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15./17.12.2005 - Letzte Aktualisierung: 17.12.2005 Bundesliga

Nächstes Spitzenspiel: Lemgo erwartet Samstag den THW

WDR überträgt live

Update #2 KN-Vorbericht und KN-Interview mit Christian Schwarzer ergänzt...

Empfängt den THW: Der TBV Lemgo.
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Für den THW gehen am Samstag mit dem Gastspiel beim TBV Lemgo die viel beschriebenen Wochen der Wahrheit in ihre entscheidende Phase. Nur drei Tage nach dem klaren 42:31 - Erfolg gegen Nordhorn wollen die Ostwestfalen Revanche für die unlängst erlittene Niederlage im Pokal-Achtelfinale nehmen, während die Zebras mit selbstbewusster Brust in die ausverkaufte Lipperlandhalle reisen. Der WDR überträgt das Spitzenspiel der Bundesliga ab 15.00 Uhr live.
Nicht einmal drei Wochen ist es her, seit sich die beiden Dauerrivalen zum letzten Mal gegenüber standen. Am 30. November gewann der THW vor nahezu ausverkauftem Haus im DHB-Pokal gegen den TBV. Der zum Teil dramatische Spielverlauf und das unglaubliche Tempo beider Teams beim 40:36-Sieg der Zebras hinterließen bei allen Fans des Handballsports einen bleibenden Eindruck. "Die Zuschauer haben ein mitreißendes Spiel gesehen, das von den Angriffsreihen bestimmt wurde." stellte nicht nur Lemgos Trainer Volker Mudrow nach dem Spiel fest.

Ex-Zebra im Dress des TBV: Sebastian Preiß
Ex-Zebra im Dress des TBV: Sebastian Preiß
Einen bleibenden - wenn auch negativen - Eindruck behielt auch Kiels Kapitän Stefan Lövgren von diesem Pokalspiel: Seine Oberschenkelverletzung, die er sich im Pokal-Spiel zuzog, wird vermutlich einen Einsatz in der Lipperlandhalle verhindern. Auch Christian Zeitz wird wohl nur im Notfall auf die Platte geschickt: "Christian ist seit zwei Tagen wieder im Training, ist aber noch nicht wieder der Alte, da er momentan noch nicht aufs Tor werfen kann. Er könnte jedoch in der Abwehr aushelfen", macht sich Noka Serdarusic zumindest Hoffnungen auf einen Kurzeinsatz.

Der TBV Lemgo ist für die Partie auf jeden Fall gewappnet. Rechtzeitig zum Top-Spiel sind nahezu alle Leistungsträger der Ostwestfalen wieder fit. Den Kader des TBV Lemgo stellten wir Ihnen bereits im Vorbericht zum Pokalspiel ausführlich vor (siehe auch Gegnerkader TBV Lemgo). Ein besonderes Spiel wird das Aufeinandertreffen wohl auch wieder für Sebastian Preiß, schließlich trifft er erstmals vor heimischem Publikum auf seine Mannschaftskameraden der letzten Saison.

Bisher verlief die Saison für den TVB mitnichten nach Plan. Aufgrund der vielen verletzten Leistungsträger zu Beginn der Spielzeit musste Lemgo beim HSV und in Gummersbach in Unentschieden einwilligen, in Göppingen verlor man ebenso wie zuhause gegen den SC Magdeburg. Am Nikolaustag musste der TBV in Flensburg in eine deftige 31:39-Niederlage einwilligen. Zuletzt schlug man in der Bundesliga den Tabellenletzten Concordia Delitzsch deutlich mit 34:24. Trotz der Rückschläge steht Lemgo mit 20:8 Punkten keinesfalls abgeschlagen auf Rang 4 der Bundesligatabelle - und das, obwohl die Lipperländer in bisher 14 Saisonspielen erst vier mal vor heimischem Publikum auftraten (siehe auch Gegnerkurve TBV Lemgo).

Über das letzte Aufeinandertreffen der beiden Teams wurde bereits ausgiebig berichtet. Auch in den vier Partien zuvor behielt übrigens der THW die Oberhand, wobei der 31:26-Erfolg beim Weltrekordspiel in der Arena AufSchalke aus der Auflistung hervorsticht. (siehe auch Gegnerdaten TBV Lemgo).

Trotz der beeindruckenden Kieler Serie ist gegen einen ebenso den Tempohandball bevorzugenden TBV Lemgo immer Vorsicht geboten. An Selbstbewusstsein mangelt es dem THW nach den zuletzt klaren Erfolgen indes nicht. "Wir wollen aus den nächsten drei Spielen sechs Punkte holen", gab Henrik Lundström nach dem Sieg gegen Nordhorn seine eigene Zielvorstellung aus. Beim THW Kiel wäre man beim Eintreffen dieses Wunsches mit Sicherheit nicht unglücklich...

