THW-Logo
28.04.2007 Champions League

Sport1: "Entscheidung in den letzten Sekunden"

Sport1: Die Handball-News im Internet.
Klicken Sie für weitere Infos! Sport1: Die Handball-News im Internet.
Aus Sport1.de:

München/Flensburg - Seinen Geburtstag würde Kent-Harry Andersson wohl lieber im Kreise seiner Familie verbringen. Nicht auf feindlichem Boden, in der Halle des THW Kiel. Der schwedische Trainer der SG Flensburg-Handewitt wird am Sonntag 58 Jahre alt. Als Geschenk von seinem Team wünscht er sich nicht weniger als den wichtigsten Titel im Vereinshandball weltweit: die Champions-League-Trophäe.
Statt eines beschaulichen Kaffeekränzchens erwartet Andersson der "Hexenkessel" Ostseehalle. Der Coach geht davon aus, dass der Kampf um Europas Thron zwischen Kiel und der SG (So., 17.30 Uhr) auf der Kippe stehen wird. "Egal, ob eine Mannschaft mal mit vier oder fünf Toren führt, das Duell ist noch nicht gelaufen. Die Entscheidung fällt in der letzten Minute, in den letzten Sekunden", sagt Andersson im Gespräch mit Sport1.de. Es gebe nun nicht mehr einen Favoriten, "beide sind Favoriten", so der Erfolgscoach. "Kiel wegen des Heimvorteils. Und wir, weil der THW personell angeschlagen ist und wir alle Mann dabei haben. Es kommt alleine auf die Tagesform an."
Remis nach 60 Minuten
Eine Woche lang konnte Andersson seine Mannschaft auf den zweiten, entscheidenden Teil des Finals vorbereiten. 28:28 steht es nach den 60 Minuten in Flensburg. "Vor dem Hinspiel wurde viel zu viel gesagt. Wir waren übermotiviert, wollten zu viel und standen unter Druck, weil jeder von uns einen klaren Sieg erwartet hat. Das ist jetzt anders", sagt Andersson, der Flensburg zum zweiten Mal in drei Jahren ins CL-Finale führte.
An Celje gescheitert
2004 scheiterte die SG an Celje (siehe Bericht). Jetzt soll nach Meisterschaft 2004 und zwei Pokalsiegen 2004 und 2005 der CL-Titel her. Die Voraussetzungen vor dem ersten Finale schienen ideal. Flensburg mit personellen Alternativen, Kiel ohne Spielmacher und mit nur noch acht Feldspielern, darunter einem 41-Jährigen. Doch der THW gab im Hinspiel lange den Ton an und führte zeitweise sogar mit fünf Treffern. Vor allem Christian Zeitz als Spielmacher hätte ihn überrascht, sagt Andersson: "Er hat sehr diszipliniert gespielt und war sogar noch torgefährlicher als Stefan Lövgren." Der Ausfall von Lövgren schwäche Kiel zwar, gibt Andersson zu, "es können aber sowieso nur sechs Feldspieler ran. Und wenn ich sechs Mal weltklasse habe, macht es nicht so viel aus, dass die Bank nicht so gut besetzt ist".
Schwerstarbeit am Geburtstag
Außerdem habe der THW in vielen Saisonspielen nur mit sieben, acht Feldspielern agiert. "In solchen Spielen kommen meist sowieso nur zehn Akteure zum Einsatz", meint der Coach. Mal sehen, wem Andersson am Sonntag sein Vertrauen schenkt. Auf ihn kommt Schwerstarbeit zu. Das hätte er sich am Geburtstag sicher anders vorgestellt. Nur der Triumph kann da entschädigen.

(Von Michael Schwartz, © 2007 Sport1)


(28.04.2007) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite