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14./16.09.2008 - Letzte Aktualisierung: 16.09.2008 Bundesliga

Duell zweier Traditionsclubs am Dienstag: THW empfängt Großwallstadt

Wiedersehen mit Mattias Andersson

Update #1 KN-Vorbericht ergänzt ...

Das Team des TV Großwallstadt.
Klicken Sie für weitere Infos! Das Team des TV Großwallstadt.
Schlag auf Schlag geht es weiter im Terminkalender des THW Kiel: Nur drei Tage nach dem rasanten 42:40-Sieg in Mannheim über die Rhein-Neckar Löwen wartet das nächste Bundesliga-Heimspiel auf die Zebras. Gegner in der Sparkassen-Arena-Kiel ist am Dienstag ab 20.25 Uhr Altmeister TV Großwallstadt, das DSF überträgt den Klassiker live. Im Vorverkauf sind noch wenige Karten für die Partie erhältlich.
Als "konstant" könnte man die Leistung des TV Großwallstadt in
Stefan Kneer wechselte aus Balingen nach Großwallstadt.
Stefan Kneer wechselte aus Balingen nach Großwallstadt.
den vergangenen acht Jahren bezeichnen. Jedes Mal landeten die Nordbayern im grauen Mittelfeld der Handball-Bundesliga zwischen den Plätzen 7 und 13. In der abgelaufenen Spielzeit erreichte der TVG einen eher enttäuschenden 11. Rang. Der Mannschaft widerfuhren dabei keinerlei positive Überraschungen, aber auch kaum negative - außer dem peinlichen Aus im EHF-Pokal gegen das zweitklassige Team von Portovik Yuzhny. Nach dem missglückten Comeback im Europapokal krachte es ordentlich in dem Verein, der sich jahrelang zuvor besonders durch seine Ruhe ausgezeichnet hatte. Trainer Michael Roth und Vorstand Georg Ballmann planten daher schon in der Winterpause einen personellen Umbruch beim Traditionsverein und begannen damit auch sofort: Der ehemalige Nationalspieler Jan-Olaf Immel wurde mit Aussicht auf eine Trainerlaufbahn zum Zweitligisten TSG Münster transferiert, der ebenfalls ausgemusterte Heiko Grimm schloss sich überraschend dem HSV Hamburg an. Ersetzt wurden die einstigen Leistungsträger nicht, der TV Großwallstadt wurschtelte sich bis zum Saisonende mehr schlecht als recht und mit letztlich 26:42 Zählern durch die Liga. Doch im Hintergrund lief die Planung für bessere Zeiten beim fünffachen Meister auf Hochtouren.

"Einer der letzten Spielmacher der Liga": Nationalspieler Oliver Köhrmann.
"Einer der letzten Spielmacher der Liga": Nationalspieler Oliver Köhrmann.
Weitere personelle Aderlässe wurden in der Sommerpause in Kauf genommen: Mit Kult-Torhüter Chrischa Hannawald und Abwehrspezialist Uli Wolf beendeten zwei weitere tragende Säulen der Vergangenheit ihre aktive Laufbahn. Beide bleiben ihrem Verein aber treu: Während Hannawald sich nun um Marketing und Vertrieb beim TVG kümmert, steht Wolf seinem Coach ab sofort als Co-Trainer beratend zur Seite. Auch der Slowene Bostjan Hribar verließ den Club nach nur einer Spielzeit wieder und wechselte zurück in seine Heimat zu Champions League Teilnehmer Cimos Koper.

Ansonsten konnten aber alle Leistungsträger in Großwallstadt gehalten werden und der Kader hochkarätig verstärkt werden. Bekanntlich wechselte Ex-Zebra Mattias Andersson nach sieben erfolgreichen Jahren an der Kieler Förde in den Süden des Landes. Mit Joakim Larsson aus Skövde wurde für die Kreisposition gleich noch ein weiterer Schwede verpflichtet. Von Bundesliga-Absteiger Wilhelmshaven wechselte Peking-Fahrer Oliver Köhrmann, laut Ex-Zebra Viktor Szilagyi "einer der letzten Spielmacher der Liga", nach Bayern. Mit Stefan Kneer wechselte ein weiterer Spieler, den Nationaltrainer Heiner Brand auf seinem Zettel hat, zum TVG. Der 22-Jährige soll zusammen mit dem derzeit verletzten dänischen 2,03m-Hünen Anders Oechsler die Königsposition im linken Rückraum beackern, zudem der Deckung mehr Stabilität verleihen - wie er es zuvor für HBW Balingen-Weilstetten tat. Für die andere Halbposition kehrte Einar Holmgeirsson nach nur einer wahren "Seuchensaison" in Flensburg nach Großwallstadt zurück und wurde somit zum Nachfolger seines eigenen Nachfolgers Hribar. Seine Spielanteile muss sich der Isländer aber hart erkämpfen, denn der Linkshänder teilt sich seine Position mit dem Aufsteiger der vergangenen Saison: 140 Feldtore gelangen Michael Müller in der abgelaufenen Spielzeit, womit sich der 23-Jährige ebenfalls schon für die deutsche Nationalmannschaft qualifizieren konnte.

