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11./13.02.2013 - Letzte Aktualisierung: 13.02.2013 Bundesliga

Endlich wieder Bundesliga: THW empfängt Überraschungsteam Hannover-Burgdorf am Mittwoch

Update #1 KN-Vorbericht ergänzt ...

Das Team der TSV Hannover-Burgdorf.
Klicken Sie für weitere Infos! Das Team der TSV Hannover-Burgdorf.
Sieben Wochen lang ruhte der Handball für den THW Kiel in der DKB Handball-Bundesliga. Am Mittwoch geht es für die "Zebras" endlich wieder um Punkte im Kampf um die deutsche Meisterschaft. Zum Jahresauftakt steht in der Sparkassen-Arena gleich ein echtes Spitzenspiel an, wenn die Kieler ab 20.15 Uhr den derzeitigen Tabellenfünften TSV Hannover-Burgdorf empfangen.
Keine Frage: Die TSV Hannover-Burgdorf gehört zu den Überraschungsmannschaften dieser Spielzeit. Ohne konkrete Zielvorgabe waren die Niedersachsen in die Saison gestartet. Beim Start nach der WM-Pause haben die Hannoveraner mit 27 Punkten jetzt bereits mehr Zähler auf ihrem Habenkonto als in den drei Spielzeiten zuvor jeweils am Saisonende.
,"Die Recken" sind angekommen an der Leine
In Lemgo ein Sorgenfall, in Hannover ein Leistungsträger: Mait Patrail.
In Lemgo ein Sorgenfall, in Hannover ein Leistungsträger: Mait Patrail.
Die Kritiker sind verstummt, die Konkurrenz staunt, und in der ansonsten von den 96-Fußballern dominierten Sportwelt an der Leine hat der Handball eine breite Öffentlichkeit erreicht: Bei der Sportlerwahl der "Neuen Presse" zur Mannschaft des Jahres in Hannover wurden nicht die bisher alles überstrahlenden Bundesliga-Fußballer von Hannover 96 auf den ersten Platz gewählt, sondern erstmals die Handballer der TSV Hannover-Burgdorf. Zu den Heimspielen kamen bisher im Schnitt 300 Fans mehr als im Vorjahr, und zur Neuauflage des legendären Pokalspiels aus der Saison 2003, als der damalige Regionalligist TSV Burgdorf knapp an TuSEM Essen scheiterte, pilgerten 8.728 Zuschauer in die TUI-Arena. Der kurzfristige Umzug aus der eigentlichen Heimspielstätte AWD-Hall in die größte Arena der niedersächsischen Landeshauptstadt machte sich für die TSV nicht nur auf dem Vereinskonto bezahlt - vielmehr sorgten die Handballer mit diesem Event für ordentliches Interesse an sich und ihrem Sport in Hannover. Keine Frage: Die TSV Hannover-Burgdorf, die sich vor der Saison den Kampfkraft symbolisierenden Beinamen "Die Recken" gegeben hatte, ist sportlich und gesellschaftlich angekommen an der Leine.
Sturm ins obere Tabellendrittel
Ein Kreisläufer mit Champions-League-Erfahrung: Juan Andreu Candau.
Ein Kreisläufer mit Champions-League-Erfahrung: Juan Andreu Candau.
Denn die Hannoveraner sorgen in dieser Saison nicht nur neben, sondern vor allen Dingen auf der Platte für eine Menge Aufsehen. Dabei war die TSV so gestartet, wie man es in Hannover seit dem Aufstieg 2009/2010 gewohnt war - auf Platz 14 pegelte sich die Mannschaft nach dem fünften Spieltag ein. Eine Position, die man in den ersten beiden Spielzeiten in der Beletage des deutschen Handballs innehatte. Ein Platz schlechter als in der Vorsaison, als man Rang 13 im Endklassement belegt hatte. Und doch war einiges anders: Schon beim 30:36 gegen den THW Kiel hatten die Hannoveraner den "Zebras" einen leidenschaftlichen Kampf geliefert, und auch der HSV Hamburg musste sich nach einem 15:15 zur Pause ordentlich strecken, um am Ende einen 35:30-Erfolg feiern zu können. Nach besagtem fünften Spieltag ging es für die Turn- und Sportvereinigung Hannover-Burgdorf dann steil bergauf. So siegten die Niedersachsen unter anderem bei der starken HSG in Wetzlar (31:27), zu Hause gegen die SG Flensburg-Handewitt (29:28), in Göppingen (31:28) und kurz vor Weihnachten auch bei den Füchsen Berlin (28:27). Weil man sich auch in Spielen gegen vermeintlich "leichte" Gegner keine Blöße gab, kletterten die Niedersachsen in der Tabelle durch neun Siege in den letzten zehn Spielen vor der WM-Pause auf Platz fünf - die beste Platzierung seit dem Aufstieg vor vier Jahren (siehe auch Gegnerkurve Hannover-Burgdorf und Tabelle der DKB-HBL).

