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09./10.11.2012 - Letzte Aktualisierung: 10.11.2012 Bundesliga

THW will am Sonntag auch gegen Lübbecke siegen

Update #1 KN-Vorbericht ergänzt ...

Das Team des TuS N-Lübbecke.
Klicken Sie für weitere Infos! Das Team des TuS N-Lübbecke.
Der Jahresendspurt mit 14 Pflichtspielen binnen 50 Tagen ist geglückt: Nach dem Derbysieg am Mittwochabend gegen die SG Flensburg-Handewitt wollen die Handballer des THW Kiel am Sonntagnachmittag in der DKB Handball-Bundesliga nachlegen. Zu Gast in der Sparkassen-Arena ist dann der aktuelle Tabellensechste TuS N-Lübbecke. Angepfiffen wird die Partie um 15.00 Uhr, Sport1 überträgt live und kostenpflichtig im Internet.
Ein einstelliger Tabellenplatz und - wenn möglich - eine Verbesserung im Vergleich mit der Vorsaison: Mit relativ bescheidenen Zielen und einem neuen Trainer startete der TuS N-Lübbecke in die Saison. Was folgte war ein
Linkshänder Jens Schöngarth wechselte aus Melsungen nach Lübbecke.
Linkshänder Jens Schöngarth wechselte aus Melsungen nach Lübbecke.
8:2-Blitzstart und der Pokalsieg gegen Berlin.
Neuaufbau über Umweg zweite Liga
2008 war ein ganz bitteres Jahr für den TuS N-Lübbecke: Die Traditionsmannschaft stieg aus der ersten Liga ab. Und doch hatte diese sportliche Katastrophe auch ihr Gutes: In der zweiten Liga wurde ein behutsamer Neuaufbau gestartet, der den TuS sofort wieder in die Beletage des deutschen Handballs führte. Seitdem hatten die Ostwestfalen mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun, und zuletzt lief man mit Platz neun erstmals seit 1998 wieder auf einem einstelligen Tabellenplatz ein. Doch Euphorie brach deshalb in Lübbecke nicht aus. "Mit Platz neun waren wir hochzufrieden, wenn wir konstanter spielen und am Ende wieder Platz neun dabei herausspringt, sind wir wieder hochzufrieden", gab Geschäftsführer Uwe Kölling vor der Saison bescheidene Ziele aus.
Größte personelle Änderung auf der Trainerbank
Der neue Mann an der Seitenlinie: Gennadij Khalepo.
Der neue Mann an der Seitenlinie: Gennadij Khalepo.
Kein Wunder, verlor der TuS doch mit Trainer Markus Baur vor dieser Serie den Motor des Aufschwungs. Der Ex-Nationalspieler wurde Junioren-Nationaltrainer beim Deutschen Handballbund. Sein Nachfolger, Gennadij Khalepo, hatte zuletzt die HSG Wetzlar trainiert - und ist in Lübbecke kein Unbekannter: Von 1993 bis 1998 ging Khalepo für den TuS Nettelstedt auf Torejagd und holte mit dem Verein unter anderem zwei City-Europacup-Siege. "Natürlich fehlt uns Markus, aber Gennadij Khalepo bringt ähnliche Voraussetzungen mit", hatte Kölling vor der Saison gesagt - und die ersten Ergebnisse untermauerten diese These: Der TuS war die Überraschungsmannschaft der ersten fünf Spieltage, gewann unter anderem in Lemgo und Gummersbach sowie zu Hause gegen den SC Magdeburg und rückte in der Tabelle sogar bis auf Platz drei vor. "Wir mussten die Struktur der Mannschaft kaum verändern, was sich vor allem im Innenblock der Abwehr niederschlägt, wo Mattias Gustafsson und Drago Vukovic ein eingespieltes Bollwerk sind", sah der Sportliche Leiter, Zlatko Feric, auch in der Beständigkeit im Kader der Ostwestfalen einen Grund für den 8:2-Blitzstart (siehe auch Gegnerkurve Lübbecke).

Rechtsaußen Dennil Wilke ist mit bislang 44 Treffern bester Lübbecker Schütze.
Rechtsaußen Dennil Wilke ist mit bislang 44 Treffern bester Lübbecker Schütze.
Tatsächlich musste Khalepo wenig Neue in die Mannschaft integrieren: Mit Rechtsaußen Dennis Wilke (kam aus Balingen), dem 2,03 Meter großen Linkshänder Jens Schöngarth von der MT Melsungen, dem kroatischen Halblinken Risto Arnaudovski, der vom österreichischen Erstligisten A1 Bregenz zum TuS wechselte, und dem 20-jährigen polnischen Junioren-Nationalspieler Pawel Niewrzawa vermeldeten die Ostwestfalen vier Neuzugänge. Den Klub verlassen hatten mit Stephan Just, Artur Siodmiak, Malte Schröder und Nicky Verjans ebenfalls vier Spieler - das erfolgreiche Gerüst des Vorjahres blieb den Ostwestfalen allerdings erhalten. Paradestück des Angriffs ist noch immer der Rückraum: Mit Arne Niemeyer, Daniel und Kristian Svensson, Schöngarth und Drago Vukovic sind gleich fünf Rückraumakteure unter den besten sechs TuS-Torschützen zu finden. Die Spitzenposition hat allerdings mit Wilke ein Neuzugang inne: Bisher traf der 27-Jährige 44 Mal ins Schwarze. Das entspricht genau dem Konzept von Khalepo, der vor der Saison ankündigte, die "hervorragende Arbeit von Markus Baur" fortführen zu wollen: "Aggressiv in der Verteidigung, schnell nach vorne spielen: So stelle ich mir das beim TuS vor."

