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06.-08.05.2004 - Letzte Aktualisierung: 08.05.2004 Bundesliga

THW gegen Magdeburg - Kampf um Platz zwei - Anpfiff um 15 Uhr

Update #3 Aktualisierung vom 08.05. (#2), vom 08.05. (#1) und vom 07.05...

Das Team des SC Magdeburg.
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Am kommenden Sonnabend (15 Uhr, live im NDR-TV) erwartet der Tabellenzweite THW Kiel (50:12 Punkte) den SC Magdeburg (3., 49:13). Für beide Mannschaften ist die Partie eminent wichtig im Kampf um die Champions League-Qualifikation, für die mindestens das Erreichen des dritten Platzes nötig ist, denn der Verlierer hätte zwei Spieltage vor Schluss plötzlich wieder den TBV Lemgo (4., 46:16) im Nacken, der am gleichen Tag zu Hause den VfL Gummersbach empfängt.
Der THW Kiel und der SC Magdeburg haben neben dem Kampf um die Champions League-Qualifkation eines gemeinsam: Beide Teams schieden im Halbfinale des THW aus. Unterschiedlich war jedoch die Leistung beider Mannschaften. Während der THW nach großem Kampf Flensburg unterlag, zeigte Magdeburg keine überzeugende Leistung, unterlag aber dennoch nur knapp dem HSV Hamburg (siehe Bericht). Keine überzeugende Leistung bot der SCM auch im letzten Punktspiel. 24:24 (13:10) trennten sich die Magdeburger in eigener Halle vom Abstiegskandidaten Frisch Auf Göppingen.

Der SCM dürfte trotz aller Verletzungssorgen (Gregorz Tkaczyk fällt bis zum Saisonende aus, Nenad Perunicic ist noch nicht wieder richtig fit, ...) jedoch hoch motiviert in die Ostseehalle reisen: Man will sicher nicht nur wichtige Punkte für die CL-Qualifikation holen, sondern sich auch für die 30:31-Heimniederlage gegen den THW (siehe Bericht) revanchieren. Obwohl der SCM einige Male in dieser Saison gegen Klubs aus dem unteren Tabellendrittel patzte (Niederlagen in Wilhelmshaven, Kronau/Östringen und Eisenach, Unentschieden in Wetzlar), hielt sich der ostdeutsche Traditionsverein während der gesamten Saison in der Spitzengruppe der Liga auf (siehe Kurve Magdeburg) - auch, weil bei anderen Topteams (Hamburg, Essen und Flensburg (30:19!)) Siege gelangen.

Die Mannschaft des SC Magdeburg stellten wir bereits im Vorbericht zum Hinspiel und im Vorbericht zum Final Four ausführlich vor. Bester Schütze ist derzeit Grzegorz Tkaczyk (169/10 Tore), der aber bis zum Saisonende ausfällt. Dem Polen folgen Stefan Kretzschmar (148/11), Joel Abati (142/62) und Christian Schöne (85).

In der vergangenen Saison gewann der SCM mit 32:29 beim THW (siehe Bericht). Es war der erste Sieg der Ostdeutschen in der Ostseehalle (siehe Daten Magdeburg). SCM-Star Stefan Kretzschmar sagte damals nach dem Erfolg: "Das ist großartig, Wahnsinn! Ein Traum, hier überhaupt einmal zu gewinnen!"

Die Partie wird geleitet von den Unparteiischen Heinz / Hock (Waiblingen).

Aktualisierung vom 04.05.

Laut Magdeburger Volksstimme hat für SCM-Star Stefan Kretzschmar der der letztjährige Sieg in der Ostseehalle eine besondere Bedeutung: "Wenn wir mal beim Bierchen in Erinnerungen schwelgen, spielt dieser erste Sieg eines SCM-Teams in der Ostseehalle stets eine Rolle." Die Chance, diesen Coup zu wiederholen, sieht Kretzsche bei 10 Prozent, denn "diesmal herrscht keine Waffengleichheit". Wie berichtet muss der SCM auf Gregorz Tkakzyk (Muskelbündelabriss) verzichten, ob Nenad Perunicic (u.a. entzündete Sehne in der Schulter) dabei ist, soll sich erst heute am Freitag entscheiden. Zudem leidet Joel Abati unter einer Zerrung im Rückenmuskel, Sigfus Sigurdsson wird mit einem Rippenanbruch auflaufen. Doch Kapitän Steffen Stiebler will über die Verletzten und Angeschlagenen nicht reden. Zur Volksstimme sagt der SCM-Abwehrchef: "Das erweckt nur den Eindruck, als wenn wir uns im Vorfeld ein Alibi für den Fall einer Niederlage schaffen wollen." Für Stiebler ist mit der richtigen Einstellung "alles möglich."