Das Spiel wird ab 15 Uhr vom WDR live übertragen. Schiedsrichter des Duells zwischen dem THW und Lemgo sind Holger Fleisch und Jürgen Rieber.

(Christian Robohm)

Lesen Sie bitte auch den ausführlichen Vorbericht zum DHB-Pokalspiel gegen den TBV Lemgo, den KN-Vorbericht und das KN-Interview mit Christian Schwarzer.

Dieser Vorbericht wird wie gewohnt ständig aktualisiert...

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 17.12.2005:

THW mit viel Rückenwind

Kiel - Die rauschende Pokalnacht, in der die Kieler Zebras und der TBV Lemgo das Ostseehallenpublikum verzückten, liegt gerade zweieinhalb Wochen zurück. Sie bescherte dem THW nach der 40:36-Tore-Gala den Einzug ins DHB-Pokal-Viertelfinale, der TBV dagegen brennt auf Revanche. Gelegenheit dazu bietet sich heute ab 15 Uhr in der "neuen" Lipperlandhalle in Lemgo. Das WDR-Fernsehen überträgt live ab 15 Uhr.

5000 Fans werden den Ostwestfalen den Rücken stärken, denn "für uns zählt nur der Sieg", sagt TBV-Coach Volker Mudrow. Acht Minuspunkte hat der Meister von 1997 und 2003 in der laufenden Saison der Handball-Bundesliga bereits eingesammelt. Ein weiterer Rückschlag würde das endgültige Aus im Titelrennen bedeuten. Bis auf den verletzten Isländer Logi Geirsson hat Mudrow sein Bestaufgebot zur Stelle. Mit dabei ist auch Volker Zerbe, der sich beim Pokalfight in Kiel die Wade zerrte und erstmals im Aufgebot steht. Völlig fit sei Zerbe nicht, "aber wir riskieren es", erklärte der TBV-Coach.

Die Spieler des deutschen Meisters enterten gestern um 13 Uhr den Mannschaftsbus, der sie mit dem Rückenwind der letzten hohen Siege über Paris, Pfullingen und Nordhorn ins Quartier nach Bad Salzufflen brachte. Mit dabei waren auch Kapitän Stefan Lövgren und Linkshänder Christian Zeitz. Den Einsatz der beiden Rekonvaleszenten ließ Noka Serdarusic gestern offen: "Wir wollen nichts überstürzen." Vorteile für Lemgo erwartet Kiels Trainer in punkto Erfahrung und Cleverness. "Da sind sie uns mit ihren Routiniers überlegen, Kehrmann, Baur und Co. verstehen sich im Schlaf." Gegenhalten, so Serdarusic, könne sein THW aber mit Tempo und Ausdauer. "Wir werden den Rhythmus der Lemgoer auf diese Weise stören." Ein Sonderlob spendierte er noch seinem Neuzugang Kim Andersson, dem er hohe Qualität in Abwehr und Angriff bescheinigte. "Ich glaubte, Kim bräuchte ein Jahr, bis er sich einfindet. Aber er hat eine riesige Entwicklung durchgemacht. Ich bin sehr zufrieden."

(Von Reimer Plöhn, aus den Kieler Nachrichten vom 17.12.2005)

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 17.12.2005:

"Ein eminent wichtiges Spiel für uns"

