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18./19.03.2011 - Letzte Aktualisierung: 19.03.2011 Bundesliga

Nordderby Nr. 66: THW empfängt Flensburg am Sonntag

Update #1 KN-Vorbericht ergänzt ...

Das Team der SG Flensburg-Handewitt.
Klicken Sie für weitere Infos! Das Team der SG Flensburg-Handewitt.
Am kommenden Sonntag ist es wieder soweit: Nur vier Tage, nachdem der THW Kiel in beeindruckender Manier die "Hölle Süd" stürmte und Göppingen deutlich mit 33:21 bezwang, steht in der ausverkauften Sparkassen-Arena-Kiel das 66. Schleswig-Holstein-Duell gegen die SG Flensburg-Handewitt auf dem Plan. Die "Mutter aller Derbys" wird um 15.15 Uhr angepfiffen, Sport1 überträgt die Partie kostenpflichtig live im Internet unter tv.sport1.de.
Lasse Boesen zeigte sich in den vergangenen Wochen in großer Form der Däne erzielte bislang 67 Treffer in dieser Saison.
Lasse Boesen zeigte sich in den vergangenen Wochen in großer Form der Däne erzielte bislang 67 Treffer in dieser Saison.
Was für ein Jahr: Verletzungssorgen, Transfer-Gerüchte und ein Trainerwechsel sorgten in dieser Saison schon für ordentlich Unruhe im Umfeld der SG Flensburg-Handewitt. Nach dem etwas überraschenden dritten Platz in der Vorsaison noch vor den Rhein-Neckar Löwen keimte die erste Unruhe im Flensburger Paradies bereits am Ende der Vorbereitung auf. Grund hierfür war die Ankündigung des HSV Hamburg, Martin Schwalb würde am Ende der Spielzeit seinen Trainerstuhl räumen und ins Management rücken. Als Nachfolger hatten sich Medien und Insider schnell auf Per Carlen festgelegt, der im Doppelpack mit seinem Sohn Oscar an die Elbe wechseln sollte. Zwar bezeichnete Per Carlen die Meldungen als "totalen Quatsch" und gab seinem Geschäftsführer Holger Kaiser sogar sein "Ehrenwort", doch die Gerüchte ließen sich damit nicht aus der Welt schaffen. Nach dem 31:37 im Derby gegen den THW Kiel und dem 24:32-Desaster ausgerechnet beim HSV Hamburg reagierten die Vereinsverantwortlichen Mitte November und entließen den Coach. Zu Recht, wie sich Anfang des Jahres herausstellte: Der HSV stellte Per Carlen als seinen neuen Mann an der Seitenlinie zur kommenden Spielzeit vor, ihm folgt sein Sohn Oscar nach Hamburg.

Rechtsaußen Lasse Svan Hansen traf bereits 98/1 Mal.
Rechtsaußen Lasse Svan Hansen traf bereits 98/1 Mal.
Per Carlens Nachfolger in Flensburg wurde sein ehemaliger Chef: Ljubomir Vranjes. Der startete mit einem 32:31-Erfolg gegen die Rhein-Neckar Löwen eindrucksvoll in sein Amt, doch die Auswärtsniederlagen in Lemgo, Göppingen und Magdeburg versauten auch Vranjes ein wenig die Bilanz zum Jahreswechsel: Mit 24:14 Punkten und Platz sechs (siehe Kurve Flensburg) war die Chance auf die erneute Qualifikation zur Königsklasse bereits in weite Ferne gerückt. Zu allem Überfluss kehrten mit Thomas Mogensen und Michael Knudsen zwei Leistungsträger verletzt von der Weltmeisterschaft in Schweden zurück, zudem beendete ein Kreuzbandriss von Oscar Carlen im ersten Spiel nach der WM-Pause dessen Abschiedstour im Flensburger Trikot.

