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09./11.09.2013 - Letzte Aktualisierung: 11.09.2013 Bundesliga

THW empfängt den VfL Gummersbach am Mittwoch

Noch Karten im Vorverkauf erhältlich

Update #1 KN-Vorbericht ergänzt ...

Das Team des VfL Gummersbach.
Klicken Sie für weitere Infos! Das Team des VfL Gummersbach.
Nach dem eher gemächlichen Saisonstart mit drei Bundesligaspielen und -siegen an drei Wochenenden nimmt die Spielzeit 2013/14 für den THW Kiel nun Fahrt auf: Die erste von unzähligen "englischen Wochen" steht an, bereits am Mittwoch erwarten die "Zebras" den VfL Gummersbach in der Sparkassen-Arena zum Traditionsduell. Angeworfen wird die Partie um 20.15 Uhr, es sind noch einige Karten aus dem Gegnerkontingent an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.
Der wichtigste Neuzugang beim VfL Gummersbach: die "Schwalbe-Arena".
Der wichtigste Neuzugang beim VfL Gummersbach: die "Schwalbe-Arena".
Im vergangenen Jahr entging der VfL Gummersbach nur haarscharf dem Abstieg aus der DKB Handball-Bundesliga. Jetzt wagen die Oberbergischen den Neuanfang, dessen erstes Ziel der möglichst schnelle Klassenerhalt ist. Mittelfristig soll es dann wieder aufwärts gehen mit dem zwölffachen Deutschen Meister. Die größten Hoffnungen bestehen dabei aus Stahl, Glas und Beton: Mit der neuen "Schwalbe-Arena" hofft der VfL auf wirtschaftlichen Aufschwung.
Verkorkste letzte Saison
Linksaußen Raul Santos erzielte bereits 28/5 Saisontreffer.
Linksaußen Raul Santos erzielte bereits 28/5 Saisontreffer.
Der 8. Mai 2013 bedeutete für den VfL Gummersbach eine Zäsur. Im letzten Saisonspiel hatten die Oberbergischen gerade mit 28:30 gegen den bereits als Absteiger feststehenden TV Neuhausen verloren. Die letzte Chance, aus eigener Kraft den Klassenerhalt zu schaffen, hatten die Gummersbacher mit einer über weite Strecken desaströsen Leistung verpasst. Gebannt warteten die Spieler nun auf Meldungen aus Großwallstadt. Mit einem Unentschieden gegen den bereits als Meister feststehenden THW Kiel hätte der TVG die Oberbergischen ins Tal der Tränen stürzen können. Doch die "Zebras" erfüllten auch ihre letzte Saisonpflicht, gewannen mit 32:29 und schickten so den bayerischen anstelle des oberbergischen "Bundesliga-Dino" in die zweite Liga.

Als die Gummersbacher Spieler das Endresultat aus Großwallstadt erfuhren, bildeten sie spontan einen Jubelkreis. In die Freudengesänge wollten die VfL-Fans allerdings nicht einstimmen. Zu sehr wog die Enttäuschung über eine Spielzeit, in der Gummersbach beinahe seine Zukunft verspielt hatte. Die Zuschauer pfiffen die Blau-Weißen gnadenlos aus und sorgten so für einen Abschied von der altehrwürdigen Eugen-Haas-Halle, den man sich so wohl nicht vorgestellt hatte. "Ich habe Verständnis für die Verärgerung unserer Fans", sagt VfL-Trainer Emir Kurtagic. "Wir wollen und müssen Wiedergutmachung betreiben und sie wieder für uns gewinnen", gibt der Coach als eines der Saisonziele aus. Das zweite ist - natürlich - der Klassenerhalt: "Angesichts der vergangenen zwei Jahre ist das selbstverständlich. Aber wenn sich das Team schnell findet, denke ich schon, dass wir uns ein höheres Ziel setzen können - auch unter dem Aspekt der neuen Halle."

