23 gewannen - dem allerdings bislang einzigen Erfolg aus 14 Pflichtspielen seit der Bundesliga-Rückkehr der Füchse 2007 (siehe auch Gegnerdaten Berlin). In der vergangenen Spielzeit gewannen die "Zebras" sogar gleich viermal gegen die Bundeshauptstädter, dem 33:32-Auswärtssieg in der Bundesliga drückte im vergangenen Jahr Daniel Narcisse mit neun Treffern seinen Stempel auf.
Berlin wird schwarz-weiß
Fast schon traditionell werden die Kieler auch an diesem Wochenende wieder von vielen hundert Fans in der Bundeshauptstadt unterstützt. Der Fanclub "Schwarz-Weiß" ist bereits am Freitagmorgen zu einer Drei-Tage-Tour nach Berlin aufgebrochen, auch die "Zebrasprotten" werden am Sonntag vor Ort sein, um ihre Mannschaft in der Max-Schmeling-Halle lautstark zu unterstützen. Sie und die THW-Fans, die aus ganz Deutschland in die Bundeshauptstadt reise, können sich im Fuchsbau mit THW-Fanartikeln eindecken: Die "Zebras" werden mit einem eigenen Fanstand vor Ort sein. Angeboten werden unter anderem die neuen Trikots, aber auch viele weitere Highlights.

Die Schiedsrichter des Spitzenspiels am Sonntag sind Fabian Baumgart und Sascha Wild.

(Sascha Krokowski)

Dieser Vorbericht wird wie gewohnt ständig aktualisiert...

Lesen Sie bitte auch

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 14.09.2012:

Bob Hanning: Sieg gegen den THW wäre "für alle ein Segen"

Berlin/Hamburg. Die neue Handball-Saison hat gerade erst begonnen, da hechelt die Konkurenz schon wieder hinterher. Während der Kieler THW-Express Fahrt aufnimmt, nehmen sich die Verfolger aus Hamburg und Flensburg die Punkte gegenseitig weg. Nun ruhen die Hoffnungen der Liga auf Berlin. Die Füchse sind am Sonntag (17.30 Uhr/Sport 1) die erste Bewährungsprobe für den Triple-Gewinner der vergangenen Saison.

"Für die Liga wäre ein Sieg von uns natürlich ein Segen", sagte Füchse-Manager Bob Hanning. "Sicherlich sind alle 16 Vereine in diesem Fall auf unserer Seite." Bei dem Duell in der Schmeling-Halle geht es um die Attraktivität der gesamten Bundesliga. Kiel ist national seit dem 4. Mai 2011 (24:30 in Magdeburg) ungeschlagen und hat saisonübergreifend 40 Siege in Serie eingefahren.

"Wenn Silvio Heinevetter weltklasse hält und wir in den Gegenstößen besser sind, haben wir eine realistische Chance", sagte Hanning, dessen Team beim 27:27 gegen Melsungen am Mittwoch den ersten Punktverlust hinnehmen musste.

Dass ein Erfolg der Berliner im Bereich des Möglichen liegt, zeigt ein Blick zurück. Im vergangenen Jahr verloren die Füchse in eigener Halle hauchdünn mit 32:33. Und auch im Halbfinale der Champions League hatten die Berliner den großen Favoriten am Rande einer Niederlage. Aber, so Hanning, "dran sein und am Ende auch zu gewinnen, sind zwei völlig unterschiedliche Dinge".

In Hamburg gab es nach dem 25:25 zwischen dem HSV und der SG Flensburg am späten Mittwochabend nur lange Gesichter. "Irgendwie ist das Ergebnis unbefriedigend. Wir hätten unsere vielen Überzahlsituationen besser nutzen müssen", sagte HSV-Linksaußen Matthias Flohr enttäuscht. Nach zuletzt vier Pflichtspiel-Siegen ärgerte sich sein Trainer Martin Schwalb über den dritten Punktverlust in der Liga. "Wir hatten den Sieg zum Schluss in der Hand", sagte Schwalb, nachdem ein Treffer von Blazenko Lackovic in der letzten Minute wegen Stürmerfouls aberkannt worden war.

Von Freude war aber auch beim Vizemeister aus Flensburg keine Spur. 13 Minuten vor dem Ende führte die SG beim Nordrivalen mit zwei Toren, dann versagten dem Gast die Nerven. "Der Killerinstinkt, den Kiel seit Jahren hat, fehlt mir noch bei meiner Mannschaft. Aber wir haben einen Riesenschritt nach vorne gemacht", erklärte SG-Trainer Ljubomir Vranjes.

(aus den Kieler Nachrichten vom 14.09.2012)

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 14.09.2012:

Die Berliner Füchse ziehen nach Hohenschönhausen um

Künftig sollen Stars und Talente des Handball-Bundesligisten im Osten der Hauptstadt üben
Berlin. Etwas mehr als 50 Kilometer liegen zwischen der Köln-Arena und der in die Jahre gekommenen Eugen-Haas-Halle in Gummersbach. Hüben ließ der europäische Verband EHF am Pfingstwochenende vor 20 000 Fans die Champions League ausspielen, drüben der DHB kurz darauf die deutsche A-Jugend-Meisterschaft. Von Weltstars zu Talenten - eine größere Spannbreite ist kaum vorstellbar. Bob Hanning und seine Jungs waren die Brücke dafür.