"Die Spieler konnten ihre Fähigkeiten über einen längeren Zeitraum abrufen. Zudem passen die Zugänge", erläuterte Trainer Christopher Nordmeyer das Erfolgskonzept der Hannoveraner, die als Saisonziel lediglich "die sportliche Weiterentwicklung, mitreißende Heimspiele und die ein oder andere Überraschung gegen stärkere Teams" ausgegeben hatten. Diese Ziele dürfte die TSV bereits erfüllt haben - doch vor neuen Vorgaben schreckt man an der Leine (noch?) zurück. "Die Qualifikation für Europa ist noch ein ganz, ganz weiter Weg", so Nordmeyer, "ich bin jetzt nicht so vermessen und erwarte zu viel. Wir haben uns im vergangenen Sommer gemeinsam darauf verständigt, keine feste Zielvorgabe in Form von Zahlen zu bestimmen. Damit sind wir in der Hinrunde sehr gut gefahren und daher werden wir auch in der zweiten Saisonhälfte nur von Spiel zu Spiel schauen und uns Stück für Stück verbessern."

Die Neuzugänge schlugen ein
Tamas Mocsai wechselte aus Flensburg nach Hannover.
Tamas Mocsai wechselte aus Flensburg nach Hannover.
Nordmeyer tritt auf die Euphoriebremse. Wohl auch, weil er vor der Saison erneut eine Vielzahl von neuen Spielern in die Mannschaft einbauen musste. Mit Vignir Svavarsson (GWD Minden), Hannes Jon Jonsson (ThSV Eisenach), Asgeir Örn Hallgrimsson (Paris St. Germain), dem ehemaligen Kieler Piotr Przybecki, Torwart Nikolas Katsigiannis und Adam Weiner verließen gleich sechs Spieler die TSV-Bundesligamannschaft. Ersetzt wurden sie durch ebenfalls sechs Neuzugänge: Torwart Martin Ziemer kam aus Balingen-Weilstetten in den Norden und war bisher mit 197 Paraden ein starker Rückhalt der Niedersachsen. Am Kreis reißt der norwegische Nationalspieler Joakim Hykkerud Lücken für den Rückraum, der mit dem ehemaligen Flensburger Tamas Mocsai, Jannis Fauteck (kam aus dem niedersächsischen Springe) und Mait Patrail verstärkt wurde. Zudem wurde von Ademar Leon Kreisläufer Juan Andreu Candau verpflichtet, nachdem sich Mario Clößner zu Beginn der Saison verletzt hatte. "Er wird nach seiner langen Pause beinahe wie ein siebter Neuzugang sein", hofft Nordmeyer, mit Clößner einen noch breiter aufgestellten Kader zur Verfügung zu haben. "Wir können die Verantwortung in den entscheidenden Phasen eines Spiels mittlerweile auf mehrere Schultern verteilen. Dadurch sind wir für unsere Gegner schwer auszurechnen. Zudem haben wir insgesamt an Qualität gewonnen, was sich vor allem im Abwehrbereich schnell ausgezahlt hat", sieht Nordmeyer weitere Erfolgsfaktoren. Zu denen gehört mit Sicherheit auch Regisseur Morten Olsen: Der Däne erzielte im Spiel gegen den TBV Lemgo sagenhafte 17 Treffer und ist mit insgesamt 126/40 Toren drittbester Schütze der Liga. "Wir haben viele neue, gute Spieler geholt und sind richtig stark in dieser Saison", beschreibt er die "neue" TSV Hannover-Burgdorf, die auch mental mithilfe eines Trainers zugelegt habe: "Wir gehen in jedes Spiel gegen jeden Gegner mit dem Glauben, am Ende als Sieger vom Platz gehen zu können."