Aufbruchstimmung in Gummersbach
Kreisläufer Joakim Larsson kam aus Großwallstadt.
Kreisläufer Joakim Larsson kam aus Großwallstadt.
Die neue Halle ist der Hauptgrund für Optimismus beim VfL. Jahrelang hatte man versucht, die beengten Verhältnisse der Eugen-Haas-Halle zu verlassen. Auch, um wirtschaftlich Anschluss an die Top-Vereine der DKB Handball-Bundesliga halten zu können. "Wir haben die glorreichen alten Zeiten gehabt. Wir haben die teuer erkauften, erfolgreichen Zeiten gehabt. Dann hatten wir zuletzt Zeiten, in denen wir dafür geradestehen mussten", fasst Geschäftsführer Frank Flatten die vergangenen Jahre zusammen. Jahre, in denen der VfL drohte, die Erinnerung an die großen Triumphe der Vergangenheit zu verspielen. Fünfmal gewann Gummersbach den Europapokal der Landesmeister, zwölfmal feierte man die Meisterschaft, und fünfmal siegte der VfL im DHB-Pokal. Erfolge, die meist in der engen Atmosphäre der Eugen-Haas-Halle gefeiert wurden. Jetzt verabschiedeten sich Mannschaft und Fans Anfang August von der Spielstätte, in der man zuletzt nur mit viel Wohlwollen der DKB Handball-Bundesliga spielen durfte. Noch einmal ging es auf das Parkett, um dann mit einem großen Umzug zur neuen Arena auch neue Zeiten einzuläuten.

"Die Schwalbe-Arena verleiht dem VfL ein neues Gesicht", ist sich Flatten sicher. "Wir haben jetzt einen Neuanfang." In der Rekordzeit von nicht einmal einem Jahr wurde die Zukunftshoffnung des Traditionsvereins errichtet. Knapp elf Millionen Euro kostete die Arena, 4,5 Millionen Euro steuerte allein das Land Nordrhein-Westfalen zur Finanzierung bei. 4.132 Plätze fasst die "Schwalbe-Arena" - darunter 800 Stehplätze und acht Logen. "Die Arena bietet uns neue Vermarktungschancen", ist Flatten überzeugt. Vorbei sein soll die Zeit, in der der VfL - wie auch im vergangenen Jahr - bis zuletzt um die Erteilung der Lizenz bangen muss. Erste Erfolge sind sichtbar: Über 400 Business-Plätze wurden verkauft, und auch bei den Dauerkarten (etwas mehr als 500) wurde ein Plus verzeichnet. Im vergangenen Jahr war Gummersbach mit durchschnittlich 2007 Zuschauern das Schlusslicht unter den 18 Bundesligisten - das soll sich nicht wiederholen.

Carsten Lichtlein als Königstransfer
Nationaltorwart Carsten Lichtlein wechselte aus Lemgo nach Gummersbach.
Nationaltorwart Carsten Lichtlein wechselte aus Lemgo nach Gummersbach.
Dafür muss es vor allem sportlich bergauf gehen. Ein schwieriges Unterfangen für Emir Kurtagic, verließen mit Adrian Pfahl und Kentin Mahe doch gleich zwei Leistungsträger den Verein in Richtung Hamburg, hinzu ging mit Dennis Krause (zur HSG Wetzlar) ein weiterer Rückraumspieler. Im Tor wurde mit Aljosha Rezar nicht verlängert - dafür kam mit Nationaltorhüter Carsten Lichtlein der Hoffnungsträger des Vereins. "Carsten ist jemand, der alles dafür geben wird, damit wir als Truppe Erfolg haben. Wenn er als größte Persönlichkeit im aktuellen Kader diesen Weg vorgibt, sollten die anderen Spieler ihm folgen können", baut Kurtagic auf seine neue Nummer eins, die auf dem Trikot die 16 trägt.

