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15./17.04.2013 - Letzte Aktualisierung: 17.04.2013 Bundesliga

THW will am Mittwoch in Lübbecke siegen

Sport1 überträgt live

Update #1 KN-Vorbericht ergänzt ...

Das Team des TuS N-Lübbecke.
Klicken Sie für weitere Infos! Das Team des TuS N-Lübbecke.
Groß feiern konnten die Handballer vom THW Kiel nach ihrem neunten nationalen Pokalsieg am vergangenen Wochenende in Hamburg nicht. Denn bereits am Mittwoch geht es für die "Zebras" bereits in der DKB Handball-Bundesliga wieder um zwei wichtige Punkte im Kampf um die deutsche Meisterschaft. Zu Gast sind die Kieler dann in Ostwestfalen beim aktuellen Tabellen-Zwölften TuS N-Lübbecke. Die Partie wird um 20.15 Uhr angepfiffen, Sport1 überträgt live.
Das vor Saisonbeginn vorgegebene Ziel des einstelligen Tabellenplatzes ist bei aktuell vier Zählern Rückstand auf den TBV Lemgo zwar noch realisierbar, dennoch wird man insgeheim in Lübbecke mit dem bisherigen Saisonverlauf nicht ganz zufrieden sein. Unter dem neuen Trainer Gennadij Khalepo gelang zwar ein Traumstart mit 8:2 Punkten und überzeugenden Siegen im Lemgo, gegen Hannover-Burgdorf, gegen Magdeburg und in Gummersbach. Und als Lübbecke in der ersten Pokalrunde auch noch die favorisierten Füchse aus Berlin verdient mit 32:28 eliminierten, schien sich der Höhenflug nach einem "Ausrutscher" im Lokalderby bei GWD Minden fortsetzen zu können.
Negativserie im Winter
Rechtsaußen Dennis Wilke ist mit 136/63 Treffern siebtbester Torschütze der Liga.
Rechtsaußen Dennis Wilke ist mit 136/63 Treffern siebtbester Torschütze der Liga.
Im November und Dezember allerdings gelang nur noch ein glücklicher 24:23-Sieg beim TV Großwallstadt, nach einer 2:16-Punkte-Serie wurde der TuS in der Liga bis auf Platz 13 durchgereicht. Und im DHB-Pokal? Dort war im Achtelfinale erneut ausgerechnet beim Rivalen in Minden Endstation. Spätestens nach der 24:33-Keimklatsche gegen Flensburg am 18. Dezember 2012 hing der Haussegen in Ostwestfalen endgültig schief. "Weniger die Niederlage gegen das Top-Team, als vielmehr die Art und Weise war es, die Verantwortlichen und Fans die Sorgenfalten auf die Stirn trieben", berichtete der TuS damals auf seiner Homepage. Der zwischen Genie und launischer Diva changierende Spielmacher Daniel Svensson wurde sogar für das folgende Derby gegen Lemgo suspendiert, weil er sich gegen Flensburg mit Mitspieler Pawel Niewrzawa eine heftige Auseinandersetzung an der Auswechselbank lieferte. Daniel Svensson kehrte zwar zum erfolglosen Jahresausklang beim 31:37 in Hannover in die Mannschaft, die wir Ihnen bereits ausführlich im Vorbericht zum Hinrundenspiel vorgestellt haben, zurück, aufgrund einer schweren Erkrankung (Lymphdrüsenkrebs) ist für den 30-jährigen Dänen aber derzeit nicht mehr an Handball zu denken.
Pajovic nach WM-Pause verpflichtet
Rückraumass Drago Vukovic erzielte bislang 92 Saisontreffer.
Rückraumass Drago Vukovic erzielte bislang 92 Saisontreffer.
Daher reagierte der TuS unmittelbar vor Transferschluss am 12. Februar und verpflichtete mit Ales Pajovic vom Ligakonkurrenten SC Magdeburg einen erfahrenen Rückraumspieler nach. Und nach der WM-Pause sicherten die Lübbecker auch tatsächlich schnell die nötigen Punkte, um das kurzzeitig aufgetauchte Abstiegsgespenst schnell wieder zu vertreiben: Gleich zum Auftakt erkämpfte man sich gegen den damaligen Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen nach Rückstand noch ein 24:24-Unentschieden, um eine Woche später auch aus Magdeburg einen Punkt zu entführen. Durch die Erfolge über die Kellerkinder Minden (34:23), Neuhausen (28:27) und Essen (35:30) belegt der TuS mit nun 24:30 Punkten den zwölften Rang (siehe auch Kurve Lübbecke und Tabelle) - einmal mehr fernab aller Abstiegssorgen und Europacup-Hoffnungen.
Umbruch in vollem Gange
Da es in dieser Spielzeit nur noch um einen versöhnlichen Abschluss und das eine oder andere sportliche Ausrufezeichen geht, kann man sich in Lübbecke fast voll und ganz auf den Umbruch in der Mannschaft konzentrieren. Und dieser wird in der kommenden Saison gewaltig ausfallen: Bereits vor dem Jahreswechsel wurden vier Abgänge publik gemacht: Torhüter Dario Quenstedt wird zum Sommer zum SC Magdeburg zurückkehren, auch die gemeinsamen Wege mit dem polnischen Linksaußen Tomasz Tluczynski, dem dänischen Spielmacher Daniel Svensson und dem erst zu Saisonbeginn aus Bregenz gekommenen Kroaten Risto Arnaudovski werden sich dann trennen. Am vergangenen Wochenende kündigte zudem Linkshänder Kristian Svensson an, trotz Vertrags bis 2014
Dirk Beuchler wird im Sommer neuer Trainer in Lübbecke
Dirk Beuchler wird im Sommer neuer Trainer in Lübbecke
schon im Sommer in seine schwedische Heimat zu IFK Skövde zurückzukehren. Die wichtigste personelle Änderung aber findet auf der Bank statt: Die Zusammenarbeit mit Gennadij Khalepo wird nach nur einem Jahr wieder enden, nachdem der 44-Jährige offiziell aus privaten Gründen um eine Vertragsauflösung bat. Als Nachfolger wurde am 5. Februar Dirk Beuchler vom Lokalrivalen TBV Lemgo präsentiert. Beuchler, der 1995 von 2001 für den TuS N-Lübbecke als Spieler aktiv war, freut sich auf seine neue Aufgabe: "Der TuS hat sich in den letzten Jahren zu einem sehr stabilen Verein entwickelt. Ich denke, wir können hier zusammen viel aufbauen und erreichen - die Basis im Verein ist da und die Mannschaft besitzt das Potenzial. Ein Grund für die Entscheidung war zudem, dass ich immer noch sozial sehr verwurzelt bin und Verein und Umfeld gut kenne. Ich freue mich auf jeden Fall auf diese kommende Herausforderung."
Drei Junioren-Nationalspieler kommen
Für Beuchler steht in Lübbecke dann eine ähnliche Aufgabe an wie in den vergangenen beiden Jahren in Lemgo: Aus vielen jungen Talenten und einigen renommierten Kräften muss eine Bundesliga-taugliche Einheit geformt werden. Drei dieser jungen Talente wurden bereits als Neuzugänge für die kommende Spielzeit präsentiert: Aus Göppingen stößt Linksaußen und Junioren-Weltmeister Maximilian Schubert nach Ostwestfalen. Torhüter Malte Semisch (aus Hannover) und Rechtsaußen Ramon Tauabo (Füchse Berlin II) sind ebenfalls aktuelle deutsche Junioren-Nationalspieler und wollen sich ebenfalls in Lübbecke in der stärksten Handball-Liga der Welt etablieren.

