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21./22./23.12.2006 - Letzte Aktualisierung: 23.12.2006 Bundesliga

Derbyzeit am Samstag: Flensburg kommt in die Ostseehalle

NDR überträgt live

Update #3 KN-Vorberichte vom 23.12., Living-sports-Bericht und KN-Vorbericht vom 22.12. ergänzt...

Das Team der SG Flensburg-Handewitt.
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Am Samstag ist endlich wieder Derby-Zeit in der Ostseehalle! Drei Tage nach dem 24:39-Debakel in Magdeburg wartet mit der SG Flensburg-Handewitt der nächste starke Gegner auf die Zebras. Die Vorzeichen sind klar: Will der THW Kiel im Titelrennen nicht frühzeitig an Boden gegenüber dem Tabellenführer von der dänischen Grenze verlieren, ist ein Sieg im Derby beinahe schon Pflicht. Unterstützung bekommt der THW Kiel dabei von 10250 Fans in der Ostseehalle, die seit Monaten ausverkauft ist. Das Spiel beginnt um 15.30 Uhr, das NDR-Fernsehen überträgt live.
Die Gäste von der nördlichen Förde frohlockten am Mittwoch ob der unerwartet deutlichen Kieler Niederlage in Magdeburg, hatte man
Neuer Spielmacher der SG: Ljubomir Vranjes
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doch kurz zuvor an gleicher Stelle beim eigenen 34:29-Erfolg bewiesen, das die SG auch auswärts stark einzuschätzen ist, wenngleich die bisher einzige Flensburger Saison-Niederlage bei der SG Kronau/Östringen ebenfalls aus einem Auswärtsspiel resultierte. Ansonsten zog Flensburg auch auswärts sein bekanntes schnelles, routiniertes Spiel auf und gewann zumeist sicher. In der Campus-Halle ließen die Mannen um den nach einer schweren Operation zurück gekehrten Trainer Kent-Harry Andersson und Interims-Coach Vigo Sigurdsson lediglich gegen den TBV Lemgo beim 31:31-Remis Federn. In die Heimstärke der SG einwilligen mussten auch sich an prominenter Stelle der Tabelle befindende Klubs wie der VfL Gummersbach (29:36), die HSG Nordhorn (27:32) und der HSV Hamburg (35:40), was den Flensburgern aktuell mit nur drei Minuspunkten die Tabellenführung einbrachte (siehe auch Tabelle und Gegnerkurve SG Flensburg-Handewitt).

Interims-Coach Viggo Sigurdsson (links) und Co-Trainer Jan Paulsen
Klicken Sie zum Vergrößern! Interims-Coach Viggo Sigurdsson (links) und Co-Trainer Jan Paulsen
Die bisher exzellenten Leistungen der Flensburger überraschen dabei nur bedingt. Zwar verlor die SG vor der Saison mit Glenn Solberg, der gemeinsam mit seinem Freund Frode Hagen zu seinem norwegischen Heimatklub Drammen HK zurück kehrte, und Christian Berge (zu Aarhus GF/DEN) gleich zwei seiner Spielgestalter auf der mittleren Rückraumposition, doch konnte der Weggang mit dem sich schnell integrierenden Ljubomir Vranjes (kam aus Nordhorn) kompensiert werden. Zudem verstärkten die Flensburger ihr traditionell starkes Flügelspiel durch die Verpflichtung des Linksaußens Anders Eggert. Dieser wechselte von GOG Svendborg aus Dänemark an die Flensburger Förde und sorgt bei seinem dänischen Nationalmannschaftskollegen Lars Christiansen für Entlastung. Auf Rechtsaußen sollte sich in den letzten Wochen der Rück-Transfer von Torge Johannsen aus Dormagen bezahlt machen. Der 21-jährige ehemalige Tarper ersetzte zuletzt den verletzten Sören Stryger - und sorgte mit seinen couragierten Auftritten für Furore. Ein Flensburger Neuzugang wurde indes durch eine schwere Verletzung zurück geworfen: Abwehr-Ass Frank von Behren riss sich im DHB-Pokalspiel beim Regionalligisten DHK Flensborg (39:22) das Kreuzband im linken Knie - das WM-Aus für den Nationalspieler.