Für Mattias Andersson bedeutet das Spiel eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte.
Für Mattias Andersson bedeutet das Spiel eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte.
Somit kann sich der TV Großwallstadt wohl mit Recht wieder "TV Deutschland" nennen, denn mit Müller, Köhrmann, Kneer und Kreisläufer Jens Tiedtke stehen gleich vier aktuelle Auswahlspieler in Roths Kader. Da zudem auch die beiden Außen Michael Spatz und der neue Kapitän Andreas Kunz schon Erfahrung unter Bundestrainer Heiner Brand sammeln durften und es beim großen Nachwuchstalent zwischen den Pfosten, dem vom TBV Lemgo gekommenen Julian Lahme, auch nur eine Frage der Zeit sein dürfte, bis er seine ersten Länderspieleinsätze bekommt, verfügt der TVG auf jeder Position über einen deutschen Hoffnungsträger (siehe auch Gegnerkader Großwallstadt).

Es soll also endlich wieder aufwärts gehen beim Traditionsclub, der zuletzt 1990 mit der sechsten Meisterschaft einen nationalen Titel einheimsen konnte. Dass zumindest ein einstelliger Tabellenplatz für den TVG realistisch sein sollte, zeigte auch schon die Vorbereitung: Gleich drei Turniersiege und damit eine Menge Selbstvertrauen sammelte Großwallstadt, schlug dabei unter anderem die Ligakonkurrenten aus Dormagen und Göppingen. Auch der Saisonstart mit einer hauchdünnen 32:33-Niederlage bei den Rhein-Neckar Löwen sowie deutlichen Siegen beim TuSEM aus Essen und zu Hause gegen Favoritenschreck Dormagen kann sich durchaus sehen lassen. Ärgerlich war allerdings die Niederlage am Samstag in Magdeburg, als man sich in einem jederzeit engen Spiel letztlich mit 34:35 beugen musste. Die zweite knappe Pleite mit nur einem einzigen Tor verhindert damit eine bessere Platzierung des TVG in der Tabelle, mit 4:4 Punkten liegt man derzeit auf Platz 10 (siehe auch Gegnerkurve Großwallstadt und Tabelle der TOYOTA HBL). Beste Torschützen der noch jungen Saison sind bislang Michael Müller und Michael Spatz (jeweils 23), dicht gefolgt von Stefan Kneer (22) und Siebenmeterspezialist Andreas Kunz (21/11).

Linkshänder Michael Müller - ein Mann für Heienr Brand?
Linkshänder Michael Müller - ein Mann für Heienr Brand?
Wichtig für das Erreichen des Saisonzieles wird sein, dass keine erneute Unruhe innerhalb des Vereins auftritt, sollte sich die Mannschaft nach zwölf Spieltagen eher im hinteren Tabellendrittel wieder finden. Denn der Auftakt mit gleich acht Auswärtspartien, u.a. auch noch in Flensburg, hat es wirklich in sich.

Favorit in der Sparkassen-Arena-Kiel ist trotz des anstrengenden Spitzenspiels von Samstag und des Ausfalls von Nikola Karabatic aber der THW Kiel. Seit siebeneinhalb Jahren schon wartet der TVG auf einen doppelten Punktgewinn gegen die Zebras, der letzte Großwallstädter Sieg datiert vom 21. Februar 2001. Beim 29:27-Heimerfolg der Bayern war aus den aktuellen Spielerkadern nur Stefan Lövgren mit dabei. Dennoch sollte der THW gewarnt sein, denn der TVG konnte erst vor zwei Jahren zum Saisonauftakt dem Rekordmeister in eigener Halle ein 26:26-Unentschieden abtrotzen (siehe auch Gegnerdaten TV Großwallstadt).

