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06.02.2013 Mannschaft

Stippvisite im kalten Kiel

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Wael Jallouz vor  maritimer Kulisse am Kieler Hafen.
Klicken Sie zum Vergrößern! Wael Jallouz vor maritimer Kulisse am Kieler Hafen.
Ein eisig kalter Wind fegt über die Hörnbrücke, im Schneetreiben sind die Stena Line und der Rathausturm nur schemenhaft zu erkennen. Trotzdem strahlt Wael Jallouz, in eine dicke Winterjacke gehüllt und mit einem wärmenden THW-Schal um den Hals, als ob er das Kieler Winter-Schmuddelwetter einfach weglächeln möchte: "Kiel liegt wie Hammamet am Wasser und hat das gleiche Flair. Wasser wirkt beruhigend, und ich werde mich hier wohl fühlen."
Der THW-Neuzugang zur kommenden Saison stattete seiner zukünftigen Heimat einen kurzen Besuch ab. Ziel der Stippvisite waren das Sportmedizinische Institut der Christian-Albrechts-Universität und die Räume des Mannschaftsarztes Dr. Detlev Brandecker. Ein Leistungstest und diverse andere medizinische Checks standen auf dem Programm - und ganz nebenbei blieb auch noch ein wenig Zeit, die Stadt an der Förde zu erkunden. "Das Wetter und die Kälte werden meine Leistung nicht beeinflussen", ist der 21-jährige Tunesier überzeugt, in dessen Heimat im Februar Temperaturen bis zu 20 Grad gemessen wurden. "Das ist für die Jahreszeit viel zu warm, überall spielt das Wetter verrückt. Vor zwei Jahren hatten wir in Hammamet im Februar ebenfalls Schnee." Aber von äußeren Einflüssen möchte sich Wael Jallouz eh nicht von seinem Weg abbringen lassen. Der führt ihn im Sommer eben direkt nach Kiel - zur besten Mannschaft der Welt. "Druck verspüre ich angesichts des Wechsels nicht, ich freue mich auf die Herausforderung und habe viel Selbstvertrauen", sagt der Tunesier. Ruhig, bestimmt tritt er in diesen Tagen auf - und ist augenscheinlich bereits jetzt topfit. "Ich trainiere, um mich wohl zu fühlen." Deshalb reagiert er auch gelassen auf die Frage eines Journalisten, ob seine Religion, die im Sommer eine vierwöchige Fastenzeit feiert, einer Karriere in Deutschland im Weg stehen könne. "Ich trage meinen Glauben im Herzen. Es kann aber nicht Sinn meiner Religion sein, durch Fasten meinem Körper zu schaden und mich an der Ausübung meines Berufes zu hindern. Ich komme nach Kiel, um Handball zu spielen. Das ist meine Verpflichtung - und nicht der Ramadan."

Auf dem Sprung nach oben.
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Es ist diese profihafte Einstellung, die aus dem jungen Tunesier eines der begehrtesten Handball-Talente der Welt gemacht hat. Mit sechs Jahren träumte er von einer Tenniskarriere, doch in den Straßen Hammamets wird Handball gespielt. Dort, wo in Deutschland mit dem Fußball geschossen wird, werfen die Kinder in dem tunesischen Touristenort mit dem Handball auf Garagentore. Wael Jallouz war schon immer groß für sein Alter - und so wurde er mit neun Jahren entdeckt. Später kamen Jugend- und Junioren-Auswahlspiele hinzu, die Wael Jallouz 2011 mit dem dritten Platz bei der Junioren-WM für große europäische Clubs interessant machte. Es folgte das Debüt für die tunesische Nationalmannschaft: In seiner Heimat ist Wael Jallouz längst ein Idol, eine Berühmtheit. "Ich habe keine Vorbilder im Handball", sagt der 21-Jährige - und lächelt wieder. "Aber seit 2011 schaue ich jedes Spiel des THW Kiel, das es im Fernsehen oder Internet zu sehen gibt." Deshalb sprudeln die Namen der aktuellen "Zebra"-Herde auch wie selbstverständlich aus seinem Mund. "Marcus Ahlm ist der Kapitän, und nächstes Jahr wird dies Filip Jicha sein." Er ist stolz, ab der nächsten Saison das Trikot mit der Nummer 22 beim deutschen Rekordmeister zu tragen. "In Deutschland spielen die besten Mannschaften der Welt. Und ich darf nächstes Jahr in jedem Heimspiel vor mehr als 10.000 Zuschauern spielen. Das wird mir einen Kick geben."

Wael Jallouz beim Leistungstest.
Klicken Sie zum Vergrößern! Wael Jallouz beim Leistungstest.
Im Sommer wird er sich vermutlich in Melsdorf einrichten - allein. "Meine Familie darf mich besuchen, wenn ich wirklich auf eigenen Füßen stehe." Dazu gehört für Jallouz auch, gut Deutsch zu sprechen. Deshalb hat er in Tunesien einen Lehrer engagiert, deshalb spricht er mit seinem Vater zu Hause auch viel Deutsch. "Und in Kiel habe ich so viele Menschen, die mir helfen werden. Ich habe mich vom ersten Tag an nicht fremd gefühlt beim THW Kiel, der Verein und seine Mitarbeiter kümmern sich rührend um mich."

 

 

Foto-Aktualisierung vom 06.02.

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Wael Jallouz. Radhi Rhouma (Vizepräsident AS Hammamet), Betreuer Frederic M. Tarhouni und Wael Jallouz. Wael Jallouz. Wael Jallouz.
Wael Jallouz. Radhi Rhouma (Vizepräsident AS Hammamet), Betreuer Frederic M. Tarhouni und Wael Jallouz. Wael Jallouz. Wael Jallouz.
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Wael Jallouz. Wael Jallouz. Wael Jallouz. Wael Jallouz.
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Wael Jallouz beim Medizin-Check. Wael Jallouz beim Medizin-Check.
Wael Jallouz beim Medizin-Check. Wael Jallouz beim Medizin-Check.
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