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24./25.02.2013 - Letzte Aktualisierung: 25.02.2013 Bundesliga

THW Kiel mit sicherem Erfolg in Minden

Jicha und Ekberg erzielen zusammen 22 Tore

Bundesliga, 21. Spieltag: 24.02.2013, So., 17.30: GWD Minden - THW Kiel: 32:36 (13:18)
Update #2 KN-Spielbericht, weitere Stimmen, Fotos und Spielbericht ergänzt ...

Überragend: Filip Jicha erzielte  in Minden zwölf Treffer.
Klicken Sie zum Vergrößern! Überragend: Filip Jicha erzielte in Minden zwölf Treffer.
Der THW Kiel hat den Weg zurück in die DKB Handball-Bundesliga erfolgreich beschritten. Nach zuletzt zwei Spielen in der "VELUX EHF Champions League" gewannen die "Zebras" Teil eins des Bundesliga-Doppelpacks, der 49 Stunden nach dem Abpfiff bei GDW Minden bereits das Spitzenspiel gegen die Füchse Berlin vorsieht, gegen den abstiegsbedrohten Aufsteiger souverän mit 36:32 (18:13). Dabei kontrollierten die Kieler die Partie über weite Strecken und konnten sich gegen eine fest zupackende Mindener Abwehr zudem auf ihre überragenden Torschützen verlassen: Filip Jicha erzielte zwölf Feldtore, und Niclas Ekberg verwandelte nicht nur alle sechs Siebenmeter sicher, sondern traf auch von der Außenposition: Der Schwede kam am Ende auf 10/6 Tore.
Dominik Klein erzielte drei Treffer.
Klicken Sie zum Vergrößern! Dominik Klein erzielte drei Treffer.
Die Kieler verzichteten in Minden auf den Einsatz von Aron Palmarsson, der wegen seiner Probleme im Knöchelbereich geschont wurde. Während der ansonsten lautstarke GWD-Fanblock aus Protest gegen die zuletzt gezeigten GWD-Leistungen leer und damit stumm blieb, feierten rund 100 Kieler Fans den Erfolg lautstark. Dabei hatte eine schlechte Chancenverwertung einen durchaus möglichen höheren Sieg verhindert.
Traumstart und Konzentrationsmängel
Die Kieler legten in Minden einen Traumstart hin: Mit schnellen Ballgewinnen der offensiven Abwehr wurde der Grundstein zur 4:0-Führung gelegt. Als Jicha nach zwei zuvor erfolgreich abgeschlossenen Gegenstößen mit einem Konter an Vorthmann scheiterte, durften auch die Gastgeber einen Torerfolg bejubeln: Svitlica traf in der siebten Minuten von der Siebenmeterlinie. Der Mindener Außen blieb weitere sechs Minuten der GWD-Alleinunterhalter auf dem Statistikbogen, ehe sich mit Südmeier nach 13 Minuten ein weiterer Grün-Weißer in die Torschützenliste eintrug. Da führten die Kieler mit 7:4 - doch einige Konzentrationsmängel und technische Fehler der "Zebras" holten GWD in die Partie. Der Aufsteiger verkürzte durch den vor der Pause sechsmal erfolgreichen Svitlica und Klesniks auf 6:7 - Gislason zog den grünen Auszeit-Karton und ordnete seine Mannschaft neu (16.). Auf die Außenbahnen beorderte er Dominik Klein und Ekberg, Rene Toft Hansen ersetzte den erstmals nach seiner Augenverletzung wieder spielenden Marcus Ahlm, und die Defensive wurde auf eine 6:0-Formation zurückgezogen. Doch absetzen konnten sich die Kieler auch danach nicht - obwohl die eingewechselten Trümpfe stachen: Klein holte einen Strafwurf heraus und traf zum 9:7, Ekberg verwandelte die Siebenmeter, und Toft Hansen traf zum 12:10 (21.).
Ausgleich und klare Halbzeitführung
Sechs Treffer bei sechs Versuchen vom Siebenmeterstrich: Niclas Ekberg.
