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19./22.05.2004 - Letzte Aktualisierung: 22.05.2004 Bundesliga

Saisonabschluss gegen Kronau/Östringen

Update #1 Aktualisierung vom 22.05...

Kann sich das Team der SG Kronau/Östringen noch retten?
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Am kommenden Sonntag empfängt der THW die abstiegsbedrohte SG Kronau/Östringen. Während der THW sein Saisonziel - die Qualifikation für die Champions League - bereits erreicht hat, wollen die Süddeutschen in der Ostseehalle nach dem rettenden Strohhalm greifen. Anwurf ist um 15 Uhr.
Zur Zeit liegt Kronau/Östringen mit 18:48 Punkten und -93 Toren auf Platz 16, der zur Teilnahme an den Relegationsspielen berechtigen würde. Mit im Abstiegskampf befinden sich noch der VfL Pfullingen (15., 19:47 Punkte, -99 Tore), der ThSV Eisenach (17., 17:49, -133) und der Stralsunder HV (18., 17:49, -161). Drei dieser vier Vereine müssen am kommenden Sonntag auswärts ran. Pfullingen muss in Wilhelmshaven antreten, Kronau/Östringen beim THW, Eisenach in Minden. Nur Stralsund hat gegen Wetzlar ein Heimspiel. THW-Trainer Noka Serdarusic hatte seiner Mannschaft schon gegen Stralsund verordnet, das Spiel ernsthaft anzugehen. "Kiel hat noch nie Punkte verschenkt", erklärte THW-Coach Serdarusic nach dem Sieg in Stralsund. Keiner bei den Zebras will, dass man mangels Engagement den Abstiegskampf entscheidet. Deswegen will der THW auch "auch im letzten Spiel gegen Kronau volle Pulle spielen und damit hoffentlich Stralsund helfen", sagte THW-Trainer Serdarusic in Stralsund am vergangenen Sonntag (siehe auch Restprogramm der abstiegsgefährdeten Teams). Dass Kronau/Östringen überhaupt noch die Chance hat, sich in die Relegation zu retten, verdankt man dem 33:29 (18:15)-Heimsieg über Frisch Auf Göppingen. Göppingen ist bei 20:46 Punkten und -63 Toren dennoch praktisch gerettet.

Das Hinspiel hatte der THW bei den Kröstis mit 36:25 (17:9) klar gewonnen (siehe Bericht) und stieß die Süddeutschen damit noch weiter in den Abstiegssumpf. In prekärer Lage - Kronau/Östringen war inzwischen Tabellenletzter - wurde die russische Torhüterlegende Andrej Lawrow verpflichtet. Zuvor war auch Sören Haagen im Gespräch gewesen (siehe Bericht).
Mariusz Jurasik ist gefährlichster Angreifer bei den "Kröstis".
Mariusz Jurasik ist gefährlichster Angreifer bei den "Kröstis".
Die restliche Mannschaft von Trainer Roth stellten wir bereits im Vorbericht zum Hinspiel bereits ausführlich vor. Beste Schützen sind Mariusz Jurasik (171/52, RR), Davor Dominikovic (106/20, RL), Holger Löhr (98, RA), Andreas Blank (85/19, LA) und Jens Häusler (83, Kreis).

Trotz der Abstiegsgefahr sind bei den "Kröstis" die Weichen auf Expansion gestellt. Mit einem potenten Sponsorenpool im Rücken und unterstützt von SAP-Gründer Dietmar Hopp will Kronau/Östringen sich mittelfristig unter den Top-6 der Bundesliga etablieren. Im Falle eines Abstieges wird der sofortige Wiederaufstieg angepeilt, damit die SG in der im Bau befindlichen "Mannheim Arena" als Erstligist auflaufen kann. Und auch Personalentscheidungen sind gefallen: Trainer Michael Roth fungiert in der kommenden Saison als sportlicher Leiter. Ihn beerbt als Coach der ehemalige französische Nationalspieler Frederic Volle, der nach seinem Engagement bei Wallau zuletzt in Japan aktiv war.

Die Partie wird geleitet von den Unparteiischen Kaiser (Varel) / Kaiser (Bad Zwischenahn).

Aktualisierung vom 22.05.

"Wir werden gewinnen", sagt THW-Manager Uwe Schwenker zu NDR Online: "Der Trainer und ich haben noch einmal eindringlich an die Verantwortung der Spieler appelliert. Außerdem wollen sich unsere Akteure mit einem Sieg verabschieden."

Lesen Sie auch den Vorbericht der Kieler Nachrichten zum Spiel...

