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31./01.09.08.2009 - Letzte Aktualisierung: 01.09.2009 Supercup

Die Saison beginnt: THW greift zum sechsten Mal nach dem Super Cup

Update #1 KN-Vorbericht vom 01.09. ergänzt...

Das Team des HSV Hamburg.
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Nur zwei Tage nach dem "Unser Norden"-Cup und dem Prestigesieg gegen Montpellier HB im Endspiel geht es für den THW Kiel zum Saisonauftakt am Dienstag um den ersten Titel. Wie schon im Vorjahr trifft der Double-Sieger der vergangenen Spielzeit beim LoS Super Cup auf den HSV Hamburg, der sich diesmal als Vizemeister für den Wettbewerb qualifizieren konnte. Das Spiel, welches dieses Jahr in der Arena Nürnberger Versicherung ausgetragen wird, beginnt um 20.15 Uhr, das DSF überträgt ab 20.00 Uhr live.
Wegen Umbauarbeiten in der Münchner Olympiahalle musste die HBL in diesem Jahr nach Nürnberg umziehen - eine von zwei Neuerungen beim Super Cup. Die andere ist, dass im Fall eines Doubles der Meister nicht mehr gegen den DHB-Pokalfinalisten antritt, sondern gegen den Vizemeister der TOYOTA-Handball-Bundesliga. Somit geht es für die "Zebras" auch in diesem Jahr wieder gegen den HSV Hamburg statt gegen den VfL Gummersbach.

Neuzugang Igor Vori wird viele Spielanteile am Kreis bekommen, da Bertrand Gille lange ausfallen wird.
Neuzugang Igor Vori wird viele Spielanteile am Kreis bekommen, da Bertrand Gille lange ausfallen wird.
Nach einer weiteren titellosen Saison - trotz der Verpflichtungen von Marcin Lijewski, Blazenko Lackovic, Arne Niemeyer und Nicklas Grundsten - wollte man in Hamburg eigentlich erst einmal kleinere Brötchen backen und mit einem eingespielten Kader dem THW Kiel im Jahr eins nach Stefan Lövgren Paroli bieten. Mit Dimitri Torgowanow (Karriereende), Heiko Grimm (Grasshoppers Zürich) und Arne Niemeyer (TuS N-Lübecke) verließen lediglich drei Ergänzungsspieler den Verein. Mit Igor Vori, dem MVP der vergangenen Weltmeisterschaft, wurde sich am Kreis hingegen vorzüglich verstärkt. Darüber hinaus war der Kroate von RK Zagreb auch noch ablösefrei zu haben, nachdem sein vorheriger Club ihm aufgrund finanzieller Probleme drei Monatsgehälter schuldete.

Kurzfristig gelang dem HSV Hamburg nach einem wahren Hin und Her zudem die vorzeitige Verpflichtung des hochgepriesenen Spielmachers Domagoj Duvnjak, der ebenfalls aus Zagreb an die Elbe wechselte. Nachdem der 21-Jährige bereits - ohne Absprache mit seinem Verein - ab 2011 bei den Hanseaten unterschrieben hatte, degradierte der kroatische Abonnementmeister Duvnjak in die zweite Mannschaft, um einen vorzeitigen Wechsel zu erzwingen. Im Drei-Tages-Takt erhöhte nun der HSV Hamburg sein "allerletztes" Angebot für den wurfgewaltigen Mittelmann, von 400.000 Euro in kleinen Schritten bis auf 750.000 Euro. Zagreb beharrte auf die Forderung von 1,2 Millionen, bis man den deutschen Vizemeister dann doch auf eine Ablöse von einer Million Euro hatte - von der Domagoj Duvnjak selbst 200.000 Euro übernimmt, indem er auf Teile seines zukünftigen Gehalts verzichten wird.

