10.12.2010 | WM 2011 |
Dominik Klein will zur WM. |
Davon, dass er ein gesetzter Kandidat sei, wollte er nichts wissen. "Ich habe natürlich den Anspruch, in Schweden dabei zu sein. Aber gesetzt? Nein." Auch Brand bemühte sich, diesen Eindruck schnell zu verwischen. "Ich habe keine Nummer eins." Jeder hätte seine Stärke. Jansen unter anderem in der Deckung, der schnelle Klein gegen offensive Abwehrformationen. Und Gensheimer? "Der Uwe kann überall spielen."
Brand versicherte, Hand aufs Herz, noch keine Entscheidung getroffen zu haben. "Ich werde so lange wie möglich warten, wahrscheinlich wird sie erst nach Weihnachten fallen." Seine Wahl werde auch von dem Gesamtbild des Kaders abhängen. Davon, wer am Jahresende das brutale Programm von bis zu sechs Pflichtspielen mit seinem Club unverletzt überstanden hat. So ist beispielsweise die WM-Zukunft von Holger Glandorf ungewiss, dessen Innenmeniskus im linken Knie lädiert ist. "Mit etwas Glück könnte es für Holger klappen", sagte Teamarzt Berthold Hallmeier. Aber genau weiß es keiner. Größeren Einfluss auf die Linksaußen-Auslese dürfte allerdings haben, ob die Rückraumspieler Pascal Hens und Michael Kraus im Aufgebot stehen. Beide haben das Abwehrspiel nicht erfunden, verteidigen, wenn sie nicht schnell genug ausgewechselt werden können, stets am eher bedeutungslosen Rand der Deckungsreihe. Auf der Halbposition schließt dann, für einen Außen ungewöhnlich, Vereinskollege Jansen die Lücken.
Der 33-Jährige hatte sich, entgegen anders lautender Meldungen, nicht kurzfristig zur Rückkehr entschieden. Die zehnmonatige Pause war mit Brand abgesprochen. Für die EM-Qualifikationsspiele gegen Österreich und Lettland hatte er sich angeboten, doch Brand verzichtete. Schließlich weiß er, was er an dem Routinier hat.
Klein berührt die Diskussion wenig. "Ich war in diesem Jahr bei jedem Lehrgang, bei jedem Training dabei und habe immer Vollgas gegeben. Mehr kann ich nicht machen", sagte der 116-malige Auswahlspieler, der bei den Kollegen wegen seiner offenen Art sehr beliebt ist. "Ich habe Präsenz gezeigt und auch Spaß daran gehabt, Sonderaufgaben zu übernehmen." So wie am Mittwoch, als er als Spitze in einer 5:1-Deckung die Polen verstörte.
Vielleicht entscheidet am Ende wieder der Köln-Faktor für ihn. Hier wurde Klein Weltmeister, hier gewann er im Mai die Champions League - und auf dem Weg zu seinen vier Meisterschaften siegte er hier stets gegen Gummersbach. In Köln ist der 26-Jährige unbesiegt. Und auch diesmal hat er alles unternommen, um am Ende ein WM-Ticket zu gewinnen.
(von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 10.12.2010)
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