Dieser Vorbericht wird wie gewohnt laufend aktualisiert...

 

 

 


Aus den Kieler Nachrichten vom 22.05.2004:

THW Kiel verabschiedet sich aus der Saison

Sonntag gegen Kronau: Letztes Spiel für Jacobsen, Przybecki und Lozano
Kiel - Kehraus in der Ostseehalle. Am Sonntag (15 Uhr) verabschiedet der THW Kiel beim Saisonabschluss gegen die SG Kronau-Östringen Demetrio Lozano, Piotr Przybecki und Nikolaj Jacobsen. Gut möglich, dass der Vizemeister auch den Gast verabschiedet. Aus der Handball-Bundesliga. Noch klebt der Aufsteiger zwar auf dem 16. Tabellenplatz und könnte sich über die Relegation retten. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der ThSV Eisenach (17./17:49 Punkte) bei dem zuletzt sehr lustlosen Ensemble von GDW Minden gewinnt und die "Kröstis" Millimeter vor dem Zielstrich abfängt. Ein Pünktchen in Kiel würde reichen, um Eisenach auf Distanz zu halten. Doch wer glaubt daran? Uwe Schwenker auf jeden Fall nicht. Deshalb gab der THW-Manager gemeinsam mit Trainer Noka Serdarusic grünes Licht für eine dreitägige Sause auf Mallorca. "Ich setze auf den Charakter unserer Mannschaft."

An dem hat auch Karsten Wöhler keinen Zweifel. Der 29-Jährige spielte drei Jahre in Kiel und ist heute Kapitän in Eisenach. "Ich bin mir zu 99 Prozent sicher, dass da nichts anbrennt. Kiel will nicht ins Gerede kommen." Leise Hoffnung, dass den Kielern auf der Partyinsel die Bindung zum Alltag abhanden gekommen ist, hat lediglich Davor Dominikovic. Der Kroate, der wegen einer schweren Rückenprellung nicht acht Stunden im Bus sitzen darf, wechselte vor der Saison von Kiel nach Kronau. "Die haben richtig Spaß gehabt. Nun sind sie bestimmt müde und haben vielleicht keinen Bock mehr." Allerdings, so der 26-Jährige, hätten seine Ex-Kollegen Sanktionen zu erwarten. "So schnell gibt Noka nicht drei Tage frei."

Die Gäste setzen aber nicht nur auf müde Kieler. Sie hoffen auch auf das große Herz von Christian Zeitz. Der THW-Neuzugang spielte schon als kleiner Junge für die "Kröstis" und hatte maßgeblichen Anteil am Aufstieg in die 1. Liga. "Die Situation ist schon ein bisschen blöd", meint Zeitz, der zuletzt häufig von SG-Betreuer Konrad Hoffmann angerufen wurde. "Er hat mich gebeten, ein paar Tore weniger zu werfen", meinte Zeitz augenzwinkernd. Der "Vollblut-Krösti" (Schwenker) wirft seinen Ex-Klub in die 2. Liga - eine Konstellation, vor der sich Zeitz nicht drücken will. "Ich hoffe, der Trainer stellt mich trotzdem auf. Ich verspreche, richtig aufs Tor zu werfen." Egal wie das Spiel endet - gefeiert wird auf jeden Fall. Der NDR lässt es bereits ab 16 Uhr auf dem Europaplatz krachen. Nach Spielende werden Stefan Lövgren & Co da anknüpfen, wo sie am Mittwochabend auf Mallorca aufhörten.

Seit gestern läuft der Vorverkauf für die neuen Dauerkarten. Bis zum 12. Juni haben die Besitzer eines Stammblattes Gelegenheit, am Ticketcenter der Ostseehalle Karten zu kaufen. Die Preise sind unverändert. Am Sonntag hat das Ticketcenter von 12 bis 15 Uhr geöffnet.

(Von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 22.05.2004)

 

 

Zwischen Visionen und Abstiegsangst

Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports:

Seit dem 1. Juli treten die TSG Kronau und der TSV Östringen als Spielgemeinschaft Kronau/Östringen auf und erhoffen sich vom Zusammenschluss für die Zukunft große Impulse. Eine wichtige Entscheidung wurde damals bereits gefällt: Alle Heimspiele der ersten Mannschaft fanden von dort an in der 4000 Zuschauer fassenden Rhein-Neckar-Halle in Eppelheim statt. "Keine Alternativen" (Just) und "Sicherheitsauflagen in Kronau und Östringen" (Kramer) waren für diesen Schritt ausschlaggebend.

