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27.01.2012 EM 2012

Kieler Nachrichten: Andreas Palicka will nichts mehr sehen von der EM

Der Handball ruht - Franzosen größte Enttäuschung

Aus den Kieler Nachrichten vom 27.01.2012:

Vom 15. bis 29. Januar 2012 findet die EM 2012 in Serbien statt.
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Belgrad/Novi Sad. Der Bildschirm bleibt in den nächsten Tagen aus: Für Andreas Palicka, der gestern mit seiner schwedischen Nationalmannschaft nach Göteborg flog, ist die EM beendet. "Ich freue mich auf meine Frau, die Familie und unseren Hund", sagt Palicka, der neben seinen Kieler Vereinskollegen Henrik Lundström (25 Tore) und Kim Andersson (23) zu den Leistungsträgern einer Mannschaft gehört hatte, die in der Hauptrunde Letzter (12.) wurde. Für ihn ruht der Handball, das EM-Geschehen werde er nicht weiter verfolgen. "Ich komme aus einem Verein, in dem das Siegen normal ist", sagt Palicka, der mit seinen Landsleuten am Dienstag beim deutschen Rekordmeister THW Kiel erwartet wird. "Deshalb ist es nicht gut für den Kopf, sich weiter mit dem Turnier zu beschäftigen."
Knackpunkt sei das Hauptrunden-Remis gegen Polen (29:29) gewesen, als sie eine 20:9-Führung aus der Hand gegeben hatten. "Das war ein Kollaps", sagt Palicka. Auch für Schweden-Manager Stefan Lövgren schrieb dieses Spiel ein neues Kapitel. "Ich dachte, ich hätte alles erlebt - ein Irrtum." Mit Platz zwölf haderte Lövgren nicht. "Wir haben derzeit Probleme im Positionsspiel und sind einfach nicht besser."

Ein Satz, der auch für die Franzosen gilt, die erstmals seit acht Jahren nicht im Halbfinale einer Meisterschaft standen. Sie hatten Olympia 2008 gewonnen, zweimal den WM-Titel (2009, 2011) eingesammelt und die EM in Österreich 2010 dominiert. Das Team um die Kieler Daniel Narcisse und Thierry Omeyer, einer der wenigen Lichtblicke im Team von Claude Onesta, verlor drei Spiele, wurde nur Elfter. Auch, weil Nikola Karabatic, der französische Maschinenraum, enttäuschte. Der Ex-Kieler warf nur neun Tore, seine Erfolgsquote von 26 Prozent war erschreckend. Kapitän Jerome Fernandez machte für den Absturz die überraschende Hauptrunden-Niederlage gegen Ungarn (23:26) verantwortlich. "Da haben wir unser Selbstbewusstsein verloren und es bis zum Ende des Turniers nicht mehr gefunden."

Den Vorwurf, eine überalterte Mannschaft mit der Teilnahme an den Olympischen Spielen belohnen zu wollen, wehrte Onesta ab. "In London kommen wir wieder zurück." In der THW-internen EM-Tabelle landete Aron Palmarsson (22 Tore) auf Platz vier. Besser als der Isländer, der mit seiner Auswahl Zehnter wurde, waren nur Christian Sprenger, Dominik Klein und Momir Ilic.

(von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 27.01.2012)


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