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16./18.12.2006 - Letzte Aktualisierung: 18.12.2006 Bundesliga

THW mit ungefährdetem Start-Ziel-Sieg gegen harmlose Göppinger

Jeppesen feierte Comeback - Omeyer und Shejbal hielten weltklasse

Bundesliga, 15. Spieltag: 16.12.2006, Sa., 19.30: THW Kiel - Frisch Auf Göppingen: 39:26 (20:12)
Update #5 KN-Bericht, Fotos, Stimmen und Spielbericht ergänzt...

Henrik Lundström traf gegen Göppingen achtmal.
Klicken Sie zum Vergrößern! Henrik Lundström traf gegen Göppingen achtmal.
Der THW Kiel hat am Samstagabend seinen zehnten Bundesligasieg in Folge eingefahren. Mit Frisch Auf Göppingen hatte der deutsche Meister in der Ostseehalle von Beginn an keine Probleme und setzte sich ungefährdet mit 39:26 (20:12) durch. Überragende Akteure auf dem Parkett waren auf beiden Seiten die Torhüter: Thierry Omeyer und sein Gegenüber Michal Shejbal entschärften zahlreiche Bälle. Während Lars Krogh Jeppesen in der Abwehr ein gelungenes Comeback feierte und auch im Angriff Akzente setzen konnte, avancierte Henrik Lundström mit 8/1 Treffern zum besten Torschützen der Partie.
Erfreute Gesichter gab es schon zum Anpfiff der Partie: Lars Krogh Jeppesen stand gleich in der Anfangsformation in der Abwehr, zusammen mit Nikola Karabatic im Mittelblock, während er im Angriff für Spielmacher Stefan Lövgren Platz machte. Ebenfalls von Beginn an war Pelle Linders mit dabei, und dies zahlte sich in der Anfangsphase richtig aus für die Kieler. Nachdem Karabatic und Oprea mit ihren ersten Würfen an den Torhütern scheiterten, sorgte Thierry Omeyer mit einem Pass über das gesamte Spielfeld auf Henrik Lundström, der das 1:0 erzielte, für das erste Highlight. Nachdem Pelle Linders wenige Sekunden später einen Siebenmeter und die erste Zeitstrafe für Baiceanu herausholte, erhöhte Lundström per Strafwurf auf 2:0, Vid Kavticnik in Überzahl per Doppelpack gar auf 4:0 (6.).

Nikola Karabatic erzielte fünf Treffer.
Klicken Sie zum Vergrößern! Nikola Karabatic erzielte fünf Treffer.
Erst eine schöne Einzelaktion des 23-jährigen etatmäßigen Linksaußen Michael Schweickardt, der für den verletzten Nationalspieler Michael Kraus in die Mitte des Göppinger Rückraumes rückte, brachte den ersten Gästetreffer ein, doch die Kieler waren auf eine schnelle Entscheidung aus: Lars Krogh Jeppesen und Kim Andersson wuchteten den Ball aus dem Rückraum an Shejbal vorbei ins Tor, der flinke Kavticnik erhöhte gar auf 9:2 (13.). Gäste-Trainer Velimir Petkovic nahm eine Auszeit, doch auch in der Folgezeit fand Frisch Auf kein Mittel gegen die Kieler Betonabwehr und den glänzend aufgelegten Thierry Omeyer. Wäre Michal Shejbal auf der anderen Seite nicht in ähnlich starker Form gewesen - der Slowake entschärfte innerhalb von 6 Minuten gleich drei jeweils von Pelle Linders herausgeholte Siebenmeter -, wären die Kieler schon uneinholbar davongezogen. Doch auch so bauten die Gastgeber den Vorsprung schnell auf 14:5 (21.) aus, indem sie einen Tempogegenstoß nach dem anderen liefen, oftmals durch sensationelle Pässe von Thierry Omeyer auf die Flügelspitzen inszeniert.

Henrik Lundström beim Gegenstoß,  in Szene gesetzt vom bärenstarken Thierry Omeyer.
Klicken Sie zum Vergrößern! Henrik Lundström beim Gegenstoß, in Szene gesetzt vom bärenstarken Thierry Omeyer.
Erst, als Noka Serdarusic durchwechselte und Zeitz, Klein und Ahlm einsetzte, kam ein leichter Bruch ins Kieler Spiel. Innerhalb von 80 Sekunden verkürzten der auffällige, aber im Abschluss oft glücklose Schweickardt, Baiceanu und Oprea auf 14:8. Zudem unterliefen den Zebras nun ungewohnte Fehler im Aufbauspiel - doch da Omeyer zweimal gegen Nationalspieler Christian Schöne hielt, der jeweils alleine auf den Kieler Keeper zuraste, hielt der Vorsprung des THW. In der Schlussphase des ersten Durchgangs hatten sich die Kieler dann auch wieder gefangen, so dass besonders Christian Zeitz und Geburtstagskind Dominik Klein noch Akzente setzen konnten, die den Halbzeitstand von 20:12 bedeuteten.

