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27./28.10.2013 - Letzte Aktualisierung: 28.10.2013 Bundesliga

35:31 - THW bewahrt kühlen Kopf in der "Hölle Süd"

Bundesliga, 11. Spieltag: 27.10.2013, So., 15.00: Frisch Auf Göppingen - THW Kiel: 31:35 (15:18)
Update #2 KN-Bericht, weitere Stimmen, Fotos und Spielbericht ergänzt ...

Niclas Ekberg erzielte fünf seiner acht Treffer vom Siebenmeterstrich.
Klicken Sie zum Vergrößern! Niclas Ekberg erzielte fünf seiner acht Treffer vom Siebenmeterstrich.
Mit einer abgeklärten Leistung hat der THW Kiel in der DKB Handball-Bundesliga den 10. Saisonsieg eingefahren und die Tabellenspitze erfolgreich verteidigt. Beim Gastspiel bei Frisch Auf Göppingen am Sonntagnachmittag setzten sich die "Zebras" nach 20 Spielminuten ab und ließen die Baden-Württemberger nicht mehr dichter als auf zwei Tore heran. Erfolgreichste Schützen beim 35:31 (18:15)-Erfolg in der ausverkauften EWS-Arena waren Niclas Ekberg und Filip Jicha mit jeweils acht Treffern.
THW ohne Palmarsson, Göppingen mit vollem Kader
THW-Trainer Alfred Gislason musste erneut auf Aron Palmarsson verzichten, der sich nach seiner langwierigen Knie-Operation weiterhin in der Reha befindet. Immerhin hatte sich das Kieler Lazarett ansonsten gelichtet, Patrick Wiencek nach überstandener Zerrung und Rasmus Lauge nach überstandener Grippe waren wieder mit an Bord. Frisch-Auf-Trainer Velimir Petkovic stand für das Spiel gegen den Rekordmeister hingegen sein kompletter Kader zur Verfügung, unter anderem fand daher Torhüter Nikola Marinovic keine Berücksichtigung auf dem Spielberichtsbogen.
Göppingen kontert Kieler Blitzstart
Tim Kneule startete auf der Rückraummitte für Göppingen und spielte zunächst stark auf.
Klicken Sie zum Vergrößern! Tim Kneule startete auf der Rückraummitte für Göppingen und spielte zunächst stark auf.
Vor 5.600 Zuschauern in der ausverkauften EWS-Arena erwischte der THW einen guten Start: Rene Toft Hansen holte im ersten Angriff einen Siebenmeter heraus, den Niclas Ekberg zum 1:0 verwandelte. Nachdem dann Sjöstrand den ersten Wurf Rnics festhalten konnte und Jicha nach einer Wurffinte durch den Göppinger Mittelblock marschierte, führten die "Zebras" mit 2:0. Doch die Gastgeber fanden nun langsam in die Partie: Mit großem Selbstvertrauen war der Tabellen-14. angetreten, nachdem er am vergangenen Mittwoch den HSV Hamburg aus dem Pokal geworfen hatte. Dieses Selbstvertrauen spiegelte sich fortan im Aufbauspiel der Grün-Weißen wider, die mit Kneule, Rnic und Lobedank im Rückraum schnelle Spielzüge abwickelten und die Kieler 6:0-Deckung ordentlich in Bewegung brachten. Lobedank gelang der erste Treffer für Frisch Auf, und nachdem Prost zweimal gegen Jicha parieren konnte, sorgte Kneule für den Ausgleich. Als Ekberg wenig später dann vom Siebenmeterstrich an Prost scheiterte, sorgte der von Rnic in Szene gesetzte Schöne gar für die erste Göppinger Führung.