Derbypleite und Pokalüberraschung
Dario Quernstedt wird den TuS am Saisonende verlassen und nach Magdeburg zurückkehren.
Dario Quernstedt wird den TuS am Saisonende verlassen und nach Magdeburg zurückkehren.
Nach dem Blitzstart in der Liga bremsten eine knappe Heimniederlage gegen die Füchse Berlin und das ärgerliche 31:32 im Prestigeduell bei GWD Minden den Sturmlauf der Mannschaft von Trainer Gennadij Chalepo allerdings ein wenig aus. Vor allem die Derbyniederlage, die Mindens 2,08-Meter-Riese Nenad Bilbija mit einem Elf-Meter-Kracher in der Schlusssekunde besiegelte, schmerzte den TuS. "Jetzt müssen wir erst einmal die Wunden lecken, bevor es weiter geht", war Khalepo enttäuscht nach Ostwestfalen-Derby - denn in den Spielen gegen GWD und Lemgo geht es immer auch um die Vorherrschaft in der Nachbarschaft. "Unser Ziel muss es sein, die Nummer eins in der Region zu sein", erklärte Kölling - und trotz der Derby-Niederlage ist der TuS auch in dieser Beziehung auf einem guten Weg, sind Lemgo und Aufsteiger Minden doch in der unteren Tabellenregion zu finden. Dem Derby-Frust folgte alsbald die Pokal-Lust in Lübbecke: Mit 32:28 warf das Khalepo-Team die favorisierten Füchse Berlin aus dem Wettbewerb. Ein Sieg, der auch den Trainer überraschte: "Mir fehlen die Worte. Das war eine perfekte Mannschaftsleistung und ein herausragender Kampf. Noch zwei Siege bis zum Final Four - der Traum lebt." Auf dem Weg nach Hamburg könnte der TuS auch die Derby-Scharte wieder auswetzen: Gegner im Achtelfinale ist ausgerechnet GWD Minden.
Bangen um Daniel Svensson
Hinter dem Einsatz von Spielmacher Daniel Svensson steht ein Fragezeichen.
Hinter dem Einsatz von Spielmacher Daniel Svensson steht ein Fragezeichen.
Doch trotz des tollen sechsten Tabellenplatzes noch vor dem HSV Hamburg reist der TuS N-Lübbecke als klarer Außenseiter an die Kieler Förde. Seit über zehn Jahren haben die Ostwestfalen nichts Zählbares mehr gegen den THW holen können, seit dem 24:22-Heimerfolg zu Beginn der gemeinhin als Kieler "Seuchensaison" bekannten Spielzeit 2002/03 gab es 16 Pflichtspielniederlagen in Serie gegen die "Zebras" (siehe auch Gegnerdaten Lübbecke). Und so verwundert es auch nicht, dass Team-Manager Zlatko Feric vor der Partie tief stapelt: "Gegen den THW Kiel können wir gewinnen - aber nur im Tischtennis!" Gennadij Khalepo kann zwar immerhin wieder auf Kreisläufer Frank Löke zurückgreifen, der zuletzt von einer schmerzhaften Bänder- und Sehnenverletzung am Wurfarm stark beeinträchtigt wurde. Dafür bangt er aber um den Einsatz von Spielmacher Daniel Svensson, der die ganze Woche über erkältet das Bett hütete.

Die Schiedsrichter am Sonntag in der Kieler Sparkassen-Arena sind Colin Hartmann und Stefan Schneider.

(Christian Robohm / Sascha Krokowski)

Dieser Vorbericht wird wie gewohnt ständig aktualisiert.

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Aus den Kieler Nachrichten vom 10.11.2012:

Das lange Warten auf ein Erfolgserlebnis

Letzter Sieg von THW-Gast N-Lübbecke liegt zehn Jahre zurück
Kiel. Hein Daddel feiert morgen Geburtstag. Das bundesweit bekannte und wohl beliebteste Maskottchen der Handball-Bundesliga wird 14. Klar, dass sich das Zebra mit den riesigen Füßen nichts sehnlicher wünscht als einen Sieg gegen THW-Gast TuS N-Lübbecke. Anwurf in der Sparkassen-Arena ist morgen um 15 Uhr.