Der zweite Durchgang startete wie der erste: Die Angriffsreihen vergaben reihenweise aus bester Position, Omeyer und Shejbal waren aber unüberwindbar. Erst Oprea gelang in der rasanten Partie der Anschluss zum 20:13. Besonders Volker Michel, vor dem Seitenwechsel kaum für Torgefahr sorgend, spielte sich nun ins Rampenlicht der Ostseehalle und verkürzte mit drei Treffern in drei Minuten auf 22:16 (37.). Als dann im Kieler Angriff Pelle Linders erneut am immer stärker werdenden Michal Shejbal scheiterte, hatte FAG gar die Chance, den Kieler Vorsprung erstmals seit der 10. Spielminute auf fünf Tore zu verkürzen.

Die Schlussphase gehörte "Geburtstagskind" Dominik Klein.
Klicken Sie zum Vergrößern! Die Schlussphase gehörte "Geburtstagskind" Dominik Klein.
Doch der vierte Wurf in Folge von Volker Michel wurde von der THW-Abwehr geblockt, und Thierry Omeyer schickte Henrik Lundström auf die erfolgreiche Reise zum 23:16 - Aufatmen im weiten Rund, zumal der Schwede wenig später nach schönem Pass von Jeppesen gar wieder auf 24:16 erhöhte. Göppingen gab sich nun endgültig geschlagen, doch die Zebras konnten sich aufgrund des noch bis Mitte der zweiten Halbzeit auf sensationellem Niveau haltenden Michal Shejbal nicht weiter absetzen. Erst ein kleiner Zwischenspurt von 26:20 auf 30:20 in drei Minuten, in denen Göppingen im Aufbauspiel gar nichts mehr gelang, stellte die Weichen dann doch noch auf "Kantersieg". Insbesondere stellte Lars Krogh Jeppesen unter Beweis, wie wichtig er bei den schweren Aufgaben in den nächsten Wochen auch im Angriff für den THW sein kann: Sein sensationeller "One-Touch-Pass" auf Marcus Ahlm, der das 31:21 markierte, sorgte für bewunderndes Raunen in der Ostseehalle. In den Schlussminuten, in denen Mattias Andersson und der erst am Donnerstag verpflichtete Ivan Gajic die beiden Protagonisten des Abends im Tor würdig vertraten, setzte Dominik Klein mit seinen Treffern 3 bis 6 schließlich die letzten Akzente, so dass am Ende ein deutlicher 39:26-Sieg für den THW zu Buche stand.

(Sascha Krokowski)

Hier geht's zu weiteren Fotos vom Spiel...

Lesen Sie auch den ausführlichen Spielbericht der Kieler Nachrichten.

Stimmen zum Spiel:

