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01./02.10.2006 - Letzte Aktualisierung: 02.10.2006 Champions League

Champions League: THW startet mit ungefährdetem Sieg in Gudme

CL, Gruppe E, 1. Spieltag: 01.10.2006, So., 16.20: GOG Gudme Svendborg - THW Kiel: 28:32 (8:19)
Update #4 KN-Spielbericht, Stimmen, Europacup-Übersicht, Fotos und Spielbericht ergänzt...

Nikola Karabatic war bester Torschütze.
Klicken Sie zum Vergrößern! Nikola Karabatic war bester Torschütze.
Der THW Kiel ist mit einem ungefährdeten Sieg in die Gruppenphase der Champions League gestartet. Beim ersatzgeschwächten dänischen Vizemeister GOG Gudme Svendborg zeigten die Zebras allerdings nur im ersten Durchgang eine meisterliche Leistung und erspielten sich so eine 11-Tore-Führung, die letztlich zum 32:28 (19:8)-Endstand dahinschmolz. Bester Torschütze war Nikola Karabatic mit 9/2 Treffern, im Tor machte sein Landsmann Thierry Omeyer mit 21 Paraden eine starke Partie.
Dass das Spiel zwei starke Torhüterleistungen offenbarte, deutete sich gleich in der Anfangsminute an: Marcus Ahlm, mustergültig von Karabatic in Szene gesetzt, scheiterte an Henriksen, im Gegenzug scheiterte Spielmacher Mogensen an Omeyer. Dann machte es Kiels Kreisläufer in seinem zweiten Versuch besser und erzielte die Gästeführung, die Dominik Klein wenige Sekunden später gleich hätte ausbauen können, doch traf er bei seinem Tempo-Gegenstoß nur die Latte. Jakob Jensen glich aus, doch Karabatic und Kim Andersson erhöhten postwendend auf 3:1.

Thierry Omeyer glänzte mit 21 Paraden.
Klicken Sie zum Vergrößern! Thierry Omeyer glänzte mit 21 Paraden.
Nach der nervösen Anfangsphase, in der Fredrik Petersen noch auf 2:3 verkürzte, bekam der THW das Spiel dann aber mehr und mehr in den Griff. Die Gastgeber fanden im Angriff kein Mittel gegen die sattelfeste Kieler 6:0-Deckung, so wurden die dänischen Rückraumschützen immer wieder zu Verlegenheitswürfen gezwungen, die entweder von den Abwehrspielern geblockt oder vom im ersten Durchgang überragenden Thierry Omeyer abgewehrt wurden. Im Angriff zeigte in den ersten 20 Minuten vor allem Kim Andersson eine starke Leistung, erzielte vier Treffer und überzeugte auch mit klugen Pässen an den Kreis. So eilten die Zebras schnell auf 8:4 (11.) davon, ehe Noka Serdarusic Marcus Ahlm eine Ruhepause gönnte und Lars Krogh Jeppesen und Pelle Linders aufs Parkett schickte.

Pelle Linders setzt sich am Kreis durch.
Pelle Linders setzt sich am Kreis durch.
Diese beiden machten ihre Aufgabe ausgezeichnet: Jeppesen stabilisierte die Abwehr zusammen mit Nikola Karabatic im Mittelblock noch mehr, so dass Gudme in den folgenden 12 Minuten nur zu einem einzigen Treffer durch Kreisläufer Jakob Larsen kam. Und Pelle Linders rackerte im Angriff, kam bis zum Pausenpfiff dank toller Anspiele insbesondere von Karabatic auf vier Tore und war maßgeblich daran beteiligt, dass der auf 14:5 (23.) davonzog und den Vorsprung bis zum Pausenpfiff gar auf 19:8 ausbaute. Auf den vollen Rängen der Gudme Hallen waren längst nur noch die vielen mitgereisten Kieler Schlachtenbummler zu vernehmen.