Lichtlein ist das Puzzleteil, mit dem die bisher so anfällige Abwehr zum neuen Prunkstück werden soll. Dafür verpflichteten die Oberbergischen mit Joakim Larsson vom TV Großwallstadt einen erfahrenen Mann, der dem Innenblock mehr Stabilität verleihen soll. Und auch Mark Bult von den Füchsen Berlin wurde aus genau diesem Grund geholt. Zudem verpflichtete man mit Andreas Schröder einen der erfolgreichsten Rückraum-Schützen des TV Neuhausen, der im vergangenen Jahr 131 Treffer in der stärksten Liga der Welt erzielte. Kurtagic: "Der Kader ist breiter aufgestellt und hat eine gute Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Talenten, die sich beweisen wollen." Zu diesen zählt auch Florian von Gruchalla, der aus Flensburg kam und zukünftig auf der rechten Außenbahn wirbeln wird (siehe auch Gegnerkader VfL Gummersbach).

Sportliches Ausrufezeichen in Melsungen
Rechtsaußen Florian von Gruchalla (zuletzt Flensburg) erzielte bereits 14 Saisontore.
Rechtsaußen Florian von Gruchalla (zuletzt Flensburg) erzielte bereits 14 Saisontore.
"Unser Spiel wird anders aussehen", sagt Flatten. "Wir werden als Team stärker sein, wollen attraktiven Handball spielen und Spaß vermitteln." Der Neuanfang beim Altmeister hat begonnen - auf und neben dem Handballfeld. Auf dem Parkett sammelte der VfL Gummersbach bereits vier wichtige Zähler. Dabei wäre die Premiere in der Schwalbe-Arena beinahe schiefgegangen, als die Oberbergischen gegen Aufsteiger TV Emsdetten lange Zeit einem Rückstand hinterher lief und erst in der zweiten Halbzeit den 27:23 (10:13)-Erfolg unter Dach und Fach brachte. Am zweiten Spieltag beim TBV Lemgo unterlag man nur knapp und unglücklich mit 27:28, doch dafür sorgte man vier Tage später für einen der ersten Paukenschläge der Saison: Bei der favorisierten MT Melsungen siegte der VfL mit 32:30 (14:13) und sammelte damit die ersten zwei Bonuspunkte der Saison. Die Ernüchterung folgte aber auf dem Fuße: Am vergangenen Wochenende war man im Derby gegen den Bergischen HC beim 25:30 (12:15) weitgehend chancenlos (siehe auch Gegnerkurve VfL Gummersbach).

Der VfL Gummersbach der Saison 2013/14 scheint also eine Wundertüte zu sein. Keine leichte Aufgabe für den THW Kiel, zumal Spielmacher Rasmus Lauge für die Partie am Mittwoch aller Voraussicht nach ausfallen wird (siehe Extrabericht) und auch hinter dem Comeback von Aron Palmarsson nach dessen Knie-OP noch ein dickes Fragezeichen steht. Die "Zebras" sind daher nach dem anstrengenden 32:26-Erfolg in Hamburg mehr denn je auf ihre Fans angewiesen, um im 84. Pflichtspielduell mit dem VfL Gummersbach den 47. Sieg zu feiern. Zuletzt konnten die Oberbergischen im Dezember 2010 an der Förde punkten, als Ex-"Zebra" Christoph Schindler mit der Schlusssirene den 26:26-Ausgleich erzielte (siehe auch Gegnerdaten VfL Gummersbach).

Die Schiedsrichter am Mittwochabend in der Sparkassen-Arena sind Sebastian Grobe und Adrian Kinzel

Dieser Vorbericht wird wie gewohnt ständig aktualisiert...

 

Lesen Sie bitte auch

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 11.09.2013:

Gummersbach hat sich ganz neu erfunden

Gegner des THW Kiel ist ein echter Prüfstein
Kiel. Am Sonnabend knackte der THW Kiel den HSV Hamburg in der Handball-Bundesliga (32:26), weil in der Not der Schachzug fruchtete, den verletzten Rasmus Lauge durch einen zweiten Kreisläufer zu ersetzen. Wie wird heute (20.15 Uhr/Sport1) vor eigenen Fans der VfL Gummersbach ausgehebelt? Möglicherweise wird als Mittelmann ein Zebra auftreten, das dieses Amt sonst nur nebenberuflich ausübt.