Kreisläufer Frank Löke erzielte bislang 79 Saisontreffer.
Kreisläufer Frank Löke erzielte bislang 79 Saisontreffer.
Noch aber soll in Lübbecke die aktuelle Spielzeit erfolgreich abgeschlossen werden, und mit einem Sieg gegen den THW Kiel könnte der TuS sogar die zwei Niederlagen gegen Minden bei den Fans vergessen machen. Die 17-tägige Pflichtspielpause seit dem 35:30-Erfolg gegen TuSEM Essen konnte der TuS perfekt nutzen, um sich auf eines der Saison-Highlights vorzubereiten. In einem Testspiel am vergangenen Dienstag gegen den Zweitligisten Eintracht Hildesheim setzte es einen standesgemäßen 29:23 (17:12)-Erfolg.

17 Kieler Siege in Serie
Voraussichtlich kann Gennadij Khalepo - mit Ausnahme von Daniel Svensson - gegen den THW personell aus dem Vollen schöpfen. Auch Kreisläufer Frank Löke, der dem THW in der Vergangenheit gerne das Siegen schwer machte, wird nach auskuriertem Bänderriss zurück erwartet. Doch obwohl sich die "Zebras" besonders in Ostwestfalen mehrfach schwer tat mit dem TuS - verloren hat man gegen Lübbecke schon seit über zehn Jahren nicht mehr. Zuletzt am 7. September 2002 unterlag der THW in der jetzt als "Merkur Arena" bekannten Kreissporthalle Lübbecke mit 22:24. Seitdem siegten die Kieler 17 Mal in Serie, in der vergangenen Spielzeit gewann man auch dank neun Jicha-Treffern deutlich mit 32:22. In der Hinrunde dieser Spielzeit konnte der TuS den THW Kiel in der Sparkassen-Arena hingegen 47 Minuten lang ärgern, ehe der deutsche Rekordmeister mit einem 10:4-Schlussspurt für einen letztlich souveränen 30:23-Erfolg sorgte.

Die Schiedsrichter am Mittwoch in der Merkur Arena sind Philipp Dinges und Daniel Kirsch.