Heute denkt man bereits einen Schritt weiter denn die SG Kronau/Östringen stellt die Weichen für die Zukunft. Mit einer neuen Zielsetzung, die im Organisationsbereich der SG einige Änderungen erfordert, strebt der Bundesligist in den nächsten Jahren einen Platz unter den "Top 6" im deutschen Handballgeschehen an. Außerdem soll die neu erbaute Mannheim Arena ab der übernächsten Saison als Heimstätte dienen. Angesichts des allgemeinen Bundesligatrends, weg aus dem Dorf, rein in die Großstadt, und den positiven Beispielen aus Gummersbach oder Hamburg folgend, ein nachzuvollziehender Schritt. Wenn dieser nur mal nicht einen Schritt zu weit gedacht ist. Die Spielgemeinschaft befindet sich derzeit auf dem letzten Tabellenplatz und somit mitten im Strudel des Abstiegs. Zu einer erstklassigen Karosserie gehört nun mal immer noch ein funktionstüchtiger Motor - der könnte bei den Baden-Württembergern allerdings bald ins Stocken geraten, stiege man tatsächlich ab.

Davor Dominicovic, Ex-THWer in Diensten der "Kröstis", macht sich diesbezüglich allerdings weniger Sorgen: "Ich sehe die Zukunft des Vereins sehr positiv. Die Sponsoren wollen die Mannschaft auch im Falle des Abstiegs weiter unterstützen und den sofortigen Wiederaufstieg anstreben". Doch soweit muss es ja gar nicht erst kommen. Der Abstand zum Relegationsplatz 16 beträgt lediglich einen Punkt, dem "Endspiel" in Kiel geht ein wegweisendes Heimspiel gegen Göppingen voraus. Noch ist nicht aller Tage Abend in der Talentschmiede Kronau/Östringen, der ja auch Christian Zeitz entstammt. Und was die 1. Mannschaft für die Zukunft anstrebt, hat sich in der A-Jugend-Mannschaft der JSG Östringen/Kronau/Schönborn, welche zuletzt die Süddeutsche Meisterschaft für sich entschied, bereits verwirklicht. Das Ziel, auch weiterhin talentierte junge Handballer an die Handball-Bundesliga heranzuführen und die "Nationalspieler von morgen" zu fördern steht auch weiterhin ganz weit oben auf der neuen Vereins-Organisationsliste. Die Erstligamannschaft als Sprungbrett und Prestige-Objekt der Rhein-Neckar-Region soll dabei natürlich erhalten bleiben.

"Solange rechnerisch alles möglich ist, glaube ich fest daran, dass wir den Klassenerhalt schaffen können. Mein Motto ist: Kämpfen bis zum Schluss!", gibt sich Davor kämpferisch. Doch er weiß natürlich auch ob der Schwierigkeit seiner Aufgabe. "Bisher haben wir nur ein einziges Auswärtsspiel für uns entscheiden können und der THW verschenkt in heimischer Halle ungern Punkte", weiß der kroatische Nationalspieler. Dem so leeren Blatt der Spielbegegnungen zwischen den beiden Teams wird sich am heutigen Nachmittag ein zweites Ergebnis (nach dem 25:36 im Hinspiel) hinzugesellen. Es bleibt zu hoffen, dass dies keine abschließende Liste darstellt, denn Spitzenhandball in Mannheim wäre sicherlich eine Bereichung für die Bundesliga. Dennoch werden sich die Zebras ins Zeug legen, ihrem treuen Publikum zum Abschied aus dieser Saison den vorerst letzten Sieg vor der Sommerpause zu schenken...

(Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports)

 

 

Davor Dominikovic im Interview

Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports:

Davor Dominikovic: Bei Kronau/Östringen  zweitbester Schütze.
Klicken Sie für weitere Infos! Davor Dominikovic: Bei Kronau/Östringen zweitbester Schütze.
Der kroatische Weltmeister in Diensten der SG Kronau/Östringen, Davor Dominikovic, spielte in der Saison 2003/2004 noch für Kiel, konnte sich in dem einen Jahr jedoch nicht für eine Vertragsverlängerung durchsetzen. Im Süden der Republik angekommen, wollte er dort beweisen, dass er nicht nur ein Abwehrspezialist ist, sondern auch im Angriff guten Handball spielen kann, was er mit bislang 119 Toren unter Beweis gestellt hat. Thomas Fischer (living sports) unterhielt sich mit dem sympathischen Hühnen (2,03 m) rückblickend über Kieler Zeiten und den spannenden Abstiegskampf mit den "Kröstis".