So hat der HSV Hamburg in dieser Spielzeit einen noch schlagkräftigeren Kader als in der vorherigen, Ausreden sollte es für Martin Schwalb daher keine mehr geben: Am Ende der Saison muss mindestens ein Titel geholt werden, auch wenn man offiziell nur "um alle Titel mitspielen" möchte. Allerdings hat das Verletzungspech bereits wieder zugeschlagen: Kreisläufer Bertrand Gille wird nach einem im Testspiel gegen Magdeburg zugezogenen Achillessehnen-Teilabriss vermutlich erst nach der EM-Pause auflaufen können. Auch Pascal Hens, dem ein Überbein in der Nähe der Achillessehne entfernt wurde, wird Martin Schwalb noch einige Wochen fehlen.

Nach langem Tauziehen ist Domagoj Duvnjak in der vergangenen Woche endlich zum HSV Hamburg gekommen.
Nach langem Tauziehen ist Domagoj Duvnjak in der vergangenen Woche endlich zum HSV Hamburg gekommen.
Die THW-Fans in Deutschland aber blicken vor allem wegen des erhofften Debüts von Daniel Narcisse nach Nürnberg. Nachdem dem am vergangenen Donnerstag verpflichteten Franzosen beim "Unser Norden"-Cup noch die Spielgenehmigung fehlte, wird er aller Voraussicht nach am Dienstag beim LoS Super Cup erstmals im THW-Trikot auflaufen können. Allerdings winken "Air France" zunächst nur sporadische Einsätze, auch wenn Alfred Gislason dem Mittelmann gute Fitness attestierte. Somit stehen Gislason gegen den HSV Hamburg alle seine Spieler - mit Ausnahme der Langzeitverletzten Andreas Palicka und Tobias Reichmann - zur Verfügung, um zum sechsten Mal nach 1995, 1998, 2005, 2007 und 2008 den Pokal zu gewinnen. Im letzten Jahr siegten die Kieler mit 33:28 (17:14) gegen Hamburg, je sechs Feldtore von Filip Jicha und Henrik Lundström sowie 7/5 Treffer von Stefan Lövgren besiegelten den fünften Erfolg im Super Cup für den THW. Damit avancierten die "Zebras" zum Rekordsieger des in diesem Jahr zum 16. Mal ausgetragenen Wettbewerbs vor dem TBV Lemgo (4).

Das Spiel um den LoS Super Cup werden in diesem Jahr die beiden erfahrenen Bundesliga-Referees Ralf Damian (Bingen) und Frank Wenz (Mainz) pfeifen. "Der LoS Super Cup hat für uns einen hohen Stellenwert. Es geht um den ersten Titel in der neuen Saison, auch wenn dieser sicher nicht mit Pokalsieg und Meisterschaft gleichzusetzen ist. Es geht um eine erste Standortbestimmung für die kommende Saison. Für uns als Schiedsrichter ist es eine Auszeichnung, dieses Spiel leiten zu dürfen", sagten beide in einem Gespräch im Vorfeld der Veranstaltung.

(Sascha Krokowski)

 

Dieser Vorbericht wird wie gewohnt ständig aktualisiert...

 

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 01.09.2009:

Supercup-Duell auf Augenhöhe

Offenes Spiel zwischen dem THW und Herausforderer HSV - Erstes Kräftemessen heute in Nürnberg
Kiel - Es war nur ein Turnier mit Testcharakter, wirklich freundschaftlich ging es im Finale beim "Unser-Norden-Cup" am späten Sonntagabend zwischen dem THW und Montpellier HB aber nicht zu. 10 000 (!) Zuschauer sahen einen verbissenen Kampf, den der THW letztlich mit 27:25 (13:12) Toren für sich entschied.