Übernimmt wieder das Kommando: Kent-Harry Andersson im Gespräch mit Joachim Boldsen.
Klicken Sie zum Vergrößern! Übernimmt wieder das Kommando: Kent-Harry Andersson im Gespräch mit Joachim Boldsen.
Flensburgs Stärke liegt auch in der großen Routine, die das zum Teil seit Jahren zusammen spielende Team auszeichnet. Joachim Boldsen, Johnny Jensen, Stryger, Christiansen oder Marcin Lijewski kennen die Abläufe aus dem sprichwörtlichen "Effeff", auch Blazenko Lackovic, Jan Thomas Lauritzen, Kasper Nielsen und Michael V. Knudsen sind inzwischen fest in das homogene Mannschaftsgefüge integriert. Beste Torschützen der SG sind bisher Christiansen und Lijewski mit je 72 Toren gefolgt von Lackovic mit 67 Treffern.

Und hinter allem stehen mit Dan Beutler und Jan Holpert zwei Weltklasse-Torhüter (siehe auch Kader der SG Flensburg-Handewitt). Für den 38-jährigen Holpert ist das Derby am Samstag der letzte Bundesliga-Auftritt in der Ostseehalle, der wegen seiner Anzahl an Spielen "Rekordmann" genannte gab unlängst seinen Rücktritt vom aktiven Handballsport bekannt. Während die Bundesliga traurig über diese Entscheidung ist, freut sich ganz Handball-Europa über die Rückkehr Kent-Harry Anderssons auf die Flensburger Trainerbank. Nach seiner schweren Operation ist dessen Vertreter Viggo Sigurdsson am Samstag letztmalig als Cheftrainer auf der Flensburger Bank aktiv.

Senkrechtstarter Torge Johannsen
Klicken Sie zum Vergrößern! Senkrechtstarter Torge Johannsen
In bisher 50 Duellen zwischen den beiden schleswig-holsteinischen Aushängeschildern behielt bisher der THW Kiel 28 Mal die Oberhand, 19 Mal gewann die SG und dreimal trennte man sich Unentschieden. In der vergangenen Spielzeit traf man gleich sechsmal aufeinander. Zunächst gewann der THW Kiel das Supercup-Endspiel in München mit 36:34 (15:19), ehe Flensburg das Bundesliga-Hinspiel mit 39:33 (19:16) für sich entschied. Das Losglück wollte es, dass die beiden Teams drei Tage später in der 2. Runde des DHB-Pokals erneut aufeinander trafen. Der THW gewann nach einer dramatischen Partie und Verlängerung mit 35:32 (32:29, 28:28, 10:14). Als die Glücksgöttin Fortuna den THW und die Flensburger im Viertelfinale der Champions League erneut zusammenloste, hatte die SG nach einem klaren 32:28 in der Ostseehalle im Rückspiel beim 32:34 (siehe auch Gegnerdaten SG Flensburg) das Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite und zog in die nächste Runde ein. In der Ostseehalle stellten die Zebras mit dem 37:31-Erfolg die Weichen dann in Richtung Rekordmeisterschaft (siehe auch Gegnerdaten SG Flensburg-Handewitt).

Die Kieler Niederlage in Magdeburg hat den THW schon ein wenig in Zugzwang gebracht, verlöre man das Spitzenspiel am Samstag gegen Flensburg, würde der Rückstand auf die SG bereits vier Punkte betragen.
Nimmt Bundesliga-Abschied von der Ostseehalle: Jan Holpert  mit Christian Zeitz
Klicken Sie zum Vergrößern! Nimmt Bundesliga-Abschied von der Ostseehalle: Jan Holpert mit Christian Zeitz
Angesprochen auf die Ambitionen seiner SG in der Ostseehalle kommentierte Sigurdsson kurz und knapp: "Sieg!". Es wäre der dritte Bundesliga-Erfolg der SG in Kiel - doch soweit wollen es die Zebras gar nicht erst kommen lassen, zumindest wenn es nach Thierry Omeyer geht: "Man hat mir gesagt, dass man das Derby auf gar keinen Fall verlieren darf, solche Spiele sind fast die wichtigsten der Saison!"

Sowohl Flensburg als auch der THW werden nahezu in Bestbesetzung auflaufen. Rechtzeitig zum Derby haben sich die zuvor mehr als gut gefüllten Krankenlager beider Vereine bis auf die Langzeitverletzten Viktor Szilagyi (THW) und Frank von Behren (SG) geleert - spitzen Voraussetzungen für ein wahres Spitzenspiel!

Spannung ist wie immer garantiert, wenn die beiden Nordklubs am Samstag die "Klingen kreuzen". Dass beim Nordderby alles im sportlich fairen Rahmen bleibt, ist die Aufgabe des Schiedsrichtergespannes: Frank Lemme und Bernd Ullrich aus Magdeburg leiten die brisante Partie.

(Christian Robohm)

Lesen Sie auch den living sports-Bericht über Torsten Storm und den Vorbericht der Kieler Nachrichten vom 22.12..