Offener Schlagabtausch
Wieder nicht zu stoppen: Rene Toft Hansen erkämpfte Strafwürfe und traf aus allen Lagen.
Klicken Sie zum Vergrößern! Wieder nicht zu stoppen: Rene Toft Hansen erkämpfte Strafwürfe und traf aus allen Lagen.
Es entwickelte sich fortan ein offener Schlagabtausch, bei dem die Torhüter auf beiden Seiten nichts mehr zu lachen hatten. Göppingen legte durch einen tollen Hüftwurf Kneules und vor allem durch den nicht zu bremsenden Rnic weiter vor, die "Zebras" glichen aber jeweils postwendend aus. Drei Garanten gab es dafür auf Kieler Seite: Filip Jicha erzielte das zwischenzeitliche 4:4 selbst, tankte sich durch oder bediente ansonsten den starken Rene Toft Hansen. Und Niclas Ekberg verwandelte trotz seines vorherigen Fehlwurfs eiskalt die resultierenden Strafwürfe sowie einen Gegenstoß nach einem Kneule-Fehlpass zum 6:6. Bis zum 8:7 durch einen fulminanten Rnic-Hüftwurf gegen den mittlerweile ins Tor gekommenen Andreas Palicka sowie den von Jicha erkämpften und Ekberg verwandelten Strafwurf zum 8:8 ging dieses Spiel weiter, ehe Palicka gegen Oprea die erste Parade gelang und Sigurdsson im Gegenzug die Kieler erstmals seit der Anfangsphase wieder in Front warf.
THW setzt sich erstmals ab
Dem gut aufgelegten Felix Lobedank gelang zwar noch einmal der Ausgleich zum 9:9, doch nun leitete der THW seine bislang stärkste Phase ein: Sigurdsson erkämpfte sich nach feinem Anspiel Vujins einen Siebenmeter, den abermals Ekberg zum 10:9 nutzte. Dann parierte Palicka auf der Gegenseite einen Strafwurf Schillers, ehe der von Jicha bediente Toft Hansen für das 11:9 sorgte. Als Kneules Kreisanspiel dann nicht den von ihm erhofften Empfänger fand, schickte schließlich Christian Zeitz Gudjon Valur Sigurdsson zum Gegenstoß auf die Reise - 12:9, die erste Drei-Tore-Führung der Partie war perfekt.
Vujin rettet 18:15-Pausenführung
Momir Rnic erzielte sieben seiner neun Treffer im ersten Durchgang.
Klicken Sie zum Vergrößern! Momir Rnic erzielte sieben seiner neun Treffer im ersten Durchgang.
Velimir Petkovic reagierte und brachte nun Michael Kraus für den langsam abbauenden Kneule auf die Rückraummitte. Der Ex-Nationalspieler tankte sich im ersten Angriff gleich durch und holte einen Siebenmeter heraus, den Rnic zum 10:12 verwandelte. Insgesamt erwischte der ehemalige Hamburger zwar keinen Glanztag, dennoch konnte seine Mannschaft unter seiner Führung durch Schöne und Rnic auf 12:13 verkürzen. Ekberg antwortete aber per schneller Mitte postwendend zum 14:12, ehe Palicka gegen Kraus parierte und Sigurdsson zum 15:12 auf die Reise schickte. Als dann selbst Momir Rnic einen Ball verwarf, Toft Hansen auf 16:12 erhöhte und Kraus für seinen verzweifelten Abwehrversuch gegen den Kieler Kreisläufer eine Zeitstrafe des umsichtigen Schiedsrichtergespanns kassierte, schien Göppingen urplötzlich komplett den Anschluss zu verlieren.