Das sei phasenweise ein Spiel auf sehr hohem Niveau gewesen, resümierte THW-Trainer Alfred Gislason. "Eine echter Probelauf für den Supercup gegen den HSV." In Nürnberg kommt es heute um 20.15 Uhr (live im DSF) zum ersten Armdrücken zwischen den beiden heißesten Titelanwärtern der Handball-Bundesliga. Daniel Narcisse, Last-Minute-Transfer aus Frankreich, hatte auf den Tribünenplätzen am Spielereingang der Sparkassen-Arena Platz genommen. Weil einige Formalien für den Wechsel von Chambery HB nach Kiel noch unerledigt waren, musste der neue Rückraumspieler des THW mit der Zuschauerrolle vorlieb nehmen. Was er sah, verblüffte ihn. Eine volle Halle, Feuer unter dem Dach, und das bei einem Spiel, in dem es "nur" um die Ehre ging. "Fantastisch", staunte Narcisse. Gegen den HSV will Alfred Gislason seinen Mittelmann erstmals loslassen. "Er ist fit, kommt aber zunächst nur zu sporadischen Einsätzen." In den letzten Trainingseinheiten hätte er bewiesen, dass er körperlich sehr weit sei. "Er wird schnell in seine neue Mannschaft hineinfinden." Gislason ist froh, dass Narcisse schon am Sonntag dabei gewesen ist. "Eine volle Halle bei einem Freundschaftsspiel, für Daniel war das ein erster Beweis, dass es richtig war, zum THW zu kommen."

Mit Nikola Karabatic, vom THW für über eine Million Ablöse nach Montpellier gewechselt, verabschiedete das Kieler Publikum einen Mann, der vier Jahre Hallen-Held war, wohl endgültig. Nach freundlichem Empfang brachte Karabatic ehemalige Mitspieler und das Publikum mit harter Gangart und abfälligen Gesten gegen sich auf. Die Quittung: Bei jedem Ballkontakt erntete der 25-Jährige ein gellendes Pfeifkonzert. Ihm hätten die Pfiffe nichts ausgemacht, sagte Karabatic, "das berührt mich nicht." Und: "Ich habe Kiel nicht mehr im Kopf."

Die Niederlage gegen seinen ehemaligen Club fiel Karabatic sichtlich schwer. Aber am Ende der stets engen Partie bewiesen die Kieler die besseren Nerven, hatten in Thierry Omeyer einmal mehr den besseren Torhüter und mit Linkshänder Kim Andersson (7 Tore) den überragenden Feldspieler auf ihrer Seite. "Allerdings müssen wir uns weiter steigern", so Gislason, "um gegen den HSV bestehen zu können." Personalsorgen nahmen die Kieler gestern nicht mit nach Nürnberg. Bis zum Anpfiff dürfte auch Rückraumspieler Filip Jicha, der zuletzt einen grippalen Infekt zum Feind hatte, wieder vollends genesen sein.

Bei der 16. Auflage des Supercups erleben die voraussichtlich 7000 Zuschauer in der Nürnberger Arena eine Neuauflage des Vorjahresduells, das der THW mit 33:28 gewann. Es war der fünfte Sieg im traditionellen Duell Meister gegen Pokalsieger. Der Modus wurde allerdings geändert. Gibt es einen Double-Gewinner, ist künftig der Bundesliga-Zweite statt Pokalzweite Gegner des Meisters. Martin Schwalb, Trainer von "Vize" HSV, fiebert der "ersten Standortbestimmung nach der Vorbereitung", ebenfalls entgegen. Allerdings muss er mit Pascal Hens und Bertrand Gille auf zwei Leistungsträger längerfristig verzichten. Mit Kreisläufer Igor Vori und dem hoch talentierten Mittelmann Domagoj Duvnjak präsentieren die Hamburger aber zwei namhafte Neuzugänge vom kroatischen Meister RK Zagreb. "Vori ist bereits sehr gut integriert", weiß Gislason. "Der HSV hat einen enorm starken Kader, vermutlich gleichwertig und der größte Rivale um den Titel." Bundestrainer Heiner Brand erwartet ebenfalls ein offenes Rennen. "Hamburg ist top besetzt und auf einer Ebene mit Kiel."

(von Reimer Plöhn, aus den Kieler Nachrichten vom 01.09.2009)

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    Di., ab 20.00 Uhr: THW Kiel - HSV Hamburg
    live aus der Arena Nürnberger Versicherung

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