Klicken Sie zum Vergrößern! Sechs Treffer bei sechs Versuchen vom Siebenmeterstrich: Niclas Ekberg.
Weil Vorthmann sich nun aber ein ums andere Mal auszeichnen konnte, wurde es spannend: Schmidt traf von Außen, und Svitlica erzielte den 12:12-Ausgleich (22.). Dann aber machten die "Zebras" vor allem in der Defensive wieder richtig ernst: Fünf Minuten lang rührten sie Beton an, um auch vorn die Chancen konsequenter auszunutzen. Toft Hansen traf vom Kreis, Marko Vujin hatte ein wenig Glück bei seinem Wurf an die Lattenunterkante, Zeitz blockte einen Wurf, Ekberg bediente Klein mit einem weiten Pass, der zum 15:12 traf. Auch von der Mindener Auszeit ließen sich die THW-Spieler nun nicht mehr stoppen: Palicka parierte einen Wurf aus der Nahdistanz und schickte Klein zum 16:12 auf die Reise, ehe der vor allem als Anspieler in den ersten 30 Minuten glänzende Christian Zeitz Ekberg mustergültig zum 17:12 in Szene setzte. Mit einer deutlichen 18:13-Führung für den THW Kiel ging es in die Kabinen.
THW setzt sich ab
Rene Toft Hansen setzt sich durch.
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Nach dem Wechsel sahen die Zuschauer einen Daniel Narcisse, der in Überzahl auf die halbrechte Position wechselte. Gleich zwei Mal bediente er Ekberg, der von Außen sicher zum 19:13 und 20:14 traf. Nachdem der Mindener Haupttorschütze Bilbija seinen ersten Treffer erzielt hatte, war es ein Doppelschlag von Ekberg und Jicha, der nach einem Narcisse-Steal den Gegenstoß sicher einnetzte, der den THW Kiel erstmals mit sieben Toren in Führung brachte. Vujin erhöhte nach 38 Minuten sogar auf 25:17 - doch weil die Mindener Abwehr in der Folge noch fester als zuvor zupackte, wurde daraus nicht mehr. Die "Zebras" hatten derweil ihre Probleme mit der Chancenverwertung, und obwohl Jicha beim Passivzeichen zum 27:20 traf, schnupperte GWD an der Resultatsverbesserung: Marcus Ahlm hatte eine Zwei-Minuten-Strafe bekommen und sich darüber ein wenig zu sehr echauffiert, so dass das Schiedsrichtergespann gleich noch einmal zwei Minuten obendrauf packte. Den Raum durch die vierminütige Überzahl der Mindener nutzte vor allem Bilbija, der satte vier Treffer in Folge erzielte. Weil aber beim THW auch Jicha und Zeitz getroffen hatten, blieb es bei einer Fünf-Tore-Führung für den THW (29:24, 47.).
Nach Auszeit Entscheidung
Die "Zebras" bedanken sich bei ihren mitgereisten Fans.
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Gislason nahm trotzdem die Auszeit und beorderte Omeyer zurück ins Tor - mit Erfolg. Der Franzose schnappte sich einige Bälle, und nachdem Tesch artistisch das 26:30 erzielt hatte, machten die "Zebras" - nach einem unglücklichen Kopftreffer von Zeitz gegen Persson - mit einem Dreierpack den Sack endgültig zu: Narcisse "wackelte" energisch zum 32:27 durch die Abwehr, Ekberg verwandelte einen Siebenmeter, und Jicha legte einen Gegenstoß an Vortmann vorbei. Das 34:27 war fünf Minuten vor dem Ende die Vorentscheidung in einer Partie, die der THW Kiel ständig kontrolliert hatte. Am Ende freuten sich die Gastgeber noch über eine Resultatsverbesserung und die Versöhnung mit dem Publikum, denn leicht gemacht hatten sie es dem deutschen Rekordmeister über 60 Minuten nicht. Der freute sich über die zwei gewonnenen Punkte und machte sich zügig auf die Heimreise nach Kiel.