Dieser Vorbericht wird wie gewohnt ständig aktualisiert...

 

 

Führungswechsel

Anders Dahl-Nielsen löst Thorsten Storm ab
Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports:

Abschied. Thorsten Storm verlässt Kent-Harry Andersson und die SG.
Klicken Sie zum Vergrößern! Abschied. Thorsten Storm verlässt Kent-Harry Andersson und die SG.
Die SG Flensburg-Handewitt geht ab der kommenden Saison an der Spitze neue Wege - und wird in der Vergangenheit fündig. Mit dem einstigen Erfolgstrainer Anders Dahl-Nielsen kehrt ein guter, alter Bekannter in die Spitze des Klubs zurück.

Anders Dahl-Nielsen, der zurzeit als Manager des dänischen Spitzenteams Skjern fungiert, übernimmt ab Sommer 2007 für zunächst drei Jahre den Posten des Sportlichen Leiters der SG. Von 1992 - 1997 war der heute 55-jährige Däne bereits Trainer der Flensburger Handball-Bundesliga-Mannschaft. In dieser Funktion führte er die SG auf das internationale Parkett des Sports und gewann mit der Mannschaft 1997 den ersten Titel, den EHF-Cup. "Anders Dahl-Nielsen passt hervorragend in unser künftiges organisatorisches und personelles Konzept. Bekanntlich haben wir uns bereits im Sommer entschlossen, uns neu aufzustellen, nachdem Thorsten Storm im Frühjahr mitgeteilt hatte, die SG mit Saisonende zu verlassen", erläutert Frerich Eilts, Präsident der SG Flensburg-Handewitt.

Die Umsetzung dieses Konzeptes wurde bereits zum 1. Oktober nach außen hin sichtbar, als Frank Buchholz als zweiter Geschäftsführer neben Thorsten Storm seine Arbeit aufnahm. Storm selbst hatte lange Zeit mit einem Wechsel zum HSV Hamburg geliebäugelt und eine Fortsetzung seiner Tätigkeit bei der SG frühzeitig abgelehnt. Doch als Storm, der einst als Marketingleiter des THW Kiel in der Bundesliga Fuß fasste, seinen Wechsel nach Hamburg aus persönlichen Gründen auf Eis legte, unterbreitete er der SG in der Phase der Feinabstimmung des neuen Personalkonzepts überraschender Weise das Angebot, nun doch in Flensburg zu bleiben.

"Seine konzeptionellen Überlegungen für die weitere Zusammenarbeit passen allerdings in einigen Punkten nicht zu unseren bereits vorgenommenen Weichenstellungen. Deshalb und weil wir uns mit Anders Dahl-Nielsen bereits weitgehend einig waren, sind wir konsequent geblieben und haben Storms Angebot nicht angenommen", erläutert Eilts. Und weiter: "Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, zumal wir mit Thorsten Storm bisher gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet und gemeinsam die erfolgreichste Zeit in der Geschichte der SG erlebt haben. Wir stellen ausdrücklich klar, dass wir uns nicht gegen Storm, sondern für unser bereits weitgehend auf den Weg gebrachtes Konzept entschieden haben."

(Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra")

 

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 22.12.2006:

"Sie wollen beweisen, dass sie es können"

Nach der Magdeburg-Blamage ist der THW heiß auf Flensburg
Der Schock über die 24:39-Niederlage beim SC Magdeburg saß gestern tief bei Handball-Meister THW Kiel. Zeit zum Trauern und Nachkarten bleibt nicht: Morgen (15.30 Uhr, live im NDR-Fernsehen) kommt Nordrivale SG Flensburg-Handewitt zum "wichtigsten Spiel des Jahres" in die Ostseehalle. Die Terminhatz durch die Bundesliga hat auch ihre guten Seiten.

"Die Jungs brennen darauf, nach so einer Geschichte so schnell wie möglich auf die Platte zurückzukehren. Sie wollen beweisen, dass sie es können", weiß Uwe Schwenker. Für die höchste Niederlage seit über 20 Jahren und die Demütigung seiner Mannschaft fand Kiels Manager keine schlüssigen Gründe. "Das ist nicht zu erklären, es war ein kollektiver Blackout, bei dem alle Systeme zusammen gebrochen sind." Wichtig sei nur, so Schwenker weiter, dass es sich nicht wiederhole und die Spieler ihre Lehren daraus zögen. "Gegen Flensburg werden sie brennen und mit Hilfe der Zuschauer ein Feuerwerk abbrennen."