Die Schiedsrichter der Partie am Samstag sind Lars Schaller und Sebastian Wutzler (Leipzig/Frankenberg).

(Sascha Krokowski)

Dieser Vorbericht wird wie gewohnt ständig aktualisiert...

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 16.09.2008:

Auf Transfermarkt "ausgetobt"

TV Großwallstadt heute mit Mattias Andersson und neuem Gesicht Gast beim THW - Palicka-Einsatz fraglich
Kiel - Mit "laufendem Motor" durfte der "Zebra Express" des THW Kiel gerade einmal zwei Tage überbrücken und muss heute in der Handball-Bundesliga seine Maschinen schon wieder auf Volllast stellen. Zu Gast in der Sparkassen-Arena (geänderte Anwurfzeit 20.25 Uhr, live DSF) ist Altmeister TV Großwallstadt mit Mattias Andersson im Tor.

Derweil ist der Einsatz von THW-Schlussmann Andreas Palicka gefährdet. THW-Mannschaftsarzt Dr. Detlev Brandecker diagnostizierte bei dem Matchwinner von Mannheim eine "mittelschwere Innenbanddehnung am linken Knie". Sein Einsatz ist mehr als fraglich, darüber wird erst am Spieltag entschieden." THW-Trainer Alfred Gislason wird im Notfall auf die Dienste von Florian Hossner aus dem THW-Junior-Team zurückgreifen und weiß: "Gegen Großwallstadt müssen wir eine Leistung wie in den letzten beiden Spielen zeigen, um keinen Punkt abzugeben." Besonders Linkshänder Michael Müller, der den an der Achillessehne verletzten Olympia-Zweiten und Rückkehrer von der SG Flensburg-Handewitt, den Isländer Einar Holmgeirsson, vertritt, attestierte Gislason zuletzt eine "überragende Leistung".

Der bayerische Tabellen-Elfte der Vorsaison präsentiert sich mit neuem Gesicht. Dank des auf 3,3 Millionen Euro erhöhten Etats durfte sich Trainer Michael Roth zum ersten Mal so richtig auf dem Transfermarkt "austoben". Neben Holmgeirsson sicherte er sich die Dienste von Ex-"Zebra" Mattias Andersson, Regisseur Oliver Köhrmann (Wilhelmshavener HV), Jungnationalspieler Stefan Kneer (Balingen) und Joakim Larsson (Skövde/Schweden). "Das ist die vielleicht beste Mannschaft seit Jahren beim TVG", schwärmt Trainer Roth zu Beginn seiner vierten Saison beim Europapokalsieger der Landesmeister von 1979 und 1980, der 1990 seine letzte Deutsche Meisterschaft feierte. "Wir wollen modernen Tempohandball spielen, einen einstelligen Tabellenplatz erreichen und uns vielleicht wieder für den EHF-Cup qualifizieren.", so Roth weiter.

Bis zum Frühjahr entsteht in Großwallstadt ein neues Handball-Leistungszentrum mit Internat, Sportklinik, Handballhallen, Hotel, Schulungsräumen, Geschäften und Erlebnisgastronomie. Volumen des fünfstöckigen Bauwerks: rund zwölf Millionen Euro. "Hier bewegt sich viel. Auch das war ein Grund für meinen Wechsel", sagt Mattias Andersson, der im Sommer nach sieben Jahren den THW verließ.

Am Sonntag trafen der 30-Jährige und sein Team, in dem neben Holmgeirsson auch der Däne Anders Oechsler verletzt ausfallen wird, in Kiel ein und bestritten in Flintbek eine Partie gegen eine Flintbek/Bordesholm-Auswahl. "Das war lockeres Auslaufen", sagt Andersson und lacht. Am Sonnabend hatte der TVG beim SC Magdeburg mit 34:35 das Nachsehen gehabt (Roth: "In Kiel fangen wir wieder bei Null an") und war dann gleich gen Norden weitergereist. In Kiel beschlich den schwedischen Torhüter, der mit dem THW fünf Meistertitel, zwei Pokalsiege, zwei EHF-Pokalsiege und den Champions-League-Triumph 2007 feierte, gleich "ein komisches Gefühl". "Ich bin ja noch nicht so lange weg. Es ist noch immer irgendwie Zuhause. Ich werde sicher mit gemischten Gefühlen in die Sparkassen-Arena kommen. So richtig kann ich mir das noch gar nicht vorstellen."

(von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 16.09.2008)

 

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