Zebra:
Hallo Davor! Es ist ja gar nicht lange her, da hast du selber noch Deine Heimspiele in der Ostseehalle absolviert. Heute trittst Du hier mit der SG Krönau/Östringen an. Hast Du Kiel in guter Erinnerung?
Davor Dominikovc:
Ja, natürlich, in sehr guter Erinnerung sogar! Kiel war für mich etwas ganz Neues, eine andere Art für mich, Handball zu spielen, ein professionelles Umfeld, klasse Fans und natürlich sehr viele nette Leute. Ich pflege auch heute noch wöchentlich meine Kontakte nach Kiel. Ich freue mich also besonders, meine alten Freunde dort wieder zu sehen und ganz klar: endlich wieder in der Ostseehalle aufzulaufen. Das ist immer ein tolles Erlebnis!
Zebra:
Hast Du die Entwicklung beim THW in dieser Saison verfolgt? Wie beurteilst Du die Mannschaft und die fast abgelaufene Saison?
Davor Dominikovc:
Es war interessant, die Entwicklung der Mannschaft von hier unten im Süden aus zu verfolgen. Die vielen Neuzugänge mussten erst einmal integriert werden und mit der Zeit lief alles immer besser. Ich denke, wenn der THW von Anfang an in dieser Form gespielt hätte, wäre er wohl auch Meister geworden. Es fehlte vielleicht auch das entscheidende Quentchen Glück gegen Flensburg. Ich rechne aber ganz fest damit in der nächsten Saison, in diesem Jahr muss man es einfach den Flensburgern gönnen, die müssen auch einmal gewinnen. Zum Gewinn des EHF-Cups kann man dem THW übrigens nur gratulieren! Ein Pokal war mit der neu zusammengesetzten Mannschaft nicht unbedingt zu erwarten.
Zebra:
Wärst Du vielleicht auch gerne noch in dieser Saison beim THW dabei gewesen?
Davor Dominikovc:
Ja, klar, aber die Entscheidung lag leider nicht bei mir. Ich hatte nur einen Jahresvertrag und der wurde nicht verlängert - das muss ich akzeptieren, das Leben geht schließlich weiter. Ich war auch selber nicht zufrieden mit meiner Leistung, war einige Male verletzt und konnte nie wirklich zeigen, was ich kann.
Zebra:
Bei den "Krösis" wolltest Du Dein Image des Abwehrspezialisten beim THW Kiel loswerden und zeigen, dass Du auch im Angriff guten Handball spielen kannst. In Eurer internen Torschützenliste belegst du mit 119 Toren aktuell den 2. Platz. Würdest Du sagen, dies ist Dir damit gelungen?
Davor Dominikovc:
Das ist eine komische Situation für mich bei der SG, da ich heute nur noch Angriff spiele, nicht mehr in der Abwehr. Ich hatte mich während der EM in Slowenien verletzt und mein Trainer sagte mir, ich solle meine Kräfte schonen. So haben wir es bislang meistens beibehalten. Mittlerweile vermisse ich es, auch in der Abwehr mitzuspielen. Das Tore werfen fällt mir bei Kronau/Östringen natürlich ein bisschen leichter als in Kiel, da ich in diesem Verein auch eine ganz andere Rolle einnehme. Es ist also nicht mit der vorigen Saison beim THW zu vergleichen. Letztendlich finde ich es aber auch nicht wichtig, wie viele Tore der einzelne wirft. Handball ist ein Mannschaftssport und nur wenn man gut zusammen spielt, hat man eine Chance zu gewinnen.
Zebra:
Bist Du mit Deiner persönlichen Leistung zufrieden in dieser Saison?
Davor Dominikovc:
Nein. Ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht zufrieden bin mit meiner Leistung. Ein paar Spiele waren gut, andere waren wiederum weniger gut. Ich habe insgesamt betrachtet keine konstante Form gefunden. Meine eigene Leistung stelle ich ganz klar an zweiter Stelle hinter der Mannschaftsleistung zurück, bei einem Blick auf die Tabelle kann man jedoch alles andere als zufrieden sein.
Zebra:
Mit der SG stehst Du momentan auf dem letzten Tabellenplatz mit einem Punkt Abstand vom Relegationsplatz 16. Was ist Deiner Meinung nach schief gelaufen?
Davor Dominikovc:
