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20.01.2001 WM 2001

So schätzen Deutschlands Handball-Macher die DHB-Chancen ein

Serdarusic fällt Einschätzung schwer

In einer Umfrage von Sport1.de zeigt sich die deutsche Handball-Prominenz zuversichtlich.
Martin Schwalb, Trainer der SG Wallau-Massenheim, freut sich auf "eine junge, dynamische und ehrgeizige deutsche Mannschaft, die sich sehr gut präsentieren wird. Ich hege die Hoffnung, daß wir ins Halbfinale kommen". Denn: "Es war immer schon schwer, eine deutsche Mannschaft zu schlagen. Nach der Vorbereitung weiß man, wo es hapert. Wir werden noch eine Schippe drauflegen."

"Die jungen Spieler müssen bei dieser WM durch die Lehre gehen", meint Ex-Welthandballer Daniel Stephan (TBV Lemgo), der verletzt in Frankreich fehlt. "Auf das Viertelfinale muß Heiner Brand hinarbeiten. Die Chance liegt darin, daß der Erwartungsdruck gering ist. Man kann sich in einen Rausch spielen, aber der Schuß kann mit dieser jungen Mannschaft auch nach hinten losgehen."

Noka Serdarusic. Die Einschätzung der DHB-Auswahl fällt schwer.
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THW-Trainer Noka Sedarusic ist laut Sport1.de mit seiner Einschätzung vorsicht. Eine Einstufung des deutschen Teams fällt ihm "so schwer wie in den letzten zehn Jahren nicht". Er erklärt: "Da sind sehr viele gute Einzelspieler. Aber ich habe Defizite in der Abstimmung untereinander gesehen. Die Zeit, diese zu beheben, könnte für Heiner Brand zu kurz sein." Doch: "Wenn der Einsatz stimmt, und die Qualität der Einzelspieler ist ja vorhanden, dann bekommen wir keine Probleme, das Achtelfinale zu erreichen." Seine Favoriten: "Die Franzosen werden heiß sein. Und dann bleibt es beim Alten: Schweden und Russland."

GWD-Manager Horst Bredemeier meint: "Die Etablierten wie Spanien, Russland, Kroatien, Jugoslawien, Schweden und Frankreich erwarte ich im Viertelfinale." Auch für die deutsche Mannschaft sei die Runde der letzten Acht "ein Muß. Dann wird es ein Rasierklingen-Spiel geben. Zwei, drei Tore werden entscheiden". Bredemeier glaubt aber, dass Bundestrainer Brand diesmal die Alternativen zur Stammformation fehlen. "Das sieht man an den Außen. Florian Kehrmann und Stefan Kretzschmar sind gesetzt, von hinten kommt zu wenig Druck."

Zuversichtlich ist Lemgos Manager Fynn Holpert: "Ich glaube, daß unsere junge, ehrgeizige und hungrige Truppe für eine Überraschung sorgen wird." Die DHB-Auswahl sei nicht so stark wie bei Olympia. "Aber ein Platz unter den ersten Acht wird schon dabei rauskommen", meint Holpert. "Ich habe keine Angst vor einer Blamage. Für viele ist es zwar das erste große Turnier. Aber wir fahren nicht als Kanonenfutter dorthin." Das Erreichen des Halbfinals wäre für Eisenachs neuen Trainer Peter Rost "ein Riesenerfolg". Für Rost ist Heiner Brand der Erfolgsgarant: "Er ist lange im Geschäft und wird alles versuchen. Einige Mannschaften sind im Umbruch. Darin liegt die Chance."

"Vorsichtig" in seiner Erwartungshaltung ist Heinz Jacobsen, Vorsitzender des Ligaausschusses der Handball-Bundesliga. "Ich erhoffe mir, dass wir eine gute Rolle spielen und unter die ersten Acht kommen. Dann scheint mir alles möglich, denn die Tagesform entscheidet." Allerdings seien die Erwartungen geringer als vor Olympia. "Uns fehlen Spielerpersönlichkeiten wie Petersen, Zerbe und Stephan. Das kann man nicht so einfach kompensieren. Wir brauchen aber nicht pessimistisch zu sein. Wir sind dicht an der Weltspitze dran." Das glaubt auch Flensburgs Manager Manfred Werner. Und er sagt: "Die deutsche Mannschaft ist nicht wesentlich schwächer als bei Olympia. Auch andere Nationen haben Umstrukturierungsprobleme." Für Werner kommt die DHB-Auswahl "mindestens ins Viertelfinale. Dann kommt es auf das Glück an. Aber wir sind in der Lage, auch deutlich weiter zu kommen." Ins Finale? "Die Mannschaft hat vor allem aus der Niederlage gegen Ägypten in Sydney gelernt. Auch das Finale ist möglich."


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