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16.04.2009 Champions League

Zebra: Erneute Champions-League-Reform

Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports:

Kein Produkt des Handballs wurde in den vergangenen Jahren soviel geändert wie die Champions League. Nun steht der europäischen Königsklasse eine erneute Reform bevor.
Auf einer Tagung in Wien entschied das Exekutivkomitee der Europäischen Handball Föderation, was zuvor schon lange diskutiert wurde: Bereits ab der kommenden Spielzeit wird die Zahl der an der Champions League teilnehmenden Mannschaften von derzeit 32 auf 24 reduziert. Über die Anzahl der Starter pro Nation entscheidet eine Setzliste, die derzeit erarbeitet wird. Die Bundesliga und die spanische Liga Asobal hatten bislang drei feste Startplätze sowie einen Platz in der Qualifikation. Im Gespräch ist, diese Anzahl ab der kommenden Spielzeit auf zwei feste Startplätze und einen Qualifikationsteilnehmer zu reduzieren.

Einhergehend mit der Reduzierung der Teilnehmerteams beschloss die EHF auch die Wiedereinführung des Achtelfinales. Der in diesem Jahr erstmals praktizierte Modus mit zwei Gruppenphasen gehört damit bereits wieder der Vergangenheit an. Zukünftig wird es nach Gruppenphase ein Achtel- und ein Viertelfinale geben, dem wahrscheinlich ein Final-Four-Turnier mit Halbfinale und Endspiel folgen wird.

Gerade um dieses Final Four, von dem sich die EHF größere Vermarktungs- und Einnahmemöglichkeiten verspricht, hatte es zuvor heftige Diskussionen gegeben: Vor allem die deutschen Vertreter hatten diese Regelung heftig kritisiert. "Das ergibt überhaupt keinen Sinn", sagte beispielsweise HSV-Vizepräsident Dierk Schmäschke. Und auch der ehemalige THW-Geschäftsführer Uwe Schwenker gehört zu den erklärten Gegnern dieser Neuerung: "Das wäre tödlich für uns. Der Anreiz für unsere Fans, sich schon Tickets mit Vorkaufsrecht für die Vorrunde und weitere Partien zu kaufen, wäre dahin." Rund 1,5 Millionen Euro Umsatz stünden auf dem Spiel, wenn das Final Four beschlossene Sache würde - das entspricht rund 20 Prozent des Saisonetats.

Die Vertreter der deutschen Vereine gingen mit dieser Meinung klar in Opposition zu ihren spanischen Kollegen, die - auch aufgrund des geringeren Zuschauerzuspruchs in Spanien - ein Final-Four-Turnier begrüßten und sich offenbar durchsetzen konnten: "Die Vereine haben sich mit überwältigender Mehrheit für ein Final Four ausgesprochen", sagte Reiner Witte, Präsident des Ligen-Vereinigung European Professional Handball Association (EPHLA), der Dänemark, Frankreich, Spanien und Deutschland angehören. Ob das Endrunden-Turnier eingeführt wird, ist vom Ausgang der Verhandlungen mit den potenziellen Ausrichtern abhängig, teilte die EHF mit. Als mögliche Austragungsorte sind Köln mit der Lanxess Arena und Berlin mit der O2 World im Gespräch.

(Von Christian Robohm, aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports)


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