Kretzschmar glaubt, dass der THW "sich hinten reinstellen" wird, weil er weiss, dass der SCM derzeit ein Rückraumproblem hat. Um dieses zu lindern, hat Alfred Gislason den ehemaligen SCM-Youngster Robert Lux (RL/RR, 2,03m) vom Zweitligisten Anhalt Bernburg für die letzten drei Spiele zurückbeordert. Lux zeigte sich gegenüber der Volksstimme glücklich: "Es ist mein erstes Spiel in der Ostseehalle. Ein Traum, vor 10250 Leuten zu spielen. Mal sehen, ob ich THW-Torwart Henning Fritz etwas ärgern kann."

Aktualisierung vom 08.05.

Magdeburg gibt sich vor dem Spiel in der Ostseehalle pessimistisch: Kretzschmar hat laut Magdeburger Volksstimme kein gutes Gefühl und sein Trainer erklärt in der Volksstimme: "Die personelle Situation ist nicht gerade ermutigend." Alfred Gislason muss auf die verletzten Gregorz Tkazcyk und Nenad Perunicic verzichten, die beide in Magdeburg geblieben sind. Gislasons Kollege Noka Serdarusic betont derweil in der Volksstimme, dass "auch wir auf dem Zahnfleisch kriechen, ebenfalls zahlreiche Ausfälle zu verkraften haben."

Stefan Kretzschmar sieht das Hinspiel als zusätzliche Motivation: "Trotz aller Widrigkeiten werden wir versuchen, die 30:31-Heimniederlage gegen Kiel auszubügeln, denn gegen Spitzenteams haben wir bislang überzeugt."

Lesen Sie auch den Vorbericht der Kieler Nachrichten zum Spiel...

2. Aktualisierung vom 08.05.

Wir wollen in die Champions League, und wir wollen Zweiter werden", sagt THW-Nationalspieler Henning Fritz zu Sport1. "Deswegen müssen wir gewinnen. Und wir werden es auch." Und was wird den Ausschlag geben? "Das ist eine Frage des Willens", so Fritz. "Wer den größeren Willen über die 60 Minuten hat, wird auch gewinnen."

In Kiel hat man sich damit abgefunden, dass der Titel nach Flensburg gehen wird. "Man soll ja die Hoffnung nie aufgeben, so lange noch eine theoretische Chance besteht", sagt Fritz. "Aber die Hoffnung war vor fünf, sechs Spieltagen größer. Flensburg spielt zu konstant, zu souverän." "Wir wollen in die Champions League. Das zählt für uns", sagt daher THW-Linksaußen Adrian Wagner zu Sport1.

Dieser Vorbericht wird wie gewohnt laufend aktualisiert...

Hinweis: Aus organistorischen Gründen wird das Update erst im Laufe des Abends erfolgen. Bitte informieren Sie sich bis dahin z.B. bei Sport1 oder bei Handball-World.

 

 


Aus den Kieler Nachrichten vom 08.05.2004:

Endspurt für Tickets in die Champions League

THW-Trainer Noka Serdarusic: "Bei Sieg über Magdeburg sind wir durch"
Kiel - Es ist Anfang Mai, die Handball-Endspiele ballen sich. Nach Europacup und DHB-Pokal steht's jetzt im Meisterrennen Spitz auf Knopf. Zwar hat Flensburg seine Nase fast schon im Ziel, trotzdem bleibt es spannend, weil insgesamt drei deutsche Mannschaften das Gütesiegel für die Champions League erworben haben.

Im Geschäft befinden sich neben Flensburg noch Kiel, Magdeburg und Lemgo. Kiel und Magdeburg treffen heute direkt aufeinander. Anpfiff ist um 15 Uhr in der Ostseehalle, das NDR-Fernsehen überträgt live.