Indes: Die Kieler wussten die Überzahlsituation nicht zu nutzen: Jicha und der kurzzeitig für die Abwehrarbeit eingesetzte Jallouz verzogen ihre Würfe, Rnic konnte verkürzen und Christian Zeitz holte sich die erste Kieler Zeitstrafe ab. Immerhin gelangen in den Schlussminuten der ersten Halbzeit dem lange Zeit unauffälligen Marko Vujin zwei wichtige Treffer, so dass die "Zebras" einen 18:15-Vorsprung in die Kabinen retten konnten.

Göppingen kämpft sich heran
Filip Jicha erzielte 8/1 Treffer und zeigte tolle Anspiele an den Kreis.
Klicken Sie zum Vergrößern! Filip Jicha erzielte 8/1 Treffer und zeigte tolle Anspiele an den Kreis.
Nach Wiederanpfiff konnte Frisch Auf schnell durch Schiller verkürzen, doch Rene Toft Hansen antwortete postwendend. Um Rasmus Lauge zu entlasten und der Abwehr mehr Stabilität zu verleihen, hatte Alfred Gislason Patrick Wiencek neben Rene Toft Hansen in den Mittelblock beordert. Jedoch fand Göppingen auch weiterhin spielerische Wege, die Kieler 6:0-Deckung zu knacken. Zwar wurde es nach Vujins Billard-Tor zum 20:17, Palickas Parade gegen Lobedank und dem resultierenden Gegenstoßtreffer Sigurdssons zum 21:17 ins leere Tor, nachdem Primoz Prost aus seinem Kasten eilte, aber rechtzeitig gegen den Kieler Linksaußen zurückzog, kurzzeitig ruhiger in der "Hölle Süd". Doch Göppingen ließ noch nicht locker und war spätestens nach Kneules 20:22 wieder in Schlagdistanz - und das, obwohl Andreas Palicka zwei glänzende Paraden gegen Rnic und Schiller zeigte.
Mit Zeitz auf Rückraummitte
Beim THW Kiel hatte mittlerweile Christian Zeitz die Spielmacherposition übernommen. Biss sich der Kieler Linkshänder in den ersten zwei Angriffen noch die Zähne aus an der Göppinger Deckung, fand Zeitz in der Folgezeit immer besser in die Partie. So tankte er sich toll zum 23:20 durch, erkämpfte wenig später einen Siebenmeter und ließ dann einen ansatzlosen Schlagwurf folgen - da auf der Gegenseite Lobedank zweimal scheiterte, waren die Kieler nun wieder auf 25:20 enteilt. Velimir Petkovic nahm seine Auszeit, beorderte mit Pevnov neben Späth einen zweiten Kreisläufer aufs Parkett und brachte mit dem langen Fontaine für den untergetauchten Rnic einen neuen Rückraumspieler. Und tatsächlich: Frisch Auf stabilisierte sich wieder, profitierte auch von einem Reflex Rutschmanns, der Ekberg Siebenmeter an die Latte lenkte. Lobedank traf zum 23:26, und wenig später erwachte die EWS-Arena endgültig, weil mit Christian Zeitz und Filip Jicha gleich zwei Kieler auf die Strafbank mussten und Schiller auf 24:26 verkürzte.
In doppelter Unterzahl zum Erfolg
Christian Zeitz überzeugte auf der Rückraummitte, kassierte aber in der 51. Minute seine dritte Zeitstrafe.
Klicken Sie zum Vergrößern! Christian Zeitz überzeugte auf der Rückraummitte, kassierte aber in der 51. Minute seine dritte Zeitstrafe.
Der THW wankte kurz, doch er fiel nicht: In doppelter Unterzahl foppte Marko Vujin die gesamte Göppinger Deckung und marschierte auf der rechten Seite zum wichtigen 27:24 durch. Dann unterlief Fontaine im Angriff ein Stürmerfoul, und mit einem frechen Hüftwurf sorgte Sigurdsson wieder für eine Kieler Vier-Tore-Führung. Die prekäre Unterzahlphase entschied der THW somit mit 2:1 für sich.

Nun ließen sich die Kieler nicht mehr von ihrem Weg abbringen - auch nicht dadurch, dass Christian Zeitz wenig später seine dritte Zeitstrafe kassierte. Kneule traf statt zum 26:29 nur die Latte, und Sigurdsson konterte zum 30:25 für Schwarz-weiß. Als dann Kneule und Fontaine Filip Jicha zum 31:25 einluden, war die Partie entschieden. So konnten es sich die "Zebras" am Ende sogar erlauben, nach Vujins Treffer zum 35:28 frühzeitig abzuschalten und Göppingen ein wenig Ergebniskosmetik betreiben zu lassen.