FAG-Trainer Velimir Petkovic:
Der Kieler Sieg war hochverdient, obwohl uns von Beginn an klar war, dass wir hier nicht gewinnen können. Heute hat beinahe unsere zweite Garnitur gespielt, ich habe zudem einige angeschlagenen Spieler geschont, da wir uns am kommenden Mittwoch in Lemgo mehr ausrechnen als heute. Deshalb habe ich heute so wenig gewechselt. Trotzdem war die Leistung meines Teams heute respektabel, wer zehn Minuten vor Schluss in Kiel nur mit sechs Toren zurück liegt, kann eigentlich zufrieden sein. Geärgert hat mich heute die schlechte Torquote von Außen, immerhin spielen bei uns zwei Nationalspieler auf diesen Positionen - da kann man mehr erwarten. Auch das Zurücklaufen hat heute nicht wie abgesprochen funktioniert.
THW-Trainer Noka Serdarusic:
Es war heute rcht leicht für uns, da Frisch Auf! nur mit seiner zweiten Rückraum-Garnitur spielen konnte. Trotzdem haben wir engagiert angefangen und bissig in der Abwehr gestanden. Mit der Leistung in der ersten Halbzeit kann ich gut leben, mit der zweiten Hälfte nicht so. Auf Grund der Acht-Tore-Führung zur Pause waren meine Spieler nicht ganz auf dem Spielfeld. Die zweite Welle wurde kopflos vorgetragen, außerdem machten wir einige Fehler mehr in der Abwehr. Außerdem hatten wir eine tolle Siebenmeter-Quote (lacht). Gefreut hat mich, dass alle Spieler, die heute eingesetzt werden konnten, nicht müde wurden. Auch die Leistung von Thierry Omeyer - und insbesondere seine tollen Pässe auf die Außen - hat mich gefreut. Er hat dazu gelernt. Dass ich Pelle Linders von Beginn an hab spielen lassen, war auch ein Signal an Marcus Ahlm. Zuletzt war ich nicht ganz so zufrieden mit seinen Leistungen. Pelle hat seine Sache heute zu Beginn gut gemacht, dann aber abgebaut und war letztlich genervt und nicht mehr konzentriert - weshalb ich ihn dann auch herunter genommen habe.
THW-Manager Uwe Schwenker:
Es hat mich gefreut, dass Lars Krogh Jeppesen heute einigermaßen gut gespielt hat, wenngleich man auch sehen konnte, dass er noch nicht wieder zu einhundert Prozent fit ist. In den nächsten zehn Tagen haben wir Spiele gegen den Zweiten, Dritten und Vierten der Tabelle - da bin ich froh, dass sich unser Kader wieder aufgefüllt hat. Eine besinnliche Weihnachtszeit wird das aber trotzdem nicht. Wir sind gut gerüstet, wollen konzentrierte Leistungen zeigen. Am Ende des Jahres sieht man dann vielleicht schon klarer, wo wir stehen.
FAG-Team-Manager Lars-Henrik Walther:
Es ist völlig klar, auch in Bestbesetzung sind die ersten Drei der Tabelle für uns eine Nummer zu hoch. Wir arbeiten hart daran, diese Lücke zu füllen - aber das Leistungsgefälle in der Bundesliga ist ja hinreichend bekannt.
Volker Michel gegenüber den KN:
Wir haben uns Mühe gegeben, aber mit der zweiten Garnitur im Rückraum hat man in Kiel nichts zu bestellen.

Lesen Sie auch Zwei Minuten: Die THW-Kolumne nach dem Spieltag mit Thierry Omeyer.

15. Spieltag: 16.12.06, Sa., 19.30: THW Kiel - Frisch Auf Göppingen: 39:26 (20:12)

Logo THW Kiel:
Omeyer (1.-45. Minute, 20/2 Paraden), Fritz (n.e.), M. Andersson (46.-60. Minute, 3 Paraden); Linders (1), K. Andersson (3), Lundström (8/1), Kavticnik (6), Karlsson, Lövgren (1), Ahlm (5), Zeitz (2), Jeppesen (2), Karabatic (5), Klein (6); Trainer: Serdarusic
Logo Frisch Auf Göppingen:
Kehle (n.e.), Shejbal (1.-56. Minute, 19/3 Paraden), Gajic (57.-60. Minute und ein Siebenmeter, 3/1 Paraden); Kraus (n.e.), Schweickardt (5/2), Oprea (2), Schöne (2), Späth (2), Rajkovic (n.e.), Baiceanu (3), Dmytruszynski (7), Michel (5), Manojlovic (n.e.); Trainer: Petkovic
Schiedsrichter:
Dang / Zacharias (beide Mainz)
Zeitstrafen:
THW: 2 (Ahlm (30.), Jeppesen (34.));
FAG: 6 (2x Baiceanu (4., 13.), Michel (14.), 2x Dmytruszynski (16., 48.), Späth (34.))
Siebenmeter:
THW: 5/1 (Shejbal hält Lundström (10.), Lövgren (14.), Kavticnik (16.); Gajic hält Klein (52.), der den Nachwurf verwandelt);
FAG: 4/2 (Omeyer hält Schweickardt (18.) und Oprea (34.))
Spielfilm:
1. Hz.: 4:0 (6.), 4:1, 5:1, 5:2, 9:2 (13.), 9:3, 10:3, 10:4, 12:4 (18.), 12:5, 14:5 (21.), 14:8 (22.), 16:8, 16:10, 17:10, 17:11, 19:11 (28.), 19:12, 20:12;
2. Hz.: 20:13, 21:13, 21:14, 22:14, 22:16 (37.), 24:16, 24:18, 25:18, 25:19, 26:19, 26:20 (45.), 30:20 (48.), 30:21, 31:21, 31:22, 32:22, 32:23, 35:23 (54.), 35:24, 36:24, 36:36 (56.), 39:26.
Zuschauer:
10250 (ausverkauft) (Ostseehalle, Kiel)
Spielgraphik:
Spielgraphik

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 18.12.2006:

THW in der Gala-Uniform zum 39:26-Kantersieg

Göppingen in Kiel chancenlos - Jeppesen feierte gutes Comeback - Omeyer überragend
Kiel - Rekordmeister THW Kiel zeigte am Sonnabend gegen Altmeister Frisch Auf Göppingen keine Blöße und verteidigte seine Bundesliga-Tabellenführung mit einem souveränen 39:26 (20:12)-Start-Ziel-Sieg. Vor 10 250 Zuschauern feierten die Zebras ihren 21. Pflichtspielerfolg und den zehnten in der Bundesliga in Folge.