(Sascha Krokowski)

Dieser Vorbericht wird wie gewohnt ständig aktualisiert.

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Aus den Kieler Nachrichten vom 17.04.2013:

"Zebras": Nach dem Titel ist vor dem Titel

THW Kiel will heute beim TuS N-Lübbecke den nächsten Schritt zur Meisterschaft machen
Lübbecke. Heimspiele für die Rhein-Neckar Löwen und die SG Flensburg-Handewitt, ein schweres Auswärtsspiel für den THW Kiel - der Dreikampf um die deutsche Handballmeisterschaft geht in die entscheidende Phase. Drei Tage nach dem Triumph im DHB-Pokal stehen die "Zebras" heute in der mit 3300 Zuschauern ausverkauften Arena des TuS N-Lübbecke (20.15 Uhr/Sport1) vor einer schweren Aufgabe.

"Wir wollen die Konkurrenz auf Abstand halten, deshalb ist das ein extrem wichtiges Spiel für uns", sagt THW-Trainer Alfred Gislason, der am Sonntag bereits um halb neun die Party in einem italienischen Restaurant verließ, um zu Hause mit seiner Frau Kara in Ruhe noch eine Flasche Rotwein zu trinken. Der eine oder andere Spieler hätte ihn schon um einen trainingsfreien Montag gebeten, sagt Gislason. "Aber das musste ich natürlich ablehnen." Als er sie mittags zum Auslaufen in Schönkirchen traf, hätte er keinem seiner Spieler die Folgen einer langen Partynacht anmerken können. "Wir alle wissen, um was es in diesen Tagen geht. Da darf eine Feier keine Entschuldigung ein." Auf dem Weg zur Meisterschaft ist die Partie beim Tabellen-Zwölften Lübbecke ein Schlüsselspiel, am Sonntag kommt MKB Veszprem zum Hinspiel im Champions-League-Viertelfinale (17.15 Uhr/Eurosport) nach Kiel.

Die "Zebras" brechen heute Morgen nach Ostwestfalen auf, möglicherweise wird auch Christian Zeitz im Bus sitzen, der am Montag von Dr. Frank Pries und Dr. Ralph Wischatta operiert wurde. Der 32-Jährige hatte sich beim Halbfinal-Sieg im Final Four gegen Melsungen (35:23) einen Knochen der rechten Mittelhand gebrochen. Zeitz, der bereits wieder aus dem Mare-Klinikum entlassen worden ist, wird mindestens vier Wochen pausieren müssen. "Hätte er mit einer Schiene spielen dürfen, hätte er sich sogar gegen Melsungen wieder einwechseln lassen", sagt Gislason, der hofft, den Linkshänder im Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen am 26. Mai wieder einsetzen zu können. Vor dem TuS N-Lübbecke, der zuletzt vor zweieinhalb Wochen ein Pflichtspiel absolvierte, hat der Isländer großen Respekt. "Wir müssen höllisch aufpassen und dürfen vor allem den Start nicht verschlafen."

Geht es nach TuS-Manager Zlatko Feric, dann gewinnt der THW auch das 18. Spiel in Folge gegen seine Mannschaft. "Ich war beim Final Four live dabei und Zeuge der Kieler Übermacht", sagt Feric, der aber auch erkannt hat, dass der Triple-Sieger nicht die Stabilität der Vorsaison hat. "Mit einer guten Abwehr und einem starken Torhüter lässt sich gegen diesen THW etwas bewegen." Genau hier liegen die Stärken des Teams von Gennadij Khalepo, der mit Kreisläufer Frank Löke und Rückraumspieler Arne Niemeyer wieder auf zwei Säulen zurückgreifen kann, die zuletzt verletzungsbedingt fehlten. "Wir freuen uns auf Kiel", sagt Feric. "Und hoffen, dass wir uns nicht blamieren werden." Eine Rolle wie die MT Melsungen, die im Halbfinale nach starker erster Halbzeit noch mit zwölf Toren verlor, will der TuS nicht spielen, zumal auch diese Partie live und kostenfrei bei Sport1 zu sehen sein wird.

Mit dem Saisonverlauf sind die TuS-Verantwortlichen nicht zufrieden, einmal mehr wird das namhafte Personal nicht den Erwartungen gerechnet. "Hätten wir eine starke Mannschaft, würde das anders aussehen", sagt Feric und betont dabei unmissverständlich das Wort "Mannschaft". In der kommenden Saison soll nun Dirk Beuchler (kommt vom TBV Lemgo) versuchen, der Diva die ersehnte Konstanz zu vermitteln. Bis dahin kann es für den TuS, der sich kurzfristig mit dem Abwehrstrategen Ales Pajovic verstärkt hat, nur darum gehen, die Saison mit dem einen oder anderen Erfolgserlebnis zu beenden und dem an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Dänen Daniel Svensson die Daumen zu drücken. "Sein Schicksal bewegt uns sehr", sagt Feric.

(von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 17.04.2013)

 


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