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21.05.2008 Interview

KN-Interview mit Uwe Schwenker: "Serdarusic hat es sich und uns schwergemacht"

Aus den Kieler Nachrichten vom 21.05.2008:

Kiel - Bleibt Noka Serdarusic nach Vertragsende 2009 Trainer beim Handball-Rekordmeister THW Kiel, oder geht er gar schon vorher? Und wie ist das Feld für die kommende Saison bei den "Zebras" bestellt? Fragen über Fragen. Kiels Manager Uwe Schwenker gibt Reimer Plöhn von den Kieler Nachrichten in einem Interview Auskunft.
Die Handball-Saison 2007/2008 ist Geschichte, Rekordmeister THW Kiel fügte seiner Trophäensammlung mit der 14. Meisterschaft und dem fünften DHB-Pokalsieg zwei weitere große Titel hinzu. THW-Manager Uwe Schwenker zieht Bilanz und blickt in die Zukunft.
Kieler Nachrichten:
Herr Schwenker, ist die Saison sportlich und finanziell in Ihrem Sinne verlaufen?
Uwe Schwenker:
Wir haben das Double geholt und sind mit dem Riesenvorsprung von sieben Punkten Meister geworden, außerdem standen wir im Finale der Champions League gegen Ciudad Real. Natürlich hätten wir auch das gerne gewonnen, aber unter dem Strich war es eine sensationelle Saison. Weil wir wirtschaftlich auch noch mit einem Plus abschließen werden, ist also eigentlich alles bestens.
Kieler Nachrichten:
Sie sagen eigentlich. Gilt die Einschränkung den Turbulenzen, die Ihr Trainer, Noka Serdarusic, mit seiner Bemerkung, 2008/09 werde seine letzte Saison in Kiel sein, ausgelöst hat?
Uwe Schwenker:
Das hat tatsächlich für einigen Wirbel gesorgt. Noka ist zu einem höchst unglücklichen Zeitpunkt, nämlich direkt nach dem verlorenen Finale gegen Ciudad Real, an die Presse gegangen und hat gesagt, dass die Saison 2008/ 2009 seine letzte sein wird. Fakt ist, dass Noka bei der letzten Vertragsverlängerung auch im Beisein von Gesellschaftern genau das geäußert hat. Damit hat Noka die Situation für sich und für uns unnötig schwergemacht.
Kieler Nachrichten:
Noka Serdarusic hat 25 Titel mit dem THW geholt,wurde jetzt erneut zum Trainer des Jahres gekürt. Warum bietet der Verein ihm keine Vertragsverlängerung an. Liegt es am Innenverhältnis zwischen Ihnen und dem Trainer, das nicht mehr so gut funktionieren soll wie früher?
Uwe Schwenker:
Ich habe schon öfters gesagt, dass wir wie ein altes Ehepaar funktionieren, bei dem es manchmal zu Reibungen kommt. Aber es hat sich bisher immer wieder eingerenkt. Vor dem Hintergrund seiner Äußerungen bestand keine Notwendigkeit ihm einen neuen Vertrag anzubieten, es kam auch keine anders lautende Aussage von Noka. Nein, wir werden mit den zuständigen Gremien alles beraten. Ob es zu einer Vertragsverlängerung kommt, dazu kann ich heute nichts sagen.
Kieler Nachrichten:
Staffan Olsson, ehemaliger Spieler vom THW, jetzt gerade zum dritten Mal in Folge mit Hammarby schwedischer Meister geworden, war zuletzt häufig in Kiel. Hängt das Zögern des Vereins auch mit Gedanken zusammen, Olsson als neuen Trainer zu verpflichten?
Uwe Schwenker:
Nein, auf keinen Fall. Staffan ist unter Vertrag, es hat bisher keinerlei Gespräche in eine solche Richtung gegeben. Wie gesagt, wir werden uns zu gegebener Zeit entscheiden.
Kieler Nachrichten:
Ein Blick auf die kommende Saison. Steht der Kader?
Uwe Schwenker:
Viktor Szilagyi und Mattias Andersson verlassen uns, Andreas Palicka kommt als Torhüter von Redbergslids Göteborg. Das war's. Vielleicht tut sich noch etwas auf Rechtsaußen. Wir sind an Linkshänder Tobias Reichmann interessiert, der hat zwar in Magdeburg unterschrieben, aber es gibt eine Ausstiegsklausel.
Kieler Nachrichten:
Halten Sie an Christian Zeitz fest, der sich zuletzt einige grobe Fehler in seinem Auftreten erlaubt hat, und bleibt Igor Anic, dem Noka Serdarusic kein gutes Zeugnis ausgestellt hatte?
Uwe Schwenker:
Wir haben Verträge mit beiden und sind gewillt, uns daran zu halten. Für uns hat Igor, wenn er gespielt hat, auch gut gespielt. Wichtig wird es sein, die Verträge mit Marcus Ahlm und Kim Andersson zu verlängern. Das könnte teuer werden, weil Mannheim, Lemgo oder Hamburg wirtschaftlich an uns vorbei gelaufen sind und mitbieten werden.
Kieler Nachrichten:
Aber der THW hat mit der dänischen Kasi-Group einen fetten Sponsor an der Angel, oder?
Uwe Schwenker:
Das ist richtig, aber Kasi will auf die Brust, und dort steht unser Hauptsponsor Provinzial, mit dem wir noch einen laufenden Vertrag haben. Die Situation ist noch ungelöst.
(Das Gespräch führte Reimer Plöhn, aus den Kieler Nachrichten vom 21.05.2008)


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