Davon ist auch Ljubomir Vranjes überzeugt. "Ich erwarte keinen geschockten THW", sagte der schwedische Mittelmann und SG-Neuzugang gestern. Überrascht habe ihn das Resultat natürlich trotzdem. "Wir haben zunächst nicht daran geglaubt. Man kann zwar in Magdeburg verlieren, aber nicht mit 15 Toren. Das kann nur ein Kopf-Problem gewesen sein."

THW-Kreisläufer Marcus Ahlm tastete sich an eine Erklärung heran. "Wir wollen immer Tempo machen, haben aber auch nicht mehr die Bremse gefunden, als bei den Magdeburgern alles klappte und bei uns gar nichts." Stefan Lövgren kann sich nicht erinnern, "jemals so eine Klatsche bekommen zu haben." Dabei feierte der THW-Kapitän gestern immerhin schon seinen 36. Geburtstag, den er "sehr ruhig" beging. Es sei der erste richtige Dämpfer für die junge Mannschaft gewesen. "Wir sollten die Köpfe jetzt nicht in den Sand stecken, aber diese Erfahrung erst recht nicht auf die leichte Schulter nehmen." Nikola Karabatic ärgerte sich maßlos über die eigenen Fehler. "Wir hätten gewinnen können, waren aber kopflos und haben nicht auf die Anweisungen von der Bank gehört." Richtig wütend machte ihn das Verhalten einiger SCM-Spieler. Theuerkauf und Heinevetter hätten sich sehr arrogant verhalten. "Das hat mich genervt, bei unserem 54:34-Sieg vor einem Jahr ist so etwas nicht geschehen. Ich freue mich auf das Rückspiel."

Noka Serdarusic denkt vorerst nur an die letzten drei Spiele in 2006 gegen Flensburg, in Nordhorn und Großwallstadt. "Ich hoffe, wir bekommen unsere Probleme rechtzeitig in den Griff", sagt Kiels Trainer. "Als das Chaos eingezogen war, hat niemand angefangen Handball zu spielen. Die Mannschaft hat mich nicht mehr wahrgenommen und nur noch mit dem Herzen statt mit Verstand gespielt." Geht es nach Karabatic sind sämtliche Selbstzweifel schon morgen nach dem Flensburg-Spiel verpufft. "Wir wollen und werden gewinnen, und dann ist diese Blamage auch bei den Fans aus den Köpfen."

(Von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 22.12.2006)

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 23.12.2006:

"Kiel ist so heiß wie ein Kamin"

Ljubomir Vranjes will erstmals in der Ostseehalle gewinnen
Ljubomir Vranjes ist neu bei der SG Flensburg und deshalb hat er auch noch nie in der Ostseehalle gewonnen. Mit der HSG Nordhorn bemühte sich der kleinste Handballer der Bundesliga jahrelang vergeblich. Mit den neuen Kameraden, die zuletzt am 26. Februar das erste Viertelfinale der Champions League (32:28) in Kiel gewannen, will der nur 1,66 Meter große Spielmacher diese Lücke in seiner beeindruckenden Karriere schließen.

"Kiel ist nach der Niederlage gegen Magdeburg so heiß wie ein Kamin", weiß Vranjes. "Das kann aber ein Vorteil für uns sein. Sie stehen unter Druck, wir haben nichts zu verlieren." Vranjes, der an den Folgen einer Lungenentzündung leidet, wird nur sporadisch mithelfen können. "Der Arzt hat gesagt, dass ich vor 50 Jahren daran gestorben wäre", meint "Ljubo" und für einen Moment verschwindet das Lächeln aus dem Gesicht eines Mannes, der für seine gute Laune bekannt ist, "dabei hat er gar nicht gelacht. Vielleicht war es sogar sein Ernst."

Der Sohn serbischer Eltern entschied sich als 16-Jähriger, ein Schwede zu werden. "Der Zeitpunkt, einen jugoslawischen Pass zu beantragen, war damals nicht optimal", sagt der gebürtige Göteborger, der befürchten musste, in den Zeiten des Bürgerkrieges Soldat zu werden. "Ein hundertprozentiger Schwede bin ich nicht. Ich fühle mich als Europäer."

Vranjes, der fünf Sprachen spricht, wurde Handballer, obwohl er einst bei der Sichtung für die Jugend-Nationalmannschaft aussortiert wurde. "Der Trainer hat gesagt, ich sei besser als die anderen", erinnert sich der 158-fache Nationalspieler. "Aber er hat mir erklärt, dass er auch an die Zukunft denken muss und für die war ich ihm zu klein." Der gelernte Koch blieb seinem Sport auch treu, als schwedische Erstligisten den flinken Stürmer als Fußballer verpflichten wollten. "Die Bedingung war, dass ich mit Handball aufhöre. Das kam nicht in Frage."