Gewinnen die Zebras, ist ihnen der Zugang zur europäischen Königsklasse sicher: Am letzten Spieltag spielt Lemgo gegen Magdeburg, dabei nehmen sich die THW-Konkurrenten die Punkte gegenseitig ab. Und selbst bei einer Niederlage wäre für Kiel nichts verloren. Das Restprogramm spricht klar für die Mannschaft von Trainer Noka Serdarusic. Gegen die Tabellenkellerkinder Stralsund und Kronau-Östringen sollten letzte Zweifel beseitigt werden.

Allerdings wollen die Zebras schon heute reinen Tisch machen. "Die Partie hat Endspielcharakter. Gewinnen wir, sind wir durch", sagt Serdarusic. In diesem Fall verspricht er der Mannschaft jede Menge freie Tage. "Sie muss sich von den letzten Strapazen erholen." Die Zebras können es gebrauchen, sie pfeifen auf dem letzten Loch. Zu den Dauerverletzten Nikolaj Jacobsen und Roman Pungartnik gesellten sich zuletzt Spielmacher Stefan Lövgren (Bänderriss im Knöchel), Torhüter Mattias Andersson (Rückenprobleme) und Linksaußen Adrian Wagner (Virusinfekt). Lövgren und Wagner dürften wie schon gegen Gummersbach fehlen, und Andersson springt seinem Torhüter-Kollegen Henning Fritz nur im Notfall zur Seite. "Das ist reichlich viel Pech", sagt Adrian Wagner, "aber die Mannschaft hat beim Sieg über Gummersbach gezeigt, dass sie so etwas wegsteckt."

Dem Gegner geht's nicht besser. Als Trainer Alfred Gislason gestern um 15 Uhr vor der Abfahrt nach Kiel seine SCMHäupter zählte, waren die Rückraumschützen Grzegorz Tkaczyk (Muskelbündelriss) und Nenad Perunicic (Sehnenentzündung in der Schulter) gar nicht dabei. Superstar Stefan Kretzschmar quält sich seit Wochen mit einem riesigen Hämatom im Oberschenkel durch die Trainingshalle, der bärige Sigfus Sigurdsson klagt über eine angebrochene Rippe, Steffen Stiebler hat eine aufgeplatzte Augenbraue, und Joel Abati wird wegen einer Zerrung in der Rückenmuskulatur nur in der Defensive dabei sein. Außerdem: Der als Torgarant erst im Januar von Partizan Belgrad nach Magdeburg transferierte Vladimir Mandic befand sich gestern schon wieder auf der Heimreise. Sportlich ist Mandic nie beim SCM angekommen.

Keine guten Voraussetzungen also, um beim Saison-Schlussspurt noch einmal Gas zu geben und die Ernte einer überraschend guten Punktrunde einzufahren. Es bestehe die Gefahr, mit leeren Händen dazustehen, fürchtet Alfred Gislason nach den Halbfinal-Niederlagen in der Champions League und im DHB-Pokal. Deshalb erwartet Noka Serdarusic einen Kampf auf Biegen und Brechen. "Wir haben das Hinspiel in Magdeburg gewonnen, weil wir diesen Sieg unbedingt wollten. Mit der gleichen Einstellung wird Magdeburg bei uns auflaufen."

(Von Reimer Plöhn, aus den Kieler Nachrichten vom 08.05.2004)

 

 

Ex-Champion im Umbruch

Ein Super-Jahr, aber kein Titel
Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports:

Hätte Bennet Wiegert vier Sekunden vor dem Abpfiff auch seinen dritten Siebenmeter verwandelt (siehe Bericht), der SC Magdeburg wäre wohl ins Pokalendspiel eingezogen. 27:26 führte der HSV Hamburg, als der 22-jährige Youngster die Verantwortung auf seine Schultern lud. "Wenn wir in die Verlängerung gekommen wären, hätten wir es gepackt", war sich der isländische SCM-Kreisläufer Sigfus Sigurdsson hinterher sicher, "dem HSV war die Angst anzumerken." Von 15:23 hatten sich die Magdeburger im Halbfinale des Final Fours wieder herangekämpft.