Zehn Tage Bundesligapause
Mit nun 20:2 Punkten konnten die Kieler ihre Spitzenposition in der DKB Handball-Bundesliga festigen. Die Liga hat nun erst einmal zehn Tage Pause, ehe es für die "Zebras" am 6. November mit dem Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen weitergeht. Die Vorbereitungszeit für das Spitzenspiel fällt aber dennoch kurz aus, da die meisten THW-Spieler mit ihren Nationalmannschaften unterwegs sein werden: So treten Dominik Klein und Patrick Wiencek mit der deutschen Nationalmannschaft in Bremen und Hamburg beim Supercup auf die Nationalmannschaften Ägyptens, Polens und Schwedens - mit den Vereinskollegen Niclas Ekberg, Andreas Palicka und Johan Sjöstrand. Marko Vujin und Filip Jicha werden sich zweimal gegenüberstehen, wenn das tschechische Nationalteam in zwei Testspielen auf das serbische trifft. Während Gudjon Valur Sigurdssons Isländer zweimal gegen Österreich testen, erwarten Rasmus Lauge und Rene Toft Hansen mit Europameister Dänemark in Oslo hochkarätige Duelle mit Norwegen, Frankreich und Kroatien. Und Wael Jallouz reist in die Heimat nach Tunesien, wo seine Auswahl auf Brasilien, Russland und Weißrussland trifft.

(Sascha Krokowski)

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Stimmen zum Spiel:

THW-Trainer Alfred Gislason:
Ich bin natürlich sehr zufrieden, dass wir nicht wieder solch eine Klatsche wie im vergangenen Jahr bekommen haben. Meine Mannschaft hat sehr diszipliniert gespielt und auf ihre Chancen gewartet, die wir dann auch konsequent genutzt haben. Auch die Abwehr stand gut, und als nach 15 Minuten auch die Torhüterleistung hinzu kam, konnten wir uns absetzen. Es war extrem wichtig, hier zu punkten. Deshalb bin ich heute ein ziemlich glücklicher Trainer.
Göppingens Trainer Velimir Petkovic:
Das war ein hochverdienter Sieg. 35 Gegentore zu Hause zu bekommen, ist natürlich zu viel. Meine Jungs wollten, hatten nach dem HSV-Sieg ein breites Kreuz. Aber die Frische hat gefehlt, Kiel war schneller auf den Beinen. Wir haben zu viele technische Fehler gemacht, die der THW eiskalt bestraft. Die Kieler waren gut vorbereitet auf uns.
THW-Geschäftsführer Klaus Elwardt:
Die Zuschauer haben ein tolles Spiel gesehen. Als Palle zur Form fand, hat sich das Blatt gewendet.
THW-Kreisläufer Patrick Wiencek:
gegenüber Sport1:
Wir hatten uns heute vorgenommen, hart in der Abwehr zu stehen. Die letzten Spiele waren nicht so überragend. Wir wollten das heute mit Kampf wettmachen, das ist gelungen.

[Frage: Sie wirken viel fitter als vor eineinhalb Jahren]
Tja, ich habe meinen Personaltrainer: Christian Zeitz. Der hat mir so viel beigebracht, hat mit mir viele individuelle Sachen gemacht, die unser Geheimnis bleiben.

[Frage: Am 6.11. kommen die RN-Löwen...]
Die Löwen spielen auch eine überragende Saison. Wir müssen so spielen wie heute: aggressiv in der Abwehr und vorne die Dinger reinmachen. Das wird ein spannendes Spiel - hoffentlich mit dem besseren Ende für uns. Mit dem Spiel gegen die Löwen wissen wir, wo wir stehen.

[Frage: Ist es jetzt für den THW anders, wo die anderen Teams glauben, sie seien schlagbar? Wird darüber in der Kabine gesprochen?]
Es ist kein Geheimnis, dass uns vier Leistungsträger verlassen haben. Aber die, die da geblieben sind, haben von denen viel mitgenommen und derzeit klappt das auch recht gut.

gegenüber den KN:
Wir haben das Spiel in der Abwehr gewonnen, und Palle hat gut gehalten. Dass ich nicht im Angriff gespielt habe, war nicht wichtig. Es zählt nur der Sieg. Am Montag geht es für mich zum Lehrgang zur Nationalmannschaft.

Göppingens Linkshänder Felix Lobedank:
gegenüber Sport1:
Es war der erwartet starke Gegner THW Kiel. Den Anspruch zu haben, den THW - die wohl beste Mannschaft der Welt - in Serie zu schlagen, wäre vermessen. Nach dem Hamburg-Spiel wollten wir alles geben, Gas geben, haben aber zu hektisch abgeschlossen.

gegenüber den KN:
Wir haben es nicht wie im Frühjahr geschafft, in unser Spiel zu finden. Aber Kiel ist eben immer noch eine der weltbesten Mannschaften. Wir haben lange gut mitgehalten, aber am Ende hat die Abwehr nicht mehr gegriffen, und dann haben wir zu viele einfache Tore kassiert.

