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12.12.2011 Bundesliga

Kieler Nachrichten: Abstiegsangst in Gummersbach

Platz 16: Gründungsmitglied der Bundesliga steht vor einem Scherbenhaufen

Aus den Kieler Nachrichten vom 12.12.2011:

Gummersbach. Am Ende stimmte wenigstens die Chemie wieder. Die Fans des VfL Gummersbach verabschiedeten ihr Handballteam am Sonnabend mit freundlichem Beifall in die Kabine, obwohl ihre Lieblinge gerade mit 27:35 (14:17) gegen die Rhein-Neckar Löwen die nächste herbe Pleite kassiert hatten und sich als Tabellen-14. mit 7:23 Punkten endgültig im Abstiegskampf der Bundesliga wiederfinden.
Allerdings verloren die Gummersbacher gegen eine mit internationalen Stars besetzte Mannschaft, nachdem der schwer kriselnde VfL nur drei Tage zuvor gegen HBW Balingen mit 27:31 den Kürzeren gezogen hatte. Und dieses Debakel gegen einen höchst durchschnittlichen Gegner hatte das Gummersbacher Publikum mit gellenden Pfiffen quittiert und die Eugen-Haas-Halle unter wütenden "Aufhören-Aufhören"-Rufen verlassen. Eine Novum im Oberberg.

Die beiden Niederlagen bedeuten auch einen Fehlstart für den neuen Gummersbacher Cheftrainer Emir Kurtagic. Allerdings weiß auch Kurtagic als vorheriger Assistenztrainer des freigestellten Sead Hasanefendic nur zu gut um die massiven Probleme des Traditionsclubs, der die Bundesliga-Lizenz im Sommer nur auf den letzten Drücker erhielt.

Gleichzeitig verlor der VfL in den Weltklasseathleten Goran Stojanovic (Rhein-Neckar Löwen) und Drago Vukovic (TuS N.-Lübbecke) sowie dem Franzosen Geoffroy Krantz (St. Raphael/ Frankreich) und Ex-Nationalspieler Adrian Wagner (VfL Bad Schwartau) gleich vier Stammkräfte. Kurtagic wiederholt die gebetsmühlenartig vorgetragenen Klagen seines Vorgängers: "Unsere Personaldecke ist sehr, sehr dünn. Wir haben auf bestimmten Positionen nicht die Qualität anderer Bundesligisten." Dies gilt vor allem für die Torleute: Aljosa Rezar oder Vjenceslav Somic haben nicht die Klasse eines Stojanovic. Auch Barna Putics kann auf der Königsposition im linken Rückraum Vukovic nicht gleichwertig ersetzen.

Dennoch sieht Bundesliga-Trainer-Novize Kurtagic nach dem Spiel gegen die Löwen realistische Chancen auf Besserung und damit auf den Erstliga-Verbleib. "Wir haben gegen ein absolutes Top-Team 50 Minuten ein sehr starkes Spiel gemacht. Wenn uns das künftig über die volle Spielzeit gelingt, werden wir auch wieder Siege holen", meinte Kurtagic. Hoffnung macht auch Stojanovic seinem Ex-Team: "Der VfL wird aus dem Keller kommen. Dass die Mannschaft genug Substanz hat, hat sie gegen uns gezeigt."

(aus den Kieler Nachrichten vom 12.12.2011)


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