Hanning, 44, saß als Manager der Füchse Berlin in Köln auf der Bank des Final-Four-Teilnehmers; seine Jungs, die Spieler der SG Spandau/Füchse Berlin, feuerten als Zuschauer die Profis an. In Gummersbach wurden Trainer Hanning und seine jungen Füchse Meister. "Mir macht das mehr Spaß als mit den Profis. Das", sagt Hanning, "ist meine Leidenschaft." Und die bekommen bald die Hauptstadt-Stars zu spüren, denn auch Silvio Heinevetter und Sven-Sören Christophersen müssen sich eine neue Heimat suchen - raus aus dem Westen der Stadt, rein in den Osten. Im Sportforum Hohenschönhausen bündelt Hanning ab der Saison 2013/14 alle Talente und Topspieler. "Davon", sagt er, "habe ich schon immer geträumt. Das Sportforum ist schon jetzt unser Füchse-Town". Früher war Hohenschönhausen eines der Zentren des DDR-Sports.

In Fragen der Jugend ist Hanning meisterhaft. Zum vierten Mal gewann er mit Talenten einen nationalen Titel, sein Premierenstück erlebte er 1994 mit TUSEM Essen (mit den späteren Weltmeistern Florian Kehrmann und Torsten Jansen), die Jahrgänge 1993 und jünger der SG Spandau führte er dreimal in Folge nach oben. "Wir sind gezwungen, auf den Nachwuchs zu setzen, wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen", sagt Hanning. "Dafür ist es wichtig, dass wir kurze Wege haben." Dass Rechtsaußen Johannes Sellin (ein in Berlin ausgebildeter U21-Weltmeister) derzeit verletzt fehlt, gleichen die Füchse mit Junioren-Nationalspieler Fabian Wiede (18) aus, der eigentlich erst in zwei Jahren in der Bundesliga auftauchen sollte. "Das ist unser großes Plus", sagt Hanning. "Wir können reagieren und bestmöglich Ersatz rekrutieren."

Auch Jonas Thümmler ist ein gutes Beispiel für Hannings Plan, den er gern mit "Berlinalisierung" umschreibt. Der 19-Jährige hat einen Bundesligavertrag bekommen. In dieser Saison trainiert er mit den Profis, spielt aber weiter in der 2. Mannschaft (3. Liga Nord). Hannings Personalkonzept: 2012/13 teilen sich Kapitän Torsten Laen (32) und Evgeni Pevnov (23) den Job am Kreis, dann soll Laen (eventuell mit Thümmlers Hilfe) der Back-up für Pevnov sein, ab 2014/15 wären dann Pevnov und Thümmler die Kreisläufer im Profikader. "Das ist unser Langzeitplan mit Jonas", sagt Hanning. "Es ist wichtig, dass die Jungen im Anschlusskader Geduld mitbringen." Mit dem U18-Europameister Paul Drux drängt ein weiteres Top-Talent nach.

Außerdem lohnt sich die Nachwuchsarbeit auch wirtschaftlich - immer mehr Sponsoren zeigen Interesse, mittelfristig müsste sich, so Hanning, der Jugendetat ohne Mittel der Bundesliga-GmbH decken lassen. Hanning kann deshalb nicht verstehen, dass A-Jugend-Finalgegner Gummersbach den überragenden Marian Orlowski (Rückraum links) nicht befördert hat. "Stattdessen holen sie sich einen Ausländer, und für dessen Gehalt könnten sie die A-Jugend wahrscheinlich ein Jahr kostenfrei laufen lassen." Hanning kalkuliert anders: Um den selbst ausgebildeten Colja Löffler zu halten, ließ er mit Konrad Wilczynski den Bundesliga-Torjäger der Saison 2007/08 ziehen.

(von Tim Oliver Kalle, aus den Kieler Nachrichten vom 14.09.2012)

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 15.09.2012:

"Das ist ein Kracher"

Handballmeister THW Kiel reist mit viel Respekt zum Tabellenführer Füchse Berlin
Kiel. Die Saison in der Handball-Bundesliga ist erst wenige Spieltage alt, doch die Konkurrenz des THW Kiel vermutet bereits, dass sie nach dem gleichen Drehbuch verlaufen wird wie die vergangene. Deshalb werden morgen (17.30 Uhr, Sport1) viele Manager die Daumen für die Füchse Berlin drücken, die in ihrer mit 9000 Zuschauern ausverkauften Max-Schmeling-Halle die "Zebras" erwarten, die saisonübergreifend mittlerweile 40 Liga-Spiele in Serie gewonnen haben.