Lauge (Schulterprellung) muss voraussichtlich zehn Tage pausieren, Aron Palmarsson (Knie-OP) steht bei einem möglichen Comeback nur für Kurzeinsätze zur Verfügung. Es ist absehbar, dass Alfred Gislason im 79. Liga-Duell gegen den VfL in die Trickkiste greifen muss. Plan A scheint zu sein, Wael "Willi" Jallouz "ins kalte Wasser zu werfen" (Gislason). Der Tunesier, zu Saisonbeginn aus Hammamet gekommen, hat seinen Rhythmus noch nicht gefunden. "Er setzt sich zu sehr unter Druck", sagt der THW-Trainer. "Willi muss nicht jedes Mal zehn Tore werfen, er soll einfach nur unsere Taktiken spielen."

Findet er erneut keinen Zugang in die Partie, bleibt Gislason nur, auf der Mitte zu experimentieren. Denkbar ist, dass beide Linksaußen gleichzeitig auf dem Feld stehen. Dominik Klein ist bereits einige Male als Regisseur eingesprungen, "Goggi" Sigurdsson übte diese Rolle im Trainingslager im dänischen Faaborg. Eine Alternative ist auch Christian Zeitz. In Kiel machte der Linkshänder sich auf dieser Position unsterblich, als er im gewonnenen Champions-League-Finale 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt den verletzten Spielmacher Stefan Lövgren ersetzte. "Zwei Kreisläufer, einen Linksaußen auf der Mitte - viel mehr Möglichkeiten haben wir derzeit nicht", sagt Gislason, der mit Sorgen auch die Krankenakten von Johan Sjöstrand und Christian Sprenger studierte. Den Torhüter plagen Knieschmerzen, der Rechtsaußen handelte sich bei einer rüden Aktion des Hamburgers Pascal Hens einen schmerzhaften Pferdekuss ein. Voraussichtlich werden aber beide gegen einen VfL mitwirken, der in der vergangenen Saison dem Abstieg nur um Haaresbreite entgehen konnte. Die Oberbergischen, wie der THW Gründungsmitglied der Bundesliga (1977), waren nach einer Heimniederlage gegen den als Absteiger feststehenden TV Neuhausen (28:30) eigentlich ebenfalls abgestiegen. Doch der THW Kiel, der längst als Meister feststand, siegte zeitgleich beim TV Großwallstadt und schickte die Mainfranken, denen ein Remis zum Klassenerhalt genügt hätte, in die Zweitklassigkeit.

Mittlerweile hat sich der zwölfmalige Meister aber gefangen und mit Nationaltorhüter Carsten Lichtlein, Rückraumspieler Mark Bult (Berlin) und Kreisläufer Joakim Larsson (Großwallstadt) namhaft verstärkt. Außerdem hat das Team um Kapitän Christoph Schindler in der für rund elf Millionen Euro erbauten Schwalbe-Arena endlich eine neue Heimat gefunden. "Darauf haben sich hier alle riesig gefreut", sagt Schindler, der sich beim 27:23-Sieg gegen den TV Emsdetten zu Saisonbeginn eine schwere Schulterverletzung zuzog und wochenlang pausieren muss. "Ich spüre im Verein eine gewisse Euphorie", sagt Schindler. "Die Neuen sind alle gute Charaktere. In der Vorbereitung haben wir überraschend schnell zueinander gefunden." Deshalb wäre es umso ärgerlicher, dass der Start (4:4 Punkte) so holprig verlaufen sei. "Sechs Punkte wären realistisch gewesen, vielleicht sogar noch einer mehr", sagt das Ex-Zebra, dessen VfL in Melsungen gewann und auch in Lemgo (27:28) lange wie ein Sieger aussah. Auswärts, das hat das Videostudium von Gislason belegt, ist das Team um Barna Putic, den Top-Torjäger der Liga (29), derzeit deutlich stärker als zu Hause. "Das ist eine richtig gute Mannschaft."

(von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 11.09.2013)

 

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