Spitzenspiel am Dienstag gegen Berlin
Denn für die "Zebras" bleibt wenig Zeit, das Spiel in Minden zu verarbeiten. Nur rund 49 Stunden nach dem Schlusspfiff in der Kampa-Halle steht für die "Zebras" ein absolutes Spitzenspiel auf dem Programm in der DKB Handball-Bundesliga: Am Dienstag empfängt der THW Kiel den Tabellenvierten Füchse Berlin, der beim 26:26 im Hinspiel die grandiose Kieler Siegesserie von 50 Spielen ohne Punktverlust beendet hatte. Anpfiff in der ausverkauften Sparkassen-Arena ist um 20.15 Uhr, Sport1 überträgt die Partie live.

 

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Stimmen zum Spiel:

THW-Trainer Alfred Gislason:
Heute ist es so gekommen, wie ich es gedacht hatte. Am Anfang schien Minden überhaupt nicht präsent zu sein. Dadurch sind wir vielleicht ein wenig eingeschlafen und haben erst dann wieder gekämpft. Am Ende haben wir verdient gewonnen, aber es war schwierig.
Mindens Trainer Ulf Schefvert:
Zu Beginn hatten wir vielleicht zu großen Respekt vor dem THW. Dann hatten wir eine sehr gute Phase im Angriff. Aber einfache Fehler haben uns dann wieder zurückgeworfen. Ich glaube, die Jungs haben sehr gut gekämpft und guten Handball gespielt. In der Abwehr ist es gegen so eine Top-Mannschaft immer sehr hart.
THW-Rechtsaußen Niclas Ekberg gegenüber den KN:
Das Spiel in der ersten Halbzeit war etwas merkwürdig. Ich bin froh, dass ich der Mannschaft so helfen konnte. Mein Timing wird immer besser. Mein Start in Kiel war nicht ganz leicht, jetzt finde ich immer besser rein.
THW-Rückraumspieler Filip Jicha gegenüber den KN:
Ich weiß nicht, warum wir nach zehn Minuten nicht so präsent waren. Wir müssen das Spiel noch analysieren. Wichtig ist, dass wir die zwei Punkte gewonnen haben.
GWD-Torhüter Jens Vortmann gegenüber den KN:
Ich freue mich über die Nominierung für die Nationalmannschaft, das hat mich zusätzlich motiviert. Nach einer Niederlage ist man nie zufrieden, aber wir konnten Selbstvertrauen tanken, haben kämpferisch eine gute Leistung gezeigt nach zehn schwachen Minuten zum Start. Das war wichtig nach der Niederlage gegen Essen.

21. Spieltag: 24.02.13, So., 17.30: GWD Minden - THW Kiel: 32:36 (13:18)

Logo GWD Minden:
Persson (46.-51. und 2 Siebenmeter, 1 Parade), Vortmann (1.-46., 51.-60., 11 Paraden); Fuchs, Steinert, Südmeier (2), Torbrügge, Tesch (4), Oechsler, Schmidt (2/1), Svitlica (9/1), Freitag, Doder (6), Klesniks (1), Bilbija (8); Trainer: Schefvert
Logo THW Kiel:
Omeyer (1.-20., 41.-60., 10 Paraden), Palicka (20.-41., 4 Paraden); Toft Hansen (2), Sigurdsson, Sprenger (1), Ahlm (2), Wiencek, Ekberg (10/6), Zeitz (2), Narcisse (2), Ilic, Klein (3), Jicha (12), Vujin (2); Trainer: Gislason
Schiedsrichter:
Martin Harms / Jörg Mahlich
Zeitstrafen:
Minden: 3 (Tesch (10.), Oechsler (30.), Klesniks (36.));
THW: 2 (2x Ahlm (43.))
Siebenmeter:
Minden: 3/2 (Svitlica gegen Palicka an die Latte, Nachwurf verwandelt (35.));
THW: 6/6
Spielfilm:
1. Hz.: 0:1 (1.), 0:4 (5.), 1:4, 2:5 (8.), 3:6 (9.), 4:7 (13.), 6:7 (15.), 7:8, 8:9 (18.), 9:10, 10:12 (21.), 12:12 (22.), 12:17 (27.), 13:17 (30.), 13:18;
2. Hz.: 13:19 (31.), 15:21 (34.), 17:23 (37.), 17:25 (38.), 19:25 (39.), 20:26, 21:27 (44.), 22:28, 23:29 (46.), 25:29 (50.), 26:30, 27:31 (52.), 27:34 (55.), 28:35 (56.), 31:35 (59.), 32:36.
Zuschauer:
3.150 (Kampa-Halle, Minden)
Spielgrafik:
Spielgrafik

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 25.02.2013:

THW in Minden souverän

Handballmeister feierte 36:32-Sieg beim Kellerkind - Jicha und Ekberg warfen 22 Tore
Minden. Mit einer spielerischen Achterbahnfahrt hat sich Handballmeister THW Kiel gestern Abend bei GWD Minden mit 36:32 (18:13) durchgesetzt und die Ostwestfalen damit tief in den Abstiegskampf gestoßen. Nach einem starken Start gönnten sich die Kieler Mitte der ersten Halbzeit eine mentale Auszeit, fanden danach aber wieder schnell ins Spiel und bleiben damit im neuen Jahr in der Erfolgsspur, während die Gastgeber einen rabenschwarzen Februar erleben.