Lars Krogh Jeppesen beim Gegenstoß.
Klicken Sie zum Vergrößern! Lars Krogh Jeppesen beim Gegenstoß.
So stark die Zebras im ersten Durchgang auftrumpften, so stark bauten sie nach dem Seitenwechsel ab. Den sicheren Sieg vor Augen, fanden immer mehr Unkonzentriertheiten im Aufbauspiel Einzug ins Kieler Spiel, die Dänen wurden zu einer kleinen, aber jederzeit hoffnungslosen Aufholjagd regelrecht eingeladen. Vor allem der starke Mittelmann Thomas Thordal Mogensen und der Laen-Ersatz am Kreis, Jakob Larsen, kamen nun zu leichten Torerfolgen und verkürzten so über 12:20 (34.) und 16:22 (41.) auf 18:23 (43.). Ein weiterer Grund für die rasante Aufholjagd der Gastgeber war der nun bärenstarke Keeper Peter Henriksen, der zunächst zweimal von Christian Zeitz warmgeworfen wurde und bis Mitte der zweiten Halbzeit kaum noch überwindbar war. Sein Gegenüber Thierry Omeyer hingegen fand nun nur noch selten Mittel, um die Würfe der Gudme-Spieler abzuwehren.

Dass der THW aber nie ernsthaft Gefahr lief, das Spiel noch aus der Hand zu geben, verdankten die Kieler Nikola Karabatic, der immer in wichtigen Momenten, wenn die lauter gewordenen dänischen Fans gerade Morgenluft witterten, zur Stelle war. So pendelte sich der Vorsprung bis zur 54. Minute auf 7 Tore ein, der THW führte nach einem Lövgren-Treffer mit 29:22.

Ballgespielt oder nicht? Die rote Karte gegen Christian Zeitz war mehr als umstritten.
Klicken Sie zum Vergrößern! Ballgespielt oder nicht? Die rote Karte gegen Christian Zeitz war mehr als umstritten.
Im folgenden Angriff der Gastgeber dann eine zutiefst umstrittene Szene. Mathias Madsen wurde am Kreis freigespielt, der Däne hob aber nach der Intervention von Christian Zeitz mit lautem Schrei ab. Das spanische Schiedsrichtergespann zückte sofort die rote Karte gegen den Kieler, der aber lediglich den Ball gespielt hatte. Die folgende Überzahlsituation in der nun atmosphärisch sehr aufgehitzten Halle nutzte Gudme, um noch einmal auf 25:29 zu verkürzen, doch zwei Treffer des starken Pelle Linders beendeten die letzten Hoffnungen der Gastgeber.

Nach dem 32:28-Erfolg spielt der THW bereits in vier Tagen erneut in der Champions League, Gegner in der Kieler Ostseehalle ist am Donnerstag Banik Karvina. Der tschechische Meister verlor am Sonntagvormittag seine erste Partie gegen HCM Constanta in eigener Halle mit 31:34 (16:14) (siehe Spielbericht).

(Sascha Krokowski)

Weitere Foros vom Spiel finden Sie unter fotos-kiel.de.

Lesen Sie auch den Spielbericht der Kieler Nachrichten.

Stimmen zum Spiel:

Marcus Ahlm gegenüber den KN:
Sie haben in der ersten Halbzeit versucht, uns kaputt zu laufen und unheimlich schnell gespielt. Wir haben darauf aber gut geantwortet.
Stefan Lövgren gegenüber den KN:
Wir haben mit fünf Toren hier gewonnen - nur das zählt. Nach der Pause haben wir versucht, das Spiel zu kontrollieren. Das hat nicht so gut geklappt. Außerdem haben die Schiedsrichter mit vielen Entscheidungen den Rhythmus gestört.
Dominik Klein gegenüber den KN:
Mein erstes Champions-League-Spiel! Das war ein richtiger Hexenkessel, unsere Fans haben uns super unterstützt - das war ein geiles Gefühl. Ich habe gedacht, dass es doch nicht so einfach sein kann, auch in dieser Liga mit elf Toren zu führen. Omeyer hat aber bombastisch gehalten.
Pelle Linders gegenüber den KN:
Die Elf-Tore-Führung hat uns wohl ein bisschen zu locker gemacht. Aber wir waren uns die ganze Zeit sicher, dass wir hier nicht mehr verlieren. Für mich war es schön, so viele Spielanteile zu bekommen. Das hat Spaß gemacht.
GOG-Spieler Claus Flensborg gegenüber den KN:
Unsere junge Mannschaft hatte am Anfang zu viel Respekt vor den Kieler Weltklasseleuten. Nach der Pause haben wir so gespielt, wie wir es hier immer machen. Dann haben wir gegen jeden eine Chance. Da wurde auch Kiel auf einmal unsicher. Unser Ziel ist es aber nicht, Kiel zu stoppen. Die sind klarer Favorit in dieser Gruppe.