Über zehn Jahre warten die Ostwestfalen auf ein Erfolgserlebnis gegen den deutschen Handballmeister. Den letzten Sieg bejubelte der TuS-Anhang am 7. September 2002 in der eigenen Kreissporthalle. 24:22 endete diese torarme Partie zum damaligen Bundesliga-Saisonstart. Es war zugleich der Auftakt einer Kieler Niederlagenserie, nach der sich der amtierende Meister am 6. Spieltag und dem 28:33 in Wetzlar am Tabellenende wiederfand. In den THW-Trikots steckten u. a. Klaus-Dieter Petersen, Staffan Olsson, Morten Bjerre oder Martin Schmidt. Während "Zebra"-Trainer Noka Serdarusic den Weltuntergang heraufbeschwor, etwas über Abstiegsgefahr grummelte, bekämpften die Verantwortlichen um Manager Uwe Schwenker jene ungewohnt missliche Situation mit Galgenhumor, stellten die Bundesligatabelle im Hallenheft der folgenden Heimpartie flugs auf den Kopf und fanden sich so auf dem Papier an geliebter Position wieder - als Tabellenführer. Geschichte.

Das aktuelle N-Lübbecke-Team um seinen kroatischen Star Drago Vukovic reist heute mit breitem Kreuz an, hatte einen überraschend starken Saisonstart und rangiert mit 12:8 Punkten und Tabellenplatz sechs noch vor dem HSV Hamburg. Neuer TuS-Trainer ist der Weißrusse Ghennadij Khalepo, der von 1993 bis 1998 selbst das TuS-Trikot trug und im Sommer Markus Baur ablöste. Der Weltmeister von 2007 wechselte ins Trainerteam des Deutschen Handball-Bundes (DHB), kümmert sich dort um den Nachwuchs. Khalepo startete mit seinem eingespielten Kader furios in die Spielzeit, gewann u.a. gegen Magdeburg, das Prestigeduell in Lemgo, außerdem glückte der Pokalcoup mit dem 32:28-Sieg über die Berliner Füchse. Allerdings müssen die N-Lübbecker im Juli 2013 eine Lücke auf der Torhüterposition schließen. Gestern wurde bekannt, dass Talent Dario Quenstedt nach zwei Jahren zu seinem Stammclub SC Magdeburg zurückkehrt. Quenstedt soll den Isländer Björgvin Gustavsson ersetzen, der an Arthritis erkrankt ist.

Beim THW, als dessen Lieblingsspieler Khalepo "alle 15" nannte, wollen sich die Ostwestfalen achtbar verkaufen, um, so Khalepo, am kommenden Mittwoch gut gerüstet gegen den HSV antreten zu können. "In Kiel wollen wir unseren Trend fortsetzen, die Grundordnung in der Abwehr halten und so das Spiel lange offen halten." TuS N-Lübbecke kommt in Bestbesetzung, die angeschlagenen bzw. kranken Leistungsträger Frank Löke und Daniel Svensson kehren ins Team zurück.

THW-Coach Alfred Gislason muss weiterhin auf Kreisläufer Rene Toft Hansen verzichten (Prellung am Brustbein), außerdem ist Christian Zeitz noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Kiels Linkshänder plagen Schmerzen im linken Wurfarm. Dem morgigen Gegner zollt Gislason großen Respekt. Fünf sehr starke Rückraumspieler und zwei gute Torhüter seien ein beachtliches TuS-Gerüst, sagt der Isländer. "Wenn die ihren Lauf bekommen, sind sie nur schwer zu stoppen."

(von Reimer Plöhn, aus den Kieler Nachrichten vom 10.11.2012)

 


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  • Sport1-Internet-Logo TV: Sport1 Internet:
    So., ab 14.50 Uhr: THW Kiel - TuS N-Lübbecke
    live aus der Sparkassen-Arena-Kiel
  • NDR 1 Welle Nord-Logo Radio: NDR 1 Welle Nord:
    So., ab 15.00 Uhr: Liveeinblendungen THW Kiel - TuS N-Lübbecke
    live aus der Sparkassen-Arena-Kiel
    (geplante Einblendungen um 15.03 Uhr, 15.30 Uhr, 15.50 Uhr, 16.03 Uhr, 16.20 Uhr und 16.30 Uhr; nach dem Spiel Berichte in den Nachrichten um 17.00 Uhr und in den Sportmeldungen um 17.30 Uhr; Reporter ist Stefan Eilts)
    Tip: Welle Nord kann man auch im Internet live hören!
  • NDR2-Logo Radio: NDR 2:
    So., ab 15.00 Uhr: Liveeinblendungen THW Kiel - TuS N-Lübbecke
    Reporter ist Thomas Koos
    Tip: NDR 2 kann man auch im Internet live hören!
  • KN-Logo Internet:
    Die Kieler Nachrichten bieten einen Live-Ticker an unter
    www.kn-online.de/thw.
  • Internet:
    Eine Übersicht über verschiedene Live-Ticker finden Sie auf unserer Live-Ticker-Seite.


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