THW ohne Kapitän Marcus Ahlm
Spielmacher Morten Olsen spielt bislang eine überragende Saison.
Spielmacher Morten Olsen spielt bislang eine überragende Saison.
Verzichten muss Alfred Gislason zum Bundesliga-Jahresauftakt auf seinen ersten Kreisläufer: Marcus Ahlm hatte sich beim 40:29-Erfolg bei IK Sävehof am Samstag eine Prellung und Einblutung im Auge zugezogen und muss am Mittwoch passen. Doch auch ohne ihren Kapitän wollen die "Zebras" im neunten Pflichtspiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf den neunten Sieg feiern. Bei den bisherigen drei Gastspielen an der Förde unterlagen die Niedersachsen jeweils deutlich mit 19, elf und 15 Toren Unterschied (siehe auch Gegnerdaten Hannover-Burgdorf. Am Mittwoch dürfte es gegen eine der Überraschungsmannschaften dieser Saison hingegen deutlich knapper zugehen. Die Fans in der Sparkassen-Arena erwartet neben dem Spitzenspiel aber auch ein buntes Rahmenprogramm: In der Halbzeitpause werden die Halbfinalpaarungen "HVSH-Final-Four" ausgelost. Das Finalturnier um den Pokalwettberb des Schleswig-Holsteinischen Handballverbands findet am Wochenende des 18./19. Mai in der Edgar-Meschkat-Halle in Altenholz statt, und das THW-Junior-Team konnte sich durch einen überraschenden 25:22-Erfolg über den TSV Altenholz für dieses Highlight qualifizieren. An der Auslosung werden der HVSH-Vize-Präsident Spieltechnik Rainer Tschirne und die Losfee Jill Sievert, DHB-Jugend-Nationalspielerin vom TSV Owschlag, teilnehmen. Im Foyer der Sparkassen-Arena wird zudem ein Nissan Juke in der THW-Champions-Edition zu sehen sein.

Die Schiedsrichter am Mittwoch sind Fabian Baumgart und Sascha Wild.

Dieser Vorbericht wird wie gewohnt ständig aktualisiert...

Lesen Sie bitte auch

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 13.02.2013:

TSV Hannover-Burgdorf: Das Lehrgeld ist bezahlt

Handballmeister THW Kiel erwartet heute ein gereiftes Spitzenteam - Patrail im Fokus
Kiel. Dreimal war die TSV Hannover-Burgdorf bislang in Kiel zu Gast, dreimal erteilten die "Zebras" den Niedersachsen, die im Schnitt mit 15 Toren Differenz verloren, Nachhilfeunterricht in Sachen Tempohandball. Wer glaubt, dass den THW Kiel heute Abend (20.15 Uhr) ein ähnlicher Spaziergang erwartet, könnte den Holzweg eingeschlagen haben. Das Team von Christopher Nordmeyer ist mittlerweile zu einer Top-Adresse in der Bundesliga gereift.

