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05./07.12.2011 - Letzte Aktualisierung: 07.12.2011 Bundesliga

Derby, Teil 2: Flensburg empfängt Mittwoch den THW

Update #1 KN-Vorbericht und KN-Interview mit Viktor Szilagyi ergänzt ...

Der Kader der SG Flensburg-Handewitt.
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Der nächste sportliche Leckerbissen wartet bereits am Mittwoch auf den THW Kiel. Nur drei Tage nach dem überzeugenden Kraftakt beim 34:31 in Montpellier richtet sich der Fokus der Zebras nun wieder auf die TOYOTA Handball-Bundesliga. Zwei Nordderbys lassen die Augen der Handball-Fans leuchten: Am Mittwoch fordert die SG Flensburg-Handewitt die Kieler zum Duell, am Sonntag dann steht die Heim-Partie gegen den HSV Hamburg an. Zwei Spiele, die richtungsweisend sein könnten. Sport1 überträgt das Derby in der dann ausverkauften Campus-Halle live im Fernsehen, Anwurf ist um 20.15 Uhr.
In Kiel erinnert man sich gerne an den 4. September zurück. Zum Auftakt der Bundesliga-Saison hatten die Zebras ausgerechnet den Erzrivalen aus dem hohen Norden zu Gast. Es sollte ein denkwürdiges Spiel werden: Mit 35:21 schickte der THW die Flensburger damals auf die kurze Heimreise, der höchste Derby-Sieg der Geschichte gab den Kielern Kraft für eine in der Vereinsgeschichte beispiellose Punktejagd. In 13 weiteren Spielen sammelten sie bisher alle Punkte ein, mit 28:0 Zählern liegt der THW unangefochten auf Platz eins der Tabelle.

Glandorf ist angekommen
Kam vom TBV Lemgo: Holger Glandorf.
Kam vom TBV Lemgo: Holger Glandorf.
Am Mittwoch nun soll Bundesliga-Sieg Nummer 15 folgen. Allerdings wird es für die Zebras in Flensburg mit Sicherheit nicht so einfach wie zuletzt vor eigenem Publikum. Denn die SG im Dezember 2011 ist eine andere als im September. Viktor Szilagyi ist wieder dabei, und auch Michal V. Knudsen ist in den Kader, den wir Ihnen bereits im Vorbericht zum Hinspiel ausführlich vorstellten, zurück gekehrt. "Er ist die Schlüsselfigur, er ist Weltklasse", sagt THW-Trainer Alfred Gislason. "Mit Knudsen hätten wir auch in der Sparkassen-Arena mehr Probleme bekommen." Aber nicht nur an Knudsen richten sich die Hoffnungen der Flensburger auf den ersten Derbysieg seit dem 22. September 2009, als man den THW in der Campus-Halle mit 37:32 besiegen konnte: Die Neuzugänge sind in den vergangenen Wochen zu einer festen Größe im System Flensburgs geworden. Im Tor sorgt Mattias Andersson für Sicherheit, Lars Kaufmann hat sich eingefügt in den mit Spitzenkräften gespickten SG-Kader. Freude bereitet den Fans aber vor allem Neuzugang Nummer drei: Holger Glandorf ist angekommen in Flensburg. Der Halbrechte fühlt sich offenbar wohl an der nördlichsten Förde Deutschlands. Mit bislang 74 Treffern brachte Glandorf die Gefahr zurück in den Flensburger Rückraum.
Eggert trifft nach Belieben
Erfolgreichster Torschütze: Anders Eggert.
Erfolgreichster Torschütze: Anders Eggert.
Bester Schütze der SG ist allerdings ein Außen: Anders Eggert bestätigt immer wieder seine Top-Form der Vorsaison. Beim 43:27-Kantersieg gegen den VfL Gummersbach erzielte der Linksaußen 18 Tore - und verwarf dabei sogar noch einen Siebenmeter. Mit durchschnittlich 6,8 Toren pro Spiel kletterte Eggert auf Platz zwei der Bundesliga-Torschützenliste. Auf Christian Sprenger dürfte also am Mittwoch eine Menge Deckungsarbeit zukommen. Prunkstück der SG ist aber auch weiterhin die Defensive. Die viertbeste Deckungsreihe der Liga trainierte bei der Derby-Generalprobe, dem lockeren 37:18 gegen den tschechischen Vertreter Banik Karvina im Europapokal der Pokalsieger, den Ernstfall mit einer offensiven Formation. "An dieser Abwehr werden wir in Zukunft weiterarbeiten", sagte SG-Trainer Ljubomir Vranjes, der sich aber nicht in die Karten schauen ließ, ob er diese Variante auch gegen den THW zum Einsatz bringen möchte. Vranjes hat unterdessen sein Team wieder auf einen erfolgreichen Kurs gebracht. Nach der Auftakt-Niederlage in Kiel gewann die SG fünf Spiele in Folge, ehe beim HSV Hamburg eine deutliche 19:27-Schlappe die Serie unterbrach. In Berlin verlor die SG mit 30:33 - ansonsten gab es nur Siege. Der Lohn: Mit 20:6 Punkten und Platz vier schnuppern die Flensburger weiter an den Champions-League-Plätzen (siehe auch Tabelle der TOYOTA Handball-Bundesliga und Gegnerkurve Flensburg).
50. Bundesliga-Derby
Beide Mannschaften sind heiß auf das Derby. "Spiele gegen Flensburg sind immer etwas Besonderes, da will man immer gewinnen", sagt THW-Linksaußen Dominik Klein, der mit fünf Treffern in der zweiten Halbzeit maßgeblichen Anteil am Erfolg im Hexenkessel von Montpellier hatte. Auch Kapitän Marcus Ahlm blickt der Partie am Mittwoch mit Spannung entgegen: "Das ist eine besondere Partie. Jeder, der schon etwas länger im Norden spielt, fiebert dieser Begegnung entgegen." Er erwartet ein Spiel mit vielen Emotionen, mit Tempo und ganz viel Kampf. "Das wird ein heißes Duell." Aber auch die SG möchte nicht wieder nur zweiter Sieger im 50. Bundesliga-Landesderby sein: "Nach dem Schlusspfiff eines Derbys wollen wir endlich einmal wieder mit unseren Fans feiern", hofft Szilagyi auf einen Erfolg seiner Farben. Die Kieler unterdessen wollen selbstverständlich ihre Erfolgs-Serie in der Liga fortsetzen. "Die Mannschaft hat in Montpellier viel fürs Selbstvertrauen und die kommenden schweren Spiele getan", freut sich Alfred Gislason auf ein tolles Spiel, an dessen Ende aus Kieler Sicht natürlich der 31. Erfolg in einem Bundesliga-Derby gegen Flensburg stehen soll (siehe auch Gegnerdaten SG Flensburg-Handewitt).

