 |
Die Mannschaft des ThSV Eisenach kehrt nach
neun Jahren in die erste Liga zurück.
©
ThSV |
Nach dem Bergischen HC und dem TV Emsdetten konnte
sich nun auch der ThSV Eisenach das Ticket für die
DKB Handball-Bundesliga sichern. Die Thüringer gewannen
am 35. und vorletzten Zweitliga-Spieltag am Samstag
mit 27:26 (14:10) gegen Eintracht Hildesheim und sind
damit vom dritten Tabellenplatz nicht mehr zu verdrängen.
Damit feiern die Lutherstädter nach neun langen Jahren
die Rückkehr in die Erstklassigkeit - von 1997 bis 2004
spielte der ThSV in der ersten Liga, mit Spielern wie
dem späteren Flensburger Jonny Jensen, dem spanischen
Beidhänder Sergio Ruiz Casanova, dem Allrounder Stefan
Just, dem französischen Rechtsaußen Stephane Joulin und
dem einstigen "Zebra"
Karsten Wöhler -
seit 2009 Geschäftsführer des Vereins -
gelang in der Spielzeit 2001/02 mit Platz 10 die beste
Platzierung (siehe auch
Gegnerdaten Eisenach).
Die Leistungsträger der neuen Generation sind andere:
Der 29-jährige Rechtsaußen Nick Heinemann ist mit
152/67 Treffern bester Schütze seiner Mannschaft und
bildet zusammen mit dem 30-jährigen Letten Girts
Lilienfelds (128 Tore) die starke rechte Seite bei
den Thüringern. Der Schlüsselspieler der Mannschaft
von Adalsteinn Eyjolfsson ist aber ein Isländer:
Spielmacher Hannes Jon Jonsson, der bis zur vergangenen
Saison bei der TSV Hannover-Burgdorf spielte, erzielte
auch gegen Hildesheim wieder sieben Treffer und schraubte
damit sein Konto auf 145/21 Tore - und das, obwohl der
33-Jährige zwölf Saisonspiele verpasste, nachdem ihm im
Oktober 2012 bösartige Tumore in der Blase diagnostiziert
und entfernt wurden. Völlig zurecht wurde Jonsson
zum besten Spieler dieser Zweitligasaison gekürt.
Der derzeitige Etat von 1,1 Millionen Euro soll zur
nächsten Saison leicht erhöht werden. Allerdings gibt
es für den ThSV Eisenach noch ein großes Problem: Die
Werner-Haßmann-Halle, in der der THW Kiel im November
1998 (22:24) und im November 2000
(22:23) verlor, ist nicht erstligareif,
Umbaumaßnahmen für drei bis fünf Millionen Euro sind
notwendig. Der ThSV hofft auf eine Ausnahmeregelung und
Hilfe vom Land, sonst müssten die Heimspiele im hessischen
Rotenburg an der Fulda ausgetragen werden.
Wieder Spannung im Abstiegskampf
 |
Ergebnisse und Tabelle der DKB Handball-Bundesliga finden
Sie hier.
|
Derweil steht mit dem TV Neuhausen nach dem TuSEM
Essen der zweite Absteiger aus der DKB Handball-Bundesliga
fest. Urgestein TV Großwallstadt hingegen kann wieder
hoffen: Vier Tage nach der höchsten Bundesliga-Niederlage
der Vereinsgeschichte (20:38 in Göppingen) rehabilitierten
sich die Franken am Samstag durch einen 33:28-Sieg in
Lübbecke. Mit 15:51 Punkten und dem besseren Torverhältnis
kann der TVG nun noch den VfL Gummersbach (16:48) oder
GWD Minden (17:47) abfangen - Patzer der Konkurrenten
und ein Heimsieg Großwallstadts am letzten Spieltag
vorausgesetzt. Allerdings kommt am kommenden Samstag
ausgerechnet der THW Kiel. Zudem hängt der drohende
Lizenzverlust noch wie ein Damoklesschwert über dem
Verein.