 


Champions League, Gruppe E, 1. Spieltag: 01.10.06, So., 16.20: GOG Gudme Svendborg (DEN) - THW Kiel: 28:32 (8:19)

Logo GOG Gudme Svendborg (DEN Flagge DEN):
Henriksen (1.-60. Minute, 17 Paraden), Möller (n.e.); Ka. Jörgensen (3), Kl. Jörgensen (5), Madsen, Larsen (7), S. Jensen, L. Hansen, Hundstrup, Flensborg, Petersen (4), Mogensen (8/2), M. Hansen, J. Jensen (1); Trainer: Albrektsen
Logo THW Kiel:
Omeyer (1.-57. Minute, 21 Paraden), Fritz (57.-60. Minute), M. Andersson (n.e.); Linders (7), K. Andersson (5), Lundström (1), Kavticnik (2), Lövgren (2), Ahlm (4), Zeitz, Jeppesen (1), Karabatic (9/2), Klein (1); Trainer: Serdarusic
Schiedsrichter:
Antonio Martin Franco / Jose Ignacio Monroy Rodriguez (ESP)
Zeitstrafen:
GOG: 3 (Madsen (11.), Larsen (21.), Ka. Jörgensen (39.));
THW: 3 (2x Jeppesen (30., 44.), Zeitz (35.))
Rote Karte:
THW: Zeitz nach grobem Foulspiel (54.)
Siebenmeter:
GOG: 3/2 (Omeyer hält Petersen (10.), der aber im Nachwurf verwandelt);
THW: 3/2 (K. Andersson über das Tor (17.))
Spielfilm:
1. Hz.: 0:1, 1:1, 1:3, 2:3 (4.), 2:6 (8.), 3:6, 3:7, 4:7, 4:9, 5:9 (15.), 5:14 (23.), 6:14, 6:16 (26.), 7:16, 7:18, 8:18, 8:19;
2. Hz.: 10:19, 10:20, 12:20, 12:22 (37.), 16:22 (41.), 16:23, 18:23, 18:25, 19:25, 19:26, 20:26, 20:27, 21:27, 21:28, 22:28, 22:29 (54.), 25:29 (56.), 25:30, 26:30, 26:31, 27:31, 27:32, 28:32.
Zuschauer:
1642 (ausverkauft) (Gudme Hallen, Gudme)

Kurzumfragen:

CL: Wieviel Punkte holt der THW in den Gruppenspielen?
alle 12 68.9%
10 21.2%
11 5.3%
8 1.3%
4 1.0%
weniger als 4 1.0%
9 0.8%
7 0.3%
5 0.3%
6 0.0%
Anzahl Stimmen: 396

Der Start in die Champions League und die anderen deutschen EC-Teilnehmer

Auch die anderen deutschen Teilnehmer in der Champions League starteten in den letzten Tagen mit Siegen.

Bereits am Donnerstag feierte die SG Flensburg-Handewitt in der Gruppe D einen ungefährdeten 35:28 (14:12)-Erfolg gegen den kroatischen Meister RK Zagreb. Am Sonntagabend zog dann auch noch der VfL Gummersbach nach: Bei FRAM Reykjavik spielte der Altmeister die Isländer in der zweiten Halbzeit förmlich an die Wand und ergatterte sich so einen souveränen 38:26 (14:13)-Sieg und die Tabellenführung in der Gruppe F.

Große Überraschungen blieben am ersten Spieltag aus. Das spanische Quartett startete mit souveränen Siegen, und auch Montpellier und Celje feierten deutliche Erfolge. Der von Staffan Olsson trainierte schwedische Meister Hammarby IF gewann seine erste Partie gegen Panellinios AC Athen mit 37:23.