Das ist schwer zu sagen. In das Gesamtergebnis spielen viele Dinge mit ein, die von Anfang an nicht funktioniert und sich auch nicht später im Erfolg eingestellt haben. Wir konnten zwar ein paar Spiele für uns entscheiden, vielleicht lag es am mangelnden Glück oder daran, dass die Mannschaft allgemein nicht erfahren und abgeklärt ist, weshalb wir uns bislang nicht durchsetzen konnten. Oft haben wir Punkte erst in der Schlussphase des Spiels verloren, nachdem wir das Spiel eigentlich gut im Griff hatten, wie z.B. zuletzt gegen Großwallstadt. Zudem kommt hinzu, dass wir ausgerechnet gegen unsere direkten Konkurrenten im Abstiegskampf meist nicht gut aussahen, das wiegt angesichts des engen Tabellenendes somit doppelt schwer. Hätte ich eine Lösung für unsere Probleme, wäre ich ein Trainer - aber ich bin nun mal ein Spieler.
Zebra:
Nach Eurer letzten Niederlage gegen Essen wurde der Mannschaft teilweise vorgeworfen, sie würde für den Klassenerhalt nicht genug "malochen". Habt Ihr Euch schon aufgegeben?
Davor Dominikovc:
Solange rechnerisch alles möglich ist, glaube ich fest daran, dass wir den Klassenerhalt schaffen können. Mein Motto ist: Kämpfen bis zum Schluss! Und wer weiß, vielleicht können wir es mit dieser Einstellung und ein wenig Glück tatsächlich noch schaffen. Unser nächstes Spiel gegen Göppingen ist für uns insofern extrem wichtig, da wir in diesem Spiel noch die realistischste Chance haben, das Spiel für uns zu entscheiden. Zudem ist es ein Heimspiel. Wir müssen alle Kräfte mobilisieren und kämpfen, kämpfen, kämpfen.
Zebra:
Das Spiel gegen Kiel ist Euer allerletzter Strohhalm, an den ihr euch klammern könnt, um den Abstieg zu verhindern. Für den THW geht es praktisch um nichts mehr als ein gutes Saisonende. Die Chancen, in Kiel mit einem Kraftakt doch zu punkten, könnten also theoretisch schlechter sein, oder?
Davor Dominikovc:
Du meinst, wir werden gegen den THW gewinnen (schmunzelt). Wir werden sehen - es ist bis zur letzten Sekunde alles möglich. Aber im Ernst: um in der Ostseehalle zu gewinnen, muss schon wirklich alles stimmen, und beim THW muss einiges schief laufen. Wir haben in der ganzen Saison nur ein einziges Auswärtsspiel gewonnen, das wird eine sehr schwere Aufgabe. Auch wenn unsere Chancen nur minimal sind, wir müssen wenigstens versuchen, sie zu nutzen. Ich hoffe natürlich, dass der THW am Ende schön feiert und die Spieler alle an Urlaub denken, die Punkte könnten wir besser gebrauchen.
Zebra:
Wir werden sehen. Wie lauten Deine persönlichen Pläne? Gilt dein Vertrag auch für die 2. Liga? Wo siehst Du Deine Zukunft?
Davor Dominikovc:
Ich habe noch keine konkreten Pläne. Mein Vertrag gilt nicht für die zweite Liga, aber es haben auch noch keine ernsthaften Gespräche mit anderen Vereinen stattgefunden. Wir wollen erstmal abwarten, wohin uns der Weg in Kronau führt. Ich hoffe, dass wir der Bundesliga erhalten bleiben. Der Verein hat jedenfalls große Pläne und will z.B. mit neuen Sponsoren in der übernächsten Saison seine Heimspiele in der neuen Halle in Mannheim austragen, insofern ist es dem Verein sehr wichtig, die Klasse zu halten, beziehungsweise den direkten Wiederaufstieg zu schaffen. Ich sehe die Zukunft der Mannschaft sehr positiv, ob mit oder ohne mich. Ich habe keine Ahnung, wo ich nächstes Jahr spielen werde. Das einzige, was ich sicher weiß, ist, dass es im Anschluss an die Saison ins Trainingslager für die Olympischen Spiele geht. Das ist ein Traum für mich!
Zebra:
Mit Kroatien bist Du gegen Deutschland 2003 Weltmeister geworden. Was habt Ihr Euch für Athen 2004 vorgenommen?
Davor Dominikovc:
Wir konnten uns mit der Mannschaft noch nicht treffen, da die kroatischen Nationalspieler größtenteils verstreut im Ausland spielen, einen gemeinsamen Vorsatz konnten wir also noch nicht schließen. Natürlich fahren wir aber nicht nach Athen, um zu verlieren. Wir wollen soweit kommen wie möglich und uns vor allem besser präsentieren als bei der EM in Slowenien. Ich hoffe, dass wir im Finale auf Deutschland treffen, das wäre perfekt.

(Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", das Interview führte Thomas Fischer für living sports.)

 

 

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