Christian Schwarzer fordert Sieg gegen THW - Nationalmannschafts-Comeback möglich
Christian Schwarzer hat Handball-Geschichte in der deutschen Nationalmannschaft und beim TBV Lemgo geschrieben. Der gebürtige Braunschweiger ist 36 Jahre alt, zählt aber weiterhin zu den Leistungsträgern bei den Ostwestfalen. Die Kieler Nachrichten sprachen mit dem 302-fachen ehemaligen Auswahlspieler.
Kieler Nachrichten:
Herr Schwarzer, nach den Olympischen Spielen 2004 von Athen sind Sie aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. Fehlt Ihnen jetzt etwas?
Christian Schwarzer:
Wir hatten immer viel Spaß bei Maßnahmen, Turnieren und Lehrgängen. Sicher, die Jungs fehlen mir. Ansonsten bin ich froh, dass ich diesen Schritt gemacht habe. Ich habe so viel erlebt. Jetzt ist meine Familie dran. Ich genieße das.
Kieler Nachrichten:
Der TBV Lemgo ist mit 20:8 Punkten Tabellenvierter der Bundesliga. Liegt das im Bereich der Erwartungen?
Christian Schwarzer:
Im Bereich der Erwartungen hätten null Minuspunkte gelegen, 2002/03 haben wir so etwas tatsächlich fertig gebracht. Aber die Liga ist jetzt viel ausgeglichener. Abgesehen von der Heim-Niederlage gegen Magdeburg ist alles o.k.
Kieler Nachrichten:
Ist Lemgo in diesem Jahr für ganz große Titel noch wettbewerbsfähig?
Christian Schwarzer:
Im Prinzip schon, aber wir hatten bisher viel Verletzungspech. Baur, Kehrmann, Stephan - alles Leistungsträger, von denen oft einer fehlte. Mal sehen, wie es geht, wenn alle wieder fit sind.
Kieler Nachrichten:
Lemgo hat 2002/03 den Tempohandball perfektioniert. Jetzt ist es noch schneller geworden, 40 Tore sind keine Seltenheit. Ist das gut für die Sportart? Geht es bald noch schneller?
Christian Schwarzer:
Wir haben damals sehr davon profitiert, weil die gegnerischen Mannschaften überrascht wurden. Jetzt sind zumindest die Spitzenteams darauf eingestellt und spielen selbst alle mit sehr viel Power. Aus meiner Sicht ist es positiv für die Zuschauer und auch für den Sport, weil der komplette Spieler gefordert ist, der Abwehr und Angriff spielen kann.
Kieler Nachrichten:
Sie spielen im TBV-Tempo-System als Nahtstelle zwischen Abwehr und Angriff eine entscheidende Rolle. Das erfordert großen körperlichen Aufwand. Spüren Sie Ihr Alter von 36 Jahren?
Christian Schwarzer:
Als Profi wird körperliche Fitness gefordert, und die ist selbstverständlich. Ich bekomme das noch ganz gut hin. Allerdings fällt mir das Aufstehen morgens nicht mehr ganz so leicht wie noch vor zehn Jahren.
Kieler Nachrichten:
Ihr Vertrag läuft noch bis 2007, geht es danach noch weiter mit Profi-Handball?
Christian Schwarzer:
Ich habe weiterhin viel Spaß, wenn mein Körper mitspielt und der Trainer mich will, hänge ich gerne noch Zeit dran.
Kieler Nachrichten:
Als Ihr Nachfolger steht seit dieser Saison der ehemalige Kieler Sebastian Preiß bereit. Kann er die hohen Erwartungen erfüllen?
Christian Schwarzer:
Sebastian hat sich schon sehr gut eingefunden. Ich traue ihm viel zu und nehme ihn auch mal an die Hand. Er ist auf einem sehr guten Weg.
Kieler Nachrichten:
Zuletzt hatte der THW viermal die Nase gegen Lemgo vorn. Wie geht es heute aus?
Christian Schwarzer:
Ich bin natürlich kein Wahrsager, aber für uns ist das Spiel eminent wichtig. Wenn wir in dieser Saison noch etwas reißen wollen, muss ein Sieg her. Dafür werden wir alles tun.
Kieler Nachrichten:
Heiner Brand erleidet bei der Zusammenstellung eines schlagkräftigen Teams für die WM 2007 in Deutschland immer wieder Rückschläge. Wenn er Sie zu einem Gespräch bitten würde, würden Sie Ihm dann zuhören?
Christian Schwarzer:
Heiner immer. Uns verbindet ein sehr gutes Verhältnis. Wir sind so verblieben, dass er im absoluten Notfall bei mir anrufen darf. Aber nur dann ist ein Comeback möglich. Es ist nämlich an der Zeit, dass Spieler der Generation Kehrmann, Fritz, Zeitz oder Hens jetzt Verantwortung übernehmen müssen. Ohne diese Verletzungsprobleme haben wir nämlich einen starken Nationalmannschaftskader mit guten Perspektiven.

(Das Interview führte Reimer Plöhn, aus den Kieler Nachrichten vom 17.12.2005)

 

Kurzumfragen:

Gewinnt der THW in Lemgo?
Ja 85.9%
Nein 11.3%
Unentschieden 2.8%
Anzahl Stimmen: 177

 


User-Tipp:

TBV Lemgo - THW Kiel:

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TV-, Radio- und Internet-Tips:

  • WDR-Logo TV: WDR, Sa., ab 15.00 Uhr: TBV Lemgo - THW Kiel (live)
  • NDR 1 Welle Nord-Logo Radio: NDR 1 Welle Nord:
    Sa., ab 15.00: Liveeinblendungen TBV Lemgo - TBV Lemgo
    (geplante Einblendungen um 15.00, 15.30, 16.00 und evtl. in der Schlussphase)
    Sa., ab 17.08: Nachbericht in der Sendung Nordsport
     
  • Internet: Knapper Live-Ticker unter handball-welt.de.
     


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