Mit einem starken Abwehrblock und schnellem Umschalten auf den Angriff startete der THW in die Partie, als wollte er die Hausherren in Rekordzeit in die Schranken verweisen. Nach fünf Minuten stand es 4:0 - scheinbar leichtes Spiel für Kiel. Die Grün-Weißen benötigten erst einen Siebenmeter, um überhaupt zu einem Treffer zu kommen. Für den Montenegriner Aleksandar Svitlica war das allerdings das Signal, dass gegen den Triple-Meister 2012 doch mehr drin war als nur die Statistenrolle. Er mit vier weiteren Treffern von Rechtsaußen und Jens Vortmann im GWD-Tor sorgten zwischenzeitlich für eine Zwei-Mann-Show der Hausherren, die Minden wieder auf Kurs brachte. Vortmann, von Nationaltrainer Martin Heuberger für die Länderspiele gegen die Schweiz Anfang März nominiert, schien seine erste Berufung in das A-Team untermauern zu wollen, parierte allein in der ersten Hälfte acht Bälle. Beim 12:12 (22.) gelang den Gastgebern der Ausgleich, begünstigt auch durch Nachlässigkeiten und Missverständnisse im Kieler Spielaufbau. "Wir waren in dieser Phase im Defensivverhalten zu zurückhaltend, zu unkonzentriert in der Bewegung nach vorn. Es ist schade, wenn man sich Bälle erarbeitet und diese dann nicht verwertet", sagte THW-Trainer Alfred Gislason, der sein Team kräftig durchmischte und wieder auf Kurs brachte. Innerhalb von fünf Minuten galoppierten die "Zebras" wieder davon. Insbesondere die Außen Dominik Klein und Niclas Ekberg sorgten dafür, dass der THW mit einer beruhigenden Führung in die Pause gehen konnte.

So blieb der Mindener Ausgleich nur ein kurzer Hoffnungsschimmer für die Gastgeber und ihre Fans. Die machte nach der Niederlagenserie im neuen Jahr, darunter gegen die Konkurrenten im Abstiegskampf Neuhausen und Essen, mit markigen Sprüchen auf sich aufmerksam. "Den Willen verloren, die Punkte verschenkt... Kämpft endlich!", forderten sie auf einem breiten Transparent. Mangelnden Kampfeswillen konnte man der Mannschaft von Ulf Schefvert indes nicht vorwerfen. Nachdem der THW gut aus der Kabine gekommen war und sich zunächst weiter abgesetzt hatte, agierte Minden über weite Strecken auf Augenhöhe. Und das, obwohl ihnen durch den Kreuzbandriss von Vignir Svarvasson eine wichtige Stütze in der Abwehr fehlt, die bis zum Saisonende nicht ersetzt werden kann. Manager Horst Bredemeier war es nicht gelungen, bis zum Ablauf der Wechselfrist Ersatz zu verpflichten.

So brachte der THW den Vorsprung über die Zeit, auch wenn auf Seiten der Gastgeber Dalibor Doder (6 Treffer) und Nenad Bilbija (7) immer besser ins Spiel fanden. Bester Schütze des Spiels war allerdings Filip Jicha (12) mit einer Top-Quote in der zweiten Halbzeit. Für einen Aufreger sorgte in der 52. Minute ein Kopftreffer bei Anders Persson. Nach zuvor zwei Fehlversuchen hatte sich Christian Zeitz vehement durchgesetzt und vom Kreis abgezogen. Mit voller Wucht traf er dabei den inzwischen im GWD-Tor eingewechselten Persson im Gesicht. Der Schwede blieb minutenlang liegen und musste schließlich benommen ausgewechselt werden. Vortmann kehrte zwischen die Pfosten zurück, parierte noch ein paar Bälle, konnte die Niederlage aber nicht mehr verhindern.

(von Ralf Abratis, aus den Kieler Nachrichten vom 25.02.2013)


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