Wer aber mit einem Durchreichen der Flensburger in der Tabelle gerechnet hatte, musste sich eines Besseren belehren lassen: Mit drei deutlichen Siegen gegen Hannover (36:26), in Lübbecke (35:25) und gegen den DHC Rheinland (38:25) starteten die Fördestädter optimal in die Rest-Rückrunde, in Berlin reichte es trotz der vielen Verletzten und einiger abstruser Schiedsrichterentscheidungen noch zu einem Unentschieden, und in der Königsklasse gelang der richtig große Wurf: Ausgerechnet die Über-Mannschaft von Ciudad Real hatte in der Campushalle gegen eine schnelle, variable und aggressive Abwehr der SG keine Chance. Der 25:23-Erfolg gegen die Spanier ebnete den Flensburgern den Weg zum Gruppenplatz zwei - ein Erfolg, mit dem nach den
Bester Torschütze der SG und Nummer 3 in der Bundesliga: Linksaußen Anders Eggert erzielte bislang 160/84 Treffer.
Bester Torschütze der SG und Nummer 3 in der Bundesliga: Linksaußen Anders Eggert erzielte bislang 160/84 Treffer.
ersten Spielen niemand mehr gerechnet hatte. "Ich könnte meine Spieler knutschen", jubelte Vranjes. Zuletzt gab es am Dienstag einen souveränen 33:26-Erfolg gegen Melsungen. Während der Kader der SG, den wir Ihnen im Vorbericht zum Hinrundenspiel bereits ausführlich vorstellten, gegen Melsungen erneut durch junge Spieler aus der zweiten Mannschaft, in diesem Fall Morten Dibbert und Lennart Carstens, ergänzt wurde, avancierte Linksaußen Anders Eggert dank seinen 16/11 Treffern zur Attraktion in der mit 5.860 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Campushalle.

Die SG ist also allen Widrigkeiten zum Trotz wieder dabei im Konzert der Großen - und will das in der kommenden Spielzeit von Beginn an sein. Zwar wird nach Oscar Carlen auch Torhüter Dan Beutler der SG den Rücken kehren und ebenfalls zum HSV wechseln, aber mit dem ehemaligen Zebra Mattias Andersson war schnell prominenter Ersatz gefunden. Und im Rückraum haben die Flensburger schon mächtig für Transfer-Furore gesorgt: Mit Lars Kaufmann und Holger Glandorf verpflichteten sie gleich zwei Nationalspieler zur kommenden Spielzeit. Mit der SG - das signalisieren nicht nur diese Wechsel - wird in dieser und in den kommenden Spielzeiten wieder zu rechnen sein.

(Sascha Krokowski / Christian Robohm)

Dieser Vorbericht wird wie gewohnt ständig aktualisiert...

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Derby-Splitter

Viktor Szilagyi - vom THW Kiel über Gummersbach zur SG Flensburg-Handewitt.
Viktor Szilagyi - vom THW Kiel über Gummersbach zur SG Flensburg-Handewitt.
Wiedersehen - Zwei Spieler der SG Flensburg-Handewitt liefen auch schon im Trikot des THW Kiel auf. Spielmacher Viktor Szilagyi spielte von 2005 bis 2008 für die "Zebras", Abwehrchef Tobias Karlsson half im November und Dezember 2006 für acht Spiele bei eiver Verletztenmisere des THW kurzfristig aus. Gemeinsam liefen der Österreicher und der Schwede aber erstmals für Flensburg auf.

Schiedsrichter - Das Derby am Sonntag wird von den Magdeburgern Robert Schulze und Tobias Tönnies geleitet. Sie pfeifen zum siebten Mal ein Spiel des THW, aber erstmals das brisante Duell gegen Flensburg. Zuletzt pfiff das auch von der EHF eingesetzte Duo direkt nach der WM-Pause zum deutlichen 34:23-Erfolg gegen die HSG Ahlen-Hamm in der Sparkassen-Arena-Kiel.

Kultobjekt: Der THW-Gartenzwerg.
Klicken Sie zum Vergrößern! Kultobjekt: Der THW-Gartenzwerg.
Gartenzwerge - Der Frühling und damit auch der Beginn der Gartensaison stehen vor der Tür. Also der perfekte Zeitpunkt, um sich einen der kultigen, limitierten THW-Gartenzwerge zu sichern. Zum Derby am Sonntag wird deshalb extra ein Sonderstand im Foyer aufgebaut, die Gartenzwerge kosten nur 19,90 Euro pro Zwerg.

TV - Das Derby wird am Sonntag leider nicht im FreeTV zu sehen sein. Sport1 zeigt das gleichzeitig anstehende Spitzenspiel zwischen den Füchsen Berlin und dem HSV Hamburg. Das Spiel zwischen dem THW und der SG Flensburg-Handewitt wird aber im PayTV-Sender Sport1+ sowie kostenpflichtig im Internet unter tv.sport1.de übertragen.

Bilanz - Am Sonntag steht - die beiden Begegnungen im Super Cup inbegriffen - das insgesamt 66. Schleswig-Holstein-Derby auf dem Plan. Von bislang 29 Heimspielen verlor der THW Kiel nur deren drei - zuletzt im Februar 2006 im Viertelfinal-Hinspiel um die Champions League. In der vergangenen Spielzeit siegten die "Zebras" dank einer starken Abwehrleistung auch ohne den damals verletzten Kapitän Marcus Ahlm mit 29:23 (siehe auch Gegnerdaten Flensburg).