Es war nicht das erste bittere Halbfinal-Aus dieser Saison. Schon in der Champions League waren die Bördestädter unter ähnlich dramatischen Umständen rausgeflogen. 30:20 in Flensburg verloren, 36:26 daheim gewonnen - zuwenig Auswärtstore. Und trotzdem zufriedene Gesichter an der Elbe. Trainer Alfred Gislason und Manager Bernd-Uwe Hildebrandt hatten eigentlich ein "Umbruchjahr" angedacht. Als der SCM zwischenzeitlich an der Bundesliga-Spitze stand, wunderte sich nicht nur Hildebrandt: "Ich kann es nicht nachvollziehen, warum wir so erfolgreich sind." Gislason runzelte die Stirn: "Ach, ich weiß es doch auch nicht." Es passt eben alles zusammen. "Jeder gibt ein bisschen mehr", erklärt der Trainer, "es war uns ja vor der Saison klar, dass wir es nur gemeinschaftlich schaffen können." Denn in Olafur Stefansson hatte der Ausnahmekönner, der Kopf der Mannschaft, das Team in Richtung Spanien zu BM Ciudad Real verlassen. Allerdings rückte sein Weggang auch die Hierarchie zurecht: In engen Situationen wurden Ball und Verantwortung früher dem klugen Isländer zugespielt. Versagte er, hatte der Gegner leichtes Spiel. Nun ist eine gemeinsame Lösung gefragt.

Ex-Zebra Nenad Perunicic, der den Verein zum Saisonende verlässt, bringt die jüngsten Ereignisse auf den Punkt: "Wir haben bravourös, aber letztendlich erfolglos gekämpft. So müssen wir leider feststellen: Ein Super-Jahr, aber kein Titel." Aber sie hatten sich darauf vorbereitet, am Ende noch mit leeren Händen dazustehen. Denn Hildebrandt und Gislason wissen natürlich auch, dass die Zeit für den SCM spielt: 23,8 Jahre ist der Kader im Durchschnitt jung.

(Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports)

 

 

Nenads Leiden

Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports:

Im Herbst vergangenes Jahres drohte Nenad Perunicic das Karriere-Aus. Der Rückraum-Star des Handball-Bundesligisten SC Magdeburg erlitt eine schwere Schulterverletzung und musste fortan lange pausieren, das Verletzungspech für den ehemaligen THW-Spieler riss nicht ab. In der abgelaufenen Saison hat Perunicic wegen Knie- und Muskelverletzungen häufig pausieren müssen und startete durch einen Muskelfaserriss gehandicapt nur schwer in die laufende Spielzeit. Die Ärzte hätten ihm wegen seiner Schulterverletzung sogar geraten, die Karriere vorzeitig zu beenden, sagte der Torjäger. Trotzig wollte er an seiner Genesung arbeiten: "Handball ist alles, was ich habe. Mein Leben."

Am vergangenen Samstag feierte Nenad Perunicic seinen 33. Geburtstag. Doch der zweimalige Champions-League-Sieger (1995 mit Irun, 2002 mit Magdeburg) hat schon freudigere Tage erlebt. Zwar steht der Jugoslawe mit der deutschen Doppelstaatsbürgerschaft seit kurzem wieder auf dem Handball-Parkett, doch die Schulter schmerzt noch immer. Und deswegen beschränkt sich der 2,03 m große Hüne derzeit auf die Abwehr - keine seiner gefürchteten Würfe. Das Halbfinale im Final Four verlor sein SCM knapp mit einem Treffer. Einen Perunicic in Normalform hätten sie gut gebrauchen können.

So läuft Perunicics Vertrag an der Elbe nach drei Jahren aus, eine Verlängerung wird es nicht geben. Die SG Flensburg-Handewitt bekundete Interesse an dem Shooter. Perunicic bestätigt die Anfrage. "Aber dafür hätte ich am 30. April 2004 wieder voll einsatzfähig sein müssen", erteilt Perunicic einem neuerlichen Engagement in Schleswig-Holstein eine Absage. "Ein Ultimatium lasse ich mir nicht stellen." Seine Gesundheit zollt ihren Tribut. Der Leidensweg geht weiter.

(Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports)

 

 

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