Das Derby am Mittwoch, für das es noch Stehplatz-Karten gibt, leiten Lars Schaller und Sebastian Wutzler.

(Christian Robohm)

Dieser Vorbericht wird wie gewohnt ständig aktualisiert...

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Aus den Kieler Nachrichten vom 07.12.2011:

Jubliläumsderby: Die SG brennt auf Revanche

Zum 50. Mal: Flensburg trifft in der Liga auf Kiel - Beide Teams in Bestbesetzung
Kiel. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel - für den THW Kiel geht drei Tage nach dem Champions-League-Sieg bei AHB Montpellier die Hetzjagd durch den wichtigsten Handball-Monat des Jahres heute (20.15 Uhr, Sport1) mit dem Nordderby bei der SG Flensburg-Handewitt weiter. Es ist das 50. Aufeinandertreffen der beiden Top-Teams in der Bundesliga, die SG Flensburg brennt in dieser Jubiläumspartie auf den ersten Derbysieg seit September 2007, Kiel will auch im 15. Spiel seine blütenreine Weste behalten, und die Liga hofft auf einen Ausrutscher des einsamen Tabellenführers - der Spannung wegen.

Heute steht in der Campushalle also mehr auf dem Spiel als nur das Prestige. Und natürlich geistert die peinlich hohe 21:35-Klatsche vom Bundesligaauftakt am 4. September 2011 - es war die höchste Niederlage in der Derby-Historie - noch in den Flensburger Köpfen. Allerdings ist seitdem viel passiert. Die hochkarätigen Neuzugänge Holger Glandorf, Lars Kaufmann und Mattias Andersson sind Teil der Mannschaft geworden, komplett integriert, außerdem haben Weltklasse-Kreisläufer Michael Knudsen und Spielmacher Viktor Szilagyi nach langen Verletzungspausen wieder ins Team zurückgefunden. Die Folge: Flensburg hat sich mit sechs Minuspunkten als Vierter hinter Kiel, Hamburg und Berlin in der Tabellenspitze etabliert, bisher nur auswärts gegen jene vor ihr platzierten Mannschaften Federn gelassen. Ein Grund, wieder Titelträume an der nördlichen Förde wachsen zu lassen? Szilagyi möchte sich nicht zuweit aus dem Fenster lehnen. Genau wie Kiel habe Flensburg einen ganz schweren Dezember-Spielplan, sagt er: "Ist dieser Monat vorbei, können wir in die Analyse gehen."

Das Nordderby ist Teil des vorgezogenen ersten Rückrundenspieltages, der ursprünglich kurz vor Silvester geplant war. Er wurde in die Hinrunde eingereiht, weil die Handball-Bundesliga (HBL) der Nationalmannschaft eine längere Europameisterschafts-Vorbereitung ermöglichen will. Den Flensburgern kommt dieser Termin recht, sie bewegen sich auf ihrer Formkurve ganz oben, haben zudem alle Mann an Bord. Trainer Ljubomir Vranjes, mit 38 Jahren einer der jüngsten Übungsleiter der Liga, ist vorsichtig optimistisch. "Wir brauchen einen optimalen Tag", betont der Schwede. "Und beim THW Kiel müssten einige Akteure einen schlechten erwischen." Gestern hatte Vranjes seine Spieler zu einem Videonachmittag gerufen, schwor sie mental auf die "Zebras" ein. "Ich möchte, dass jeder meiner Spieler 100 Prozent abruft", so Vranjes. "Auch diejenigen, die noch nicht so lange bei der SG sind, müssen spüren, was dieses Derby für den Verein bedeutet."