Als 17-Jähriger gab er sein Debüt bei Redbergslids Göteborg und als er einige Male Meister geworden war, packte er seine Koffer. "Ich war müde geworden und suchte eine neue Herausforderung." Der Rechtshänder, der stets die Nummer "17" trägt, unterschrieb in Spanien bei BM Granollers, zwei Jahre später ging er nach Nordhorn. Inzwischen Vater von zwei Kindern hat Vranjes, der in Flensburg bis 2008 unter Vertrag steht, bereits Pläne geschmiedet. Zurück in Göteborg will der 32-Jährige einen Bildband über die Nationalmannschaft herausgeben. Mit seinen Erlebnissen und Bildern.

Als der leidenschaftliche Fotograf vor zehn Jahren gegen Japan sein erstes Länderspiel bestritt, nahm er die Kamera in die Kabine, um Erinnerungsfotos zu knipsen. "Ich dachte doch, dass ich zum letzten Mal dabei sein würde", sagt der Welt- und Europameister, der nicht ahnen konnte, dass er die großen Erfolge der Schweden und auch bittere Momente wie das verpasste Olympia-Gold in Sydney als Spieler und Fotograf erleben durfte.

Bei der SG machte Vranjes, der mehr als 12 000 Euro in seine Ausrüstung investierte, die Bilder für den neuen Kalender. Mit den Mitspielern als Models. "Als sie hörten, dass es nicht um Handball gehen sollte, waren sie sofort dabei." Sein Motto für die gelungene Fotostrecke? Die Mafia.

(Von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 23.12.2006)

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 23.12.2006:

Kent-Harry Andersson ist wieder da

SG-Trainer sitzt nach seiner Operation zum ersten Mal auf der Bank
Das Derby ist immer eine spannende Angelegenheit. Bei Kent-Harry Andersson, Trainer der SG Flensburg, kribbelt es diesmal jedoch besonders. Der 57-Jährige kehrt nach einer gesundheitsbedingten, mehrmonatigen Pause zurück auf die Bank. Einmalig werden der Schwede und der isländische Interimscoach Viggo Sigurdsson, der Heiligabend in die Heimat fliegt, gemeinsam coachen. "Ich bin der Berater", erläutert Andersson. "Viggo wechselt die Spieler aus."

Im Sommer hatten die Mediziner bei ihm eine Geschwulst am Innenohr diagnostiziert. Im August folgte die Operation, danach die Reha. Noch immer trägt er auf dem linken Auge eine Klappe, da ein Hirnnerv, der die Gesichtsmuskulatur regelt, noch nicht wieder voll funktionstüchtig ist.

Im September schaute sich Andersson die SG-Spiele bereits wieder im Fernsehen und auf Video an, im Oktober besuchte er erstmals die Campushalle und sah die Spiele von der Loge aus. Mitte November folgte die erste Auswärtstour nach Minden, Ende letzten Monats analysierte der Meister-Trainer von 2004 den RK Celje und saß beim Rückspiel gegen die Slowenen erstmals hinter der Bank. In den letzten Wochen gestaltete Andersson Trainings-Programm und Taktik-Schema mit. Der Austausch zwischen Viggo Sigurdsson und ihm wurde immer größer - sei es in Gesprächen über Handball oder beim Golfspielen. "Schade, dass Viggo nun geht", sagt Andersson. "Ich mag ihn."

Bei den Heimspielen gegen Großwallstadt und Wetzlar wird der etatmäßige Trainer wieder allein das Zepter in der Hand haben. Der spielfreie Januar gehört der weiteren Regeneration. "Im Februar möchte ich wieder ganz fit sein." Zunächst erwartet ihn in der Ostseehalle aber einen besonderen Nervenkitzel. "Der THW steht nach der Niederlage in Magdeburg unter Druck", glaubt er. "Hoffentlich kommt keine Trotzreaktion auf uns zu."

(Von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 23.12.2006)

 

Kurzumfragen:

Schlägt der THW Flensburg?
Ja 66.8%
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TV-, Radio- und Internet-Tips:

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    (geplante Einblendungen um 15.30, 15.45, 16.00, 16.30 und evtl. in der Schlussphase)
    Sa., ab 17.00: Nachbericht in der Sendung "Nordsport"
    Tip: Welle Nord kann man auch im Internet live hören!
  • Internet: Flensborg Avis präsentiert einen ausführlichen Ticker
  • Eine Übersicht über verschiedene Live-Ticker finden Sie auf unserer Live-Ticker-Seite.


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