THW-Linkshänder Marko Vujin gegenüber den KN:
15 Minuten hatten wir Probleme in der Abwehr, dann sind wir besser reingekommen und haben gut unsere zweite Welle gespielt. Wir sind froh, denn in Göppingen ist es immer schwer zu spielen.
THW-Torhüter Andreas Palicka gegenüber den KN:
Ein überragendes Spiel war es nicht von mir. Aber zwischen der 20. und 50. Minute habe ich sicherlich das gehalten, was man halten musste - vielleicht auch ein paar Bälle mehr.
Göppingens Rückraumspieler Michael Kraus gegenüber den KN:
Wir haben bei weitem nicht das gespielt, was wir können. Das Team ist natürlich enttäuscht, aber wir haben in der Abwehr einfach keinen Zugriff bekommen.

11. Spieltag: 27.10.13, So., 15.00: Frisch Auf Göppingen - THW Kiel: 31:35 (15:18)

Logo Frisch Auf Göppingen:
Prost (1.-24., 31.-54., 9/1 Paraden), Rutschmann (24.-30., 54.-60. und bei zwei Siebenmetern, 3/1 Paraden); Kraus (1), Kneule (3), Oprea, Schöne (2), Späth (1), Beljanski (2), Lobedank (7), Markez (n.e.), Pevnov (1), Fontaine (2), Thiede (n.e.), Rnic (9/4), Schiller (3); Trainer: Petkovic
Logo THW Kiel:
Sjöstrand (1.-12. und bei einem Siebenmeter, 1 Parade), Palicka (12.-60., 11/1 Paraden); Toft Hansen (4), Sigurdsson (7), Sprenger (n.e.), Wiencek, Ekberg (8/5), Lauge, Zeitz (2), Jallouz, Klein (n.e.), Jicha (8/1), Vujin (6); Trainer: Gislason
Schiedsrichter:
Fabian Baumgart / Sascha Wild
Zeitstrafen:
Göppingen: 4 (2x Beljanski (8., 33.), Kraus (24.), Pevnov (50.));
THW: 5 (3x Zeitz (28., 47., 51.), Vujin (38.), Jicha (48.))
Rote Karte:
THW: Zeitz (3. Zeitstrafe, 51.)
Siebenmeter:
Göppingen: 5/4 (Palicka hält Schiller (18.));
THW: 8/6 (Prost hält Ekberg (7.), Rutschmann hält Ekberg (47.))
Spielfilm:
1. Hz.: 0:2 (4.), 3:2 (8.), 3:3, 4:3, 4:4, 5:4, 5:5, 6:5, 6:6, 7:6, 7:7, 8:7 (14.), 8:9, 9:9, 9:12 (20.), 10:12, 10:13, 12:13, 12:16 (24.), 13:16, 13:17, 15:17, 15:18;
2. Hz.: 16:18, 16:19, 17:19, 17:20, 17:21, 19:21 (36.), 19:22, 20:22, 20:25 (43.), 21:25, 22:25, 22:26, 24:26 (48.), 24:28, 25:28, 25:31 (52.), 26:31, 26:32, 27:32, 27:34, 28:34, 28:35 (56.), 31:35.
Zuschauer:
5.600 (ausverkauft) (EWS-Arena, Göppingen)
Spielgrafik:
Spielgrafik

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 28.10.2013:

THW cool in der Hölle Süd

Gislason-Ensemble feiert beim 35:31 in Göppingen zehnten Saisonsieg - Joker Palicka sticht
Göppingen. Der kurze Zwischengalopp im DHB-Pokal in Wallau hat die Zebras wieder in die Spur gebracht. Mit einem 35:31 (18:15)-Erfolg bei Frisch-Auf Göppingen machte Handballmeister THW Kiel die Niederlagen in Magdeburg (Bundesliga) und Kielce/Polen (Champions League) vergessen und manifestierte damit die Bilanz der Göppinger, die gegen Top-Mannschaften in der Liga zwar lange gut spielen, am Ende aber die Punkte liegen lassen.