"Für die Liga wäre ein Sieg gegen Kiel toll", sagt auch Bob Hanning. Doch der Manager des Tabellenführers wünscht sich die Punkte in erster Linie, um sein stolperndes Team zu stabilisieren. "Das wäre ein Befreiungsschlag für uns." Spätestens nach dem enttäuschenden Heimspiel gegen die MT Melsungen (27:27) vor drei Tagen, haben sich bei den Füchsen viele Fragezeichen eingenistet. Auch Hanning, der den Verein aus der 2. Liga ins Halbfinale der Champions League führte, rätselt kräftig. "Wir haben bislang erst eine gute Halbzeit gespielt", sagt Hanning, der auch seine Einkaufspolitik hinterfragt. "Vielleicht war es ein Fehler, dass ich in der Mannschaft nicht mit neuen Leuten neue Reizpunkte gesetzt habe."

Er spüre eine gewisse Zufriedenheit im Kader, der zwar auf "zwei tolle Jahre" zurückblicken könne. Aber offenbar habe sich die Überzeugung verinnerlicht, dass nun die meisten Gegner auch ohne hundertprozentigen Einsatz zu besiegen seien. Hanning: "Das ist ein Irrtum."

Der 44-Jährige verpflichtete zwar mit dem Ex-Kieler Börge Lund und dem Linkshänder Konstantin Igropulo, den Fuchs und Kumpel Iker Romero vom FC Barcelona nach Berlin lockte, zwei gestandene Profis. Doch sie fehlten verletzungsbedingt über weite Strecken der Vorbereitung. Ob sie, die beide von einer Bauchmuskelzerrung geplagt werden, einsatzbereit sein werden, wusste Hanning gestern nicht. "Unter diesen Voraussetzungen sind wir leider nur Außenseiter. Mir wäre es lieber, wir wären es nicht."

Den Füchsen, die in der vergangenen Saison den dritten Platz belegten, ist es noch nicht gelungen, Alexander Petersson zu ersetzen. Der Linkshänder, der zu den Rhein-Neckar Löwen wechselte, spielte besonders in seinen letzten Wochen im Füchse-Trikot großartig auf. Ähnlich wie Kim Andersson, der nach sieben Jahren die "Zebras" verlassen hat. Eine Baustelle, deren Größe Alfred Gislason intensiv beschäftigt. Eine Baustelle von vielen.

Deshalb, so der THW-Trainer, sei nicht zu erwarten, dass er seinen Kader ähnlich flott rotieren lasse wie beim jüngsten 37:26-Sieg gegen Minden. "Es sei denn, es läuft nicht gut, und ich muss wechseln." Patrick Wiencek, der gegen Minden als 15. Mann im Kader pausieren musste, ist diesmal dabei. Wer letztlich auf der Tribüne sitzen wird, wusste Gislason gestern noch nicht. "Es wird die meisten irgendwann einmal treffen."

Nach dem Abpfiff werde er wissen, wo seine neuformierte Mannschaft stehe, sagt Gislason, der heute mit einer großen Portion Respekt im Gepäck nach Berlin aufbrechen wird. "Wenn dieses Spiel kein Härtetest ist, welches ist es dann? Das ist ein richtiger Kracher." Dass die Liga in seltener Verbundenheit dem Team seines isländischen Landsmannes Dagur Sigurdsson nur das Beste wünscht, beirrt ihn nicht. "Ich kann nicht glauben, dass es gut für den Handball sein soll, wenn wir verlieren. Es ist auch wichtig für unseren Sport, dass wir gut spielen." Er hoffe nur, dass diecgesammelten Wünsche keinen Eindruck auf die Schiedsrichter machen würden. "Der Beste soll gewinnen", sagt Gislason. "Und wenn Berlin das ist, dann ist das eben so."

Fabian Baumgart und Sascha Wild, die erst im Juni vergangenen Jahres in den Elitekader des Deutschen Handball-Bundes aufstiegen, pfiffen in dieser Saison bereits den Supercup zwischen Kiel und Flensburg (29:26). In der Münchner Eissporthalle verlor das junge Gespann aus Südbaden (30/33) nach gutem Start die Kontrolle, verteilte die vielen Fehlentscheidungen aber weitgehend gerecht.

(von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 15.09.2012)

 

Kurzumfragen:

Gewinnt der THW in Berlin?
Ja 89.9%
Nein 5.9%
Unentschieden 4.2%
Anzahl Stimmen: 287

 


User-Tipp:

Füchse Berlin - THW Kiel:

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TV-, Radio- und Internet-Tipps:

  • Sport1-Logo TV: Sport1:
    So., ab 17.30 Uhr: Füchse Berlin - THW Kiel
    live aus der Max-Schmeling-Halle, Berlin
  • NDR 1 Welle Nord-Logo Radio: NDR 1 Welle Nord:
    So., ab 17.30 Uhr: Liveeinblendungen Füchse Berlin - THW Kiel
    (geplante Einblendungen um 17.30 Uhr, 17.50 Uhr, 18.03 Uhr, 18.30 Uhr und in der Schlussphase; nach dem Spiel Bericht um 19.30 Uhr sowie Berichte in den Frühnachrichten am Montagmorgen; Reporter in Berlin ist Nikolaus Hillmann)
    Tip: Welle Nord kann man auch im Internet live hören!
  • Internet:
    Eine Übersicht über verschiedene Live-Ticker finden Sie auf unserer Live-Ticker-Seite.


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