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 19.03.2011:

Daniel Narcisse rechtzeitig zum Nordderby zurück

THW-Rückraum-Ass feiert morgen sein Comeback gegen die SG Flensburg-Handewitt
Kiel. Tabellenführer HSV Hamburg muss morgen (15 Uhr, live bei Sport1) Farbe bei den starken Füchsen aus Berlin bekennen, Verfolger THW Kiel erwartet die SG Flensburg-Handewitt zum ewig jungen Nordderby um 15.15 Uhr in der Sparkassen-Arena. Hoch her geht es an diesem Wochenende also an der Spitze der Handball-Bundesliga, für den Saisonausgang könnten Weichen gestellt werden.

Ein Meilenstein wird das 66. Nordderby ganz sicher für Olympiasieger Daniel Narcisse. Der Franzose feiert nach dem Kreuzbandriss im Sommer 2010 und überstandener Reha sein Comeback im THW-Team. Ein großer Moment, auf den der 31-Jährige seit dem Sportunfall gegen Aragon im August beim Vorbereitungsturnier in Lüneburg lange verzweifelt gewartet hat. Schon beim Kieler 33:21-Triumph am Mittwoch in Göppingen stand seine Rückkehr im Kalkül. Gegen die robuste FA-Abwehr habe man aber vorsichtshalber auf den Einsatz von Narcisse verzichtet, erläutert Trainer Alfred Gislason. Ganz im Sinne seines Spielers. "Ich will nichts überstürzen, nicht zu früh wieder anfangen", lautete die Maxime von Narcisse. Morgen sitzt er zunächst auf der THW-Bank, die Ampel wird aber auf Grün springen. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass Daniel ein paar Minuten spielen wird", verspricht Gislason. Warten muss Kiels Trainer indes noch auf Kim Andersson. Nach dem komplizierten Daumenbruch im Januar bei der WM in Schweden befindet sich der Linkshänder zwar im Mannschaftstraining. "Ich erwarte dennoch weitere vier Wochen Zwangspause", rechnet Gislason vor.

Fürs Derby ist seine Mannschaft trotzdem gerüstet, die Demonstration der Stärke in Göppingen ist Beweis genug. Kiels Arena ist seit Wochen ausverkauft, die Fiebersäule bei Akteuren und Fans steigt. Fast ist es wie immer vor einem Duell der Handball-Nordlichter. Fast. Denn der Blick auf die Tabelle zeigt, dass Flensburg nicht mehr wirklich auf THW-Augenhöhe spielt. Kiel (41:7) ist Zweiter, rangelt mit dem HSV (45:3) um die deutsche Meisterschaft. Die Flensburger (33:15) haben sich entgegen den Erfahrungen aus den vergangenen Jahren als Sechster längst aus dem Titelrennen verabschiedet. Der Blick zurück spricht ebenfalls eine klare Sprache. Siebenmal in Folge hieß der Derbysieger THW Kiel, der letzte SG-Erfolg (37:32) datiert vom 22. September 2007. Außerdem hadert Trainer Ljubomir Vranjes mit Verletzungspech. Mit Thomas Mogensen, Oscar Carlen und Michael V. Knudsen fehlen ihm drei namhafte Leistungsträger. Alles klar also für Morgen?

Trainer Alfred Gislason winkt entschlossen ab. "Für mich sind die Flensburger die Überraschungsmannschaft der letzten Wochen", sagt der Isländer. Die SG sei nach ihren Ausfällen sehr eng zusammengerückt. "Andere Spieler wie Fahlgren oder Mocsai haben Verantwortung übernommen und gezeigt, wie wichtig sie für die Mannschaft sein können." Er erwarte ein ganz schweres Spiel, so Gislason weiter.

Kollege Vranjes gibt sich gelassen. "Wir haben keinen Druck", sagt der Schwede, der im November seinen Landsmann Per Carlen als Trainer ablöste. "Wenn man gegen Kiel gewinnen will, muss alles passen - vor allem dann, wenn man in Kiel gewinnen will." Vranjes sieht das Derby auch als Chance. Er wolle mit Flensburg schon bald wieder in den Kreis der europäischen Top-Teams vorstoßen, prophezeit der 37-Jährige. "Im Moment fehlen noch ein paar Schritte, aber mit jedem Spiel gegen Klasseteams möchte ich der Spitze näherkommen."

(von Reimer Plöhn, aus den Kieler Nachrichten vom 19.03.2011)

 


Kurzumfrage:

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