Frisch-Auf-Trainer Velimir Petkovic, der die Göppinger in Sommer nach zehnjähriger Amtszeit vorzeitig verlassen wird, hatte es bereits vor dem Spiel gewusst: "Drei Niederlagen innerhalb weniger Wochen werden die Kieler nicht zulassen." Trotz des Umbruchs zu dieser Saison sei die Qualität beim THW immer noch hoch genug, um Meister zu werden, so Petkovic. Und genau davon durften sich die 5600 Zuschauer in der ausverkauften EWS-Arena überzeugen. In einer schon beim Anpfiff aufgeheizten Stimmung in der "Hölle Süd" setzte THW-Trainer Alfred Gislason in der Spielführung auf den zuletzt grippekranken Rasmus Lauge. Die Kieler kamen gut in das Spiel, führten durch einen Siebenmeter von Niclas Ekberg und einen Treffer von Jicha mit 2:0. Das aufgeheizte Publikum, das nach dem Heimsieg der Göppinger gegen Kiel in der Vorsaison viel erwartet hatte, machte Rene Toft Hansen am Kreis als Buhmann aus, da er sich am Kreis gleich serienweise zu Siebenmetern durchwühlte. Mit "Schieber, Schieber"-Rufen schon in der Anfangsphase zeigten die Zuschauer ihren frühen Frust. Denn Ekberg nahm beim THW beständig die Verantwortung vom Punkt an. Obwohl er mit seinem zweiten Versuch an Primoz Prost gescheitert war, kam er in der ersten Halbzeit auf eine gute Quote als Vollstrecker.

Dennoch ließen sich die Göppinger zunächst nicht abschütteln, da Johan Sjöstrand, der die Partie im Kieler Tor eröffnete, keine Hand an den Ball bekam und die Rückraum-Schützen von Frisch-Auf so zunächst zu leichten Toren kamen. Über 3:2 (7.) bis zum 8:7 (14.) legten die Hausherren stets vor. Mit der Einwechslung von Andreas Palicka (12.) hatte Gislason aber den richtigen Joker gezogen. Mit seinen Paraden verlieh der Schwede dem Kieler Spiel mehr Sicherheit, und kontinuierlich setzten sich die Gäste ab.

Lauge konnte ab der 25. Minute bei einer ersten Vier-Tore-Führung kürzer treten. Der Tunesier Wael Jallouz kam für ihn in der Abwehr, schaltete sich auch kurz - allerdings erfolglos - in den Angriff ein. Bis zur Halbzeit hielten die Kieler einen kommoden Vorsprung, was sich auf Göppinger Seite in Hilflosigkeit ausdrückte. Michael Kraus, der lange auf der Bank auf seinen Einsatz warten musste, kam in der 24. Minute und war auch gleich wieder runter, als er nach einem überflüssigen Foul an Toft-Hansen eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte.

Nach der Pause wechselte Gislason das Personal in der Abwehr. Patrick Wiencek bildete nun mit Toft-Hansen im Duett den Mittelblock. Rasmus Lauge konnte so etwas Atem holen. Denn die Partie blieb trotz einer beständig klaren Führung der Kieler bis zur 50. Minute hitzig. Dass die Göppinger dem Spiel letztlich keine Wende mehr geben konnten, lag an der starken Kieler Defensive und am mangelhaften Spielaufbau der Gastgeber. Kraus, der ab der 40. Minute wieder mitwirken durfte, fand keinen Zugang zum Spiel. Bisher ist der Hamburg-Rückkehrer bei den Schwaben noch nicht der erhoffte Heilsbringer.

Die Hausherren konnten auch eine doppelte Überzahl (47.), als auch die Disqualifikation gegen Zeitz, die er in der 50. Minute nach der dritten Zeitstrafe kassiert hatte, nicht nutzen. Im Gegenteil: Sie schienen sich nun frühzeitig aufgegeben zu haben, jubelten kaum noch nach Treffern und standen dem THW bei seinem Siegeszug Spalier.

(von Ralf Abratis, aus den Kieler Nachrichten vom 28.10.2013)


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