Die Verkleidung als THW-Schreckgespenst hatte das Team von Velimir Petkovic gleich vorne an der Ostseehallen-Garderobe abgestreift. Mit dem Team, das den Zebras 2004/05 noch drei von insgesamt sechs Saison-Minuspunkten abgeknöpft hatte, verband das Göppinger Aufgebot vom Sonnabend nur die grüne Trikotfarbe. Das lag auch am Verletzungspech. Garcia, Knezevic und Galia konnten nicht, die angeschlagenen Kraus, Rajkovic und Monojlovic durften nicht. "Am Dienstag haben wir das Spiel in Lemgo, da rechnen wir uns mehr aus als hier in Kiel", erklärte Göppingens Trainer später. Aha! Mit dieser Einstellung hätte der FAG-Coach gleich die weiße Fahne zücken und zum Zeichen der Aufgabe demütig in die Halle hineinschleichen können.

Gut für das Spiel war, dass die neun verbliebenen Grün-Weißen trotzdem Kampfgeist und Einsatzwillen mit aufs Parkett brachten. Der erst 23-jährige Michael Schweikardt trumpfte auf der Mittelposition frisch und frech auf, Galia-Ersatz Michal Shejbal wuchs zwischen den Pfosten zum Riesen (17 Paraden, davon drei Siebenmeter) und Maciek Dmytruszynski sowie Volker Michel (in der zweiten Halbzeit) sorgten für Druck aus dem Rückraum.

Gleichwohl war Göppingens zweiter Anzug nur eine mittelmäßige Klamotte verglichen mit der Gala-Uniform, die den THW nach Beendigung der Verletztenmisere wieder schmückt. Am Sonnabend kehrte auch Lars Krogh Jeppesen ins Team zurück. So darf Trainer Noka Serdarusic - Viktor Szilagyi noch ausgenommen - wieder aus dem Vollen schöpfen. Eine willkommene Option vor dem Atemlos-Jahres-Finale mit Spielen in Magdeburg (Mittwoch), gegen Flensburg (Sonnabend), in Nordhorn (26.12.) und Großwallstadt (30.12.).

Erst seit Dienstag nimmt Jeppesen am Mannschaftstraining teil. "Mit der Kondition hapert's deswegen noch", schnaufte der von Schweiß durchtränkte Däne nach Spielschluss. Bananen, die er auf der Bank zum Ausgleich gegen Kalium/Magnesium-Verlust verdrückte und viel Wasser ließen ihn bis zur 47. Minute durchhalten. Der Kieler Abwehr tat der Rückkehrer gut. Serdarusic stellte Jeppesen gleich an die Seite von Nikola Karabatic, und an Kiels aggressivem und beweglichem Mittelblock richtete sich die gesamte Kieler Abwehr auf. Göppingen rannte mehr als 40 Minuten schlicht gegen eine Wand. Auch, weil dahinter Thierry Omeyer wieder einmal Weltklasse-Niveau einbrachte. Der Franzose hielt 20 schwere Bälle an, schnappte sich zwei von drei Siebenmetern und durfte seinen Arbeitstag wegen besonders guter Leistungen nach 45 Minuten beenden. Mattias Andersson rückte für den Franzosen ins Tor.

Musik machte zudem der THW-Angriff, auch wenn sich im Übereifer Misstöne einschlichen. 22 Treffer steuerten dabei die Außenpositionen zum Kantersieg bei. Auf Linksaußen unterstrich Henrik Lundström seine anhaltend gute Verfassung mit 8/1 Toren. Geburtstagskind Dominik Klein (23) beschenkte sich selbst mit einer fehlerfreien Quote und sechs Volltreffern, und auf der anderen Seite trafen Vid Kavticnik sechs- sowie Christian Zeitz zweimal. Der Jahres-Schlussspurt kann aus THW-Sicht kommen, und das jetzt üppiger vorhandene Personalangebot nutzte Serdarusic gleich für einen Denkzettel. Statt Marcus Ahlm stand Pelle Linders in der "ersten Sieben" und nutzte seine Chance. "Marcus hat zuletzt nicht immer die Bereitschaft gezeigt, die ich erwarte", begründete Serdarusic. Später kam der Schwede doch noch - kämpfte und traf fünfmal.

(von Reimer Plöhn, aus den Kieler Nachrichten vom 18.12.2006)


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