Alle Ergebnisse des CL-Spieltages finden Sie hier.

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 02.10.2006:

THW Kiel genügte eine stürmische Halbzeit

Start in die Champions League mit 32:28 in Gudme geglückt - Omeyer gab Abwehr Halt
Gudme - Der THW Kiel hat den Grundstein für den angepeilten Gruppensieg in der Champions League gelegt. Mit einer überragenden ersten Halbzeit stürmte der Meister gestern Nachmittag das Wohnzimmer von GOG Gudme und gewann verdient mit 32:28 (19:8).

Gudme: 1000 Einwohner, ein verschlafener Ort, ein kleiner Tante-Emma-Laden, der auch am Sonntag geöffnet hat. Eine Arena mit den Maßen einer Schulsporthalle. Beschaulich ist es hier, im Süden der Insel Fünen. Doch unter dem Hallendach ist es mit der Ruhe vorbei. Mehr als 150 mitgereiste Kieler Fans feuern ihren THW an. Die Dänen, in der mit 1600 Zuschauern ausverkauften Arena, peitschen den siebenfachen Meister nach vorne. Sie wissen, dass sie den Ausfall von Torsten Laen (Rippenbruch) mit Lautstärke kompensieren müssen. Ohne den erfahrenen Kreisläufer und Abwehrchef fehlt GOG der Kopf. Doch in der ersten Halbzeit hätte Gudme auch mit ihm keine Chance gehabt. Mit einem überragenden Thierry Omeyer im Tor liefern die Kieler die beste Halbzeit dieser Saison ab und zeigen, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt. Der gute Pelle Linders und Marcus Ahlm wechseln sich als Kreisläufer ab, für Dominik Klein kommt nach einer Viertelstunde Henrik Lundström, und in der Abwehr steht Lars Krogh Jeppesen vor den Augen seines Nationaltrainers Ulrik Wilbek ("Er hat mir gut gefallen") seinen Mann - die Wechsel klappen und bringen den THW-Express unter Volldampf.

Gudme gilt als flottestes Handballteam Dänemarks. In dieser halben Stunde müssen sie erleben, dass es außerhalb der Landesgrenzen noch schnellere Männerbeine gibt. Bis zum 5:9 (14.) halten sie gut mit, doch dann warten sie gegen ein schwarz-weißes Bollwerk zehn Minuten lang vergeblich auf einen Treffer. Als der neunfache Torschütze Nikola Karabatic mit einem Siebenmeter zum 13:5 trifft und mit geballten Fäusten in die Fankurve grüßt, ist die Vorentscheidung gefallen. Die THW-Anhänger skandieren "hier regiert der THW", und auch GOG-Torhüter Peter Henriksen stellt den Widerstand ein. Wütend hatte er immer wieder versucht, seine Vorderleute aufzuwecken, die mit der Schüchternheit von Autogrammjägern den Kielern zu Leibe gerückt waren. Vergeblich.

Mit einer Elf-Tore-Führung im Rücken ließen es die Kieler nach der Pause ruhiger angehen. Fast zu ruhig. Die Dänen legen nun endlich den Respekt ab, das Publikum wacht wieder auf und gemeinsam blasen sie noch einmal zur Zebra-Jagd. Die Hektik, an der auch das spanische Schiedsrichtergespann seinen Anteil hat, steckt auch die bis dato so coolen Kieler an. Bis auf vier Tore robbt sich das Team um den starken Spielmacher Thomas Mogensen noch einmal heran, doch die Paraden von Omeyer und die Klasse von Karabatic lassen auf der Kieler Bank keine Unruhe mehr aufkommen. Auch nicht, als Christian Zeitz den Dänen Mathias Madsen stoppt und dafür die Rote Karte sieht. Die Schiris ahndeten einen vermeintlichen Griff in den Wurfarm, Zeitz erwischte aber den Ball - eine Fehlentscheidung.

Der erste Schritt auf dem langen Weg in Richtung Champions-League-Finale ist gemacht. Am Donnerstag soll gegen Karvina (18.45 Uhr) der zweite folgen.

(von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 02.10.2006)

 


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