Rufe der THW allerdings sein Leistungsvermögen komplett ab, schränkt der SG-Coach ein, "dann können wir nicht gewinnen." Seit er in der Bundesliga spiele - und das immerhin seit 2001- gebe es keine so herausragende Mannschaft wie diese aktuelle der Kieler.

Der Rekordmeister fährt mit Respekt an die dänische Grenze. "Flensburg ist gut dabei", sagt Trainer Alfred Gislason, "wir müssen mindestens genau so kompakt auftreten wie beim Triumph in Montpellier." Der Kantersieg aus dem September ist für den THW-Coach kein Maßstab mehr: Diese Partie sei für die SG zu früh gekommen. "Glandorf und Kaufmann haben jetzt ins System gefunden, außerdem ist Knudsen zurück, er ist die Schlüsselfigur im SG-Schema, ein Weltklassemann." Der Ausbau der Rekordbilanz auf mögliche 30:0 Punkte interessiert den THW-Coach nur am Rande. "An Bilanzen denke ich nicht. Wenn man das tut, ist es ruckzuck vorbei."

(von Reimer Plöhn, aus den Kieler Nachrichten vom 07.12.2011)

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 07.12.2011:

"Emotionen ins Spiel tragen"

KN-Interview mit Viktor Szilagyi
Kiel. Als Spieler weiß Viktor Szilagyi, wie sich Nordderbys anfühlen. Auf beiden Seiten. Der 33-jährige Österreicher war von 2005 bis zum 2008 ein "Zebra", wechselte dann für zwei Jahre nach Gummersbach und steht seit 2010 auf der Flensburger Gehaltsliste.

Mit Viktor Szilagyi, Spielmacher der SG Flensburg-Handewitt, sprach KN-Redakteur Reimer Plöhn.

Kieler Nachrichten:
Herr Szilagyi, Sie kennen sich aus mit Nordderbys, welchen Stellenwert hat das heutige Spiel gegen Kiel?
Viktor Szilagyi:
Es ist wieder ein echtes Highlight. Flensburg gegen Kiel - das sind exakt jene Spiele, auf die man sich das ganze Jahr freut, Zuschauer wie Spieler. Für mich ist die Vorfreude besonders groß, weil ich mich kurz vor dem Spiel in Kiel verletzt hatte, nur Zuschauer war. Und dann gab es diese hohe Niederlage. Das war sehr, sehr enttäuschend.
Kieler Nachrichten:
Die Atmosphäre in den Nordderbys war in früheren Jahren hitziger, giftiger. Inzwischen sind die Spiele fast schon ein wenig nachbarschaftlich kuschelig geworden. Empfinden Sie es auch so. Wenn ja, woran liegt es?
Viktor Szilagyi:
Vorweggenommen: Unter den Spielern hat es nie so etwas wie Feindschaft gegeben, es ging manchmal hart, aber immer sportlich fair zur Sache. Die starke Rivalität wurde eher im Umfeld und bei den Fans befeuert. Aber es stimmt: Es ist ruhiger geworden. Das liegt wohl daran, dass die sportlichen Wege von Kiel und Flensburg auseinandergegangen sind. Die SG hat zuletzt kleinere Brötchen gebacken. Allerdings könnte sich das bald ändern. Die Ambitionen bei der SG sind gestiegen, wir haben eine sehr gute Mannschaft und peilen kurzfristig die Champions League an.
Kieler Nachrichten:
Sie waren mit einer Schulterverletzung lange Zeit aus dem Rennen. Wie steht's jetzt um Ihre Fitness?
Viktor Szilagyi:
Ich habe eine schwere Zeit hinter mir, bin zwar noch nicht zu 100 Prozent fit, aber auf einem guten Weg dorthin.
Kieler Nachrichten:
2012 läuft Ihr Vertrag aus, wird er verlängert?
Viktor Szilagyi:
Es gibt erste Gespräche, wir tauschen unsere Positionen aus, es ist aber noch nichts entschieden.
Kieler Nachrichten:
Haben Sie noch gute Kontakte nach Kiel und zu den THW-Spielern?
Viktor Szilagyi:
Sicher, privat treffe ich mich mit Marcus Ahlm, unsere Familien sind befreundet. Heute Abend ist das aber für 60 Minuten ausgeschaltet.
Kieler Nachrichten:
Der letzte Flensburger Sieg war im September 2007. Ist der THW mal wieder fällig?
Viktor Szilagyi:
Sicher. Ich bin überzeugt davon, dass wir dieses Derby gewinnen werden. Wir müssen vor allem die Emotion, die sich vor dem Spiel immer aufgebaut hat, dieses Mal auch mit ins Spiel tragen. Es ist sehr schwer geworden, in Flensburg zu gewinnen. Außerdem will ich es endlich wieder einmal erleben, dass die Kieler mir zum Sieg gratulieren.
(Das Interview führte Reimer Plöhn, aus den Kieler Nachrichten vom 07.12.2011)

 


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