Der Liga-Sechste gewann im Dezember vergangenen Jahres nicht nur alle Spiele, er feierte sogar Erfolge in Göppingen, Wetzlar und Berlin. In soliden Festungen also. Im Pokal-Viertelfinale hatten die Nordmeyer-Schützlinge zuletzt beim HSV Hamburg (31:33) den Sieg in der Hand und verspielten ihn noch unglücklich. "Wir wollen unseren Top-Platz behalten", sagt Nordmeyer, der sich als Lehrer beurlauben ließ, um sich ganz dem Handball widmen zu können. "So lange ich das Feuer spüre, das man als Trainer für diesen Job braucht, mache ich ihn weiter." Allerdings, so der 45-Jährige, könne er sich nicht vorstellen, sich diesen "extremen Hunger über Jahre bewahren" zu können. Derzeit, so scheint es, hat aber nicht nur Nordmeyer bei der TSV Spaß an der Arbeit.

Die Niedersachsen, die mit Benjamin Chatton mittlerweile auch einen hauptamtlichen Manager besitzen, bemühen sich um professionelle Strukturen. Mit Erfolg, wurde die TSV doch gerade vor den Fußballern von Hannover 96 zur Mannschaft des Jahres in Niedersachsens Hauptstadt gewählt Nordmeyer musste sechs Neulinge integrieren, darunter mit Mait Patrail einen Spieler, der kurz zuvor beim Ligakonkurrenten TBV Lemgo ausgemustert worden war. Wegen Disziplinlosigkeit, wie es hieß. Der Este wechselte nach Katar, um nach einigen Wüstenwochen in Hannover einen Neustart zu versuchen. "Ich will mich nicht dazu äußern, wie Lemgo mit ihm umgegangen ist", sagt Nordmeyer. "Aber bei uns kam er noch nicht einmal zu spät zu einem Termin. Er ist immer mit Feuereifer dabei und für uns ein wichtiger Faktor." Der Rechtshänder, an dem der THW die Transferrechte besitzt, absolvierte als 18-Jähriger auch ein Probetraining in Kiel. Noka Serdarusic verglich den Torschützenkönig (79) der U19-EM 2007 in Göteborg seinerzeit mit dem jungen Nikola Karabatic.

Auch Serdarusic-Nachfolger Alfred Gislason hat großen Respekt vor dem 24-Jährigen, dem mit 91 Toren siebtbesten Werfer der Handball-Bundesliga. "Hannover ist eine Spitzenmannschaft", sagt Gislason. "Sie haben eine starke Deckung, einen guten Torhüter und einen gefährlichen Rückraum." Patrail spielt bei der TSV auch eine so gute Saison, weil Mittelmann Morten Olsen eine spielt. Der Däne, mit 123 Saisontreffern Nummer drei der Torschützenliste, schrieb unter anderem beim 32:30-Sieg gegen den TBV Lemgo Geschichte, als er 17 Tore warf. Zwischen den Pfosten steht mit Martin Ziemer ein Torhüter, den Bundestrainer Martin Heuberger erst im letzten Moment aus dem Kader für die WM 2013 in Spanien gestrichen hat. "Einen Start wie gegen Sävehof können wir uns nicht erlauben", warnt Gislason, dessen Mannschaft beim 40:29-Erfolg in der Champions League gegen den schwedischen Meister am Sonnabend einen viertelstündigen Anlauf benötigte.

Die "Zebras" müssen heute Abend auf ihren Kapitän Marcus Ahlm verzichten, der in Sävehof am rechten Auge (Prellung und Einblutung) verletzt worden war. Auch hinter einem Einsatz im Champions-League-Heimspiel gegen MKB Veszprem am Sonntag (19 Uhr) steht noch ein Fragezeichen.

(von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 13.02.2013)

 

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    (geplante Einblendungen um 20.30 Uhr 21.03 Uhr und in der Schlussphase gegen 21.40 Uhr; nach dem Spiel Berichte in den Nachrichten um 22.00 Uhr und am nächsten Morgen; Reporter ist Stefan Eilts)
    Tip: Welle Nord kann man auch im Internet live hören!

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    Die Kieler Nachrichten bieten einen Live-Ticker an unter www.kn-online.de/thwliveticker.
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